Spanisch

Spanischsprachiges

Wahlausgang in Mexiko unklar

Die Wahlen in Mexiko gestalten sich spannender, als die Umfragen zuletzt vermuten liessen, wo man doch den Linkskandidaten Andrés Manuel López Obrador von der Demokratischen Revolutionspartei (PRD), den die Mexikaner kurz AMLO nennen, im Vorfeld als Sieger sah.

Letzter Stand der Auszählung bei knapp 75% gezählter Stimmzettel am frühen Morgen in Mexiko:
PAN: 11,480,454 Stimmen, entspricht 37.13%
PRI: 6,153,329 Stimmen, entspricht 19.90%
PRD: 11,204,957 Stimmen, entspricht 36.24%
Quelle: isopixel.net

Wahrscheinlich wird die Auszählung der Stimmen im bevölkerungsreichsten Staat, dem Estado de México, die Entscheidung bringen.
Die ganze Nacht konnte man die Wahlberichterstattung sehr gut in den Blogs Alt 1040 und Isopixel verfolgen.

Alfredo Herrera Patiño fragt auf Libro de Notas, in der Sektion «Cartas desde México»: «¿Quién ganó las elecciones?» (Wer hat die Wahlen gewonnen?) und antwortet:

Afortunadamente, parece, poco importa… A falta de nombre y apellidos, digamos generalidades… la democracia…

Update 11:45 Uhr: Aktuelle Zahlen der überparteilichen Wahlbehörde IFE (Instituto Federal Electoral) gibt es auf den Seiten des mexikanischen Senders TV Azteca.

Politik, Spanisch

Geschichte Spaniens


Im Rahmen des bereits hier beschriebenen Themenschwerpunkts Spanien startet morgen die teilweise von mir übersetzte Dokumentarfilm-Reihe «Geschichte Spaniens». Obige Sequenz zeigt den Beginn des ersten Films «Spanien wird muslimisch», der die Eroberung der Iberischen Halbinsel durch die Araber zum Inhalt hat. Hier noch im Original zu sehen, mit den beeindruckenden Bildern aus dem Innern der Mezquita von Córdoba. Ab morgen gibt es das Ganze werktäglich (3. – 14. Juli 2006, jeweils ab 18:05 Uhr) auf arte in deutscher Übersetzung (wie gesagt, was die die ersten beiden Teile anbelangt, mit Übersetzung aus dem Hause «Text & Web»).
Alle anderen Filme und Dokumentationen, die arte im Monat Juli zu España zeigt, gibt es in einer Übersicht auf der arte-Homepage.

Spanisch, TV, Übersetzen

Fabián Bielinsky (1959-2006)

Fabián Bielinsky
Heute ist der argentinische Regisseur Fabián Bielinsky in Brasilien an einem Herzinfarkt gestorben. Mit nur 47 Jahren. Noch am Montag wurde sein letzter Film „El Aura“ mit zahlreichen Filmpreisen bei der Verleihung El Cóndor de la Plata in Argentinien ausgezeichnet. Dort spielte schon Ricardo Darín die Hauptrolle, genau wie in dem wunderbaren Film Nueve Reinas (Nine Queens).
Der viel zu frühe Tod des Regisseurs ist ein großer Verlust für das argentinische Kino.
Meldung in El País: «Muere a los 47 años Fabián Bielinsky, director de ‚Nueve Reinas‘»
Meldung in der argentinischen Zeitung Clarín: «El mundo del cine está „consternado“ por la muerte del director Fabián Bielinsky» mit Videonachricht des Clarín-Filmredakteurs Pablo Scholz.
Interview mit Fabián Bielinsky in der Kinozeitschrift Cinemania: «Yo no creo en Dios, pero creo en Billy Wilder» (August 2005).

Kino, Spanisch

Keine realistische Magie in Aracataca

Beinahe wäre aus dem «Realismo Mágico» (dem «Magischen Realismus») eines Gabriel García Márquez eine realistische Magie geworden:
In seinem wichtigsten Roman «Cien Años de Soledad» (Hundert Jahre Einsamkeit) beschreibt Márquez das Schicksal der Familie Buendía und des von ihr gegründeten Dorfes Macondo. Bei dem fiktiven Ort Macando handelt es sich eigentlich um Aracataca (Lage siehe Google Maps), den Geburtsort des Nobelpreisträgers in Kolumbien.
Und eben dieses Aracataca hat einen pfiffigen Bürgermeister, Pedro Sánchez (39), und der ließ jetzt die Dorfbevölkerung über eine Namensänderung gemäß dem literarischen Vorbild von Aracataca in Macondo abstimmen. Die Werbegelder im Auge, sicher keine schlechte Idee.
Doch dankenswerterweise hat die Bevölkerung durch Fernbleiben der Urnen diese Umbenennung abgelehnt, und somit die Magie des literarischen Ortes Macondo erhalten: Von 22.000 Wahlberechtigten erschienen nur 3.600 zur Abstimmung; jedoch wären 7.400 Stimmen für eine gültige Wahl notwendig gewesen. Und so schreibt El País: «Macondo seguirá existiendo tan sólo en el mapa de las palabras» (dt: «Macondo wird weiterhin nur in der Landkarte der Wörter erhalten bleiben»). Und Aracataca bleibt Aracataca.

