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20. Lateinamerika-Filmtage Hamburg

Miss Ameriguá - Filmplakat der 20. Lateinamerika-Filmtage Hamburg
(Filmplakat «Miss Ameriguá», auf Klick in groß)

Es ist wieder soweit, in zwei Tagen beginnen die Lateinamerika-Filmtage Hamburg. Zum 20. Mal (!) gibt es im 3001 Kino im Schanzenviertel (Lageplan) aktuelles lateinamerikanisches Kino zu sehen. Natürlich in den spanischsprachigen Originalfassungen, größtenteils englisch oder deutsch untertitelt. Eine prima Gelegenheit Einblick in das aktuelle höchst spannende Filmschaffen Lateinamerikas zu bekommen.

Im Mittelpunkt der Programauswahl steht das aktuelle chilenische Kino. Regisseur Luis R. Vera, aus dessen Film «Miss Ameriguá» auch das hier zu sehende Festival-Plakat stammt, wird an fünf Tagen bei den Vorstellungen seiner Filme anwesend sein. Eine einmalige Gelegenheit für das Publikum, gleich im Anschluss an die Projektionen seine Fragen zum Film los zu werden, oder einfach nur zuzuhören, was der Regisseur zu den jeweiligen Produktionen zu erzählen hat.

Aus dem durch die Bank sehenswerten Programm kann ich Euch diesen mexikanischen Film von Rodrigo Plá besonders empfehlen, der am Dienstag, den 9. 12. und am Mittwoch, den 10.12.08 jeweils um 21 Uhr gezeigt wird: «La zona» mit einer irrsinnigen- und wahnwitzigen Bürgerpolizei in einer wie ein Hochsicherheitstrakt abgeschotteten Siedlung; leider schon beinahe traurige Realität im unter der steigenden Kriminalität leidenden Mexiko von heute:


Direktlink YouTube

Ein Actionthriller von dem sich kaum sagen lässt, ob es sich um eine düstere Zukunftsvision oder die Zuspitzung realer Verhältnisse handelt. Die «Zone» ist ein mit modernster Sicherheitstechnik abgeriegelter Stadtteil, dessen wohlhabende Bewohner mit der Regierung einen Vertrag geschlossen haben, der ihnen innerhalb ihrer Zone de facto die Staatsgewalt überträgt.

Die Eröffnung des Festivals findet am kommenden Donnerstag, den 27.11.2008 um 19 Uhr statt. Gezeigt wird zum Start der Reihe der chilenischen Film «Fiesta Patria» (dt.: «Nationalfeiertag») aus dem Jahr 2007, in Anwesenheit des schon erwähntes Regisseures Luis R. Vera (siehe auch Trailer von «Fiesta Patria» auf YouTube, im schicken Breitbandformat). Wiederholungstermine: Di. 2.12. 19 Uhr und Do. 4.12. 21 Uhr.

Hier gibt es das gesamte Festival-Programm mit allen Terminen und Filminfos im Überblick. Karten vorbestellen sinnvoll (Tel. 040/43 76 79), es gibt aber meistens auch noch Karten an der Abendkasse.

Hamburg, Kino, Spanisch

Paco Roca gewinnt Premio Nacional del Cómic

Paco Roca - Zeichnung aus 'Arrugas'

Der spanische Comic-Zeichner Paco Roca (Valencia, 1969) gewinnt den Nationalen Spanischen Comic-Preis, den mit 15.000 € dotierten Premio Nacional del Cómic. In der Jury sassen unter anderem Miguelanxo Prado (von dem hier schon einmal im Zusammenhang mit dem «Trailer “De Profundis”» die Rede war), Rogelio Blanco Martínez (director general del Libro, Archivos y Bibliotecas, zu dt. etwa: Abteilungsleiter für Literatur, Archive und Bibliotheken im Kulturministerium) sowie der Vorjahressieger Max (siehe mein Artikel aus dem Vorjahr: «Prämierter Comic-Zeichner Max im El País-Chat»).

