Kino

James Bond: Casino Royale + alle Trailer

Update 24.11.06: Das hier zuerst verlinkte YouTube-Video war nicht mehr erreichbar, daher habe ich es durch das Google Video mit dem deutschen Bond-Trailer ersetzt.
Direktlink Google Video

Ich bin kein James-Bond-Fan, aber alleine schon aus kinogeschichtlichen Gründen ist diese Zusammenstellung aller (ja, wirklich, aller [Update:] vorherigen!) 21 20 Bond-Trailer auf Cinematical hochinteressant. Bei einem Streifzug durch die bei YouTube gehosteten Bond-Trailer kann man in Kurzform sehen, wie sich die Bondfilme im Lauf der Zeit verändert haben.
Mein Name ist Tube, You Tube 😉

[via popkulturjunkie.de]

Kino, Video

Alejandro González Iñárritu: Babel

Der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu hat einen Namen, den man sich schwer merken kann. Aber er macht Filme, die man so schnell nicht vergisst. Amores Perros etwa, die geniale Verfilmung des Drehbuchs von Guillermo Arriaga, die von der New York Times einmal als «der erste Klassiker des neuen Jahrhunderts» gefeiert wurde. Danach hat er 21 gramos (mit einem starken Sean Penn in der Hauptrolle) gemacht und nun kommt Teil drei seiner Trilogie auch bald in die deutschen Kinos: Am 21. Dezember startet Babel (mit Brad Pitt, Cate Blanchett und Gael García Bernal) bei uns im Kino.
Ich habe den Film auf dem Festival in San Sebastián gesehen und war, wie damals geschrieben, sehr beeindruckt. Wie immer komplexe Handlungsstränge, (diesmal zusätzlich verteilt über die halbe Welt), starke Bilder und eine über das Übliche hinausgehende Filmlänge: dieses Mal sind es 142 Minuten, von denen keine zuviel ist. …

Kino, Video

Cesc Gay: ‚Ficción‘


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Heute startet in Spanien der neue Film von Cesc Gay: ‚Ficción‘. Der hier zu sehende Trailer ist schon mal sehr vielversprechend. Es geht um Beziehungen zwischen Personen, die sich in den Pyrenäen aufhalten. Dabei geht es – wie so oft (aber im Kino schwierig zu zeigen) – eher um das, was nicht gesagt wird, als das, was ausgesprochen wird. Klingt spannend. El Páis schreibt heute dazu:

La trama de Ficción, en la que silencios y miradas tienen gran importancia, la hace atípica por cuanto, a decir del director, cuenta lo que nunca se ve en el cine. „No es la película de una infidelidad, es la película de la renuncia a vivir otras historias. Normalmente el cine explica la otra parte“. En el filme, que se estrena hoy, los personajes (excepto el de Cámara) hablan indistintamente catalán y castellano, en un reflejo de la realidad lingüística de Cataluña.

Weiter im Artikel: «Cesc Gay se va al campo en ‚Ficción‘» (dt.: Cesc Gay geht mit „Ficción“ aufs Land).
Offizielle Homepage des Films: ficcio.net.

In den Hauptrollen spielen Eduard Fernández und Javier Cámera. Wenn Ficción, oder Ficció, wie der Film im katalanischen Titel heißt, nur halb so gut ist wie die genialen Cesc-Gay-Vorgänger «Krampack» und «En la ciudad», lohnt sich der Gang ins Kino für diesen Film sicherlich.
Bleibt natürlich die Frage, wo kann man ihn in Deutschland sehen? Berlinale nächstes Jahr?

Kino, Spanisch

Historias Mínimas – alles andere als kleine Geschichten

Historias Mínimas Carlos Sorín hat mit «Historias Mínimas» (dt.: «Kleine Geschichten») einen der schönsten argentinischen Filme der letzten Jahre gedreht.

