Kino

Filmfestival San Sebastián: Zabaltegi & Co.

Filmfestival San Sebastián

Heute in einer Woche werde ich in Spanien sein: in San Sebastián beginnt dann das 54. Internationale Filmfestival von San Sebastián. Wie immer wartet das Festival im Baskenland mit einem spannenden Programm auf, wobei die Perlen – wie so oft – nicht im Wettbewerb, sondern in den Nebenreihen zu entdecken sind.

Eine davon ist Zabaltegi. Pflichtprogramm für mich wird natürlich Horizontes Latinos sein, da ich immer versuche alle spanischsprachigen Filme zu schauen (was allerdings gar nicht zu schaffen ist). Ach ja, und damit man sich nicht langweilt auf so einem Festival, gibt es selbstverständlich auch noch mehrere Retroperspektiven, diesmal klassisch zu Ernst Lubitsch, und thematisch zur Emigration.

Also gut möglich, dass ich wieder auf 50 Filme in 10 Tagen kommen werde.

Infos über das für mich schönste Filmfestival Europas gibt es auch für alle Nicht-Hispanisten auf englisch.
Und das Beste: die zauberhafte Jeanne Moreau (hier in einem wunderbaren SZ-Interview) wird Jurypräsidentin sein. Noch sieben mal schlafen…

Kino, Spanisch

Dilemma des europäischen Kinos

Daniel Brühl Daniel César Martín Brühl González Domingo, vielen auch bekannt unter seinem Kurznamen Daniel Brühl im Chat-Interview heute in ElPaís: Entrevistas.
Der Schauspieler ist als Sohn eines Deutschen und einer Spanierin in beiden Ländern und Sprachen zuhause und steht den Lesern und Leserinnen der spanischen Tageszeitung in perfektem Spanisch Rede und Antwort.
Foto: Wikipedia
In Spanien ist Daniel nicht nur durch den großen Erfolg von «Good bye, Lenin!» bekannt, sondern auch durch die Hauptrolle in «Salvador», wo er einen katalanischen Anarchisten spielt (wie schon auf Text & Blog berichtet).
Und so ganz nebenbei offenbart sich im Chat ein großes Dilemma des europäischen Kinos:
Es gibt so gut wie keinen innereuropäischen Markt, der sich auch nur annäherungsweise gegen die Übermacht aus USA im Filmsektor zur Wehr setzen könnte:

P. ¡Buenos días! Daniel, ¿cómo se ve desde fuera (Europa) el cine español, se ve tan mal como mucha gente de aquí se empeña en verlo? ¿Por qué crees que pasa eso? Un abrazo

R. Creo que en Alemania pasa lo mismo. Por desgracia, llega poco cine español, por eso yo no soy la persona adecuada para juzgarlo. Pero de lo que veo, me gusta bastante.

auf deutsch:
F. Hallo Daniel, wie sieht man denn im Rest Europas das spanische Kino? Ist es so schlecht angesehen, wie sich hier einige Leute bemühen es schlecht zu reden? Grüße.

A. Ich glaube in Deutschland passiert das gleiche. Leider gibt es hier wenig spanisches Kino zu sehen, deshalb kann ich das schlecht beurteilen. Aber das, was ich gesehen habe, gefällt mir ziemlich gut.

Artikel, Kino, Spanisch

Filmstart mit Hindernissen: Idiocracy

Dax Shepard und Luke Wilson in Idiocracy

In der New York Times schreibt Dan Mitchell heute über einen Film, der von der 20th Century Fox zurückgehalten werden soll: «Idiocracy» von Mike Judge.

Foto: 20th Century Fox

THE new film «Idiocracy» sounds like a sure winner. It was directed by Mike Judge, creator of the animated TV series «Beavis and Butt-head» and «King of the Hill», and director of the sleeper movie hit «Office Space». It stars Luke Wilson. It has received good reviews from the few critics who, despite the efforts of 20th Century Fox, have been able to see it.

Weiter im NYT-Artikel «Shying Away From Degeneracy».
Deutsche Kurz-Info zum Film bei cinefacts.de.

Boing Boing weist zu Idiocracy auf einen Artikel in der Chicago Sun-Times und einen Radiobeitrag auf NPR hin.

Artikel, Kino, Radio

‚Flatlife‘ – ein Leben Wand an Wand

FlatlifeFlatlife
Ein herrlich abgefahrener Kurzfilm über das Zusammenleben auf engstem Raum: «Flatlife» (2004) des jungen belgischen Filmemachers Jonas Geirnaert, der 21-jährig diesen Film aus 9000 Zeichnungen in zweijähriger Arbeit erstellt hat. Ich kann nicht glauben, was auf der IMDb-Site zu lesen ist: den Ton soll er innerhalb von einem halben Tag eingebaut haben, weil der Abgabeschluß für das Filmfestival in Cannes schon überschritten war. Gerade der Ton in seiner rhythmischen Komposition und im Zusammenspiel mit den Bildern ist viel zu gut, als dass man sowas in ’nem halben Tag hinbekommen könnte.

Fest steht jedoch, der junge Belgier hat mit «Flatlife» den Kurzfilmpreis der Jury in Cannes gewonnen.
Mit seiner grausam unfunktionalen Homepage könnte der Film noch nicht mal einen Blumentopf gewinnen, doch eine kurze Inhaltsangabe konnte ich ihr entlocken:

Hanging a painting on the wall, building a house of cards, doing the laundry, and watching TV: utmost innocent and harmless actions in the daily lives of four ordinary people.
But of all the bad luck, these people had to live next to each other.

Ich danke sevenload-User Lufthansi, der mir dieses Video gewidmet hat (wahrscheinlich weil er meine Cannes-Fotos auf sevenload gesehen hat). Lufthansi: Ich habe mich sehr über diese nette Geste gefreut und widme dir dafür diesen Blogeintrag 😉
Wem all die vielen Links in diesem Posting zu verwirrend waren: den Film gibt es bei sevenload zu sehen, also bitte entspannt zurücklehnen und 10 Minuten das Leben Wand an Wand betrachten: «Flatlife».

Kino, Video

Kurzfilm THE PIANO von Aidan Gibbons

Eine wunderschöne Animation des Iren Aidan Gibbons.
Die Musik kommt vom Bretonen Yann Tiersen (ja, das ist der von «Amélie» und «Good bye, Lenin!»): «Comptine d’un autre été (L’après midi)».
Der Film ist schon von 2005, wurde sicherlich auch bereits mehrfach durch die Blogosphäre geschickt, doch mir ist er erst heute aufgefallen. Aidan Gibbons hat mittlerweile auch einen neuen Film gemeinsam mit Simon Reeves veröffentlicht, Diversion, mehr dazu auf seiner Homepage.

Kino, Musik

Video-Metasuchmaschinen: dabble & Co.

dabble - QoogleuLinkx - sevenload

Diese Woche ist eine neue Video-Metasuchmaschine an den Start gegangen: dabble. Sie greift auf den Video-Fundus von über 240 Videohostingsites zu, darunter YouTube, Google Video, Dailymotion, Revver, etc. – Zu den unterschiedlichen Video-Diensten siehe auch mein Artikel «Vergleich von Video-Sharingdiensten».
[via John Battelle’s Searchblog]

Ähnliche Video-Metasuchdienste bietet auch uLinkx (gefunden in den Kommentaren des Searchblogs).

Nur auf YouTube spezialisiert, mit komfortablen Such- und Verlinkungsmöglichkeiten, ist Qoogle Video. Dort kann man zum Beispiel nach Videos von Toni Mahoni suchen (die man natürlich auch gut sortiert auf Spreeblick findet 😉 und man kann sich an solch einer Video-Thumbnail-Übersicht freuen:
Toni Mahoni bei Qoogle

Bei Qoogle können auch Schlagworte als Verlinkungsadresse mit übergeben werden, z.B. YouTube-Videos mit Suchwort «Kunst» lassen sich unter http://video.qooqle.jp/#kunst referenzieren.

Bei allen Video-Metasuchen vermisse ich den guten deutschen Video-Service von sevenload. Vielleicht bemüht sich ja das sevenload-Team aktiv um eine Aufnahme in die Suchräume der Meta-Videoindizes?

Informationskompetenz, Kino, TV, Video

Revolver Heft 14: Filmkritik

Revolver Heft 14
Die wunderbare Filmzeitschrift Revolver im handlichen DIN-A6-Format widmet sich in ihrer neuesten Ausgabe 14 dem Thema Filmkritik:

Wir haben deutsche Kritiker gebeten, den Status Quo zu beschreiben. Michael Althen, Manfred Hermes, Katja Nicodemus, Christina Nord, Enno Patalas, Bert Rebhandl, Georg Seesslen und Rüdiger Suchsland schildern ihre Perspektive. Ausserdem dokumentieren wir in Auszügen, zu einem Chor montiert, zwei Diskussionen zum Thema, die das Heft eröffnen.

Gemeinsam ist den Beiträgen eine gewisse Skepsis. Von einer Blüte deutscher Filmkritik ist nicht die Rede. Ein freier, vielstimmiger Diskurs über das Kino scheint kaum stattzufinden. Der Explosion filmbezogener Texte steht eine immer aggressivere Einmischung des Marketings gegenüber – und zugleich scheint der „Markt“ immun gegen Gift und Feuer des Feuilletons.

Es sind viele nachdenkenswerte Aussagen zur Filmkritik dabei. Dem manchmal etwas weinerlichen Grundton und dem Lamentieren über zu wenig Platz für die Filmkritik und den Kämpfen mit den Redaktionen der Filmmagazine und Tageszeitungen möchte man entgegnen: macht ein Blog auf, schreibt und wenn ihr gut seid, werdet ihr gelesen. Ich weiß, das ist für jene, die davon leben wollen (müssen) zu kurz gedacht, denn Geld verdient man damit keines.

Update 9:15 Uhr: Heute morgen habe ich in der U-Bahn weitergelesen und bin auf einen guten Vorschlag von Dietrich Diederichsen gestoßen (S.31): Er schlägt vor, daß über Filme im Feuilleton nicht nur zu deren Start geschrieben werden sollte, sondern auch nach Ende der Spielzeit:

«Leute, führt mal eine Rubrik ein: Der Film läuft nicht mehr.» Das machen die nicht. Dabei hätte eine Rubrik ja nicht nur die Möglichkeit, einen Rückblick auf die Rezeption zu machen, sondern sie könnte auch sehr viel darüber sagen, wie lange eigentlich ein Film läuft, wie lange er gesehen werden kann. Es gibt ja immer das Problem, wie skandalös kurz die Filme, die man eigentlich sehen will, überhaupt zu sehen sind.

Kino
Buchseite 45 von 57
1 43 44 45 46 47 57