Hab ich letztes Jahr in San Sebastián gesehen. Klasse Film. Rein gehen. In der ZEIT schwärmt Thomas Groß vom sensationellen Dokumentarfilm, der die Doors als Kritiker der amerikanischen Vernunft zeigt und hat vollkommen recht, wenn er schreibt:
Erstaunlich an den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist nicht nur die Unverwüstlichkeit, mit der sie sich als Goldenes Zeitalter des Pop behaupten. Noch erstaunlicher ist die Tatsache, wie gut sie dokumentiert sind. Immer, wenn man glaubt, die letzten Schätze seien gehoben, taucht von irgendeinem Dachboden neues Material auf.
Die New Yorker Journalisten Adam Chadwick, Vincent Valk, Susan Older, Bill Loerch, Sam Weisberg und Max Lakin (Kurz-Bios siehe Who we are) drehen einen Dokumentarfilm über das Ende der Zeitung.
Fit to Print is a documentary film about the decline of the traditional newspaper business. We’re capturing both the social impacts of the decline and the impacts on individual journalists.
Alle Infos zu «Fit to print» auf diesen Kanälen: Website | Blog | Twitter.
Ich glaube, auf diesen Film wird man sich freuen dürfen: «Connected – A Declaration of Interdependence»:
Combining powerful visuals, humor, animation, irony, and serious messages, Connected explores the visible and invisible connections between the major issues of our time — the environment, population growth, technology, human rights, and the global economy demonstrating how they are all facets of one larger picture. Following the filmmakers exploration of her own place in the world during a transformative set of circumstance in her life, Connected exposes the importance of personal connectedness in relation to understanding global conditions, ultimately showing how all of humanity is invested in todays crucial issues. More than a film about social issues, it is a work that speaks directly to empathy, social engagement, and what it means to be human in the 21st century. It reveals how the interdependence of people and forces lies at the core of our existence, and imagines what the world would look like if we lived in a way that acknowledged this reality.
2011 soll das Filmprojekt der Regisseurin und Webby Awards-Gründerin Tiffany Shlain (@tiffanyshlain) fertiggestellt sein. Alle Infos und weitere Links zu «Connected» auf: connectedthefilm.com.
Ich verlose dank freundlicher Zurverfügungstellung von Arsenal Film 5 x 2 Freikarten für den Film (gelten in allen deutschen Kinos), Infos zur Verlosung weiter unten.
Wer sich ein Hausmädchen in den Haushalt holt, mit dem ein Teil der Familie auf Kriegsfuß steht, programmiert den Horror vor. Wenn ein Hausmädchen dazu auch schon 20 Jahre im Haus lebt, so wie die gerade 41 gewordene Raquel («La Nana») bei der Oberschichten-Familie in Santiago de Chile, gehört es praktisch zur Familie. Was die komplexen Beziehungen zu jedem einzelnen Familienmitglied aber auch nicht einfacher macht:
…
arte über den beeindruckenden Kurzfilm, den ich Euch nur empfehlen kann:
Eine Gruppe Jugendlicher schlägt die Zeit mit Mutproben tot. Dabei wird einer von ihnen gezwungen, eine lebenswichtige Entscheidung zu treffen.
[…]
2009 erhält „Spiel mit dem Feuer“ auf dem Internationalen Kurzfilmfestival Hamburg den ARTE-Kurzfilmpreis und auf der Berlinale in der Kategorie „Generation Kplus“ die „Lobende Erwähnung für den besten Kurzfilm“. Des Weiteren gewinnt er 2008 die Auszeichnung „Besondere Erwähnung Kurzfilm“ der 61. Internationalen Filmfestspiele von Cannes.
Julius Avery hat mit «Spiel mit dem Feuer» (O-Titel: «Jerrycan») einen hervorragenden Kurzfilm (13 Min.) abgeliefert, der den schwierigen Lebensabschnitt zwischen Kindheit und Erwachsenendasein genau so eindringlich in kleine Momente und wunderbare Beobachtungen fasst, wie den Wahnsinn von Imponiergehabe und Gewalt.
Toll, dass arte jetzt für seine Videos auch Embed-Codes zum Einbinden in andere Websites anbietet.
Nicht verpassen oder wenigstens aufzeichnen und zu gegebener Zeit schauen:
Heute startet auf arte die Ausstrahlung von Dominik Grafs von allen in den Himmel gelobter TV-Serie «Im Angesicht des Verbrechens». Auf der Berlinale wurde das Mammutwerk ja in 2 Teilen gezeigt (2×5 Stunden, das hab ich mir aber in meinem persönlichen Marathonprogramm der Filmfestspiele nicht „angetan“).
Wer im Kino gerne Popcorn isst (und entsprechend gerne seichte Filme sehen möchte), sollte hier nicht reingehen. Wer an einem Film gerne noch arbeitet, nachdem er ihn gesehen hat und wer die Geduld mitbringt, sich auch mit einem schwierigen Thema zu beschäftigen, wird den Besuch von «Zeit des Zorns» sicher nicht bereuen.
Der iranische Regisseur Rafi Pitts hat mit «Zeit des Zorns» (Shekarchi/The Hunter, IMDB) ein erschütterndes Zeitzeugnis geliefert, das sowohl menschlich berührt als auch die politische Wut von Menschen in unterdrückten Systemen nachvollziehbar macht. Einen politischen Film kann man dem Zuschauer am besten näher bringen, wenn man zeigt, wie die große Welt (zum Beispiel die eines Staates) in die kleine Welt (zum Beispiel die einer Familie) einschlägt. Und genau das macht «Zeit des Zorns».
In der ZEIT ist ein guter Artikel zum heutigen Filmstart in Deutschland erschienen. Dort schreibt Thomas Assheuer:
Die iranischen Wahrheitswächter werden Rafi Pitts düstere Parabel, die am Schluss eine überraschende Wendung nimmt, todsicher so verstehen, wie sie verstanden werden kann: nicht nur als Warnung an das Regime, sondern als Aufforderung an die Gesellschaft, nicht länger zu warten und endlich ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Der Staatsterrorist Ahmadineschad muss gestürzt werden, denn die Menschen haben nur ein Leben, und danach sind sie tot. Der Umstand, dass Zeit des Zorns vor den Juni-Unruhen 2009 gedreht wurde, macht den Film prophetisch.
Habe den Film auf der Berlinale gesehen und kann ihn nur empfehlen, unter der oben genannten Prämisse, dass man auch schwierige und langsame – was nicht heißen muss langweilige – Filme im Kino zu schätzen weiß.
Der italienische „Neorealismus“ war ja noch nie so meins, aber das hier, diese unglaublichen Hansestadt-Impressionen von 1961 sind ganz großes Kino. Gualtiero Jacopetti und Franco Prosperi liefern in ihrem Dokumentarfilm Mondo Cane (dt. etwa Hundswelt) hart am Rande des alkoholischen Deliriums gefilmte Kiezmomente.
Näheres zu dem seltsamen Phänomen der Mondo-Filme in dieser Rezension von Carsten Henkelmann:
Mit Mondo Cane wurde ein ganz neues Genre geboren: das der „Shockumentary“ oder auch „Mondo“-Filme. Mondo Cane zeigt nur sehr lose zusammenhängende Aufnahmen aus aller Herren Länder, die für den durchschnittlichen westlichen Zuschauer entweder faszinierend, abstoßend, ekelerregend oder auch amüsant wirken – zumindest zur damaligen Zeit.