Literatur, Spanisch

Michael Krüger: Literatur ist ein soziales Gut

Michael Krüger
Der Akzente-Herausgeber und Verlagsleiter im Carl Hanser Verlag, Michael Krüger, weilt zur Zeit in Spanien und hat der spanischen Tageszeitung El País seine Gedanken zur Bedrohung der Verlagswelt durch die Konzentration im Buchhandel dargestellt. Im heute erschienenen Artikel «El editor Michael Krüger aboga por la pervivencia de las librerías tradicionales» verteidigt er die Buchpreisbindung und erklärt die Literatur zum sozialen Gut.

¿Soluciones? No ceder ante el capitalismo salvaje. „Soy un furibundo defensor del precio fijo del libro. Sólo con el precio fijo se pueden combinar las grandes tiradas de éxitos seguros y las pequeñas de obras minoritarias. En Europa tenemos una posibilidad real de defenderlo, porque pensamos que la literatura es un bien social.

Wer des Spanischen nicht mächtig ist und sich für dieses spannende Thema interessiert, kann eine Idee des Artikels über die automatische Google-Übersetzung ins Englische bekommen.

Artikel, Literatur, Spanisch

Wer soll unsere Bücher digitalisieren?

Zwei spanische Tageszeitungen widmen sich in diesen Tagen dem Thema Digitalisierung von Literatur.
La Vanguardia: «Google quiere ’sacar del limbo‘ a los libros olvidados». Hier äußert sich Marco Marinucci von Google Book Search.

La idea de Google Book es „integrar y compartir el conocimiento de la humanidad“ al digitalizarlo y ponerlo a disposición del usuario.
Ello mediante un motor de búsqueda inteligente y que, en función de miles de variables, sometido a un proceso de mejora constante, irá poniendo orden en todo el material.

Und El País fragt in seiner Beilage Ciberpaís: «¿A quién confiarle la digitalización de los libros?» und lässt Kevin Kelly (von dem hier wegen seines Artikel «Scan This Book!» schon einmal die Rede war) und Bob Stein (Direktor des «The Institute for the Future of the Book») zu Wort kommen.

LA DIGITALIZACIÓN masiva de los casi 32 millones de libros publicados hasta hoy parece inevitable. Los tecnófilos están a favor. La mayoría de las casas editoriales se oponen. Google se propone escanear casi la mitad de ellos, pero suscita mucha reticencia, hasta entre los partidarios del esfuerzo.

Pros und Contras zur Digitalisierung.
[via SEDIC Blog]

Literatur, Spanisch

Spanglish in der Literatur Nordmexikos

Zeitgenössische mexikanische Literatur zeichnet sich vor allem dadurch aus, daß sie die gesprochene Sprache in die geschriebene überträgt. Spannend ist das ganz besonders im Norden Mexikos, wo die unverkennbaren Einflüsse des Englischen auf das mexikanische Spanisch zum sogenannten Spanglish führen.
Über das Stabi-Blog habe ich heute die online publizierte Zeitschrift «Divergencias» (University of Arizona, Tucson) kennengelernt, und da findet sich ein äußerst lesenswerter Artikel von Perla Ábrego (Universidad del Noroeste, Hermosillo, Sonora, México) über genau dieses Phänomen der Sprachvermischung im Grenzgebiet zwischen Gringos und Mexikanern: «Estrella de la calle sexta: Escritura y habla en la literatura de la frontera.» (Artikel als pdf). Anhand des Erzählbandes von Luis Humberto Crosthwaite, einem der wichtigsten Vertreter der «Literatura contemporánea del Norte de México» wird die Sprache der Literatur Nordmexikos vorgestellt. Keine langweilige linguistische Untersuchung, sondern lebendige Textarbeit mit soziokultureller Einordnung. Herrlich, die Zitate wie

El spánish and ay guant spik enithing els.

oder

Mi patrón, ese güey sí es gringo, para que veas, a pein in da faquin as.

Danke, Herr Duwe, für Ihre kontinuierlichen Hinweise auf E-Zeitschriften im Stabi-Blog, ohne die mir der heutige Fund verborgen geblieben wäre.
Update 24.06.06, 11:45 Uhr: Para mis lectores hispanohablantes: Hay una traducción de este texto aquí en los comentarios.

Hamburg, Internet, Literatur, Spanisch
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