Elektroschrott in Wort & Bild

Wo landen unsere Schrottfernseher?

In dieser Woche habe ich auf Panorama einen Beitrag gesehen, der mich erschüttert hat. Man hört zwar immer wieder, dass Elektroschrott aus Europa statt recycelt zu werden nach Afrika verkauft wird, aber das Ausmaß dieses kriminellen Handel(n)s war mir nicht bewusst.

Jedes Jahr fallen in Deutschland Millionen Tonnen Elektroschrott an. Ein Großteil landet nicht im Recyclingmüll, sondern verschwindet einfach. “Panorama – die Reporter” und das Rechercheteam von “Follow the Money” wollten wissen wohin. Also wurden kaputte Fernseher mit Peilsendern ausgestattet – die Spur führt nach Afrika.

Der 30-minütige Beitrag kann auf der Website von Panorama (leider nur) für kurze Zeit nachgeschaut werden.
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Philip Bloom: Mit der Drohne über ‘Koh Yao Noi’

Koh Yao Noi from Philip Bloom.

Drohnen-Videos sind ja nun gar nicht mehr so selten. Mich faszinieren sie aber immer noch. Vogelgleich über Gebäude, Landschaften und Menschen zu fliegen, hat etwas Faszinierendes. Wenn einen so ein Drohnenfilmchen dann auch noch an exotische Orte mitnimmt, haben sie ihren ganz besonderen Reiz. Auf der thailändischen Insel Koh Yao Noi hat der Filmemacher Philip Bloom diese faszinierenden Aufnahmen gemacht.

Szene aus Philip Blooms 'Koh Yao Noi'

Die Momente, wenn der kleine Junge über den Steg läuft, sind extrem beeindruckend. Alles aufgenommen mit der Kamera GoPro Hero 3+. Welche weitere Technik Philip Bloom dabei eingesetzt hat und wie er vorgegangen ist, beschreibt er ausführlich auf philipbloom.net.

Ich weiß ja nicht, ob meine Badminton-Mitspielerin Verena auf ihrer Weltreise auch nach Koh Yao Noi kommt, aber ich würde es ihr wünschen, dass sie diesen bezaubernden Ort live sieht. Jedenfalls ist sie gerade “nebenan” in Vietnam und sie bloggt auch lesenswert über ihre Tour um die Welt: Verena’s Big Trip.

[via GLASS]

Plastikmüll in den Ozeanen

It’s a plastic world – German from It's a plastic world on Vimeo.

Es ist erschreckend, wie der Großteil unseres Plastikmülls «entsorgt» wird. Er wird einfach ins Meer gekippt. Das ist alles so pervers. Es gibt jetzt sogar schon Plastik-Einlagerungen in Gestein. Das nennt sich dann Plastiglomerat, siehe Wikipedia. Wo immer wir also Plastik vermeiden können, sollten wir das tun. Und es gibt auch Lösungen, wie das in Zukunft besser werden könnte mit der Plastik-Entsorgung.

Im Tagesspiegel ist vor ein paar Tagen ein Artikel dazu veröffentlicht worden: Ein 19-jähriger Niederländer hat mit einem kleinen Prototypen seines Meeresfilters eine halbe Tonne Müll aus dem Meer gezogen.

300 Kilometer lange schlauchartige „Fangarme“ sollen alle vier Kilometer am Meeresgrund befestigt werden und die ohnehin existierenden Strömungen ausnutzen, um Plastikmüll zu sammeln. Die Teile, die größer als 3,5 Millimeter sind, soll das System nach den Berechnungen Slats und seiner rund 100 Mitstreiter zu etwa 80 Prozent festhalten können. Der Müll müsste dann in regelmäßigen Abständen mit einem Schiff abgeholt und an Land verarbeitet werden.

Ein nicht ganz unumstrittenes Verfahren. Über den jungen Niederländer und andere, die nach Lösungen suchen, was gegen den Plastikmüll in unseren Meeren getan werden könnte, berichtet Dagmar Dehmer in ihrem Artikel «Die Müllfischer».

