Die Simpsons beziehen ja einen Teil ihres Reizes aus den zahlreichen Filmzitaten. Deshalb freut mich dieser großartige Fund: Da hat sich jemand die Mühe gemacht zu Simpsons-Standbildern [Achtung: Link aktualisiert Link am 14.10.07 um 1:00 Uhr geändert, denn wie mich der Autor der spanischen Simpsons-Seite mit den Filmvergleichen eben in den Kommentaren informiert hatte, war die hier zunächst verlinkte Quelle doch nicht so fleißig, wie von mir angekündigt, sondern hatte einfach nur billig kopiert. Daher gibt’s auch keinen Link mehr. Nur noch die Adresse zur Vollständigkeit (joeydevilla.com/2007/09/22/simpsons-scenes-and-their-reference-movies). Auf die Originalseite wurde zwar schon hier in den Kommentaren hingewiesen, doch ich hielt das für eine weitere Simpsons-Galerie. Schande über den Kopisten. Die Credits sind jetzt immerhin richtig gestellt worden.] die jeweiligen Kinovorlagen herauszusuchen und sie paarweise gegenüberzustellen.
(Meine 16.000 ungelesenen Feeds aus 10 Tagen hab ich jetzt in knapp einer Woche auf 10.000 runtergelesen, und dieses Beispiel bestärkt mich darin, dass es sich lohnt, nicht einfach alles ungesehen wegzuklicken, wenn man mal ein paar Tage die Feeds nicht lesen konnte.)
[via Webadventures]
Kurzfrist-TV-Tipp für heute Abend: ARD, 22:45- 00:45 Uhr: «Das Meer in mir». Sollte es wirklich noch jemanden geben, der diesen Film noch nicht gesehen hat, dann kann ich euch nur empfehlen, ihn unbedingt anzuschauen.
Vor zwei Jahren hatte ich auf den Spanischen Filmtagen in Hamburg die Ehre vor der Vorführung des Filmes von Alejandro Amenábar eine Einführung in das Werk und zur Hintergrundgeschichte des galizischen Schriftstellers Ramón Sampedro zu geben. Über Mar Adentro habe ich hier im Blog so viel geschrieben, wie über keinen anderen Film. Für mich ist es nach wie vor einer der besten spanischen Filme ever, und das nicht nur, weil ich den Regisseur Alejandro Amenábar persönlich kenne und außerordentlich schätze, sondern weil er eine bewegende wahre Geschichte – brillant gespielt von Javier Bardem – umsetzt. Um noch etwas Neues zum Film beizutragen, hier ein Video mit einer Live-Performance von Carlos Nuñez mit der Titelmelodie des Films:
Ich habe ja versprochen ein paar Filmtipps aus San Sebastián vorzustellen und so fange ich heute mal mit dem Film an, der mich am meisten beeindruckt hat: Control von Anton Corbijn über das kurze Leben von Joy Division-Sänger Ian Curtis, der sich am 18. Mai 1980, kurz vor der damals geplanten US-Tour von Joy Division, mit erst 23 Jahren umgebracht hat.
Wie ich in den Kommentaren bei popkulturjunkie schon geschrieben habe, sind die schauspielerischen Leistungen von Sam Riley (als Ian Curtis) und Samantha Morton (in der Rolle seiner Frau Debbie) absolut herausragend. Selbst Zuschauern des Films, die keine Fans von Joy Division sind, wird dieser Film beeindrucken. Etwa, wenn das Auseinanderleben des Paares mit der Musik und dem Text von «Love will tear us apart» begleitet wird. Hier nochmal zum Reinhören ein paar Musiktitel von Joy Division:
Der Film basiert auf der Biographie «Touching from a Distance» (dt: «Aus der Ferne») von Ians Frau Debbie Curtis, die das Projekt auch co-produziert hat. Auch Regisseur Corbjin hat Curtis noch persönlich gekannt. Der Film ist also sehr nah am viel zu kurzen Leben des Sängers, der gleichzeitig ein Kapitel Musikgeschichte mit geschrieben hat und an einem intensiven Leben zwischen Alkohol, Drogen, der Epilepsie und dem sich Nicht-Entscheiden-Können zwischen zwei Frauen zugrunde gegangen ist.
Ein paar Links zum Film:
Interview mit Anton Corbijn, der betont, keinen Joy Division-Film gemacht zu haben, sondern einen Ian Curtis-Film.
Filmstart in Deutschland ist, wie ich eben bei popkulturjunkie gelesen habe, leider erst im Januar. In vielen Ländern läuft der Film bereits (in Frankreich schon seit letzter Woche). Aber die Kinogänger in Hamburg haben Glück: sie können ihn morgen oder übermorgen im Original auf dem Filmfest Hamburg sehen:
Mittwoch, 3.10., um 21:30 Uhr im Grindel 1, und Donnerstag, 4.10. um 19 Uhr im Metropolis (Links führen zur Online-Reservierung). Laut Abendblatt wird nicht nur Regisseur und Star-Fotograf Anton Corbijn anwesend sein, sondern auch Sam Riley und die deutsche Schauspielerin Alexandra_Maria_Lara, die im Film seine Geliebte Annik Honoré spielt, und die beide seit den Dreharbeiten zum Film auch im Reallife ein Paar sind.
[Update 7.10.07: Control wurde inzwischen als Gewinnerfilm das Hamburger Filmfestes gekürt.]
