Kino

‚Bajo las estrellas‘ von Félix Viscarret gewinnt in Málaga

Filmplakat 'Bajo las estrellas' Der baskische Regisseur Félix Viscarret (Jahrgang 1975, aus Pamplona) gewinnt mit seinem Film «Bajo las estrellas» den Preis des Filmfestivals von Málaga. In dem von Fernando Trueba produzierten Film spielen die in Spanien (und unter Kennern des iberischen Kinos auch bei uns) sehr bekannten Schauspieler Emma Suárez und Alberto San Juan mit.

Originell finde ich die Tatsache, dass der Regisseur auf seinem YouTube-Account felixvisc verschiedene Versionen eines möglichen Trailers (Variante A, Variante B) für seinen Film vorgestellt hat und die Besucher des Videoportals haben sich in einer E-Mail-Abstimmung für diesen (B) entschieden, der jetzt offizieller Trailer des Films geworden ist (Trailerauswahl in Zeiten des Web 2.0, quasi):


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In einem lesenswerten Interview im «Diario de Navarra» wurde der bereits mehrfach prämierte Félix Viscarret (u.a. für den Kurzfilm Dreamers, Berlinale 1999) nach seinem Traum gefragt und gab eine klasse Antwort:

Me gustaría vivir en un mundo más tranquilo, en el que todos tuviéramos más claro que el sentido de estar en este planeta Tierra es disfrutar y pasarlo bien. Hombre, decir «paz en el mundo» va a sonar a que soy una Miss Universo cogiendo el premio, pero es así.
Auf deutsch: Ich würde gerne in einer ruhigeren Welt leben, in der uns allen klar wäre, dass der Sinn des Lebens auf dem Planeten Erde darin liegt, die Zeit zu genießen. Zu sagen «Frieden auf der Welt», hört sich an, als wär ich eine Miss Universum, die ihren Preis abholt, aber genau das ist es.

Nun denn, jetzt kann er sich erstmal seinen Preis auf dem Festival in Málaga abholen, heute Abend ab acht, im Teatro Cervantes in Málaga, wo der Film mit der heutigen Preisverleihung einen großen Triumph feiert: Bester Film, Bester Schauspieler (Alberto San Juan), Bestes Drehbuch, ganz schön abgeräumt! Alles nochmal nachzulesen auf der Website des Festival de Málaga oder im El País-Artikel «‚Bajo las estrellas‘ triunfa en el Festival de Málaga».
Update 18.03.07: El País berichtet heute auch von der gestrigen Preisverleihung: «Viscarret triunfa en el Festival de Málaga con su primer largometraje».

Kino, Spanisch, Video

Kurzfilm ‚El Viaje‘ von Toni Bestard


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Bei dem Kurzfilm «El viaje» (‚Die Reise‘) von Toni Bestard stimmt einfach alles: Rhythmus, Dialoge, Bilder. Wer kein Spanisch kann, sollte ihn sich unbedingt zweimal anschauen: erst die englischen Untertitel mitlesen und dann nochmal reinschauen und auf die Bilder achten. Lohnt sich.
Für seinen neuesten Kurzfilm «Equipajes» (Gepäck) war er für den Goya 2007 (‚Bester Kurzfilm‘) nominiert, gewonnen hat aber «A ciegas» von Salvador Gómez Cuenca. Einen Trailer zum neuen Kurzfilm kann man auch auf YouTube, auf dem Account des Regisseurs (!) betrachten: Trailer Equipajes. Das ist übrigens das erste Mal, dass ich einen Trailer für einen Kurzfilm sehe. Schaut gut aus, würde ihn gerne komplett sehen.

Diario Vasco hatte den mallorquinischen Regisseur Toni Bestard (Jahrgang 1973) im Januar in San Sebastián interviewt: Dort sagt er das, was alle Kurzfilmregisseure sagen: «Con los cortos aprendo, para el largo hay que estar preparado» (dt.: ‚Mit den Kurzfilmen lerne ich, um für den Langfilm vorbereitet zu sein‘). Auf den ersten langen Film von Toni Bestard darf man gespannt sein. Bis dahin lässt sich sein weiteres Schaffen in seinem Blog verfolgen: «El Rincón del Sapo».

Kino, Spanisch, Video

‚Por qué te vas‘ aus ‚Cria Cuervos‘


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Todas las promesas de mi amor
Se irán contigo.
Me olvidarás, me olvidarás.
Junto a la estación lloraré
Igual que un niño.

Cria Cuervos (dt. Züchte Raben) ist vielleicht einer der schönsten spanischen Filme überhaupt und für mich der beste von Carlos Saura. Die Szene, in der die Kinder, alleine zuhause die Schallplatte von Jeanette mit dem Lied Por qué te vas auflegen und dazu tanzen, vergisst niemand mehr, der diesen Film gesehen hat. Geraldine Chaplin und Ana Torrent sind ganz groß in dem Film aus dem Jahr 1976.

