Musik

Black is Black – die Geschichte eines Songs

Wer kennt dieses Lied nicht: «Black is Black», ein Song aus dem Jahr 1966, der im Laufe der Zeit verschiedene Interpretationen erfahren hatte. Was die wenigsten wissen: Am Anfang des Liedes der spanischen Gruppe Los Bravos stehen zwei Deutsche und die Version von «Belle Epoque» ist nicht die einzige französische Variante des Ohrwurms.

Los Bravos (1966) – «Black is Black»:
Update: da das Video bei Youtube gelöscht wurde, ersatzweise:
Los Bravos – Black is Black 1975

Direktlink YouTube

Black is black
I want my baby back
It’s gray, it’s gray
Since she went away, Ooh-Ooh
What can I do
‚Cause I’m feelin‘ blue

In dem Wikipedia-Artikel zu Los Bravos kann man nachlesen, dass das Lied von dem Deutschen Michael Kogel alias Mike Kennedy geschrieben wurde und dass der internationale Durchbruch für die spanische Band kam, als der deutsche Produzent Nils Nobach den Song «Black Is Black» neu aufnahm. Tragisches Detail am Rande: der Musiker, der mit der Orgel das prägendste Instrument dieses Liedes spielt, Manuel Fernández, hat sich zwei Jahre danach, 1968, das Leben genommen.

Das Lied wird auch in einem spanischen Kinofilm aus dem Jahr 1967 verarbeitet, und zwar in «Los chicos con las chicas» (Filmplakat links) von Javier Aguirre, zu sehen in diesem Video (Update: auch dieses Video wurde ärgerlicherweise auf Youtube gelöscht, dafür habe ich jene großartige Performance von Los Bravos gefunden):

Filmplakat 'Los chicos con las chicas'
Direktlink YouTube

Noch im selben Jahr wie das Original kommt auch eine französische Version mit äußerst schrägem Video heraus:

Johnny Hallyday (1966) – «Noir C´est Noir»:

Direktlink YouTube

Noir c’est noir
Il n’y a plus d’espoir
Oui gris c’est gris
Et c’est fini, oh, oh, oh, oh

Ein zu dieser Zeit unter Depressionen leidender Johnny Hallyday sieht auch nicht wirklich glücklich aus in diesem Video. Befremdlich muten die ihn umtanzenden Mädels an und er steht da mit berührend traurigem Blick leicht verloren in dem insgesamt recht surreal wirkenden Video.

Belle Epoque (1977) – «Black is Black»:

Belle Epoque, die französische Gruppe aus drei Frauen, machte aus dem Song in den Siebzigern einen Disko-Hit und damit die zweite international bekannte französische Version des Liedes. Dieses trashige Video liegt irgendwo zwischen Softporno-Trailer und unambitionierter Bademodenvorführung.

So eine miese Darbietung hat da Lied aber nicht verdient, daher hier noch in anständiger Disko-Vorführung mit glitzerndem Goldanzug und beigefügtem Tänzer:

Direktlink Dailymotion

If I had my way
She’d be back today
But she don’t intend
To see me again, Ooh-Ooh

Irgendwie haben alle drei Versionen was und insgesamt finde ich, dass «Black is Black» ein toller Song ist, oder etwa nicht?

Musik, Video

Zwei arte-Tipps zu Buch und Musik

arte+7 - Sieben Tage-Archiv zum Online-Schauen der arte Sendungen Zwei kurzfristige arte-TV-Tipps, aber ihr wisst ja, seit neuestem kann man die arte-Sendungen auch noch sieben Tage nach Ausstrahlung online sehen. Ich schau arte zwar lieber am Fernseher, mit schön großem Bild [😉] und perfektem Ton und nicht als Online-Video, doch: wenn man mal was verpasst hat, bietet arte+7 eine gute Nachholmöglichkeit im Netz. Nun die Tipps, einmal aus der Welt der Bücher und einmal aus der Welt der Musik:

1. Die Buchretter von Weimar, heute um 19 Uhr

Als im September 2004 die Anna Amalia Bibliothek in Weimar brennt, wird ein Alptraum Wirklichkeit: 50.000 kostbare Bücher und Handschriften, unter anderem von Goethe, Schiller und Herder, werden ein Raub der Flammen. Knapp über 60.000 Exemplare können aus Feuer und Löschwasser gerettet werden. Doch sie sind stark beschädigt und ihre Restauration wird 20 Millionen Euro kosten. Die Dokumentation wie viel Geduld aufgebracht werden muss, um das beinahe Unmögliche möglich zu machen.

