Twitter ist eine mächtige Quelle

Aus Teheran übermittelte TwitPics von Shadishd173
Twitpic-Fotos Shadishd173 von Pro-Mousavi-Demos in Teheran 17.+18.6.09: 1, 2, 3.

Wenn private Internet-Nutzer Twitter nicht verwenden, den Sinn und die ungeheure Bedeutung von Twitter (noch) nicht verstehen oder diese Kommunikationsform gar als Zeitverschwendung oder Info-Müll bezeichnen, kann ich – obwohl ich weiß, das diese Einschätzung falsch ist – trotzdem Verständnis für diese Haltung aufbringen. Ich sage ja immer wieder:
Twitter versteht nur, wer es nutzt.

Wo mein Verständnis aber aufhört, und worüber ich heftigst den Kopf schütteln muss: wenn Informationsexperten, wie zum Beispiel Journalisten, keinen Zugang zu dieser wichtigen Informationsquelle finden. Wir sehen es ja dieser Tage durch die ungeheure Bedeutung, die Twitter zweifelsohne im Iran hat: Gerade dort, wo der Zugang zu direkten Informationen über herkömmliche Wege – etwa in Krisen- oder Katastrophengebieten – erschwert wird, ist die vernetzte Struktur des Microbloggingdienstes eine unschlagbare Waffe gegen Desinformation. Das auf Twitter übermittelte Informationen genauso verifiziert werden müssen, wie andere Quellen, oder eben als unsichere Quelle bezeichnet werden müssen, solange keine Verifizierung möglich ist, versteht sich von selbst.

In diesem Sinne kann ich allen, die eventuell immer noch unsicher sind, wie Twitter einzuschätzen ist, bzw. die gerne mehr über Twitter erfahren möchten, den sehr gut geschriebenen Artikel von Fabian Mohr auf ZEIT online empfehlen: «Twitter – Die Medien-Revolution, die keine ist». Dort äußert er sich aus aktuellem Anlass der Demonstrationen im Iran zu…

…Twitter, das in der Iran-Berichterstattung unverzichtbar geworden ist. Es bleibt auch in Zukunft unverzichtbar, Informationen zu verifizieren oder ihren ungeprüften Charakter wenigstens kenntlich zu machen. Hält man sich an diese bewährte Methode und widersteht der Versuchung, jede angebliche „News“ weiterzutrompeten, ist Twitter eine mächtige Quelle.

Fabian Mohr kommt zu dem harten, aber durchaus berechtigten Schluss:

Dass klassische Medien in dieser Debatte keinen Fuß auf den Boden bekommen, liegt großenteils an der analytischen Schlichtheit des bisher Vorgetragenen. […] Doch journalistisch besehen war die Twitter-Berichterstattung in deutschen Leitmedien ein Dokument der Ahnungslosigkeit.

Wie gesagt, lesenswert: «Twitter – Die Medien-Revolution, die keine ist».

Tweetdeck auf dem iPhone mit fabelhafter Usability

Tweetdeck auf dem iPhone: Ansicht TimelineTweetdeck aufm iPhone: Ansicht beim Wechseln zwischen Spalten

Nach wie vor ist Tweetdeck mit Abstand das beste Programm, um Twitter auf dem PC zu nutzen. Seit heute gibt es Tweetdeck auch als kostenlose Anwendung fürs iPhone und ich bin restlos begeistert.

Einer der großen Vorteile von Tweetdeck ist ja, dass man seine Follower zu bestimmten Gruppen zusammenfassen kann. Ich habe zum Beispiel meine Follower, die bibliothekarische Themen behandeln, zu einer Gruppe bib zusammengefasst und kann auf einen Blick sehen, was diese gerade so schreiben bzw. im Verlauf der letzten Stunden so geschrieben haben. Auch für Hashtags, die mit # gekennzeichneten Schlagwörter auf Twitter, können solche Gruppen angelegt werden (wenn ich also die Tweets zu den Protesten gegen die Internetzensur oder die Geschehnisse im Iran beobachten möchte, lege ich eine Spalte mit dem hashtag #zensursula bzw. #iranelection1 an usw.).

