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Wandsbeker Dialog: Französischer Künstler, hein?

Ich bin doch aber gar kein Franzose

Eben beim Warten auf meinen Hähnchen-Döner bei Dr. Kebap in Wandsbek: Der sichtbar gut gelaunte Mitarbeiter türkischer oder griechischer Herkunft meint zu mir:

«Sie sehen aus wir ein französischer Künstler.» Beinahe verschämt ergänzt er auf mein Stirnrunzeln hin: «Is‘ als Kompliment gemeint. Isch mein’… so wegen der Mütze.»

«Ich bin ja auch Saarländer, das liegt an der Grenze zu Frankreich», entgegne ich ihm lächelnd. Der freundliche Verkäufer sieht sich bestätigt: «Ja, das liegt da unten bei Luxemburg. Sehen Sie?»

Während ich auf meinen Döner zum Mitnehmen wartete, habe ich obiges Selbstporträt geschossen.

Foto, Hamburg

Bilder einer Literaturverfilmung

Jurek Becker: Nach der ersten Zukunft Jurek Becker ist ein hervorragender, leider mit 59 viel zu früh gestorbener, Schriftsteller. Sein «Jakob der Lügner» hat mich seit dem Deutsch-Abi nicht mehr losgelassen. Später im Studium hab ich «Bronsteins Kinder» mit großem Interesse gelesen und auch eine Arbeit darüber verfasst. Becker hat aber auch Erzählungen geschrieben. Und eine seiner Erzählungen, «Das Bild», erschienen im Erzählband «Nach der ersten Zukunft» (1980), haben wir uns 1991/92 an der Uni Saarbrücken im Rahmen eines Germanistik-Seminars in der dortigen Medienkunde zur Verfilmung vorgenommen. Eine über zwei Semester dauernde Literaturverfilmung, die einige filmliebende Menschen zusammen gebracht hat, die sich heute noch gut kennen. Ich habe im Rahmen dieses Seminares zwei sehr liebe Menschen kennen gelernt, die ich immer noch zu meinen Freunden zähle.

Einer aus der damaligen Truppe, Achim, lebt mittlerweile in den USA und hat mir heute morgen diese Bilder gemailt, die ich euch nicht vorenthalten will. Was aus dem Film geworden ist, über dessen Metaebene wir ein Jahr lang gebrütet haben, weiß ich nicht. Den will auch sicher niemand sehen. Glaubt es mir. Wir haben zwar viel gelernt bei der Geschichte. Es gab aber auch den verhängnisvollen Ansatz, dass jeder alles macht. Wir haben alle gespielt, wir haben alle Requisite gemacht, Kamera, Regie, Schauspielführung. Alles. Und nichts quasi. Trotzdem war es eine tolle Geschichte. Einige sind dem Thema Film auch treu geblieben und haben danach auch Anständiges ganz professionell auf die Beine gestellt. Ich gehöre nicht dazu.

Damit ihr, die ihr auf den ersten Blick keinen anderen Zugang zu dem Projekt habt, als den Autor dieses Blogs zu kennen (oder ihn auch nur ab und an zu lesen), auch was davon habt, zeige ich hier nun mal die Bilder von damals. Ich bin übrigens der mit dem Schnurrbart. Heute auf Twitter, wo ich ein Bild schon mal vorab gezeigt hatte, wurde ich schon mit Johnny Depp und Fernando Pessoa verglichen. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Doch seht selbst: Aufnahmen von den Dreharbeiten in der Nacht des 30. Mai 1992 im Saarbrücker Bürgerpark:

Film AG

Film AG

Film AG

Tja, was soll ich sagen. Fast 20 Jahre ist das her. Ich habe hier noch alle Unterlagen. Skripte, Zeichnungen, Drehpläne, ein köstliches Archiv. Gut, dass ich immer alles aufhebe. Abschließen möchte ich das Posting mit einem Bild, das Achim damals von Alexander und mir gemacht hat: Eine Impression von den Dreharbeiten bei Tage (auch im Saarbrücker Bürgerpark):

