Artikel

Emily Gould: Gewinn und Verlust des Schreibens im Netz

Was Emily Gould, die mit ihrem Artikel Blog-Post Confidential heute auf der Startseite der New York Times verlinkt ist, über die Anfangszeit ihres Blogs schreibt, können sicher viele nachvollziehen, die erlebt haben, wie Menschen, die sie erst nur online kannten, immer wichtiger für sie wurden:

Some of my blog’s readers were my friends in real life, and even the ones who weren’t acted like friends when they posted comments or sent me e-mail. They criticized me sometimes, but kindly, the way you chide someone you know well. Some of them had blogs, too, and I read those and left my own comments. As nerdy and one-dimensional as my relationships with these people were, they were important to me. They made me feel like a part of some kind of community, and that made the giant city I lived in seem smaller and more manageable.

Ich habe den sehr langen Artikel (Druckfassung acht DIN-A4-Seiten), der bald auch im Sunday’s Times Magazine erscheinen wird, noch nicht ganz gelesen, aber alleine dieser Anfangsteil (und viel weiter bin ich auch noch nicht gekommen) scheint mir schon erwähnenswert. Denn genau so habe ich das auch empfunden: Man tauscht sich plötzlich mit Menschen aus, die man doch gar nicht „kennt“. Und sie werden immer wichtiger für einen. Und man lernt sie dann auch irgendwann kennen und wird in der analogen Welt vom positiven virtuellen Eindruck nicht enttäuscht. Das ist etwas, was Menschen, die das nicht erlebt haben, ganz schwer nachvollziehen können. Ich erlebe das immer wieder in Gesprächen. Und ehrlich gesagt: hätte es mir vorher jemand beschrieben, hätte ich es auch nicht geglaubt.

Wer den NYT-Artikel der Autorin des seit Oktober 2005 geführten Blogs Emily Magazine lesen möchte, folge diesem Link: Blog-Post Confidential, Emily Gould: What I gained — and lost — by writing about my intimate life online.

Artikel, Literatur

Open Access-Initiative der Harvard-Bibliothek

In der FAZ ist heute ein lesenswertes Interview mit Robert Darnton, dem Direktor der Bibliothek der Harvard University erschienen. Dort nimmt er Stellung zu der Nachricht, dass die Bibliothek der Harvard University ihre Bücher und Zeitschriften fast unbegrenzt im Internet zugänglich machen will, was ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum Durchbruch für Open Access, dem freien Zugang zum Wissen, bedeuten könnte. Als Buchhistoriker ist er natürlich auch ein guter Ansprechpartner zur historischen Einordnung des Prozesses, den wir gerade im Bereich der Publikation erleben. Seine Einschätzung des tiefgreifenden Umbruchs in der Verbreitung des Wissens:

Es ist denkbar, dass Gutenbergs Erfindung der beweglichen Lettern nicht sehr viel bedeutender ist als das, was wir gerade erleben. Nun legt ein Großteil der Forschung nah, dass Gutenberg nicht plötzlich die Produktion von Büchern transformiert hat. Es gab viele andere effektive Techniken der Buchproduktion bis ins neunzehnte Jahrhundert, darum würde ich argumentieren, dass eine technologische Innovation nicht automatisch eine vorhergehende verdrängt. Altes und Neues koexistieren oft in einer Art Äquilibrium, die immerfort im Wandel ist. Ich könnte mir vorstellen, dass elektronische und gedruckte Veröffentlichungen gut miteinander auskommen, ja einander stärken, dass der revolutionäre Wandel also nicht zur Vernichtung einer bewährten Technik führen muss.

Weiterlesen in der FAZ: «Die Internet-Offensive von Harvard»

Danke, Timon, für den Hinweis auf den wichtigen Text heute mittag per Mail. Danach habe ich auch die Erwähnung des Themas auf netbib entdeckt.

Artikel, Informationskompetenz, Literatur

PAGE über Typografie und Kunst

PAGE-Artikel über Typographie und Kunst Heute morgen hatte mich auf meinem Schreibtisch in der Stabi eine nette Überraschung erwartet: Ein Rezensionsexemplar der neuesten Ausgabe der Design-Zeitschrift PAGE. Wie kam’s? Vor kurzem kontaktierte mich eine Redakteurin der Zeitschrift, die im Rahmen ihrer Recherche zum Thema Kunst und Typographie auf meinen Blogartikel über die Ausstellung «Arte en la Tipografía y Tipografía en el Arte» in der Spanischen Nationalbibliothek in Madrid gestoßen war. Ihre Anfrage PAGE ein Interview zu dieser Ausstellung zu geben, musste ich leider negativ bescheiden, konnte ich doch schlecht über eine Kunstschau referieren, die ich selbst nicht gesehen, sondern nur zum Betrachten empfohlen hatte.

Doch gerne war ich der Redakteurin behilflich, die vergeblich gesuchte Information, wie man auch in Deutschland den Katalog zur Ausstellung aus Madrid beziehen könne, weiterzugeben. Der Kurzlink zum Katalog, kURL.de/tipografia, den ich auch schon mal auf Nachfrage in den Kommentaren des Fontblogs gepostet hatte, findet sich sogar auf Seite 49 im Artikel «Unter Umständen Kunst» (Wo hört Typografie aus, Handwerk zu sein, und fängt an, Kunst zu werden?). Für meine gerne erbrachte Hilfe bin ich mit einem Rezensionsexemplar bedacht worden. Nette Geste, wie ich finde.