Ich war sehr gespannt, wie das wohl auf dem iPhone umgesetzt sein wird, und kann sagen, es ist geradezu genial gelungen, die Komplexität des Desktop-Clients in der mobilen Anwendung umzusetzen. Großartige Usability. Und das beste: man kann die iPhone-App von Tweetdeck mit dem Desktop-Client (über einen Tweetdeck-Account) synchronisieren.

Weitere Screenshots auch bei Mashable, die ihren gestrigen Ankündigungsartikel TweetDeck for iPhone Launches mit dem vollkommen berechtigten Lob…

We’ve previewed the upcoming iPhone application at Mashable and can confirm that it’s quite stunning, bringing TweetDeck’s beloved columns and gorgeous interface to the small screen.

…aktualisiert haben. Zum Download der Anwendung einfach im App-Store nach Tweetdeck suchen, downloaden und staunen. Natürlich werde ich diese großartige Anwendung in meine iPhone-Site aufnehmen, auf der ich kontinuierlich gute Software und Tipps für das beliebteste mobile Endgerät vorstelle.

  1. Tipp für Nicht-Twitter-Nutzer: man kann diese Hashtags bzw. die Twitter-Search-Abfragen auch als RSS-Feed abonnieren, ohne selbst bei Twitter angemeldet zu sein. Dann liest man die Tweets in seinem Feedreader.) []

Tweetrevolt – per Twitter gegen Zensur in China protestieren

Tweetrevolt - per Twitter gegen Zensur in China protestieren

Die chinesische Regierung hat vor ein paar Tagen, just vor dem 20. Jahrestag der Niederschlagung der Demokratie-Bewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tian’anmen), dem 4. Juni 2009, den Zugang zu Twitter gesperrt (Meldung heise). Nun gibt es im Rahmen der Aktion Tweetrevolt einen Aufruf auf Twitter einen Tweet mit hashtag1 #tweetrevolt abzusetzen, an der sich hoffentlich viele Twitterer beteiligen werden. @jintan und ich haben es bereits getan, Ihr tut es hoffentlich auch, sofern Ihr Twitter nutzt.

  1. Für Nicht-Twitterer: Hashtag ist eine Art Schlagwort []

Tratschtanten & Schnatterlieseln

hackrs Tratschtanten Markus Spath aka @hackr hat sich heute mal angeschaut, welches die kommunikationsfreudigsten unter seinen 211 Twitter-Followings (Menschen, denen er auf Twitter folgt) sind.

Er hat daraus eine TOP 20 der Tratschtanten (nach absoluter Zahl der Updates) und Schnatterlieseln (nach Tweets/Tag) generiert.

Ich aka @textundblog sehe meine guten vorderen Positionen in beiden – mit allerdings fragwürdigen Titeln belegten – Rankings durchaus als Ehre an. 😉

Twitkrit feiert heute seinen ersten Geburtstag

Am 27. April 2008 ging Twitkrit an den Start. Seither werden dort an jedem Wochentag ein (oder mehrere) Tweet(s) mit einer eigenen Tweetkritik vorgestellt. Heute feiert Twitkrit somit seinen ersten Geburtstag und für diese Geburtstagswoche haben wir uns etwas besonderes ausgedacht: Jeden Tag wird ein Gastartikel zum Einjährigen veröffentlicht. Den Anfang macht René vom Nerdcore-Blog:

Es hat etwas ironisches, wenn ausgerechnet ich als bekennender Kopier-Blogger und nur sporadisch twitternder Kritiker des Gebildes, das ich den „schönen Text“ nenne, hier etwas zum einjährigen Bestehen von Twitkrit schreibe, denn die Damen und Herren in diesem feinen Weblog widmen ihre Zeit ja vor allem der Poesie, die dann und wann in 140 Zeichen gepresst wird.

Weiter in «Jubiläumsgastwitkrit (JGT) 1: Real Nerdcore, baby!»

