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Spanische Studie zur Medienkonvergenz

José Luis Orihuela, profunder Kenner der spanischen Medien, und Autor des Blogs eCuaderno kündigt eine umfassende Studie zur Medienkonvergenz in Spanien an: «Estudiando la convergencia en los medios»:

Un conjunto de grupos de investigación de diversas universidades españolas estamos estudiando la «Convergencia digital en los medios de comunicación» en España. En una primera fase vamos a elaborar un mapa de iniciativas de convergencia (empresarial, estructura de redacciones, desarrollo de servicios y productos multiplataforma, aplicaciones de web social en ediciones electrónicas, etc.).

Aktuell passender Hintergrund: Die spanische Zeitung 20minutos hat dieser Tage die Zusammenlegung von Online- und Printredaktion angekündigt. 20minutos-Chef Arsenio Escolar erklärt in einem langen Brief an seine Redakteure:

Uno de los trenes que ya está pasando ante nosotros es el de la emigración de los lectores desde el papel a Internet, emigración que creo que en breve será masiva y que en pocos años será también una emigración de los anunciantes. Mientras los lectores y los anunciantes recorren ese camino, creo que ha llegado el momento de que nosotros también lo hagamos, y tratemos de converger en nuestras dos maneras de crear 20 minutos, la de papel y la digital, y de prepararnos para otras maneras que vendrán de inmediato.

Verkürzt übersetzt: Leser und Werbung gehen von der gedruckten Ausgabe immer mehr zur digitalen über, die Zeitung muss diesen Weg auch gehen.
Eine erste Analyse zur Neuorientierung von 20minutos gibt Juan Varlela: «20 Minutos unifica su redacción papel y web».
[via eCuaderno]

Internet, Literatur, Spanisch

Franco Ehrendoktorwürde aberkannt

Besser spät, als nie: Die Universität von Santiago de Compostela hat Franco nachträglich seine Ehrendoktorwürde aberkannt. Nicht weil er so schlecht Englisch gesprochen hatte (unbedingt in das 30 Sekunden kurze Video «Franco speaking english» reinschauen, man versteht gar nicht, welche Sprache es sein soll, und – wie aus Trotz – schließt er sein Gestammel mit einem ¡Viva España! ab), sondern weil er ein verbrecherischer Diktator war. El País hat bereits am Freitag die Begründung zitiert, dass Franco weder die wissenschaftliche noch die persönliche Befähigung hatte, um diese Auszeichnung zu verdienen:

En un comunicado, la Universidad ha indicado que Francisco Franco Bahamonde „no reúne méritos científicos ni personales para ostentar dicho honor y, en consecuencia, se le retira de la lista de ilustres honoris causa de esta Universidad y del libro de honores“.

Weiter im El País-Artikel «La Universidad de Santiago retira el doctorado ‚honoris causa‘ a Franco».

Artikel, Politik, Spanisch

Cesc Gay: ‚Ficción‘


Direktlink YouTube

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Heute startet in Spanien der neue Film von Cesc Gay: ‚Ficción‘. Der hier zu sehende Trailer ist schon mal sehr vielversprechend. Es geht um Beziehungen zwischen Personen, die sich in den Pyrenäen aufhalten. Dabei geht es – wie so oft (aber im Kino schwierig zu zeigen) – eher um das, was nicht gesagt wird, als das, was ausgesprochen wird. Klingt spannend. El Páis schreibt heute dazu:

La trama de Ficción, en la que silencios y miradas tienen gran importancia, la hace atípica por cuanto, a decir del director, cuenta lo que nunca se ve en el cine. „No es la película de una infidelidad, es la película de la renuncia a vivir otras historias. Normalmente el cine explica la otra parte“. En el filme, que se estrena hoy, los personajes (excepto el de Cámara) hablan indistintamente catalán y castellano, en un reflejo de la realidad lingüística de Cataluña.

Weiter im Artikel: «Cesc Gay se va al campo en ‚Ficción‘» (dt.: Cesc Gay geht mit „Ficción“ aufs Land).
Offizielle Homepage des Films: ficcio.net.