PAGE-Cover 04/2008: Titelthema Logo-Design Das gesamte Heft ist sehr interessant. Titelthema ist Logo-Design, was mich sehr interessiert. Werde ich mir also alles noch ansehen. Das Inhaltsverzeichnis der brandneuen PAGE-Ausgabe 04/2008 ist noch nicht online, wird aber sicher bald unter dieser Adresse (momentan noch Heft 03/2008) einzusehen sein. Liebe PAGE-Redaktion: wen ihr hier im Blog nochmal auf spannende Themen trefft, ich bin jederzeit gerne bereit zu helfen. 😉

Artikel, Literatur, Spanisch

Charlotte Roche schreibt über Feuchtgebiete

Charlotte Roche Die großartige Charlotte Roche hat ein Buch geschrieben: Feuchtgebiete heißt es. Gestern in der FASZ (nur für Abonnenten online, Update: jetzt auch frei zugänglich, Danke Thomas für den Hinweis) und im Tagesspiegel vorgestellt. Es geht darin nicht nur um ihr Lieblingstabu, die Hämorrhoiden, sondern auch darüber, was Menschen mit ihrem Körper anstellen und worüber sie nicht (gerne) sprechen. Im FASZ-Interview sagt sie am Ende:

Ich hasse Schönheitsoperationen wie die Pest. Ich war als Kind schon so verliebt in Maude aus „Harold und Maude“ und denke mir oft: Wenn ich jetzt erst fast dreißig bin, muss ich noch fünfzig Jahre warten, bis ich endlich aussehe wie Maude.

Wer sich für den FASZ-Artikel interessiert und keine Möglichkeit mehr hat, die gestrige FASZ-Ausgabe zu erwerben, melde sich (Mail/Kontaktformular).

Artikel, Literatur

Peu-was? Peu-wie bitte? Ach Peu-geot!

Peugeot-Meldung auf netzeitung.de Ist aber auch ein schweres Wort, der Name dieses französischen Autoherstellers. Ich mag ja die Netzeitung ganz gerne (habe den Netzeitungsticker auch meist in der Firefox-Sidebar geöffnet), aber ein bisschen mehr redaktionelle Sorgfalt würde ihr schon gut tun. Der falsch geschriebene Name (siehe Screenshot) steht eine halbe Stunde nach Veröffentlichung der Meldung immer noch falsch geschrieben sowohl im Ticker, als auch auf der Seite selbst. Es würde also schon helfen, wenn die Netzeitungs-Mitarbeiter den Ticker in ihren Webbrowsern selbst eingeschaltet hätten, dann könnten sie solch peinliche Fehler schneller korrigieren.

Artikel, Internet

Spannender Robert Capa Fund – Die Odyssee eines Fotokoffers

Robert Capa - 1937 im Spanischen Bürgerkrieg

Auf diesem Foto ist Robert Capa zu sehen. 1937 im Spanischen Bürgerkrieg von seiner deutschen Lebensgefährtin Gerda Taro fotografiert. 1940 beim Einmarsch der Deutschen in Paris hatte Robert Capa die Bilder aus dem Spanischen Bürgerkrieg in einen Koffer gepackt. Man spricht von 127 Negativrollen mit etwa 3000 Fotos. Der Koffer galt als verschwunden. Jetzt ist er wieder aufgetaucht, fast siebzig Jahre später: in New York.

Die New York Times berichtet von dem spannenden Fund. Irgendwie war der Koffer wohl von Paris nach Marseille gekommen. Ein mexikanischer General und Diplomat hat ihn von dort aus nach Mexiko-Stadt mitgenommen: «The Capa Cache».

Auch Spiegel Online veröffentlicht die Nachricht: «Tausende Negative von Robert Capa aufgetaucht». Y por supuesto berichtet auch die spanische Tageszeitung El País: «Recuperadas 3.000 fotos inéditas de Robert Capa». Auch wenn noch nicht klar ist, ob alle Fotos in dem Koffer von Robert Capa sind, oder ob nicht auch Aufnahmen von Gerda Taro und Capas Kollegen David Seymour darunter sind, bin ich schon gespannt auf die Auswertung des Kofferinhaltes.

Artikel, Foto, Spanisch

NZZ über den Microblogging-Dienst Twitter

Die NZZ über Twitter:

Wie erkennt man den nächsten grossen Internet-Hype? Eines der eindeutigsten Anzeichen dafür ist vermutlich, wenn plötzlich Zehntausende begeistert eine neue Dienstleistung nutzen, aber gleichzeitig völlig ausserstande sind, Aussenstehenden zu erklären, worum es dabei überhaupt geht – geschweige denn, wo der Nutzen liegt. Dies ist der Fall beim Online-Dienst Twitter.

Da ist was dran. Außenstehende verstehen es in der Tat nicht und schütteln nur den Kopf. Vermutlich hilft da auch kein Weiterlesen in der NZZ:
«Das Zwitschern im Internet wird lauter – Twitter ist der neue Liebling der Online-Gemeinde».

Twitter-Artikel Wikipedia
Twitter auf Text & Blog
– Mein Twitter-Account: twitter.com/textundblog

[via twitter (sic!) von svensonsan: I und II]

Artikel, Bluesky, Internet
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