Auf die Aktion hingewiesen haben Mspro & Bosch bereits im Artikel: «Ein Jahr – und kein bißchen tweise oder: Am Anfang war das Bier». Dort werden auch die Twitkrit-Autoren genannt. Da es vielen nicht klar ist, dass bei Twitkrit auch eine Aufteilung nach Wochentagen besteht, hier mal die Übersicht, wer wann bei Twitkrit einen Text veröffentlicht:

Ich bin – seit etwas mehr als einem halben Jahr – also immer freitags bei Twitkrit dran und habe nach meiner Gasttwitkrit vom 20. August 2008 (über Frau Loreleis lustigen Bad-unter-Wasser-Tweet) bisher seit dem 17. Oktober 2008 25 weitere Twitkrits veröffentlicht.

Medienumbruch Twitter

Bin schwer beeindruckt von diesem Bekenntnis zu Twitter. Es steckt viel Wahres in der persönlichen Erfahrung von Stephan Noller:

Ich kann jedenfalls feststellen, dass es bei mir persönlich zu einem der gravierendsten Medienumbrüche geführt hat den ich bisher überhaupt erlebt habe. Und ich habe das Gefühl derzeit, dass es nachhaltig ist und noch nicht am Ende. Es hat die Lektüre von spon fast verdrängt. Es verdrängt email. Es verdrängt Fernsehen. Es ist lustig, unterhaltsam, geistreich, anregend, informativ. Ich habe viele sehr sehr nette und tolle Leute kennengelernt über twitter (und das was dazugehört). Ich habe wegen twitter letztlich sogar wieder angefangen zu bloggen.

Weiter beim Nollar: «Was ist eigentlich Twitter?»

In den 15 Jahren, in denen ich jetzt im Internet unterwegs bin, ist Twitter auch für mich die faszinierendste Entdeckung. Und das hätte ich vor zwei Jahren, als ich – damals noch sehr skeptisch – damit anfing, auch nicht gedacht.

Robin Cumpl stellt Twitter im Morgenmagazin vor

Heute morgen war – wie gestern bereits angekündigt – Twitter das Service-Thema im ARD-Morgenmagazin. Ich hab die Frage-und Antwort-Runde um 8:20 Uhr gesehen und danach mal in den Chat (8:30-9:00Uhr) reingeschaut, um zu erfahren, welche Fragen die Leute so stellen. Hier kann man die erste Twitter-Service-Einheit von 5:50 Uhr sehen: Video der Sendung.

Twitter im ARD-Morgenmagazin

Ich finde der als Experte geladene Journalist, Robin Cumpl, hat seine Sache ganz gut gemacht. Ist ja nicht so einfach in der Kürze den Menschen Twitter näher zu bringen. Mit @rcumpl, so heißt sein eigens für das MoMa eingerichteter Twitteraccount, hatte ich gestern ein paar Tweets (und anschließend auch Mails) ausgetauscht.

Vierte Twitterlesung in Berlin

Twitterlesung in Berlin

Morgen gibt es in Berlin die vierte Twitterlesung. Mit dem fast vollständigen1 Twitkrit-Team. Und mit Sascha Lobo. Moderiert vom Neu-Hamburger Jan Schmidt. Für Twittergenuß und Unterhaltung vom feinsten ist also gesorgt. Auch wer nicht an der republica teilnimmt, kann hingehen. Und sollte es auch, denn: was die Kollegen vorbereitet haben und morgen Abend präsentieren werden, wird sicher wieder großartig sein. Hier kann man nochmal in die Twitterlesung in Hamburg, bei der ich im Januar mitgemacht habe, reinschauen: Die Videos der Twitterlesung Hamburg.

Berliner und Berlin-Besucher geht hin! Ihr werdet es nicht bereuen. Donnerstag, 2. April 2009, ab 21 Uhr. In der Kalkscheune im Großen Saal, Johannisstraße 2, 10117 Berlin. Alle Infos auf Twitterlesung.de.

Update 3.4.09: Die Twitterlesung kann hier nachträglich angeschaut werden: make.tv – Twitterlesung auf der republica.

  1. Es fehlt nur einer, nämlich ich. Lieder habe ich zur Zeit zu viel Arbeit und war im Vorfeld zuviel unterwegs, um an der Vorbereitung der Twitterlesung mitwirken zu können []
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