Film AG

Jurek, verzeihe uns, wir haben es nur gut gemeint mit Deinem „Bild“. Und Du hast mit dieser Erzählung mehr angerichtet, als Du Dir jemals vorstellen konntest. 😉

Foto, Kino, Literatur, Saarland

FC St. Pauli gewinnt 2:0 gegen FC Ingolstadt – Traumstart in Lübeck

Traumstart in Lübeck

Wie schon im Vorjahr (siehe mein Artikel Magischer Auftakt beim Auswärtssieg des FC St. Pauli in Freiburg) hat es mächtig Spaß gemacht, beim Saisonstart des FCSP dabei zu sein. War’s schon in Freiburg genial und von den äußeren Umständen eigentlich kaum noch zu toppen (tolles Sommerwetter, prima Ambiente, nette Leute), konnte der gestrige Traumstart in Lübeck kaum besser verlaufen (worüber ich mir ehrlich gesagt zuvor gar nicht so sicher war). Herr Bär (in Fachkreisen auch der Foxxi genannt) und Bucanero waren genau wie in Freiburg mit von der Partie. Ein Kurzbericht in stimmungsvollen Bildern:

Zu dem Bild an an Gleisen (unten links) passt eigentlich nur ein Lied, und zwar dieses.

Herr Foxxi hat einen wunderbaren Bericht geschrieben: Let the games begin, den ich euch zur Lektüre empfehle. Und wer Boll in Aktion sehen mag, bewundere ihn in diesem Video beim 2:0:

Ein neutraler Spielbericht, über den ich mich sehr gefreut habe, weil auch die sehr ordentliche Leistung meines Lieblingsspielers Max Kruse honoriert wurde, ist bei Spox zu lesen. Auch Tschauner und Kalla waren groß. Man darf das Ganze nicht überbewerten, die schweren Spiele kommen erst noch. Doch das war ein guter Start. In allen Belangen.

FC St. Pauli, Foto, Fußball

Gestern am Millerntor: FC St. Pauli – Bröndby Kopenhagen

Gestern beim Testspiel des FC St. Pauli gegen den dänischen Erstligisten Bröndby Kopenhagen. Mein erstes Spiel, das ich von der Gegengerade aus gesehen habe. Anbei ein schönes Foto vom sonnigen Nachmittag. Ich poste dieses Foto obwohl man laut Stadionordnung keine Bilder ohne Erlaubnis des Vereins veröffentlichen darf (eine Anordnung, die keinerlei nachvollziehbare Grundlage hat, denn ich darf im öffentlichen Raum Bilder machen und diese auch privat publizieren). Für diese Fan-Gängelung habe ich kein Verständnis.

Zur neuen, alten Mannschaft kann ich sagen, dass das schon ganz viel versprechend aussah, obwohl so ein Testspiel natürlich keinen echten Aufschluss gibt. Die Trainer (auf obigem Foto auch zu sehen) waren engagiert bei der Sache und haben sich viele Notizen gemacht. Wir haben 2:0 gewonnen. Spielbericht im Kicker: St. Pauli schlägt Bröndby.

Freue mich schon auf den Saisonstart in die 2. Liga, bei unserem „Heimspiel“ in Lübeck gegen den FC Ingolstadt. Samstag, 16. Juli um 13 Uhr starten wir in die 2. Liga. Bin gespannt, wie es wird. Gestern konnte man vorsichtig optimistisch sein, dass wir dort keine schlechte Rolle spielen werden.