«Drei Menschen machen sich unabhängig voneinander auf die Reise in die entfernte Stadt San Julian im Süden Argentiniens. Sie suchen nach Vergebung, nach Reichtum, nach Liebe. Bevor sie jedoch ihr Ziel erreichen, haben sie zunächst einige Hindernisse zu überwinden…» |Quelle:arte

arte zeigt diesen Film übermorgen abend, am 1.11.2006 um 22.40 Uhr (Wiederholung am 07.11.2006 um 14:55 Uhr).
Die FAZ hat mal über den Film geschrieben:

Meisterlich gelingt es dem Regisseur Carlos Sorin, anhand von drei parallel erzählten Reisegeschichten aus dem hintersten Patagonien, in der scheinbaren Bedeutungslosigkeit seiner Protagonisten die ganze Welt einzuschließen.

Weitere Infos, samt Presseheft und Fotos, beim deutschen Verleih Pegasos. Filmkritik von Svenja Alsmann auf artechock. Trailer und weitere Kritiken bei filmz.de.

Im deutschen arte kommt der Film leider nicht als OmU, sondern in der deutsch synchronisierten Fassung. (Tipp für Sat-Zuschauer: Film im französischen arte schauen, dort läuft er als OmU). Die Ausstrahlung von «Historias Mínimas» ist gleichzeitig auch der Auftakt zu einer arte-Reihe zum argentinischen Kino, die eine Woche später mit «La Ciénaga» (Der Morast) von Lucrecia Martel fortgesetzt wird, dann auch glücklicherweise im Original mit deutschen Untertiteln. «La Ciénaga» ist ein harter, aber hochinteressanter Film.

Kino, Spanisch, TV

Minutentexte: The Night of the Hunter


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Präsentation von Filmbildern aus «The Night of the Hunter» (dt: Die Nacht des Jägers).

Tolle Idee, auf die ich bei (dem heute wieder mal in der FASZ in „Worte der Woche“, S.76, geadelten) malorama gestossen bin:

Man nehme den Film «The Night of the Hunter» von 1955, die einzige Regiearbeit des Schauspielers Charles Laughton, und teile seine 93 Minuten in eben diese 93 Einheiten ein. Alsdann suche man sich 93 Menschen, teile ihnen jeweils eine Minute des Films zu und lasse sie nach freien Stücken darüber schreiben. Man nenne das Ganze «Minutentexte» und präsentiere es als Buch auf 288 Seiten. So geschehen und hier beschrieben: Minutentexte.

Wer dies noch zeitnah in der Umgebung von Köln liest, kann sogar heute noch ab 17 Uhr im «Kölner Filmforum NRW» in den Genuss des Films und einer anschließenden Buchpräsentation kommen; nähere Infos bei malorama.

Kino, Literatur, Video

Von der Kunst die Sprache im Untertitel zu übersetzen

Schön, wenn man seine handwerkliche Arbeit in einer Dissertation gut umschrieben vorfindet. Dabei beziehe ich mich auf meine Arbeit als Übersetzer aus dem Spanischen, wo ich vor allem Filme übersetze und dies meist per Untertitelung.
Das ist bei einer äußerst schnell gesprochenen Sprache wie dem Spanischen gar nicht so einfach, denn der Text muss natürlich gekürzt werden, da das Lesen mehr Zeit als das Hören beansprucht und die Bilder ja auch noch wahrgenommen werden wollen.

Und jetzt zum Zitat der besagten Doktorarbeit «Das Sprechen der Filme – Über verbale Sprache im Spielfilm» (Download als pdf, 1,5 MB, 297 S., Infos bei DDB) von Christoph Wahl, welches die Problematik der Untertitelung (auf S. 149) recht gut beschreibt:

Auch die Untertitelung ist ein Ergänzungsverfahren, bei dem allerdings der Originaltext seine Dominanz behält, und die Übersetzung mit weitgehenden Kürzungen arbeiten muß. Diese Kürzungen resultieren aus der Problematik, gesprochene Sprache in Schriftsprache transponieren zu müssen: Der Mensch kann in einem bestimmten Zeitraum wesentlich mehr Text auditiv als visuell verarbeiten. Henrik Gottlieb nennt die Untertitelung deshalb einen diagonalen Typ: Zu der vertikalen Ebene der herkömmlichen Übersetzungsverfahren, die einfach eine Sprache in eine andere übertragen, gesellt sich die horizontale Ebene, auf der verbale Sprache in Schriftsprache wechselt. Die Kunst des Untertitelns besteht somit darin, aus einer verbalen Äußerung den komprimierten Sinn herauszufiltern, und ihn so in einen geschriebenen Text zu verwandeln, daß er stilistisch ungefähr dem Ton der ursprünglichen Äußerung entspricht.

