Diskursökonomie

Klingt spannend: Der Medienwissenschaftler Hartmut Winkler untersucht die Medien unter wirtschaftlichen Aspekten:

Es geht darum, ökonomische Modelle für die Medienwissenschaft
fruchtbar zu machen, um die Mediensphäre auf neue Weise von der
Zirkulation her zu begreifen. Muster ist hier die Warenzirkulation.
Und die Vorstellung ist, dass zwischen der Zirkulation der Zeichen,
d. h. dem symbolischen Verkehr, Medien, Kommunikation und
‘Austausch’, und der Zirkulation der Waren, d. h. Ökonomie und
‘Tausch’, eine strukturelle Ähnlichkeit gezeigt werden kann.

Passend zum Thema stellt auch Winkler sein Buch “Diskursökonomie” ‘in kostenloser Zirkulation’ zu Verfügung, in Absprache mit dem Suhrkamp-Verlag. Zahlreiche weitere Texte des Autors gibt es im HTML- oder pdf-Format auf seiner Homepage.
[Entdeckt im Telepolis-Artikel von Falk Lüke «Das Buchuniversum muss sein Verhältnis zur elektronischen Schiene noch finden» – Ein Gespräch mit Hartmut Winkler über Diskursökonomie, Bücher als PDF und die Medienwissenschaft]

Hörbücher sind in

Und zwar immer mehr auch für Leute, die den Audiobooks bisher kritisch gegenüber standen. So schreibt Helmut Merschmann in seinem lesenswerten Artikel “Hör doch mal zu!”:

Für Leseratten und Vertreter konventioneller Kulturkompetenz mögen Audiobooks eher seltsam erscheinen. Warum sollte man die mühsam erworbene Lesekompetenz nicht mehr anwenden und stattdessen fremde Personen über Tonfall, Rhythmus, Duktus und Tempo entscheiden lassen? Doch mit einem Mal waren sie da und eroberten die Ohren ehemaliger Leser: Audiobücher auf CD. Häufig von prominenten Stimmen vorgetragen, konnten sich die sprechenden Texte in den letzten Jahren schnell auf dem Markt etablieren.

Borges’ Traum der Weltbibliothek…

… wie er ihn in seiner Erzählung “Die Bibliothek von Babel” skizziert, ist wieder ein Stück realer geworden, denn Google will in den nächsten zehn Jahren riesige Bestände amerikansicher Universitäten und Bibliotheken scannen und kostenlos im Internet zur Verfügung stellen. Hierzu die New York Times in ihrer heutigen Ausgabe:

It may be only a step on a long road toward the long-predicted global virtual library. But the collaboration of Google and research institutions that also include Harvard, the University of Michigan, Stanford and the New York Public Library is a major stride in an ambitious Internet effort by various parties.
New York Times, 14.12.04: Google Is Adding Major Libraries to Its Database

[via netzeitung]
Die Erzählung “La Biblioteca de Babel” (1941) von Jorge Luis Borges kann hier auf deutsch als PDF oder hier als spanisches Worddokument (35kb) heruntergeladen werden. [Edit 27.01.08: Deutscher Link aktualisiert, da die alte Quelle nicht mehr erreichbar war.]

Literatur für die Ohren

Vorleser.net vorleser.net: kostenlose Hörbücher von Klassikern und Märchen, sowie Verweis auf Hörbuch-Radio.

Zu dem recht erfolgreichen Projekt kam Gründer Johannes Ackner übrigens wie die Jungfrau zum Kinde. Er hatte einfach der Tochter einer Freundin einige von Grimms Märchen auf CD gesprochen und damit einen regelrechten Boom im Kindergarten ausgelöst. So kam er auf die Idee, die Märchen als mp3-Dateien im Internet zur Verfügung zu stellen.

[via perlentaucher]

Columbus, Christophorus: Epistola de insulis nuper inventis.

Mannheimer Archiv: Columbus Basel: Johann Bergmann von Olpe, 1494.

Fünf Holzschnitte, die dem Bericht des Kolumbus von seiner ersten Entdeckungsreise beigegeben sind, zeigen dem europäischen Leser erstmals die Neue Welt im Bild. Sie stammen von dem Baseler Meister des “Haintz Narr”.

Fantastisches Projekt: Mannheimer Texte Online. Ein Projekt der Uni Mannheim, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, alte Bücher und Drucke zu digitalisieren. Hier z.B. die Columbus-Faksimile.
Dafür liebe ich das Internet: Schwer zugängliches Material wird so einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Eine wundervolle Reise in die Vergangenheit, ein umfassendes Archiv, das zum Stöbern einlädt. [via filmtagebuch]

Klemperer: Die Sprache lügt nicht

Viktor Klemperer TV-Tipp: Die Sprache lügt nicht (ARTE) 80 Min. , 21.11.04, 01.35 bis 02.55 Uhr
Die Tagebücher von Victor Klemperer · Dokumentarfilm von Stan Neumann, Frankreich 2004

Von 1933 bis 1945 führte der deutsche Schriftsteller Victor Klemperer ein ungewöhnliches Tagebuch. Gegenstand war die Sprache des Dritten Reiches, “Lingua Tertii Imperii” nannte er sie. Leidenschaftlich notierte er jede neue Redewendung, die ihm begegnete, von den Stammtisch-Witzen bis zu den Anleihen aus dem Technik-Jargon, Boxsport und Werbung. Vornehmliches Ziel Klemperers war es, Zeugnis abzulegen von der Vergiftung der deutschen Sprache durch die Nazis.

Wichtiger Film, unmögliche Uhrzeit, also Video programmieren: VPS 01.30, Showview 91-00-266

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