Musik

Vom zeitgemäßen und für die Künstler profitablen Umgang mit Urheberrechten

Es gibt immer wieder Menschen, die nicht verstehen können, wie Künstler und sonstige Urheber davon leben sollen, wenn ihre Werke frei im Netz verfügbar sind. Mit Beispielen wie diesen, die zugegeben ganz besonders herausragend sind, wird es vielleicht ein bisschen besser deutlich, wie das gehen kann:


Direktlink YouTube

Für einen Promotion-Film zu einem japanischen Aquarium (Okinawa Churaumi Aquarium) wurde der Song «Please don’t go» der Band Barcelona eingesetzt. Ungefragt, wohlgemerkt. Die Band oder deren Urheberrechtsvertreter hätten also die Löschung des YouTube-Videos beantragen können, oder zumindest die Entfernung des Songs aus selbigem. Was machen die Jungs stattdessen? Sie freuen sich über die steigenden Verkäufe ihres Liedes und ihres Albums und über ein enorm gestiegenes Interesse für ihre Tournee und bedanken sich wiederum in einem YouTube-Video dafür:


Direktlink YouTube

Einen ähnlich gelagerten Fall, in dem der zeitgemäße Umgang mit Urheberrechten nicht zum Schaden, sondern – ganz im Gegenteil – zum Nutzen der Betroffenen führt, schildert mein Hamburger Blogkollege Svensonsan in seinem lesenswerten und ausführlichen Artikel über den wunderbaren Hochzeitstanz «JK Wedding Entrance Dance», wodurch der Song «Forever» von Chris Brown plötzlich ungeahnte Verkaufserfolge feiert. Mehr dazu bei Svensonsan: «Hochzeitspaar geht tanzend in Kirche – mit jeder Menge Bonusmaterial».

Zu beiden Fällen des für die Künstler ertragreichen Einsatzes von freier Kultur im Netz durch Dritte gibt es auch zwei Artikel in meinem mexikanischen Lieblingsblog ALT1040 (auf spanisch, por supuesto):

Musik, Politik, Video

Sportfreunde Stiller: MTV Unplugged in New York

Sportfreunde Stiller: MTV Unplugged in New York

Etwas irreführend ist der Titel des Sportfreunde Stiller-Albums Unplugged in New York ja schon (die Aufnahmen wurden nicht in Big Apple sondern in den Bavaria-Studios gemacht). Na ja, Unplugged in Bayern wär auch nicht so der Brüller gewesen als Album-Titel. 😉 Und New York spielt ja in einem der vielleicht schönsten Songs des Abends eine große Rolle: Ich war noch niemals … ja genau, Ihr ahnt es schon … in New York. Gutes Cover. Lustig, wie sie Udo Jürgens per Video eingebunden haben: Beinahe scheint es so, als würde er von der Leinwand aus rufen: «Aber das ist doch mein Song!»:


Direktlink YouTube

Alle Videos des Unplugged-Konzertes gibt’s auch bei MTV zu sehen. Die Reihenfolge der gespielten Songs findet Ihr bei Visions aufgelistet. Kaum überraschend, dass sie schon wenige Tage nach Start des Album-Verkaufs auf Platz 1 der Charts stehen.

Musik, Video

Das norwegische Märchen vom ESC – Alexander Rybak: Fairytale


Direktlink YouTube

Glückwunsch an Norwegen. Mit gefällt der Song sehr gut. Das hab ich auch schon vorm Grand Prix (ESC) gesagt, den ich gestern allerdings nicht gesehen habe.

[Update 23:15 Uhr: Weil so viele nach der Übersetzung des Songtextes suchen, hier noch der Link darauf.]

Der in Weißrussland geborene norwegische Sänger und Geiger Alexander Rybak hat sein Lied Fairytale nicht nur gesungen, sondern auch komponiert und getextet. Seit seinem 5. Lebensjahr spielt er Geige und Klavier und ist letzten Mittwoch gerade mal 23 (!) geworden. Die SZ nennt ihn den «Harry Potter der Musik».

Unfassbar, mit welch großem Vorsprung Alexander Rybak gewann. Ich bin kein ESC-Historiker, aber ich glaube, 169 Punkte Vorsprung gab es noch nie:

1. Alexander Rybak (Norwegen) mit «Fairytale»: 387 Punkte
2. Yohanna (Island) mit «Is It True»: 218 Punkte
3. AySel & Arash (Aserbaidschan) mit «Always»: 207 Punkte

Musik, Video

Antonio Vega (1957-2009): La chica de ayer

Heute ist in Madrid mit nur 51 Jahren Antonio Vega gestorben. Mit seiner Gruppe Nacha Pop hat er 1980 einen der bekanntesten Pop-Songs Spaniens gesungen, «La chica de ayer»:


Direktlink YouTube

El País zum Tode von Antonio Vega: «Fallece el músico Antonio Vega a los 51 años».

Die SZ verarbeitet die Ticker-Meldung wie folgt: «Spanischer Popstar Antonio Vega gestorben».

Update 13.5.09: Público.es: «Fallece de cáncer de pulmón el músico Antonio Vega».

