Über 100 Science Fiction-Filme in 6,5 Minuten
Science Fiction: A Supercut (Glitch Mob remix „Monday“): Ganz stark und spannend zu beobachten, wie viele Filme man davon erkennt.
[via Microsiervos]
Science Fiction: A Supercut (Glitch Mob remix „Monday“): Ganz stark und spannend zu beobachten, wie viele Filme man davon erkennt.
[via Microsiervos]
(Da die ARTE-Mediathek den Film noch nicht frei gegeben hat, hier die Originalversion mit frz. UT. Update: Nun ist auch die deutsche Version in der Mediathek zu sehen, s. unten.)
Man kann ARTE nur dankbar sein für die deutsche Erstausstrahlung von «Joy Division». In dieser großartigen Dokumentation gibt es bisher nie gezeigte Liveaufnahmen, persönliche Fotos und Interviews mit den Ex-Mitgliedern von Joy Division zu sehen. Regisseur Grant Gee hat, angeregt durch Anton Corbijns Film «Control», die überlebenden Joy Division-Mitglieder vor die Kamera geholt. Nochmal zu sehen in der Wiederholung am 11.11.2012 um 02:35 Uhr oder hier in der ARTE-Mediathek:
Die mittelenglische Stadt Manchester in den 70er Jahren: leere Fabrikhallen, Industriebrachen und Trostlosigkeit prägen das Stadtbild. Es ist eine Zeit der Rebellion, der Subkultur und des Punks. Nach einem Konzert der Sex Pistols im Jahr 1977 gründen vier junge Männer die Band Joy Division und machen mit ihren exzentrischen Auftritten schnell von sich Reden.
Der Musikmanager Tony Wilson sagt einmal über die Band: „Alle anderen Bands standen auf der Bühne, um Rockstars zu werden und im Showbusiness dabei zu sein. Nicht so Joy Division – sie hatten verdammt noch mal keine andere Wahl.“
Vor allem Frontmann Ian Curtis fasziniert das Publikum. Er geht deutlich weiter als andere Sänger. Während seiner zuckenden wie ferngesteuert wirkenden Auftritte scheint er wie in einer anderen Welt zu sein. Die Landschaften, die Curtis in seinen Texten besingt, sind seine inneren. Obwohl Joy Division schon nach drei Jahren durch den Selbstmord von Ian Curtis ein trauriges Ende findet, ist ihr Einfluss auf die Musikkultur auch nach über 30 Jahren ungebrochen.
Der Filmemacher Grant Gee setzt der Punkband mit seinem Film „Joy Division“ ein dokumentarisches Denkmal. Sein Film ist nicht nur eine beeindruckende Band-Dokumentation, sondern beschreibt auch die Atmosphäre im Manchester der 70er Jahre.
(Großbritannien, 2007, 96mn)
Nach den Fotos nun die Filme: Von den 49 Filmen, die ich in neun Tagen auf dem 60. Filmfestival in San Sebastián gesehen habe, gefielen mir diese am besten (die englischsprachige Filmbeschreibung des Festivals ist jeweils im Titel der Filme verlinkt):
Ich fange gleich mit dem verdienten Gewinner des offiziellen Wettbewerbes an, der ab 29. November 2012 auch in den deutschen Kinos zu sehen sein wird: François Ozon wurde für «Dans la maison» (dt.: In ihrem Haus), vollkommen zurecht mit der Concha de Oro, der Goldenen Muschel, ausgezeichnet. Den Preis für das beste Drehbuch hat die Verfilmung der Erzählung «El chico de la última fila» (dt.: Der Junge aus der letzten Reihe; Textauszüge) von Juan Mayorga auch noch bekommen. In einer ersten Einschätzung hatte ich den Film auch schon auf Twitter gelobt:
Selten wurde Brechts Theorie vom Epischen Theater, von der brutalen Fiktionsbrechung des Gezeigten, so gut im Kino umgesetzt wie bei Ozon.
— Markus Trapp (@textundblog) October 1, 2012
Großartig, wie Ozon uns anhand des Verhältnisses Lehrer/Schüler und der ausgedachten, aufgeschriebenen Aufsätze des schreibtalentierten Eleven vorführt, dass wir Fiktion konsumieren, wenn wir ins Kino oder ins Theater gehen, oder wenn wir uns literarisch in andere, eben ausgedachte Welten begeben.
Dustin Hoffman hat den Wettbewerb außer Konkurrenz beendet und den Beweis geliefert, dass es nicht immer schief gehen muss, wenn Schauspieler sich auch mal als Regisseur versuchen wollen. Sein Film «Quartet» zeigt ein Seniorenheim für (mehr oder weniger bekannte) Opern-Musiker, die sich auf die jährliche Verdi-Geburtstagsaufführung vorbereiten und die einen prominenten Neuzugang (gespielt von der wieder einmal großartigen Maggie Smith) bekommen, deren divenhafte Präsenz wegen einer früheren persönlichen Beziehung – sie war verheiratet mit einem Heimbewohner – zu einigen Verwicklungen führt. Unterhaltsam, genial gespielt, sehr sehenswert. Danke, Dustin. Deutscher Filmstart: 24. Januar 2013.
…
Heute geht das Filmfestival von San Sebastián zu Ende. Ein guter Jahrgang. Mehr zu den Filmen, wenn ich zurück bin. Heute sehe ich noch 4 Filme und dann werde ich insgesamt 49 Filme in 9 Tagen gesehen haben. 5-6 pro Tag. Viel zu viel natürlich, um die ganzen Impressionen vollständig zu verarbeiten. Morgen Früh, Sonntag, geht es mit dem Bus nach Bilbao und dann um 14:25 Uhr mit Flug über Frankfurt zurück nach Hamburg, wo ich um 18:40 Uhr landen werde.