Laut Roca, der dieses Jahr auch schon beim Salón del Cómic in Barcelona für Arrugas (siehe Abbildung, Verlagsinfo: Ed. Astiberri, Kauf bei FNAC) eine Auszeichnung erhielt, befindet sich der spanische Comic auf einem guten Weg. Interessant ist auch das Zielpublikum, an das er sich wendet, nämlich die Generation seiner Eltern:

Él asegura que su secreto es dirigirse a gente como sus padres, „a los que no les gustan los cómics“, algo que ya están haciendo otros autores para atraer público. „El manga y la novela gráfica están captando nuevos lectores -señala-, pero por encima de los superhéroes hay que construir obras que interesen a todo el mundo“.

Mehr dazu in El País: «Roca: „El cómic en España está en su mejor momento“».

Siehe auch El Mundo (die das Preisgeld – wie die meisten anderen Quellen auch – mit 20.000 € veranschlagen): «El dibujante valenciano Paco Roca obtiene el Premio Nacional de Cómic por ‚Arrugas‘».

Zum persönlichen Hintergrund des Comics Arrugas: Papelenblanco: «Arrugas, un cómic sobre el Alzheimer».

Literatur, Spanisch

Spanischsprachiges Kino im Filmhaus Saarbrücken

ciberaBlog: Reihe des spanischsprachigen Films in Saarbrücken Es gibt zahlreiche Gründe, warum ich manchmal das Saarland vermisse. Ab kommendem Donnerstag gibt es vier Wochen lang wieder so einen Grund. Mehr dazu im ciberaBlog: «Reihe des spanischsprachigen Films in Saarbrücken».

  • Do, 20.11.08, 20:00: »Te doy mis ojos«
    von Iciar Bollaín. Spanien 2003, 103 min.
  • Do, 27.11.08, 20:00: »Mataharis«
    von Iciar Bollaín. Spanien 2007, 95 min.
  • Do, 4.12.08, 20:00: »Habana Blues«
    von Benito Zambrano. Spanien/Kuba 2005, 119 min.
  • Do, 11.12.08, 20:00: »El método«
    von Marcelo Piñeyro. Argentinien/Spanien 2004, 117 min.
Kino, Saarland, Spanisch

Marián Álvarez beeindruckt in ‚Lo mejor de mí‘


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¿Qué serías capaz de hacer por amor?
dt.: Was wärst Du bereit aus Liebe zu tun?

Zu den sehr guten Filmen, die auf dem Festival von San Sebastián einen starken Eindruck bei mir hinterlassen haben, gehört ganz ohne Zweifel der Debutfilm der katalanischen Regisseurin Roser Aguilar Die Regisseurin Roser Aguilar hatte ihren Film dieses Jahr auch auf den Tübinger Spanischen Filmtagen persönlich vorgestellt. Auch das Hamburger Publikum hatte die Chance, diesen Film Ende September auf dem Filmfest Hamburg zu sehen. (Barcelona, 1971): «Lo mejor de mí» (dt.: «Das Beste von mir») aus dem Jahr 2007.

Filmposter 'Lo mejor de mí' Der Film behandelt die Frage, was ein Mensch bereit ist dem anderen aus Liebe zu geben. Und dies anhand einer tragischen Situation, die beim Filmfest Hamburg so zusammengefasst wurde:

Für Radiosprecherin Raquel (Marian Álvarez) bricht die Welt zusammen, als bei ihrem Freund Tomas (Juan Sanz) eine tödliche Leberkrankheit diagnostiziert wird. Sein Leben kann nur mit einer Transplantation gerettet werden. Raquel könnte ihm helfen – doch trotz guter Prognosen birgt die OP für beide unkalkulierbare Risiken.

Besonders beeindruckend ist die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin Marián Álvarez, von der mensch sicher noch viel sehen wird. Vollkommen zurecht wurde sie bereits auf dem Filmfestival von Locarno 2007 für diese beeindruckende Leistung mit dem Preis als Beste Darstellerin ausgezeichnet.

