Neue Linke in Lateinamerika

Grenze Mexicali-Calexico
Foto: Mexicali-Calexico von blorges

Deutschlandfunk startet heute eine sechsteilige hochinteressante Interview-Reihe zum Thema «Neue Linke in Lateinamerika» die in Gesprächen mit Historikern, Schriftstellern und Soziologen unter anderem folgende Fragen stellt und zu beantworten versucht:

Gibt es also vielleicht gar keine Neue Linke in Lateinamerika? Oder stimmt das Etikett nicht? Was für politische Konzepte verfolgen Präsidenten wie Néstor Kirchner in Argentinien, Michelle Bachelet in Chile, Evo Morales in Bolivien, Hugo Chávez in Venezuela oder Daniel Ortega in Nicaragua?


Heute ging es los mit Mexiko, dem Land, in dem ich mein Spanisch gelernt habe und dessen aktuelle politische Entwicklung ich mit besonderem Interesse verfolge. Javier Garcíadiego war im Januar zu Besuch in Hamburg, hat sich dort auch die Linga-Bibliothek in der Stabi Hamburg angeschaut, eine Forschungsbibliothek zu Lateinamerika. Garciadiego, einer der bedeutendsten Historiker Mexikos, gleichzeitig Präsident des renommierten Forschungsinstitutes Colegio de México, nimmt in dem 30-minütigen Interview Stellung zur momentanen Lage des Landes und zur Situation der Linken in Lateinamerika. Ein Foto und Infos zu Garciadiego im Artikel der mexikanischen Tageszeitung La Jornada: «Javier Garciadiego, director del Colmex».

1. Revolution ohne Demokratie (Mexiko)
Der mexikanische Historiker Javier Garcíadiego Dantán im Gespräch mit Peter B. Schumann

2006 hat sich die politische Landschaft Lateinamerikas durch einen Wahlmarathon in vielen Ländern wesentlich verändert. Fast überall herrschen linke Regierungen. Die Zeit, in der es nur ein Credo, nämlich den Neoliberalismus gab, scheint zu Ende. Andererseits ist eine konsequent sozialdemokratische oder gar sozialistische Politik, also das, was man gemeinhin unter “links” versteht, nur in Ansätzen zu erkennen und von Land zu Land verschieden.

Das ganze Interview (30 min.) ist hier zu hören:
Medium: MP3
Link: MP3

Nächsten Sonntag (18.2.07, 9:30 -10 Uhr) geht es weiter mit einem Interview mit dem brasilianischen Soziologen Laymert García dos Santos. Ich werde die folgenden 5 Gespräche fortlaufend hier verlinken. Wenn ihr darüber informiert werden möchtet, könnt ihr meinen RSS-Feed abonnieren. (Was ein RSS-Feed ist und wie so etwas geht, steht übrigens immer oben rechts in meinem Blog «Wie abonniert man Webseiten?»).

Update 19.02.07, 11:40 Uhr: Leider bietet der DLF auf seinen Seiten keinen Mitschnitt des Programmes von gestern zum Nachhören an: Wachstum ohne Sozialreform – Gespräch mit dem brasilianischen Soziologe Laymert García dos Santos. Und leider habe ich mich auf diesen Service des Senders verlassen und den Beitrag gestern nicht aufgezeichnet. Für nächste Woche ist deshalb der Radiotimer bereits zur Aufnahme programmiert: Teil 3. beschäftigt sich mit der «Allmacht des Peronismus», im Gespräch mit der argentinischen Kultursoziologin Beatriz Sarlo.

2. Wachstum ohne Sozialreform (Brasilien)
Der brasilianische Soziologe Laymert García dos Santos:
Update 21.02.07, 18:15 Uhr: Nun steht auch der 2. Teil (Brasilien) im Netz. Danke, Carmen, für den Hinweis per E-Mail.
Medium: MP3
Link: MP3Medium:

3. Allmacht des Peronismus (Argentinien)
Die argentinische Kultursoziologin Beatriz Sarlo:
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4. Das Volk an der Macht? (Bolivien)
Der bolivianische Soziologe Fernando Calderón:
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5. Zerstörung der Utopie von innen (Nicaragua)
Der nicaraguanische Schriftsteller Sergio Ramírez:
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6. Links, autoritär, national (Venezuela)
Die deutsch-venezolanische Historikerin Dorothea Melcher (Universidad de los Andes):
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Die Reihe zur Neuen Linken in Lateinamerika wurde am 18.03.2006 mit Folge 6 abgeschlossen.

5 Gedanken zu “Neue Linke in Lateinamerika

  1. Hallo! Heute bin ich zu dieser Reihe gekommen, die leider nicht mehr zum Herunterladen zur Verfügung steht. Könnte ich irgendwie trotzdem die Hördateien bzw. Abschriften der jeweiligen Folgen haben? Vielen Dank im Voraus!

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