Kino

Erste Impressionen aus Donostia 2012

Bei traumhaftem Wetter in 60. Festival gestartet

Und wieder ein Jahr, in dem sich San Sebastián von seiner besten Seite zeigt. So warm wie dieses Jahr war es allerdings noch nie. 30 Grad haben auch hier während des Filmfestivals Seltenheitswert. Gestern zum ersten Mal am Strand, und auch im Atlantik schwimmen gewesen, traumhaft. Das Staraufgebot ist – wie angekündigt – so gross wie selten. Unglaublich, wie sie hier vorgestern Abend Richard Gere zujubelten, der aber auch, zugegeben, im Eröffnungsfilm Arbitrage keine schlechte Figur machte.

Hier noch eine Impression vom Festivalpalast Kursaal in der Nacht, die 60 gross auf der Seitenfront zu sehen. Demnächst mehr aus Donostia (das ist der baskische Name von San Sebastián):

Festivalpalast Kursaal in der Nacht

Foto, Kino, Spanisch

Filmfestival San Sebastián wird 60 und ich erwachsen

Filmfestival San Sebastián wird 60Als ich 1995 zum ersten Mal in San Sebastián war, feierte das Internationale Filmfestival seine 43. Ausgabe. Nun, 18 Jahre später, steht die 60 ganz groß auf dem Plakat. Wer hier schon länger mit liest, weiß, dass ich all die Jahre ohne Unterbrechung dort gewesen bin, dass ich jetzt quasi als Festivalbesucher erwachsen werde.

Manche der langjährigen Leser werden jetzt vielleicht schon gelangweilt sagen: «Nun wird es die nächsten Tage wieder stiller hier im Blog, ab und zu poppt dann mal ein Lebenszeichen in Form eines Bildes des Festivalpalastes Kursaal oder des Strandes in San Sebastián auf und dann geht er wieder hoch auf den Monte Urgull und schießt von dort ein sonnendurchflutetes Foto runter in die Bucht, das er uns hier zeigt». Und ich sage euch: genau so wird es kommen. Ob mir das nicht selbst langweilig wird? Nein, denn kein Jahr war bisher wie das andere und ich freue mich einfach nur, wieder in diese wunderbare Stadt im Baskenland zurück zu kehren, und die lieben Menschen, die ich dort mittlerweile über all die Jahre kennen gelernt habe, wieder zu treffen.

Plakat Horizontes Latinos 2012 Und vor allem freue ich mich darauf, ein großartiges Filmfestival zu besuchen, dessen Programm für mich natürlich wie geschaffen ist, denn ich kann dort in den Reihen «Made in Spain» und in «Horizontes Latinos» die neuesten Produktionen aus Spanien und Lateinamerika sehen.

Die Vorfreude darauf ist in den letzten Wochen mit jeder E-Mail zu den Filmen und den Retrospektiven im Programm, und mit jedem Tweet des Festivals (die machen unter @sansebastianfes wirklich einen prima Job) kontinuierlich gestiegen.

Ein paar Stars kommen übrigens auch, wie eben getwittert (Quelle: eitbkultura):

Kino, Spanisch

Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! «One day»

One man always on the move will have an encounter that puts into question everything he knows.

Es gibt sie, die gut gemachten Graphic Novels oder auch die mit viel Liebe zum Detail gemachten Animationsfilme, die ohne jeden Zweifel Kunstwerke sind. Bei deren Wiederbetrachtung man stets etwas Neues entdeckt und die es sich wie ein Gemälde zu betrachten lohnt. Der nur etwas mehr als 4 Minuten dauernde Film «One Day» von Joël CORCIA, Bung NGUYEN, Thomas RETEUNA, Laurent ROSSI und Bernard SOM, allesamt Studenten des 3. Jahrganges der GOBELINS-Filmschule in Paris, ist so einer. Vielleicht einer der schönsten Kurzfilme, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Sehr beeindruckend, was in 6-monatiger Arbeit so gut durchdacht und auf einfache Weise genial komponiert entstanden ist.

Einer der Macher des Filmes, Laurent Rossi, zeigt in seinem Blog auch ein sehenswertes Making-Of, in dem man sehen kann, wie an den Alternativen zu Personen und Plot gearbeitet wurde.

Auch wenn der Vergleich – wie immer – hinkt, musste ich nach dem Betrachten des Filmes an den guten alten Goethe, bzw. an seinen Faust, denken:

»Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zu grunde gehen!«

[via ALT1040]

Kino, Video

Tom Meets Zizou. Kein Sommermärchen. Großartige Doku über Thomas Broich

http://youtu.be/97ZqIeNLwTs

Acht Jahre lang hat Filmemacher Aljoscha Pause den deutschen Fußballprofi begleitet und hat alle Höhen und Tiefen seiner Karriere miterlebt.

Kann nur hoffen, dass möglichst viele heute Abend meinem TV-Tipp gefolgt waren, den ich auf Twitter absetzte, ehe ich zum Badminton ging:

Habe selten so viel über Menschen im Profi-Fußball gelernt und darüber, dass es gut ist, sich nicht verbiegen zu lassen und – trotz vieler Höhen und Tiefen – immer an sich zu glauben, auch wenn man dafür seine Heimat verlassen muss.