Ein paar Links, jeder einen Klick wert:

Kino, Musik, Spanisch, Video

Bremer Sprachblog: Plädoyer für OmU

Szene aus der Cortázar-Verfilmung 'Anabel'
Szene aus dem von mir übersetzten deutsch untertitelten Film
„Anabel“ von Jana Bukova (nach „Diario para un cuento“ von
Julio Cortázar, Argentinien, 1998) mit Silke in der Hauptrolle.

Seit sechs Wochen gibt es das Bremer Sprachblog, das ich mit großem Interesse lese. Es zeigt sich, dass Linguistik keineswegs eine trockene oder gar langweilige Materie ist. Die Beschäftigung mit Sprache (der eigenen oder einer fremden) ist durchaus spannend und im Sprachblog werden viele Facetten des Themas angerissen.
Heute wird dort auf eine im Herbst startende Filmreihe Fremde Sprachen im Spielfilm hingewiesen, das zweite Projekt der Bremer Linguisten zum Jahr der Geisteswissenschaften. Das erste Projekt ist das Blog selbst.
Und voll des Lobes bin ich für ein Plädoyer der Sprachblogger, das mir auch sehr am Herzen liegt, ein Plädoyer für OmU:

Darum mein Appell an die Programmdirektoren der deutschen Fernsehsender: Versuchen Sie es doch mal mit O(riginal)m(it)U(ntertiteln)! Oder nutzen Sie bitte wenigstens die technische Möglichkeit des Zweikanaltons nicht nur für jeden 50. Film. Das kann so teuer nicht sein, wenn Sie die zweite Tonspur nicht produzieren, sondern nur mit ausstrahlen müssen! Ich würde auch den Lehrerverbänden raten, sich dafür einzusetzen, denn je öfter man eine Sprache hört, desto schneller lernt man sie.

Kino, TV, Übersetzen

Osama auf arte


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Der Golden-Globe-Gewinnerfilm von 2004, Osama von Siddiq Barmak wird heute abend auf arte (22:25 – 23.45 Uhr) gezeigt.

„Osama“ ist der erste Spielfilm, der nach dem Ende des Taliban-Regimes in Afghanistan zustande kam. Ausschließlich mit Laiendarstellern realisiert, erzählt er in eindringlichen Bildern vom alltäglichen Terror des Regimes und konzentriert sich dabei vor allem auf das Schicksal der unterdrückten Frauen, denen, in Käfige oder Harems gesperrt, keinerlei Freiraum bleibt.

Wer den Film heute Abend nicht sehen oder aufzeichnen kann: er wird nächste Woche, am 8.03.07 (am Weltfrauentag), um 1:15 Uhr wiederholt.
Ich möchte diesen Hinweis mit dem Zitat von Nelson Mandela beenden, das auch zu Beginn des Films gezeigt wird: «Ich werde verzeihen. Aber ich werde nie vergessen».

Kino, TV, Video

Berlinale-Blog der besonderen Art

Solange es Menschen gibt
… kann man froh sein, wenn sie solche Texte schreiben und solche Bilder zeigen. Ein außergewöhnlich gutes Berlinale-Blog. Geschmackssache, klar.

Eine Kostprobe gefällig? So schreibt Aljoscha Weskott über den im Forum laufenden Film «Village People Radio Show» des malaysischen Regisseurs Amir Muhammad:

Auch in seinem aktuellen Berlinalebeitrag Village People Radio Show ist der konzeptuelle Eifer umwerfend, versteht es Muhammad doch, Bilder der Geschichte in den Leerstellen der Gegenwart auszuspüren, dem Frieden von heute zu misstrauen und mit poetischen Bildern zu konterkarieren. Das ist keine elegante Sehnsuchtsprosa, sondern ein politisches Fabulieren in Radiowellen, Shakespeareadaptionen und Ausschnitten der Alltagswelt an der malaysisch-thailändischen Grenze; immer tragisch, verlustreich, verspielt und alltäglich verregnet.

aus Aljoscha Weskott: «Regen, Wasser, Dunst und Tränen: Muhammad, Warhol, Smith und Lady Chatterley»

[via malorama]

Artikel, Kino

Das Leben der Anderen – La vida de los otros

«Das Leben der Anderen» kommt unter mit Titel «La vida de los otros» übermorgen in Spanien in die Kinos. Wer einmal einen spanischen Trailer zu einem deutschen Film sehen möchte, bewege seine Maus 5 cm nach unten, klicke ins Video und lausche den beiden spanisch synchronisierten Ulrichs (Mühe und Tukur):


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Aus dem Off-Text des Trailers:

En un sistema rigido por el miedo – nadie está seguro.

Florian Henckel von Donnersmarck ist nicht nur der Name des Regisseurs, sondern auch eine echte Herausforderung für jeden Spanischsprechenden.

[via moonfleet, dort mit nettem Kommentar]

Kino, Spanisch, Video
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