Und alle anderen sehen Control eben ab Januar 2008. Das Warten lohnt sich. Ein außergewöhnlich guter Film.
Update 20.01.08: Mittlerweile ist Sam Riley nach Berlin (zu seiner Freundin Alexandra Maria Lara) gezogen und schreibt für den Guardian einen «Insider’s guide to Berlin» in dem er Grönemeyer («who played my doctor in Control») als «Germany’s Bono» bezeichnet und seine Liebe zu Schnitzels gesteht.
Ein kurzer Gruss aus San Sebastián, das Internationale Filmfestival geht morgen Abend zu Ende. Bisher schon über 40 meist gute Filme gesehen, mehr dazu in den nächsten Tagen. Meine Pupillen sind schon so an das Leinwandformat gewöhnt, dass das Sehvermögen ausserhalb der Kinosäle sich erst wieder auf das Real-Life-Format umstellen muss. 😉
«Auf der anderen Seite» des Hamburger Regisseurs Fatih Akin ist der deutsche Beitrag im Rennen um den Oskar für den besten nicht-englischen Film im nächsten Jahr.
Hier eine Szene aus dem Film mit der wunderbaren Hanna Schygulla und mit der Entdeckung Nurgül Yesilçay:
Der neue Akin-Film ist nach «Gegen die Wand» (den man komplett online sehen kann) der zweite Teil seiner Trilogie «Liebe, Tod und Teufel». Er wurde bereits in Cannes mit dem Drehbuchpreis ausgezeichnet und kommt am 27. September 2007 in die deutschen Kinos.
[Update 15:30 Uhr: Wie ich gerade aus dem zeise-Newsletter erfahre, kommt der Film schon morgen in die Kinos und läuft bereits heute Abend um 22:30 Uhr als Preview. Zudem kommt der in Ottensen aufgewachsene und immer noch dort lebende Regisseur am 24. September 2007 zum Start der Türkischen Filmreihe «Fatih Akin zeigt: Türkisches Kino» ins zeise-Kino. Weitere Infos auf zeise.de.]
Daniel Brühl hat zum Filmstart von Salvador in Spanien keine schlechte Figur gemacht. Der deutsche Schauspieler mit katalanischer Mutter ist hier in der in Spanien sehr beliebten TV-Sendung Noche Hache zu sehen. Moderatorin Eva Hache empfängt nachts um ein Uhr in ihrer Show auf Canal Cuatro, die ich auch manchmal schaue, Gäste zum Interview. Nebenstehendes Video zeigt den ersten Teil von insgesamt 13 Minuten des Auftritts von Daniel Brühl, der nach den Anfangsminuten der etwas angespannten Aufregung seine Scheu ablegt und nach ersten beiderseitigen Plattheiten munter mit Eva drauflos plaudert und unter anderem seine Rolle im Film über den katalanischen Anarchisten Salvador Puig Antich erklärt, aber auch seinen Eindruck schildert, dass die Jugend immer unpolitischer wird, und selbstkritisch einräumt, dass dies auch schon bei ihm der Fall ist. Teil 2 und 3 der TV-Ausstrahlung vom 12.09.06 ebenso auf YouTube.
Ich habe vorgestern schon auf die Almodóvar-Reihe auf arte hingewiesen. Heute Nacht (23:10 Uhr) läuft ein weiterer Streifen des spanischen Regisseurs, «Das Gesetz der Begierde» (1986), auf dem deutsch-französischen Kulturkanal, der viel zu wenig Zuschauer hat, weil viele lieber seichte Kost auf den anderen TV-Stationen konsumieren. Auch ich werde das mit ein paar Blogartikeln nicht ändern können, aber ich kann zumindest die Menschen, die bei mir mitlesen, auf gute Programmangebote hinweisen, was ich ja auch ab und an tue.
Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich auf diesen Film noch besonders hinweisen würde, da er auch in meiner Magisterarbeit behandelt wurde. Meine Arbeit, von der es weiter unten einen Auszug zu lesen geben wird und mit der ich mein Studium der Hispanistik, Germanistik und Komparatistik an der Uni Saarbrücken 1993 beendet hatte, drehte sich um das Thema Film im Film bei Almodóvar, also inwieweit das Filmeschaffen in den Filmen selbst behandelt wird. Dazu passte natürlich ganz hervorragend der Film «Das Gesetz der Begierde», denn die Hauptperson des Films, Pablo Quintero (gespielt von Eusebio Poncela) ist ein Regisseur.
…
Ob das Leben als Maus spannender ist als das Leben eines Menschen – diese Frage ist ein zweischneidiges Schwert. Wir Mäuse fressen selten spannende Bücher, und wenn wir uns ins Kino verirren, verstehen wir die Filme nicht. Auf der anderen Seite langweilen wir uns nicht mit Steuererklärungen und langwierigen Beziehungsdiskussionen. Sondern wir gehen einfach raus, um Futter zu holen. Manchmal gehen wir ganz ordentlich ins Restaurant – aber wir sind dort nicht unbedingt gern gesehene Gäste.
Wer bei der Lektüre obiger Zeilen so wie ich unweigerlich an den Film Ratatouille denken muss, liegt zwar nicht ganz falsch, doch es kommt noch viel besser, denn sie sind der Anfang einer wunderbaren Geschichte von Thilo Baum, die man in seinem Blog unter dem Titel «Mouse Hunt» zu Ende lesen kann.