In den Hauptrollen spielen Eduard Fernández und Javier Cámera. Wenn Ficción, oder Ficció, wie der Film im katalanischen Titel heißt, nur halb so gut ist wie die genialen Cesc-Gay-Vorgänger «Krampack» und «En la ciudad», lohnt sich der Gang ins Kino für diesen Film sicherlich.
Bleibt natürlich die Frage, wo kann man ihn in Deutschland sehen? Berlinale nächstes Jahr?

Kino, Spanisch

Neue spanische e-Zeitschrift: Per Abbat

Per Abbat Alle, die mit der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung in Deutschland betraut bzw. als Studierende von dieser betroffen sind, wissen, wie wichtig es ist, stets eine Brücke zwischen Theorie und Praxis in der Lehrerausbildung zu schlagen. Das gilt in Deutschland wie in Spanien.
In Spanien hat man nun genau zu diesem Thema eine online frei zugängliche Zeitschrift gegründet. Sie trägt den Titel «Per Abbat» und beschreibt im Untertitel ihr Zielpublikum: «Boletín filológico de actualización académica y didáctica».

In der Startausgabe 01/2006 der künftig drei Mal pro Jahr erscheindenden Zeitschrift geht es u.a. um folgende Themen, die in leicht verständlichem Spanisch behandelt werden:

  • Internet y los libros de lance (Übersicht zum Online-Einkauf vergriffener Bücher)
  • Cómo se analiza una novela. Teoría y práctica del relato
  • La poesía romántica en diez textos
  • Anecdotario de Valle-Inclán: vida y leyenda de un escritor heterodoxo

Alle Themen der aktuellen Ausgabe hier, eine Vorschau der kommenden Themen (z.B. fraseología del vino) dort.
Nicht nur für Spanischlehrer, sondern auch für Spanischlernende interessant!

Die Stabi Hamburg als die für Spanien zuständige Sondersammelgebietsbibliothek hat die Zeitschrift in die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) aufgenommen.
Viel Spaß beim Stöbern in der Startnummer von «Per Abbat».

Literatur, Spanisch

Spanischer Essay über die Lüge: ‚Miento, luego existo‘

So schön kann frau über die Lüge schreiben:

Pero creo que el ejercicio de la mentira no es para todos, o más bien para muy pocos: es el privilegio de quienes poseen una memoria prodigiosa, porque de cualquier cualidad puede carecer el mentiroso, menos esa capacidad de recordar con detalle morboso, de un continuista aferrado y terco, cada una de las cualidades, accidentes y características de la mentira que deseamos pase a la historia.

(pull)Mentir no es un arte, ni posee su ciencia, no es un vicio tampoco(/pull): es una maniobra de prestidigitación mental que demuestra nuestra capacidad de desmantelar y volver a armar el mundo sólo por salvar el pellejo o por la alta responsabilidad de mantener en vivo y a toda velocidad la propagación de la ficción. Sin esto, la realidad de por sí pesada y densa, sería insoportable.

aus Elia Martínez-Rodarte: «Miento, luego existo»

Dies ist gleichzeitig ein Test des WordPress-Plugins Fancy Pull-quotes, eine Erweiterung, die es einem ermöglicht, Textpassagen als Zitathervorhebungen in den Textfluss einzubauen. Gesehen bei Ángel Vallejo. Als Textbeispiel habe ich den bezaubernden Essay von Elia Martínez-Rodarte gewählt, den ich allen Spanischsprechenden ausdrücklich zur Lektüre empfehlen möchte. Sie schreibt in «Libro de Notas» über vicios (dt.: Laster, Unsitte) und widmet sich der Lüge. Titel: «Miento, luego existo» (dt.:«Ich lüge, also bin ich»).

Artikel, Spanisch

Spanien: Gesetz über das Lesen, das Buch und die Bibliotheken

Kurios (und auch traurig genug), dass in Spanien das Lesen wie eine vom Aussterben bedrohte Spezies per Gesetz geschützt werden muss. Die spanische Regierung hat am Freitag ein Gesetz in das Gesetzgebungsverfahren gebracht, das vor allem die öffentlichen Bibliotheken in Spanien unterstützt (mit 431 Mio. Euro in acht Jahren!), das im Kinder- und Jugendbereich das Lesen mit Kampagnen bewerben und fördern möchte und das die in Spanien heiß diskutierte Buchpreisbindung bringen soll.
Das Gesetz trägt den Titel «Ley de la Lectura, el Libro y las Bibliotecas» (Gesetz über das Lesen, das Buch und die Bibliotheken) und wird – ohne Kenntnis des konkreten Gesetzestextes – in seiner guten Absicht von mir begrüßt.
Detaillierte Untersuchungen zu diesem Gesetz kann ich leider nicht liefern (sorry, Atakan), aber den spanischsprechenden Teil meiner Leserschaft auf die Übersicht der Pressemeldungen zum neuen Buchgesetz verweisen und besonders den ausführlichen Artikel des «Documentalista Enredado» zur Lektüre empfehlen.

