«Siempre quise trabajar en una fábrica» (dt: Ich wollte schon immer in einer Fabrik arbeiten) von Esteban Crespo aus dem Jahr 2005 dauert 9 Minuten (IMDb-Eintrag).
Netter Kurzfilm, der unter anderem letztes Jahr auf dem Internationalen Kurzfilmfestival von Bilbao gezeigt wurde, und der in dicht gefilmten Bildern klar macht, dass große und kleine Revolutionen oft an ganz alltäglichen Dingen scheitern ;-).
Noch ein paar Worte zum Betrachten und Finden von (nicht nur spanischen) Filmen im Netz: …
Ende Juni 2007 wird der neue Pixar-Animationsfilm Ratatouille in den us-amerikanischen Kinos anlaufen. Seit Monaten gab es schon ein Vorschaufilmchen dazu im Netz zu sehen, doch nun gibt es auch einen offiziellen Trailer zu bestaunen:
Geplanter Filmstart in Deutschland: 2. August 2007 (lt. IMDB). Titel in Deutschland wird auch Ratatouille sein, ein unübersetzbares Wortspiel, aber rudimentäre Fremdsprachenkenntnisse lassen die Originalität des Titels immer noch erkennen.
Wer den Trailer lieber in besserer Qualität genießen möchte, wird auf der Homepage des Films fündig. Einen Wikipedia-Artikel in deutscher Sprache gibt es auch.
Die Erfolge für das spanische Kino gehen weiter, ich komme im Moment gar nicht mehr nach, darauf hinzuweisen ;-).
Der bereits im November hier vorgestellte Film «Ficció» des katalanischen Regisseurs Cesc Gay (Jahrgang 1967, aus Barcelona) hat in Argentinien den wichtigsten Filmpreis des Festivals von Mar del Plata, den Astor de Oro, gewonnen. Der Streifen behandelt die Sehnsüchte und Probleme der 40-Jährigen. ¡Felicidades Cesc!
El País berichtet im Artikel «‘Ficció‘ de Cesc Gay, Astor de Oro en el festival de Mar de Plata»:
La película de Cesc Gay recoge un tema común a varios filmes del festival: la crisis creativa de un director de cine (interpretado por el catalán Eduard Fernández) que busca la inspiración perdida y los sentimientos de confusión, angustia o soledad que sufren los hombres y mujeres que alcanzaron los cuarenta años.
Gestern ein Filmerfolg eines Regisseurs aus dem Baskenland, heute eine Filmtrophäe an einen Filmschaffenden aus Katalonien: Spanien, ein reiches Regionenland der Regietalente (ich zahle 5 Euro an die Alliterationskasse).
Nettes Detail am Rande aus deutscher und georgischer Sicht (wir haben ja auch unsere Filmregionen): die in Deutschland lebenden Georgier Dito Tsintsadze und Zaza Rusadze gewinnen den Drehbuchpreis in Mar del Plata mit ihrem Film «Der Mann von der Botschaft». Der Film wurde bereits 2005 gedreht und ist im letzten Jahr in Locarno mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet worden (s. filmportal.de).
Der baskische Regisseur Félix Viscarret (Jahrgang 1975, aus Pamplona) gewinnt mit seinem Film «Bajo las estrellas» den Preis des Filmfestivals von Málaga. In dem von Fernando Trueba produzierten Film spielen die in Spanien (und unter Kennern des iberischen Kinos auch bei uns) sehr bekannten Schauspieler Emma Suárez und Alberto San Juan mit.
Originell finde ich die Tatsache, dass der Regisseur auf seinem YouTube-Account felixvisc verschiedene Versionen eines möglichen Trailers (Variante A, Variante B) für seinen Film vorgestellt hat und die Besucher des Videoportals haben sich in einer E-Mail-Abstimmung für diesen (B) entschieden, der jetzt offizieller Trailer des Films geworden ist (Trailerauswahl in Zeiten des Web 2.0, quasi):
In einem lesenswerten Interview im «Diario de Navarra» wurde der bereits mehrfach prämierte Félix Viscarret (u.a. für den Kurzfilm Dreamers, Berlinale 1999) nach seinem Traum gefragt und gab eine klasse Antwort:
Me gustaría vivir en un mundo más tranquilo, en el que todos tuviéramos más claro que el sentido de estar en este planeta Tierra es disfrutar y pasarlo bien. Hombre, decir «paz en el mundo» va a sonar a que soy una Miss Universo cogiendo el premio, pero es así.
Auf deutsch: Ich würde gerne in einer ruhigeren Welt leben, in der uns allen klar wäre, dass der Sinn des Lebens auf dem Planeten Erde darin liegt, die Zeit zu genießen. Zu sagen «Frieden auf der Welt», hört sich an, als wär ich eine Miss Universum, die ihren Preis abholt, aber genau das ist es.