2. Tracks Spezial!, kommende Nacht (24. auf 25.10.) um 2 Uhr
Sziget Festival in Budapest
Mit dabei: Laurent Garnier, der französische DJ Pionier, Sinead O`Connor, die irische Folk und Pop Ikone und Nine Inch Nails (klasse!) mit Mastermind Trent Reznor.

Das Sziget-Festival ermöglicht mit seinen 19 offiziellen und unzähligen inoffiziellen Bühnen Begegnungen aller Musik-Stile und zog diesen Sommer 350.000 Zuschauer in seinen Bann. “Tracks Spezial“ zeigt zum 15-jährigen Jubiläum des mittlerweile größten Musik-Festivals Europas die erste TV-Dokumentation über das bunte Spektakel, das eine Woche lang Menschen aus ganz Europa nach Budapest lockt.

Literatur, Musik, TV

Neue Platte von Jens Friebe: Ich freu mich doch

Jens Friebe auf seiner Homepage «Du freust dich ja gar nicht» heißt das erste Lied des neuen Albums von Jens Friebe. Da muss ich ihm widersprechen: Und wie ich mich freue, dass er sein drittes Album herausgebracht hat. Ich bin immer noch am Aufarbeiten der verpassten Nachrichten meiner letzten 10 Septembertage, als ich in Spanien auf dem Filmfestival war. Und gerade eben erst lese ich auf Webseeings, dass der mutige Texter schon am 28. September sein neues Album veröffentlicht hat. Warum ich ihn einen mutigen Texter nenne? Das können auch nur die fragen, die Jens Friebe nicht kennen. Oder ist es etwa nicht mutig, Textzeilen zu schreiben wie:

Siehst du diesen Haufen Asche, das war einmal unser Glück
Und du brachtest mir die Tasche, mit den Sachen drin zurück.

Oder seinem Album einen Titel zu geben wie «Das mit dem Auto ist egal, Hauptsache dir ist nichts passiert», denn so heißt die neue Platte. Hab sie mir gerade bei finetunes gekauft und ich bin nach dem Reinhören begeistert, das Werk nun auf dem PC zu haben, auf dass ich es die nächsten Tage rauf- und runterspielen und mit dem Palm und/oder iPod durch die Stadt transportieren kann.

Jedenfalls lief bei mir schon «Vorher Nachher Bilder» (2004) rauf und runter, von «In Hypnose» (2005) war ich weniger begeistert, doch «Das mit dem Auto ist egal…» könnte wieder an die Freude an der ersten Scheibe anknüpfen. «Und es wird niemals still, bist du tust, was es will…» (J. Friebe im Titel «Was es will»).

Musik

Die Revolution im Musik-Vertrieb geht weiter

Die musikalische Revolution geht weiter: Nachdem Radiohead Ich warte allerdings immer noch auf meinen Freischaltcode von Radiohead, obwohl ich das Album schon letzte Woche gekauft hatte – aber wie man hört, haben die Server von Radiohead ja heute mächtig mit dem Ansturm der Kauf- und Downloadwütigen zu kämpfen. 😉 heute ihr neues Album selbst vermarktet und zum Download übers Netz zum vom Käufer bestimmten Preis angeboten haben, ziehen Oasis, Jamiroquai (s. Telegraph) und die Nine Inch Nails (s. Download Squad) *freu* nach.
Zu Ehren der frohen Kunde mein Lieblingssong von NIN «Closer»:


Direktlink Dailymotion

Internet, Musik, Video

Alejandro Amenábar: Das Meer in mir

Mar Adentro - Das Meer in mir
Kurzfrist-TV-Tipp für heute Abend: ARD, 22:45- 00:45 Uhr: «Das Meer in mir». Sollte es wirklich noch jemanden geben, der diesen Film noch nicht gesehen hat, dann kann ich euch nur empfehlen, ihn unbedingt anzuschauen.

Vor zwei Jahren hatte ich auf den Spanischen Filmtagen in Hamburg die Ehre vor der Vorführung des Filmes von Alejandro Amenábar eine Einführung in das Werk und zur Hintergrundgeschichte des galizischen Schriftstellers Ramón Sampedro zu geben. Über Mar Adentro habe ich hier im Blog so viel geschrieben, wie über keinen anderen Film. Für mich ist es nach wie vor einer der besten spanischen Filme ever, und das nicht nur, weil ich den Regisseur Alejandro Amenábar persönlich kenne und außerordentlich schätze, sondern weil er eine bewegende wahre Geschichte – brillant gespielt von Javier Bardem – umsetzt. Um noch etwas Neues zum Film beizutragen, hier ein Video mit einer Live-Performance von Carlos Nuñez mit der Titelmelodie des Films:

Kino, Musik, Spanisch, TV, Video

Control: sehenswerter Film über Ian Curtis von Joy Division

Sam Riley als Ian Curtis im Film Control

Ich habe ja versprochen ein paar Filmtipps aus San Sebastián vorzustellen und so fange ich heute mal mit dem Film an, der mich am meisten beeindruckt hat: Control von Anton Corbijn über das kurze Leben von Joy Division-Sänger Ian Curtis, der sich am 18. Mai 1980, kurz vor der damals geplanten US-Tour von Joy Division, mit erst 23 Jahren umgebracht hat.