Literatur, Spanisch

LibraryThing jetzt auch auf Spanisch

LibraryThingBei LibraryThing sind bereits mehr als 6 Millionen Bücher verzeichnet. Man kann dort seine eigenen Bücher ganz leicht eintragen und – falls gewünscht – kommentieren und verschlagworten, kann gleichzeitig sehen, welche anderen Nutzer diese Bücher auch haben, was die anderen Leser dazu geschrieben haben und was diese noch so lesen. Prima Idee und praktisch umgesetztes Web 2.0!
Meine Stabi-Kollegin und netbib-Neumitautorin Anne Christensen hat LibraryThing ja letzte Woche bereits im Stabi-Blog vorgestellt: «LibraryThing: Das eigene virtuelle Bücherregal».

Und nun meldet LibraryThing-Gründer Tim Spalding im LibraryThing-Blog, dass es neben der englischen und deutschen Version jetzt auch eine französische, holländische, italienische und (Freude!) spanische Version gibt, an deren Übersetzungen teilweise noch gearbeitet wird, die aber alle schon funktionsfähig sind.
Ich zitiere hier aus der spanischen Seite:

¿Qué es LibraryThing?

LibraryThing es un nuevo sitio para los amantes de los libros.
Básicamente son dos sitios en uno.

LibraryThing te ayuda a crear un catálogo con calidad de biblioteca de tus libros. Puedes ponerlos todos o solo lo que estás leyendo ahora.

Además, puesto que todo el mundo cataloga en línea, todos también catalogamos juntos. LibraryThing conecta a las personas según los libros que comparten.

Man verzeihe mir den Kalauer: wem das jetzt spanisch vorkommt, bitte hier entlang: librarything.de.

Informationskompetenz, Internet, Literatur, Spanisch

Historias Mínimas – alles andere als kleine Geschichten

Historias Mínimas Carlos Sorín hat mit «Historias Mínimas» (dt.: «Kleine Geschichten») einen der schönsten argentinischen Filme der letzten Jahre gedreht.

«Drei Menschen machen sich unabhängig voneinander auf die Reise in die entfernte Stadt San Julian im Süden Argentiniens. Sie suchen nach Vergebung, nach Reichtum, nach Liebe. Bevor sie jedoch ihr Ziel erreichen, haben sie zunächst einige Hindernisse zu überwinden…» |Quelle:arte

arte zeigt diesen Film übermorgen abend, am 1.11.2006 um 22.40 Uhr (Wiederholung am 07.11.2006 um 14:55 Uhr).
Die FAZ hat mal über den Film geschrieben:

Meisterlich gelingt es dem Regisseur Carlos Sorin, anhand von drei parallel erzählten Reisegeschichten aus dem hintersten Patagonien, in der scheinbaren Bedeutungslosigkeit seiner Protagonisten die ganze Welt einzuschließen.

Weitere Infos, samt Presseheft und Fotos, beim deutschen Verleih Pegasos. Filmkritik von Svenja Alsmann auf artechock. Trailer und weitere Kritiken bei filmz.de.

Im deutschen arte kommt der Film leider nicht als OmU, sondern in der deutsch synchronisierten Fassung. (Tipp für Sat-Zuschauer: Film im französischen arte schauen, dort läuft er als OmU). Die Ausstrahlung von «Historias Mínimas» ist gleichzeitig auch der Auftakt zu einer arte-Reihe zum argentinischen Kino, die eine Woche später mit «La Ciénaga» (Der Morast) von Lucrecia Martel fortgesetzt wird, dann auch glücklicherweise im Original mit deutschen Untertiteln. «La Ciénaga» ist ein harter, aber hochinteressanter Film.

Kino, Spanisch, TV
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