Nun denn, jetzt kann er sich erstmal seinen Preis auf dem Festival in Málaga abholen, heute Abend ab acht, im Teatro Cervantes in Málaga, wo der Film mit der heutigen Preisverleihung einen großen Triumph feiert: Bester Film, Bester Schauspieler (Alberto San Juan), Bestes Drehbuch, ganz schön abgeräumt! Alles nochmal nachzulesen auf der Website des Festival de Málaga oder im El País-Artikel «‚Bajo las estrellas‘ triunfa en el Festival de Málaga». Update 18.03.07: El País berichtet heute auch von der gestrigen Preisverleihung: «Viscarret triunfa en el Festival de Málaga con su primer largometraje».
Bei dem Kurzfilm «El viaje» (‚Die Reise‘) von Toni Bestard stimmt einfach alles: Rhythmus, Dialoge, Bilder. Wer kein Spanisch kann, sollte ihn sich unbedingt zweimal anschauen: erst die englischen Untertitel mitlesen und dann nochmal reinschauen und auf die Bilder achten. Lohnt sich.
Für seinen neuesten Kurzfilm «Equipajes» (Gepäck) war er für den Goya 2007 (‚Bester Kurzfilm‘) nominiert, gewonnen hat aber «A ciegas» von Salvador Gómez Cuenca. Einen Trailer zum neuen Kurzfilm kann man auch auf YouTube, auf dem Account des Regisseurs (!) betrachten: Trailer Equipajes. Das ist übrigens das erste Mal, dass ich einen Trailer für einen Kurzfilm sehe. Schaut gut aus, würde ihn gerne komplett sehen.
Diario Vasco hatte den mallorquinischen Regisseur Toni Bestard (Jahrgang 1973) im Januar in San Sebastián interviewt: Dort sagt er das, was alle Kurzfilmregisseure sagen: «Con los cortos aprendo, para el largo hay que estar preparado» (dt.: ‚Mit den Kurzfilmen lerne ich, um für den Langfilm vorbereitet zu sein‘). Auf den ersten langen Film von Toni Bestard darf man gespannt sein. Bis dahin lässt sich sein weiteres Schaffen in seinem Blog verfolgen: «El Rincón del Sapo».
Ausdruck des großen Interesses am Oscar-Gewinner «Das Leben der Anderen» ist, dass «The Lives of Others» zur Zeit häufig in der Liste der zuletzt gesuchten Trailer in der Trailer-Suchmaschine Video Detective Movie Search auftaucht.
Auf den spanischen Trailer zu «La vida de los otros» habe ich ja schon zum Filmstart in Spanien vor zwei Wochen hingewiesen.
Todas las promesas de mi amor
Se irán contigo.
Me olvidarás, me olvidarás.
Junto a la estación lloraré
Igual que un niño.
Cria Cuervos (dt. Züchte Raben) ist vielleicht einer der schönsten spanischen Filme überhaupt und für mich der beste von Carlos Saura. Die Szene, in der die Kinder, alleine zuhause die Schallplatte von Jeanette mit dem Lied Por qué te vas auflegen und dazu tanzen, vergisst niemand mehr, der diesen Film gesehen hat. Geraldine Chaplin und Ana Torrent sind ganz groß in dem Film aus dem Jahr 1976.
Szene aus dem von mir übersetzten deutsch untertitelten Film
„Anabel“ von Jana Bukova (nach „Diario para un cuento“ von
Julio Cortázar, Argentinien, 1998) mit Silke in der Hauptrolle.
Seit sechs Wochen gibt es das Bremer Sprachblog, das ich mit großem Interesse lese. Es zeigt sich, dass Linguistik keineswegs eine trockene oder gar langweilige Materie ist. Die Beschäftigung mit Sprache (der eigenen oder einer fremden) ist durchaus spannend und im Sprachblog werden viele Facetten des Themas angerissen.
Heute wird dort auf eine im Herbst startende Filmreihe Fremde Sprachen im Spielfilm hingewiesen, das zweite Projekt der Bremer Linguisten zum Jahr der Geisteswissenschaften. Das erste Projekt ist das Blog selbst.
Und voll des Lobes bin ich für ein Plädoyer der Sprachblogger, das mir auch sehr am Herzen liegt, ein Plädoyer für OmU:
Darum mein Appell an die Programmdirektoren der deutschen Fernsehsender: Versuchen Sie es doch mal mit O(riginal)m(it)U(ntertiteln)! Oder nutzen Sie bitte wenigstens die technische Möglichkeit des Zweikanaltons nicht nur für jeden 50. Film. Das kann so teuer nicht sein, wenn Sie die zweite Tonspur nicht produzieren, sondern nur mit ausstrahlen müssen! Ich würde auch den Lehrerverbänden raten, sich dafür einzusetzen, denn je öfter man eine Sprache hört, desto schneller lernt man sie.