Direktlink Dailymotion

Wie ich in den Kommentaren bei popkulturjunkie schon geschrieben habe, sind die schauspielerischen Leistungen von Sam Riley (als Ian Curtis) und Samantha Morton (in der Rolle seiner Frau Debbie) absolut herausragend. Selbst Zuschauern des Films, die keine Fans von Joy Division sind, wird dieser Film beeindrucken. Etwa, wenn das Auseinanderleben des Paares mit der Musik und dem Text von «Love will tear us apart» begleitet wird. Hier nochmal zum Reinhören ein paar Musiktitel von Joy Division:

Quantcast
SeeqPod Music beta – Playable Search

Der Film basiert auf der Biographie «Touching from a Distance» (dt: «Aus der Ferne») von Ians Frau Debbie Curtis, die das Projekt auch co-produziert hat. Auch Regisseur Corbjin hat Curtis noch persönlich gekannt. Der Film ist also sehr nah am viel zu kurzen Leben des Sängers, der gleichzeitig ein Kapitel Musikgeschichte mit geschrieben hat und an einem intensiven Leben zwischen Alkohol, Drogen, der Epilepsie und dem sich Nicht-Entscheiden-Können zwischen zwei Frauen zugrunde gegangen ist.

Ein paar Links zum Film:

Filmstart in Deutschland ist, wie ich eben bei popkulturjunkie gelesen habe, leider erst im Januar. In vielen Ländern läuft der Film bereits (in Frankreich schon seit letzter Woche). Aber die Kinogänger in Hamburg haben Glück: sie können ihn morgen oder übermorgen im Original auf dem Filmfest Hamburg sehen:
Mittwoch, 3.10., um 21:30 Uhr im Grindel 1, und Donnerstag, 4.10. um 19 Uhr im Metropolis (Links führen zur Online-Reservierung). Laut Abendblatt wird nicht nur Regisseur und Star-Fotograf Anton Corbijn anwesend sein, sondern auch Sam Riley und die deutsche Schauspielerin Alexandra_Maria_Lara, die im Film seine Geliebte Annik Honoré spielt, und die beide seit den Dreharbeiten zum Film auch im Reallife ein Paar sind.
[Update 7.10.07: Control wurde inzwischen als Gewinnerfilm das Hamburger Filmfestes gekürt.]

Und alle anderen sehen Control eben ab Januar 2008. Das Warten lohnt sich. Ein außergewöhnlich guter Film.

Update 20.01.08: Mittlerweile ist Sam Riley nach Berlin (zu seiner Freundin Alexandra Maria Lara) gezogen und schreibt für den Guardian einen «Insider’s guide to Berlin» in dem er Grönemeyer («who played my doctor in Control») als «Germany’s Bono» bezeichnet und seine Liebe zu Schnitzels gesteht.

Hamburg, Kino, Musik

Neues Radiohead-Album ‚In Rainbows‘ zum selbstgewählten Preis

Neues Radiohead-Album 'In Rainbows' Zehn Jahre nach OK Computer ist Radiohead dabei, wieder Geschichte zu schreiben. Das neue Album heißt In Rainbows und den Preis für den Download bestimmt der Käufer. Kein Witz.

Ab nächsten Mittwoch, dem 10.10.2007, kann das neue Album auf der Webseite von Radiohead heruntergeladen werden. Die CD- und(!) Vinyl-Diskbox in Sonderaustattung gibt es ab dem 3.12.2007, mit vorherigem Downloadrecht ebenso ab 10.10., allerdings für nicht gerade schlappe 40£ (57,43€).
Im Radiohead-Blog Dead Air Space heißt es ganz schlicht:

Hello everyone.

Well, the new album is finished, and it’s coming out in 10 days;

We’ve called it In Rainbows.

Love from us all.
Jonny

In die Titel reinhören und -sehen kann man schon auf Youtube, alle Links auf NME.com.
Das New York Times Blog berichtet: Radiohead Album Price Tag: ‘It’s Up to You’.

[via nerdcore]

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