FC St. Pauli, Foto, Fußball

The Big Picture: Matt Blacks atemberaubende S/W-Bilder der Mixteca

Matt Black - People of Clouds Es mag sinnlos sein, noch auf das hervorragende Foto-Blog The Big Picture von Boston.com hinzuweisen, weil gefühlt jeder, der sich für Fotografie interessiert, dieses Blog bereits verfolgt. Doch es mag den einen oder die andere geben, der/die das Blog noch nicht kennt oder nur beachtet, wenn besonders darauf hingewiesen wird. Heute ist so ein Moment. Die gerade eben in meinem Feedreader aufgeschlagene neue Folge mit Bildern des Fotografen Matt Black hat mir fast den Atem verschlagen. In People of Clouds zeigt er großartige Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus der Mixteca, einem Gebiet im Süden Mexikos (mehr zum Projekt auf seiner Kickstarter-Infoseite). Lasst mich weiter keine langen Worte verlieren, seht selbst…

High in the Mixteca mountains of southern Mexico, an exodus is unfolding. In the birthplace of corn cultivation, where farmers first coaxed maize from the earth nearly 9,000 years ago, an ancient way of life is crumbling as land degradation and erosion cripple the soil and as migration tears families apart.

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Das Stabi-Team beim HSH Nordbank Run 2011

Das Stabi-Team beim HSH Nordbank Run 2011
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Heute sind wir mit der Stabi beim HSH-Nordbank-Run mit gelaufen (4 km durch die Hafencity; kleine Strecke, guter Zweck). Soeben wurden die Team-Fotos veröffentlicht. Alle Team-Fotos gibt’s beim Abendblatt und demnächst auch auf der Website des Veranstalters.

Unsere T-Shirts waren auf der Vorderseite mit unserer Virtuellen Bibliotheksassistentin Stella (die gerade in Fortbildung ist und bald wieder auf der Website erscheinen wird) bedruckt und auf der Rückseite mit dem Stabi-Logo. Die Startnummer hab ich mir mit den beiden FC-St.-Pauli-Pins festgemacht, die ich neulich als Gewinn aus dem FCSP-Tippspiel geschickt bekam:

Foto, Hamburg, Literatur

VisualLeader nicht nur wegen Depardieu ein Muss

Detail aus einem Foto von Jonas Unger/Deichtorhallen
Detail aus einem Foto von Jonas Unger/Deichtorhallen

Nicht nur Elke, die letztes Jahr bei meinem Bericht über die VisualLeader 2010 in den Deichtorhallen bedauerte, die Ausstellung verpasst zu haben, wird es freuen: Die Lead Awards sind wieder in den Deichtorhallen zu bestaunen. Alle Freunde des guten Fotos dürfen sich auf die achte Auflage der prämierten Fotos und Veröffentlichungen aus Zeitungen, Zeitschriften, der Werbung und dem Web im Haus der Photographie der Deichtorhallen freuen. Die Nominierten und die mit Bronze, Silber oder Gold ausgezeichneten Fotos sind noch bis zum 14. August 2011 zu sehen.

VisualLeader 2011 in den Deichtorhallen Das ZEIT Magazin und ZEIT Online haben ja mächtig abgeräumt. Jonas Ungers im ZEIT Magazin 41/2010 vorgestellte Porträtaufnahmen von Gerard Depardieu sind einer der großen Hingucker in der riesigen Halle. Wie Unger schon sagte, so nah kommst Du nur an einen Menschen ran, wenn du ihn in seiner privaten Umgebung fotografierst. Und er kommt verdammt nah an ihn ran bei Mon Dieu! Depardieu!.

Auch Astra gehört zu den VisualLeadern Aber es sind nicht nur die genialen Unger-Bilder zu bewundern. Die Jury hat einen guten Job gemacht und insgesamt 180 Fotoserien, Magazinbeiträge, Werbekamapgnen und Websites ausgewählt. Frau Jeky, wenn Sie glauben, Sie sind die einzige, die mit unscharfen Handy-Fotos brillieren kann, dann schauen Sie mal hier, mein Astra-Foto. Könnte glatt von Ihnen sein, oder? In der Ausstellung hängen sie natürlich scharf. Und sie sind es auch. Kleiner Tipp: schaut Euch auch die Fliegen an. Ein wunderbares kleines Kunstwerk neben all den imposanten Fotos. Wir haben die Ausstellung gestern in 90 Minuten genossen. So viel Zeit sollte man mitbringen. Gut investiert ist sie allemal.