Update II, 14.5.09: Eine lesenswerte Ergänzung gibt es seit gestern Abend auf Público.es zu lesen, wo es um die Einstufung von Liedermachern bzw. Cantautores als Poeten geht: «Músicos que escriben como poetas»:

Palabra y melodía. Un libro con letras de Antonio Vega ensalza su talla de escritor. Varios poetas debaten sobre la calidad literaria de los cantautores

Update III, 14.5.09: Enrique Bunbury (tributo a Antonio Vega)
«Una Decima de Segundo» – In Memoriam Antonio Vega (1957-2009):


Direktlink YouTube

Musik, Spanisch

Gisbert zu Knyphausen: Interview & Konzert auf DLF

Gisbert zu Knyphausen: Interview auf DLFGisbert zu Knyphausen: Konzertmitschnitt

Gisbert zu Knyphausen in einem netten Interview im Deutschlandfunk auf die Frage, ob er sich als Liedermacher bezeichne:

Ich würde mich als Liedermacher, Songwriter und Popmusiker beschreiben.

Der DLF startet mit der Sendung Gisbert zu Knyphausen eine Serie zur Vorstellung sogenannter neuer Liedermacher. Zu hören ist ein 53-minütiger Konzertmitschnitt von GvK und Band und ein 5-minütiges Interview mit GvK. Bei der Gelegenheit verweise ich nochmal auf meine Lese (und Hör!-) Empfehlung zur aktuellen Ausgabe (05/2009) der Rolling Stone, wo sich die Musikzeitschrift im Artikel «Gipfeltreffen der Liedermacher» mit der Frage beschäftigt:

Wie soll man in einer Sprache singen, die als eckig gilt? Können junge deutsche Songschreiber von den Altvorderen lernen? Dies und anderes besprachen wir mit Reinhard Mey, Tom Liwa, Bernhard Lassahn und Gisbert zu Knyphausen.

Gisbert wird immer populärer. Keine Frage. Und hochverdient. Ob man ihn nun aber als Liedermacher, Popmusiker oder Songwriter bezeichnet, ist mir ziemlich schnuppe. Die Musik ist jedenfalls sehr gut und seine Texte sind es auch und vor alledem. Darauf kommt es an.

Musik, Radio

Rolling Stone mit Live-CD: Gisbert zu Knyphausen

Gisbert zu KnyphausenLive-CD & Rolling Stone

War ja klar, dass ich mir die heute neu herausgekommene Ausgabe des Rolling Stone gleich geholt habe, kommt sie doch mit einer Live-Cd des fabelhaften Gisbert zu Knyphausen daher. Hab ihn ja neulich gemeinsam mit Herrn Bosch in Hamburg live gesehen und gehört und freue mich nun live @ fliegende bauten (Info) in Dauerschleife zu hören.

Auch dabei ein Sampler mit Namen «New Noises Volume 94» (noch nicht gehört) – ausdrücklich keine Frühlings-Edition! Also dieses Mal kommt das Heft gleich mit 2 CD’s. Alleine für Gisbert lohnt schon der Kauf (6,90 €). Wer ihn kennt, wird das auf Anhieb verstehen. Wer ihn nicht kennt, wird die Gelegenheit GvK auf diesem Weg kennen zu lernen, garantiert nicht bereuen.

Gisbert zu Knyphausen live bei «Neue Helden»:

Literatur, Musik

Tainted Love: Nicht nur von Gloria Jones & Soft Cell

Bei Tainted Love denken alle an Soft Cell, die den Song mit ihrer Version von 1981 weltbekannt gemacht hatten. Aber gesungen hat es vor ihnen schon jemand anderes: die us-amerikanische Soulsängerin Gloria Jones. Und wie wunderbar sie das von Ed Cobb komponierte Lied bereits 1964 gesungen hat, hört Ihr hier:


Direktlink YouTube

Ignacio Escolar hat sich gestern im wunderschönen Artikel «El Alma de Tainted Love» (dt: Die Seele von Tainted Love) auf die Suche nach den verschiedenen Versionen des Liedes gemacht, das viele irrtümlich im Original Soft Cell zuschreiben. Er ist auf 37 gekommen, die er in seinem Spotify-Account gesammelt hat, der sich allerdings ohne dortige Anmeldung nicht öffnen lässt. Ich hab mal eine Songza-Playlist Den Dienst Songza hab ich mal 2007 hier im Blog vorgestellt mit 21 Versionen angelegt, die natürlich noch viel weniger den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, aber die auch schon staunen lässt, wer sich alles des Songs angenommen hat: Marilyn Manson, The Flying Pickets, The Pussycat Dolls u.v.m. Hört und staunt selbst: songza.com/textundblog.

Weitere Versionen, die Ihr vielleicht kennt, oder Eure Favoriten gerne in den Kommentaren.

Musik, Video

Geek-Version von Queens Bohemian Rhapsody

Queens Bohemian Rhapsody „gespielt“ von alten Scannern und Laufwerken: Wie schräg und gleichzeitig großartig ist das denn?


Direktlink YouTube

Atari 800XL was used for the lead piano/organ sound
Texas Instruments TI-99/4a as lead guitar
8 Inch Floppy Disk as Bass
3.5 inch Harddrive as the gong
HP ScanJet 3C was used for all vocals.

Wer wie bd594 so viel Liebe in ein Projekt steckt, dem verzeiht man auch die schiefen Töne. Zurecht weißt der Maschinen-Geek aus Toronto darauf hin:

Keep in mind the scanner and floppy drive are not musical instruments. These are mechancial devices whose frequencies tend to drift and can cause some notes to be out of tune.

[via ALT1040]

Musik, Video
Buchseite 19 von 45
1 17 18 19 20 21 45