Homepage des Films (span. & engl.)

Kino, Spanisch

Finanzkrise auf englisch & spanisch erklärt


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Dieses englischsprachige Video erklärt in sehr vereinfachter Form die Gründe für die aktuelle Finanzkrise. In unter 4 Minuten werden die wichtigsten Fakten leicht nachvollziehbar dargestellt.

Aber noch viel besser (und zugegeben vergnüglicher) ist die Erklärung des 75-jährigen Leopoldo Abadía, der in der spanischsprachigen Welt momentan sehr viel Aufmerksamkeit erregtSiehe auch El-Pais-Artikel vom 9.10.08: «Economía para todos», oder die Erwähnungen in zahlreichen Blogs, weil er mit einfachen Worten die Hintergründe der Kredit- und Finanzkrise erklärt. Hier zu sehen bei Buenafuente vor 3 Tagen in dem spanischen TV-Sender «La Sexta»:


Direktlink La Sexta

Leopoldo Abadía: La Crisis Ninja Leopoldo Abadía ist kein Wirtschaftswissenschaftler, er ist Ingenieur, sagt aber, wer kontinuierlich zwei Zeitungen liest, eine Tageszeitung und eine Wirtschaftszeitung konnte die Krise ganz einfach, so wie er, kommen sehen. Der Großvater von 36 (!) Enkeln führt auch auf Anraten eines seiner Söhne, ein Weblog, auf dem er seine Theorie «La Crisis Nunja» als kontinuierlich aktualisiertes PDF (aktueller Stand: 30.09.08, z.Zt. 50 S.) präsentiert. In obigem TV-Interview, das ich allen Spanischsprechenden nur ans Herz legen kann, erklärt er seine Ninja-Theorie in unterhaltsamer Kurzform.

[via ALT1040]

Politik, Spanisch, Video

Jaime Rosales: Tiro en la cabeza (Kopfschuss)

Ich habe ja schon angekündigt, dass ich etwas zu den Filmen in San Sebastián schreiben werde. Beginnen möchte ich mit einem der umstrittensten Filme des Wettbewerbes, der heute in Spanien in den Kinos startet und auch im Internet zu sehen ist: Jaime Rosales‘ ETA-Film «Tiro en la cabeza» (Kopfschuss).

Das ist der Trailer des Filmes, der mich – ich nehme es vorweg – sehr enttäuscht hat, war ich doch so begeistert von Jaime Rosales‘ (Barcelona, 1970) ersten beiden Filmen «La Soledad» (wunderbarer Film, den ich ausführlich hier im Blog vorgestellt hatte) und dem harten Erstlingsfilm «Las Horas del día».

Paul Ingendaay hat bereits während des Festivals eine geradezu begeisterte Rezension zu Rosales drittem Film geschrieben, welche die FAZ am 24.9.08 veröffentlicht hat, deren Einschätzung ich mich aber so nicht anschließen kann:
Bewegungsprotokoll einer Bluttat.
…

Kino, Spanisch

Prof. Neuschäfer über Almodóvars ‚Patty Diphusa‘

Pedro Almodóvar: Spanisches Cover seines Textes 'Patty Diphusa' Prof. Hans-Jörg Neuschäfer schreibt heute im ciberaBlog über den frühen Almodóvar. Ausgehend von Pedro Almodóvars Roman «Patty Diphusa» aus dem Jahr 1983 geht Neuschäfer auf Almodóvars Motive der frühen Filme ein und beschreibt, wie dieser das Bild einer Gesellschaft zeigt, die nach dem Ende der Franco-Diktatur eine Art später Pubertät durchlebt:

No voy a hablar del Almodóvar cineasta; voy a hablar del autor de un texto ficcional o metaficcional y al mismo tiempo autoreferencial. Se trata de Patty Diphusa (1983) donde se encuentran, se varían e incluso se aclaran varios motivos de sus primeros largometrajes, desde Pepi, Luci, Bom y otras chicas del montón (1980) hasta Entre tinieblas (1983).