Alle Infos & Öffnungszeiten (Achtung: meistens leider nur bis 18 Uhr geöffnet!) auf deichtorhallen.de.

Wenn das stimmt, was im Abendblatt berichtet wird, dass Hamburg die Unterstützung der Lead Awards kürzt, könnte es sein, dass wir die zum letzten Mal in Hamburg gesehen haben. Ein Abschied (womöglich Richtung Berlin) wäre sehr bedauerlich: Lead Awards: Die Zeichen stehen auf Abschied.

Foto, Hamburg

Bewegte Zeiten und bewegende Bilder aus Spanien

In dieser Woche ist Text & Blog zugegeben etwas einseitig. Doch besondere semi-revolutionäre Umstände auf der Iberischen Halbinsel erfordern auch besondere Maßnahmen.
Ausschnitt aus der Tweetzusammenstellung der Onlinedabatte #debatuits zu den Spanischen Protesten auf Deutsche Welle España Gestern Abend musste meine Twitter-Timeline schon Einiges an Geduld aufbringen, weil ich 90 Minuten lang im Rahmen der Online-Debatte der Deutschen Welle zu den Protesten in Spanien, bei der ich die Ehre hatte als deutscher Vertreter teilzunehmen, auf spanisch getwittert habe. José Luis Orihuela hat unsere Debattenbeiträge, bei denen wir versucht haben, die Geschehnisse in Spanien und ihre möglichen Auswirkungen einzuordnen, dankenswerterweise zusammengefasst. Ich danke der Deutschen Welle, und insbesondere José A. Gayarre, der das Ganze organisiert hatte, für diesen interessanten Austausch.

Momentan habe ich das Gefühl, es gibt immer noch ziemlich viel Unsicherheit bei der Einordnung der Geschehnisse in Spanien. Es passiert sehr viel, ich müsste – wie hier bereits mit einem wichtigen Text von Ignacio Escolar geschehen – das halbe spanische Netz übersetzen, um euch bestens auf dem Laufenden zu halten. Aber vielleicht wollt ihr ja auch gar nicht mit so vielen Informationen traktiert werden? Bilder sagen außerdem manchmal mehr als 1000 Worte, ihr kennt ja den abgehalfterten Spruch, an dem doch so viel Wahres dran ist. Alle, die heute Nacht um Mitternacht die Stille auf der Puerta del Sol erlebten (auf Twitter war nicht nur bei mir von Gänsehaut und piel de gallina die Rede), als die Glocken die Mitternacht und die Reflexión einläuteten, wissen, welche Magie mittlerweile von diesem symbolträchtigen Platz ausgeht:


Direktlink YouTube

[Video via @iamzenitraM, hier noch eine längere Fassung.]

Doch wenn man die Puerta del Sol immer nur durch die Webcam-Livebilder betrachtet, entsteht gar kein richtiges Gefühl dafür, wie voll es dort ist. Daher möchte ich nach so vielen auf Twitter und hier im Blog gelieferten Textinformationen zur Einordnung der #SpanishRevolution (von der sich noch zeigen muss, ob es eine Revolution sein wird), ein Bild liefern, das genau genommen nicht eines, sondern 130 Bilder ist. Zusammengefügt zu einer navigierbaren Panorama-Aufnahme des Zentrums der Spanischen Proteste, deren Reiz sich erst im Fullscreen (auf das unterste rechte Symbol klicken) erschließt:

Panoramaaufnahme der Puerta del Sol vom 20. Mai 2011

Das Besondere an dieser Aufnahme ist nicht nur, dass man sie nach rechts oder links bewegen kann, sondern vor allem, dass man auch hineinzoomen kann. Erst im Detail bekommt die Menschenmenge ein Gesicht:

Nach Reinzoomen entdeckt man viele Details der Aufnahme

Foto, Politik, Spanisch
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