Und wieder ein Jahr, in dem sich San Sebastián von seiner besten Seite zeigt. So warm wie dieses Jahr war es allerdings noch nie. 30 Grad haben auch hier während des Filmfestivals Seltenheitswert. Gestern zum ersten Mal am Strand, und auch im Atlantik schwimmen gewesen, traumhaft. Das Staraufgebot ist – wie angekündigt – so gross wie selten. Unglaublich, wie sie hier vorgestern Abend Richard Gere zujubelten, der aber auch, zugegeben, im Eröffnungsfilm Arbitrage keine schlechte Figur machte.
Hier noch eine Impression vom Festivalpalast Kursaal in der Nacht, die 60 gross auf der Seitenfront zu sehen. Demnächst mehr aus Donostia (das ist der baskische Name von San Sebastián):

Als ich 1995 zum ersten Mal in San Sebastián war, feierte das Internationale Filmfestival seine 43. Ausgabe. Nun, 18 Jahre später, steht die 60 ganz groß auf dem Plakat. Wer hier schon länger mit liest, weiß, dass ich all die Jahre ohne Unterbrechung dort gewesen bin, dass ich jetzt quasi als Festivalbesucher erwachsen werde.
Manche der langjährigen Leser werden jetzt vielleicht schon gelangweilt sagen: «Nun wird es die nächsten Tage wieder stiller hier im Blog, ab und zu poppt dann mal ein Lebenszeichen in Form eines Bildes des Festivalpalastes Kursaal oder des Strandes in San Sebastián auf und dann geht er wieder hoch auf den Monte Urgull und schießt von dort ein sonnendurchflutetes Foto runter in die Bucht, das er uns hier zeigt». Und ich sage euch: genau so wird es kommen. Ob mir das nicht selbst langweilig wird? Nein, denn kein Jahr war bisher wie das andere und ich freue mich einfach nur, wieder in diese wunderbare Stadt im Baskenland zurück zu kehren, und die lieben Menschen, die ich dort mittlerweile über all die Jahre kennen gelernt habe, wieder zu treffen.
Und vor allem freue ich mich darauf, ein großartiges Filmfestival zu besuchen, dessen Programm für mich natürlich wie geschaffen ist, denn ich kann dort in den Reihen «Made in Spain» und in «Horizontes Latinos» die neuesten Produktionen aus Spanien und Lateinamerika sehen.
Die Vorfreude darauf ist in den letzten Wochen mit jeder E-Mail zu den Filmen und den Retrospektiven im Programm, und mit jedem Tweet des Festivals (die machen unter @sansebastianfes wirklich einen prima Job) kontinuierlich gestiegen.
Ein paar Stars kommen übrigens auch, wie eben getwittert (Quelle: eitbkultura):
Außer mir (hust) werden in San Sebastián sein: Penélope Cruz, (leider auch:) Javier Bardem, Dustin Hoffman, Tommy Lee Jones, Ewan McGregor…
— Markus Trapp (@textundblog) September 19, 2012
…Monica Bellucci, Oliver Stone, John Travolta, Richard Gere, Susan Sarandon Ua. neue Filme von Costa-Gavras, Lasse Hallström, François Ozon.
— Markus Trapp (@textundblog) September 19, 2012
One man always on the move will have an encounter that puts into question everything he knows.
Es gibt sie, die gut gemachten Graphic Novels oder auch die mit viel Liebe zum Detail gemachten Animationsfilme, die ohne jeden Zweifel Kunstwerke sind. Bei deren Wiederbetrachtung man stets etwas Neues entdeckt und die es sich wie ein Gemälde zu betrachten lohnt. Der nur etwas mehr als 4 Minuten dauernde Film «One Day» von Joël CORCIA, Bung NGUYEN, Thomas RETEUNA, Laurent ROSSI und Bernard SOM, allesamt Studenten des 3. Jahrganges der GOBELINS-Filmschule in Paris, ist so einer. Vielleicht einer der schönsten Kurzfilme, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Sehr beeindruckend, was in 6-monatiger Arbeit so gut durchdacht und auf einfache Weise genial komponiert entstanden ist.
Einer der Macher des Filmes, Laurent Rossi, zeigt in seinem Blog auch ein sehenswertes Making-Of, in dem man sehen kann, wie an den Alternativen zu Personen und Plot gearbeitet wurde.
Auch wenn der Vergleich – wie immer – hinkt, musste ich nach dem Betrachten des Filmes an den guten alten Goethe, bzw. an seinen Faust, denken:
»Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zu grunde gehen!«
[via ALT1040]
Acht Jahre lang hat Filmemacher Aljoscha Pause den deutschen Fußballprofi begleitet und hat alle Höhen und Tiefen seiner Karriere miterlebt.
Kann nur hoffen, dass möglichst viele heute Abend meinem TV-Tipp gefolgt waren, den ich auf Twitter absetzte, ehe ich zum Badminton ging:
«Tom Meets Zizou. Kein Sommermärchen.» – Der WDR zeigt um 22:30 die 1. Langzeit-Doku über einen deutschen Fußballprofi: http://t.co/bXHkzCJE
— Markus Trapp (@textundblog) August 21, 2012
Habe selten so viel über Menschen im Profi-Fußball gelernt und darüber, dass es gut ist, sich nicht verbiegen zu lassen und – trotz vieler Höhen und Tiefen – immer an sich zu glauben, auch wenn man dafür seine Heimat verlassen muss.
Ein paar Links zum Film und zu Thomas Broich: