Kino

La Antena – Fritz Lang meets Argentina


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Heute läuft der außergewöhnliche argentinische Film ‚La Antena‘ (2007) von Esteban Sapir zum letzten Mal auf den Lateinamerika-Filmtagen Hamburg. Er wird um 19 Uhr im 3001 Kino auf der Schanze gezeigt, direkt im Anschluss läuft der bereits empfohlene Mexikaner «La Zona», der um 21 Uhr heute auch zum letzten Mal zu sehen ist. Da ich «La Zona» schon kenne – wie hätte ich ihn sonst empfehlen können? 😉 – werde ich mir heute Abend «La Antena» ansehen. Ich bin wirklich sehr gespannt auf diesen Film, der von der Kritik (siehe unten) sehr gelobt wurde, und der in der Tradition der expressionistischen Filme von Lang und Murnau steht. …

Hamburg, Kino

Magischer Moment in Jonathan Glazers ‚Birth‘

Heute Abend um 20:15 Uhr werde ich mir wohl «Birth» von Jonathan Glazer auf Tele5 ansehen.

Die FASZ schreibt heute im Feuilleton zu diesem Film:

Es gibt in diesem Film von Jonathan Glazer, der von der Wiedergeburt eines Mannes in Gestalt eines Jungen erzählt, drei Minuten, die man nicht vergisst. Da wird das Gesicht von Nicole Kidman zum Gedicht, das alle Bedeutungen zulässt. Nicole Kidman sitzt in der Oper: Wagners «Walküre». Um sie herum Schemen im Halbdunkel. Sie schaut, die Kamera sieht sie an, die Musik rauscht, und man weiß, dass sie sie nicht hört. Sie sieht auch nicht die Bühne, sie sieht eine andere Welt.

Wer sich diesen magischen Moment in jenem Trailer anschaut, möchte auch unbedingt den Film drumherum sehen:


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In einer ausführlichen Filmkritik wurde diese Szene auch schon einmal in der FAZ herausgestellt:

Man sieht sie noch zu den Takten von Wagners „Walküre“ ihre Plätze einnehmen, und dann hat die Kamera nur noch Augen für Anna, gleitet über die anderen Zuschauer in einer endlosen Fahrt auf sie zu, und man kann miterleben, wie diese Frau in ein schwarzes Loch stürzt, wie sie das Gesehene zu begreifen sucht, wie sie sich wehrt, wie ihr Geist sich im Kreise dreht und dann allen Widerstand aufgibt. Minutenlang nur dieser Blick auf eine Schauspielerin, die so feinnervig und durchsichtig wirkt wie keine andere zur Zeit, und der Schauder, der einen in dieser Szene befällt, erinnert nicht nur deswegen an „Rosemarys Baby“, weil Kidman ihre Haare so kurz wie Mia Farrow trägt.

Weiterlesen: «Knien vor Nicole Kidman: ‚Birth‘»

So schwärmt auch Dieter Wunderlich in seinem Filmtipp:

Auch wenn es lange Zeit so aussieht, als würde Jonathan Glazer eine Gespenstergeschichte erzählen, gibt es für alles in „Birth“ eine rationale Erklärung. Ebenso außergewöhnlich wie die schauspielerische Leistung von Nicole Kidman sind das Drehbuch und die Inszenierung.

Das Drehbuch hat Glazer übrigens mit Jean-Claude Carrière zusammen geschrieben (siehe Wikipedia), der ja auch viele Drehbücher mit Luis Buñuel geschrieben hatte.

Kino, TV, Video

20. Lateinamerika-Filmtage Hamburg

Miss Ameriguá - Filmplakat der 20. Lateinamerika-Filmtage Hamburg
(Filmplakat «Miss Ameriguá», auf Klick in groß)

Es ist wieder soweit, in zwei Tagen beginnen die Lateinamerika-Filmtage Hamburg. Zum 20. Mal (!) gibt es im 3001 Kino im Schanzenviertel (Lageplan) aktuelles lateinamerikanisches Kino zu sehen. Natürlich in den spanischsprachigen Originalfassungen, größtenteils englisch oder deutsch untertitelt. Eine prima Gelegenheit Einblick in das aktuelle höchst spannende Filmschaffen Lateinamerikas zu bekommen.

Im Mittelpunkt der Programauswahl steht das aktuelle chilenische Kino. Regisseur Luis R. Vera, aus dessen Film «Miss Ameriguá» auch das hier zu sehende Festival-Plakat stammt, wird an fünf Tagen bei den Vorstellungen seiner Filme anwesend sein. Eine einmalige Gelegenheit für das Publikum, gleich im Anschluss an die Projektionen seine Fragen zum Film los zu werden, oder einfach nur zuzuhören, was der Regisseur zu den jeweiligen Produktionen zu erzählen hat.

Aus dem durch die Bank sehenswerten Programm kann ich Euch diesen mexikanischen Film von Rodrigo Plá besonders empfehlen, der am Dienstag, den 9. 12. und am Mittwoch, den 10.12.08 jeweils um 21 Uhr gezeigt wird: «La zona» mit einer irrsinnigen- und wahnwitzigen Bürgerpolizei in einer wie ein Hochsicherheitstrakt abgeschotteten Siedlung; leider schon beinahe traurige Realität im unter der steigenden Kriminalität leidenden Mexiko von heute:


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Ein Actionthriller von dem sich kaum sagen lässt, ob es sich um eine düstere Zukunftsvision oder die Zuspitzung realer Verhältnisse handelt. Die «Zone» ist ein mit modernster Sicherheitstechnik abgeriegelter Stadtteil, dessen wohlhabende Bewohner mit der Regierung einen Vertrag geschlossen haben, der ihnen innerhalb ihrer Zone de facto die Staatsgewalt überträgt.

Die Eröffnung des Festivals findet am kommenden Donnerstag, den 27.11.2008 um 19 Uhr statt. Gezeigt wird zum Start der Reihe der chilenischen Film «Fiesta Patria» (dt.: «Nationalfeiertag») aus dem Jahr 2007, in Anwesenheit des schon erwähntes Regisseures Luis R. Vera (siehe auch Trailer von «Fiesta Patria» auf YouTube, im schicken Breitbandformat). Wiederholungstermine: Di. 2.12. 19 Uhr und Do. 4.12. 21 Uhr.

Hier gibt es das gesamte Festival-Programm mit allen Terminen und Filminfos im Überblick. Karten vorbestellen sinnvoll (Tel. 040/43 76 79), es gibt aber meistens auch noch Karten an der Abendkasse.

Hamburg, Kino, Spanisch

Spanischsprachiges Kino im Filmhaus Saarbrücken

ciberaBlog: Reihe des spanischsprachigen Films in Saarbrücken Es gibt zahlreiche Gründe, warum ich manchmal das Saarland vermisse. Ab kommendem Donnerstag gibt es vier Wochen lang wieder so einen Grund. Mehr dazu im ciberaBlog: «Reihe des spanischsprachigen Films in Saarbrücken».

  • Do, 20.11.08, 20:00: »Te doy mis ojos«
    von Iciar Bollaín. Spanien 2003, 103 min.
  • Do, 27.11.08, 20:00: »Mataharis«
    von Iciar Bollaín. Spanien 2007, 95 min.
  • Do, 4.12.08, 20:00: »Habana Blues«
    von Benito Zambrano. Spanien/Kuba 2005, 119 min.
  • Do, 11.12.08, 20:00: »El método«
    von Marcelo Piñeyro. Argentinien/Spanien 2004, 117 min.
Kino, Saarland, Spanisch

Michael Jackson – Thriller (Monster Movie Mash-Up)


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Ich bin kein Freund von Horror- oder Gruselfilmen, aber diese Zusammenstellung ist wirklich großartig. Einigen Cineasten dürfte es zwar ein Graus sein, was hier alles gemixt wird (Klassiker mit B-Pictures usw.), aber ich finde dieses Video-Mash-Up trotzdem sehr beeindruckend. Unfassbar, wie viele Filme darin untergebracht sind. Auf der YouTube-Site von umagleeson aus Kanada sind alle zitierten Filme aufgeführt. Doch schaut erst mal rein, wie viele ihr erkennt. Ganz großes (Horror-)Kino!

[via La Opinión Alternativa, dort auch viele weitere Video-Mash-Ups]

Kino, Video

Unbedingt reingehen: Young@Heart


Direktlink YouTube | alternativ: Deutscher Trailer

Ich habe heute Abend im Abaton einen ganz wunderbaren Film gesehen: Young@Heart. Ein Film über einen Chor in Massachusetts, was ja eigentlich kein sooo spannendes Thema wäre. Tja, wäre. Aber er ist es, und das liegt nur vordergründig an dem Durchschnittsalter dieses Chores, das nämlich bei 80 Jahren liegt. Aber das alleine ist es nicht.

Young@Heart Regisseur Stephen Walker hat im Oktober 2005, also genau vor drei Jahren, zum ersten Mal diesen Ausnahmechor gesehen, dessen Mitglieder zwischen 75 und 93 Jahren sind und die Lieder von The Clash, James Brown, den Ramones und Radiohead – um nur ein paar zu nennen – auf ihre ganz eigene Weise interpretieren. Stephen Walker schildert sein erstes Konzerterlebnis so (ich zitiere aus dem Presseheft zum Film:)

Eileen Hall, eine 93-jährige, in Großbritannien geborene Ex-Kriegsbraut, trat ans Mikrofon und sang die ersten Worte des Songs „Should I stay or should I go“ von The Clash. Das Publikum, hauptsächlich Leute zwischen 20 und 40, hielt vor Überraschung den Atem an, als Eileen den Song ungebremst vortrug, tatkräftig unterstützt vom Chor. Der Songtext gewann plötzlich eine komplett andere Bedeutung. Eileen sang nicht über Beziehungen, sondern über Leben und Tod. Was ich sah und hörte, schlug mich augenblicklich in den Bann. Und ich wusste, dass ich über den Chor einen Film drehen musste.

Es ist wirklich faszinierend zu sehen, wie diese Menschen in einem schon sehr fortgeschrittenen Lebensalter eine kreative Lebens(erhaltende)aufgabe gefunden haben. …

Kino, Musik

Marián Álvarez beeindruckt in ‚Lo mejor de mí‘


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¿Qué serías capaz de hacer por amor?
dt.: Was wärst Du bereit aus Liebe zu tun?

Zu den sehr guten Filmen, die auf dem Festival von San Sebastián einen starken Eindruck bei mir hinterlassen haben, gehört ganz ohne Zweifel der Debutfilm der katalanischen Regisseurin Roser Aguilar Die Regisseurin Roser Aguilar hatte ihren Film dieses Jahr auch auf den Tübinger Spanischen Filmtagen persönlich vorgestellt. Auch das Hamburger Publikum hatte die Chance, diesen Film Ende September auf dem Filmfest Hamburg zu sehen. (Barcelona, 1971): «Lo mejor de mí» (dt.: «Das Beste von mir») aus dem Jahr 2007.

Filmposter 'Lo mejor de mí' Der Film behandelt die Frage, was ein Mensch bereit ist dem anderen aus Liebe zu geben. Und dies anhand einer tragischen Situation, die beim Filmfest Hamburg so zusammengefasst wurde:

Für Radiosprecherin Raquel (Marian Álvarez) bricht die Welt zusammen, als bei ihrem Freund Tomas (Juan Sanz) eine tödliche Leberkrankheit diagnostiziert wird. Sein Leben kann nur mit einer Transplantation gerettet werden. Raquel könnte ihm helfen – doch trotz guter Prognosen birgt die OP für beide unkalkulierbare Risiken.

Besonders beeindruckend ist die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin Marián Álvarez, von der mensch sicher noch viel sehen wird. Vollkommen zurecht wurde sie bereits auf dem Filmfestival von Locarno 2007 für diese beeindruckende Leistung mit dem Preis als Beste Darstellerin ausgezeichnet.

Homepage des Films (span. & engl.)

Kino, Spanisch

Jaime Rosales: Tiro en la cabeza (Kopfschuss)

Ich habe ja schon angekündigt, dass ich etwas zu den Filmen in San Sebastián schreiben werde. Beginnen möchte ich mit einem der umstrittensten Filme des Wettbewerbes, der heute in Spanien in den Kinos startet und auch im Internet zu sehen ist: Jaime Rosales‘ ETA-Film «Tiro en la cabeza» (Kopfschuss).

Das ist der Trailer des Filmes, der mich – ich nehme es vorweg – sehr enttäuscht hat, war ich doch so begeistert von Jaime Rosales‘ (Barcelona, 1970) ersten beiden Filmen «La Soledad» (wunderbarer Film, den ich ausführlich hier im Blog vorgestellt hatte) und dem harten Erstlingsfilm «Las Horas del día».

Paul Ingendaay hat bereits während des Festivals eine geradezu begeisterte Rezension zu Rosales drittem Film geschrieben, welche die FAZ am 24.9.08 veröffentlicht hat, deren Einschätzung ich mich aber so nicht anschließen kann:
Bewegungsprotokoll einer Bluttat.

Kino, Spanisch
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