Thomas Broich in 'Tom meets Zizou'

Ein paar Links zum Film und zu Thomas Broich:

  • Tom Meets Zizou – Kein Sommermärchen (WDR)
  • Aus der vielversprechenden Karriere des Fußballspielers Thomas Broich ist nie etwas geworden. Aljoscha Pauses Dokumentarfilm fragt nach den Gründen. (critic.de)
  • Filmkritik: Tom meets Zizou (Trainer Baade)
  • Thomas Broich über Twitter-Diskussionen während des Spiels und seinen Job als Teilzeitmusiker auf der Meisterfeier. (11 Freunde)
  • Australien: Broich Fußballer des Jahres 2012 (Spox)
Fußball, Kino, TV

«Días de Gracia» von Everardo Gout

http://youtu.be/OGg97k-7Z5U

Film von Everardo Gout, der gekonnt die mexikanische Fußballbegeisterung mit einer Geschichte von Entführung, Drogen, Gewalt und Korruption verbindet. Eindrucksvolle Bilder, nichts für schwache Nerven.
Zitat: https://mexiko.jux.com/

Warum ich von den Filmfestivals, die ich besuche, Jahr für Jahr am liebsten nach San Sebastián fahre, hängt nicht nur mit der Stadt und den wunderbaren Menschen, die ich dort kenne, zusammen, sondern vor allem auch mit der einmaligen Gelegenheit sich einen Überblick über das spanischsprachige Kino dies- und jenseits des Atlantiks zu verschaffen. Dass Mexiko dabei meine besondere Vorliebe gehört, weiß jeder, der hier nicht erst seit gestern mit liest. Wenn es sich dann auch noch um einen Film handelt, bei dem das Thema Fußball involviert ist (wer schmunzeln möchte, lache gern herzlich über dieses Foto von mir im Trikot der Mexikanischen Fußball-Nationalmannschaft), ist mein Interesse natürlich gänzlich geweckt. Der mehrfach mit Preisen bedachte Film «Días de Gracia» (15 Arieles-Nominierungen, einige davon hat er auch tatsächlich bekommen) von Everardo Gout wurde vom Hollywood Reporter bei seiner Aufführung dieses Jahr in Cannes so vorgestellt:

A breathlessly paced adrenaline rush, Days of Grace is the second violent film in Cannes this year (after Miss Bala, which is mild in comparison) depicting Mexico as a lawless land of drug lords, kidnappers, and corruption so endemic it goes “all the way up to the top.” This Out of Competition entry written, directed and produced by Everardo Gout is a first feature full of cruelty and only conventional character development. The hero, a handsome young cop, is as ruthlessly macho as the snarling, tattoed killers he battles, yet the film’s pace is so furious, there’s little time to worry about the ethics of sympathizing with him as he goes about breaking arms and cracking skulls. Heavy testosterone content earmarks it as a genre film for the male teen demographic, for whom it has the energy, if not the stars, to break out of Latino markets.

Hoffe sehr, ich werde diesen Film in San Sebastián zu sehen bekommen. Sieht man sich obigen Trailer an, versteht man die Einschätzung von Jürgen Neubauer:

„Cidade de Deus“ à la Mexicana. Nichts für schwache Nerven.

Kino, Spanisch

Tom DiCillo zeigt den wahren Morrison: «When You’re Strange»

http://youtu.be/9tzyr9RWgjk

Unbedingt anschauen, alleine schon wegen der bisher unveröffentlichten Kurzfilme von Jim Morrison, von Tom DiCillo einzigartig in die Doku eingearbeitet. Was wie ein anpreisender Werbetext zum Film klingt, ist die volle Wahrheit:

Tom DiCillos Dokumentarfilm beweist fast 40 Jahre nach dem Tod des charismatischen Rock-Poeten Jim Morrison, dass er und seine Band nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben. Mit den bisher ungezeigten Kurzfilmen, die der einstige Filmstudent Jim Morrison drehte, und noch nie gesehenem Archivmaterial, das die Doors auf und hinter der Bühne sowie in privaten Momenten zeigt, lässt der preisgekrönte Filmemacher Tom DiCillo den Mythos „Doors“ wieder aufleben. In der Originalfassung ist der Erzähler dieser einzigartigen Geschichte der Popkultur der Schauspieler Johnny Depp.

Arte-Reihe «Summer of rebels»

Kino, Musik, TV

Cinezoïque – Gang durch die Filmgeschichte

Cinezoïque – The Movie Time Line from Lait Noir on Vimeo.

Cinezoïque is the present Era, in which the Cinema leaves the screen and invades any surface.
Cinezoïque is an installation of 21 meters, a timeline, a walk through the history of Cinema where the path of the viewer joins the path of the actors.
Here invades the screen, sliding from side to side along the course of time.

Was für eine großartige Mash-Up-Idee. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Gang durch die Filmgeschichte. Genial.

[via kraftfuttermischwerk]

Kino, Video
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