[via esse est percipi]

Musikalische Zeitmaschine & ein Blick zurück ins frühe Internet

nostalgia-machine

Netter Tipp von Byte.fm: Nostalgia Machine ist die musikalische Zeitmaschine, in der man sich in ein bestimmtes Jahr zurückbeamen kann. Die Hits des Sommers 1984 wieder (oder erstmals) hören? Was war in den 90ern nochmal angesagt? Nette Streifzüge durch die eigene musikalische Erinnerung. In Deutschland natürlich immer wieder ausgebremst durch das dusselige «Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar…». Doch dafür gibt’s ja – wie Anfang des Jahres schon mal vorgestellt – das die unsinnigen Ländersperren aufhebende und weltweit von fast 4,5 Millionen Menschen genutzte Browser-Plugin Zen Mate.

kommentare-internetzeitmasc Apropos Zeitmaschine: in meinem Blog-Artikel Internet-Zeitmaschine kann man selbiges Gefühl für das Internet bekommen (wir gehen dort zurück in das frühe Internet-Jahr 1994), mit hoch interessanten Kommentaren, denn der Artikel ist aus dem Jahr 2007, aus einer Zeit, als man noch Kommentare unter Blogartikel schrieb. 😉

«Mit Tango sind wir zu dritt» – in Singapur verboten

Eigentlich eine wunderschöne Kindergeschichte: zwei männliche Pinguine im Zoo des Central Park von New York City brüten ein Ei aus und kommen so zu ihrem gemeinsamen Kind mit Namen Tango. Doch in Singapur haben sich konservative Eltern über das moderne Familienbild mit gleichgeschlechtlichen Eltern beschwert und das Kinderbuch wurde aus dem Leihverkehr gezogen und ist nur noch in der Erwachsenensektion ausleihbar. «And Tango Makes Three» («Mit Tango sind wir zu dritt») ist in dem Land, in dem Homosexualität verboten ist, seitdem nicht mehr von Kindern ausleihbar. Unfassbar. Dabei ist die Thematik, die übrigens auf wahren Begebenheiten beruht, sehr kindgerecht aufbereitet und kann nur von sehr rückständigen Köpfen als schädlich für die Kinder eingestuft werden. In Singapur (und auch weltweit) gab es Proteste dagegen:

Singapore has stopped its national library from destroying two children’s books with gay themes, after an outcry over literary censorship in the tightly regulated city-state.
[…]
About 400 people including parents gathered at a library branch last weekend to read the books to their children as a show of protest.

And Tango Makes Three

[via Papel en blanco & Guardian]

Lernen im digitalen Klimawandel

Die Bildung und das Netz – Lernen im digitalen Klimawandel from pb21 on Vimeo.

Martin Lindner, von dem hier schon mal bei der Vorstellung seines Buchprojektes «Die Bildung und das Netz» die Rede war, im Interview mit Jöran Muuß-Merholz. Inhalt des Gespräches ist eine interessante These Lindners: er überträgt die Vor- und Nachteile, die der Klimawandel mit sich bringt, auf den Bildungssektor. Wir sehen uns einem digitalen Wandel ausgesetzt, der mit der Einführung der Personalcomputer vor 30 Jahren und mit dem Einzug des Internets in den Bildungsbereich (vor allem in den vergangenen 10 Jahren) eine immer schnellere Entwicklung in Gang gesetzt hat. Wir stehen quasi am Anfang einer Entwicklung, di nun immer schneller voran schreiten wird. Wie kann eine Institution wie die Schule (und – so frag eich mich eine Institution wie die Bibliothek), die trotz Wandels immer noch alte Formen des Wissens verwaltet, damit umgehen, dass der Ort des Wissens im Netz liegt. Vom Einzelnen wird immer mehr selbstständiges Lernen erwartet. Auch hier stellt sich die Frage, wie man mit diesem Paradigmenwechsel im Bildungsbereich umgehen soll.

Jöran Muuß-Merholz & Martin Lindner

Was für eine großartige Idee, dieses Interview vor einem Pinguin-Gehege zu drehen. Und das schreibe ich nicht, weil ich Pinguine so mag, sondern weil es wirklich auch einen inhaltlichen Bezug zu dem Interview gibt. Pinguine sind sehr anpassungsfähige Lebewesen, was sie im Klimawandel schon unter Beweis gestellt haben. Der Mensch des 21. Jahrhunderts muss sich angesichts des digitalen Klimawandels auch anpassen.

[via G+ Jöran Muuß-Merholz]

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