[…]

Al leer este texto se acuerda uno también de su propia pubertad, cuando, en compañía de los amiguetes, proferíamos, en plena calle, obscenidades e incluso las plasmábamos sobre las paredes, sintiéndonos valientes y a la vez fascinados por el miedo a ser descubiertos y regañados. En efecto: el fenómeno de la movida, de la que Patty, en la ficción, al igual que Pedro, en la realidad, es en cierta manera la suma sacerdotisa, hace pensar en una especie de pubertad colectiva a la que por fin había llegado toda una nación después de haber sido liberada de un régimen que trataba de mantenerla en una eterna minoría de edad.


Prof. Neuschäfer über Pedro Almodóvars 'Patty Diphusa' im ciberaBlog
Ich empfehle meinen Leserinnen und Lesern, die des Spanischen mächtig sind, die Lektüre dieses lesenswerten Blogartikels:
Prof. Dr. Hans-Jörg Neuschäfer:
« Patty Diphusa y los comienzos de Almodóvar».

Marko Martin hat bereits Anfang des Jahres auf Deutschlandradio Kultur die deutsche Übersetzung von «Patty Diphusa» durch Klaus Laabs vorgestellt und dabei auch – erfreulicherweise! – die Arbeit des Übersetzers lobend erwähnt:

Wer sich von all dem nicht abschrecken lässt, wird bei der Lektüre dieser höheren Schmonzette wahrlich Vergnügen finden – nicht zuletzt dank des gewitzten Szene-Glossars und der Anmerkungen des deutschen Übersetzers Klaus Laabs. So etwa:

„Mehrere Monate lang unterbrach Almodóvar seine Erzählung für La Luna. Als er sie fortsetzte, hatte er vergessen, wo er stehen geblieben war. Wir werden deshalb nie erfahren, was bei der zweiten Begegnung Pattys mit dem Taxifahrer geschehen ist.“

Wer also kein Spanisch kann und sich für diesen frühen Almodóvar-Text interessiert, der sei auf die deutsche Taschenbuch-Ausgabe im Berliner Taschenbuchverlag verwiesen.

Noch eine Anmerkung zum ciberaBlog: Ich möchte Euch noch einmal darauf hinweisen, dass ein Großteil der spanischen Inhalte, die ich früher hier auf «Text & Blog» veröffentlicht habe, mittlerweile in das hispanistische Gemeinschaftsblog ciberaBlog einfließen. Ich veröffentliche dort – neben zunehmend aus den Universitäten beitragenden Autorinnen und Autoren – als Hispanist auch Artikel zu Lateinamerika, Spanien und Portugal.

Kino, Literatur, Spanisch

San Sebastián – Abbau am Festivalpalast

Sonntagmorgen: der Festivalabbau beginnt

Diese Bilder konnte ich gestern morgen noch am Kursaal, dem Festivalpalast des Internationalen Filmfestivals in San Sebastián machen. Die Arbeiter auf dem Dach des Kursaal-Cafés waren bereits wenige Stunden nach dem offiziellen Festivalende Samstagnacht damit beschäftigt, die Transparente des Festivals (hier die von TV Española „Somos cine“) abzureißen:

'Somos cine' - wir sind das Kino. Abriss linke Seite.'Somos cine' - wir sind das Kino. Abriss rechte Seite.

Ich bin seit heute Nacht wieder in Hamburg zurück. Mehr zu den Festivalfilmen demnächst hier im Blog. Aller Bilder aus 12 Tagen San Sebastián gibt es in einem Album auf Flickr zu sehen. Auf Twitter zwischendurch veröffentlichte Impressionen von vor Ort sowie von meiner Hin- und Rückreise nach und von Spanien sind auf TwitPic auch nachträglich noch einsehbar.

Foto, Kino, Spanisch
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