Im Zitat angesprochener Aufsatz:
Henrik Gottlieb: Subtitling: Diagonal Translation. In: Perspectives: Studies in Translatology Nr. 1 (1994), S. 104 (nicht online verfügbar).

Kino, Literatur, Spanisch, Übersetzen

Almodóvar, der Smoking und der Prinzenpreis

Was haben Paul Auster, das spanische Basketballteam, die National Geographic Society und Pedro Almodóvar gemeinsam? Sie werden – neben anderen – am kommenden Donnerstag (19.10.2006) mit dem renommierten «Premio Príncipe de Asturias» (dt.: «Prinz-von-Asturien-Preis») ausgezeichnet.
Almodóvar erzählt heute in «El País» wie es ihm erging, als er im Mai, einen Tag vor Abreise nach Cannes, von seiner Nominierung erfuhr. Er las gerade Philip Roth, machte sich Gedanken über den Satz „Das Alter ist kein Kampf; das Alter ist ein Massaker“ aus dessen neuestem Roman Jedermann und musste beim Kofferpacken feststellen, dass ihm – passend zum Thema Alter – sein Smoking, den er bereits zwei Jahre vorher nach Cannes mitgenommen hatte, nicht mehr passte. Und mitten in diese Gedanken hinein kam der Anruf seines Bruders Agustín, der ihm die gute Nachricht der anstehenden Auszeichnung mitteilte:

Mientras leía, profundamente impresionado por las palabras de Philip Roth (suelo hacer al menos dos cosas a la vez; hubo una época en que era capaz de hacer tres o cuatro), yo estaba haciendo las maletas para volar al día siguiente al Festival de Cannes. Y tenía un problema con el esmoquin, por una de esas traiciones de nuestro propio cuerpo: el esmoquin que había utilizado dos años antes no me entraba.

Weiterlesen bei «El País»: «El día en que me anunciaron» (dt.: «Der Tag, als sie meinen Preis bekanntgaben»).

Artikel, Kino, Spanisch

Lo que sé de Lola: Von voyeuristischen Blicken

Lo que sé de Lola «Lo que sé de Lola» ist einer der Filme, die mir von den 49 in San Sebastián gesehenen Filmen stark im Gedächtnis geblieben ist. Javier Rebollo hat ihn gedreht (bisher hatte er durch mehrere Kurzfilme auf sich aufmerksam gemacht), und Lola Dueñas spielt die Titelrolle und hätte durchaus den Preis der besten Schauspielerin in San Sebastián für diese extrem überzeugende Darstellung verdient (obwohl die Preisträgerin Nathalie Baye in «Mon fils à moi» auch großartig ist).

In dem wunderbar ruhigen Film «Lo que sé de Lola» lernen wir den ohne jeden Sozialkontakt lebenden Franzosen León kennen, der beschließt die spanische Nachbarin Lola – stets auf Distanz und von dieser unbemerkt – zu beobachten und ihr zu folgen.

Wahre Worte zur Parallelität von isoliertem Blick des Einzelgängers León und unserem voyeuristischen Blick als Kinozuschauer findet María González Montero in ihrer Rezension in Deriva:

Por tanto, estamos hablando de un homenaje al cine, un elogio a la mirada cinematográfica, a la contemplación de la vida en el celuloide, a la necesidad de vivir otras vidas sin hacer el más mínimo esfuerzo por interrelacionarnos. Así es León y así es el espectador de cine.

Weitere Infos:

Kino, Spanisch
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