Internet-(In-)Kompetenz der Politik

Kinder fragen einige Politiker zum Thema Internet und PC.

Ohne Worte. Nur soviel: ich habe dieses Video nicht ohne ein gewisses Entsetzen gesehen.
Und Eines muss ich doch noch dazu sagen: Dass die Bundesjustizministerin Zypries nicht weiß, was ein Browser ist, lässt ihre Postion im Rahmen der Urheberrechtsnovelle, wo sie Wissenschaftlern Artikel nur per Post oder Fax zubilligt (siehe Meldung ZBMed), in einem ganz besonderen – und aus ihrer Perspektive nur logischen – Licht erscheinen.

Sicherlich hat die Mehrzahl der Politikerinnen und Politiker eine höhere Internetkompetenz als die von den Kinderreportern in obigem Video vorgeführten. Doch da, wo das Thema Internet so stark in die Themenschwerpunkte der Ministerien, wie etwa in dem geschilderten Fall des Bundesjustizministeriums hineinreicht, ist diese offensichtliche Ignoranz ein Skandal.
[via sabbeljan]

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21 Kommentare auf "Internet-(In-)Kompetenz der Politik"

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Quintus
Gast

Das Schlimme ist, es überrascht mich nicht …

Liisa
Gast
Einerseits tatsächlich haarsträubend – andererseits aber auch irgendwie klar, denn wann sollen diese Politiker noch die Zeit finden, sich mit Computer und Internet intensiver zu befassen? Ich weiß, wie voll die Tage solcher Politiker sind, die fallen danach nur noch k.o. ins Bett und dass sie keine Lust haben, wenn sie dann mal Urlaub haben, sich intensiver damit zu befassen ist doch auch verständlich. Natürlich erschreckt der Gedanke, wenn man weiß, dass sie weitreichende Entscheidungen treffen (müssen), die Computer bzw. Internet betreffen aber dafür haben sie dann eben ihre Mitarbeiterstäbe, die aus Menschen bestehen, die sich ggfs. dann mit der… Read more »
Liisa
Gast
Was Brigitte Zypries angeht, stimme ich Dir durchaus zu, dass es wesentlich wünschenswerter wäre, wenn sie mehr Ahnung von der Materie hätte – aber es ist eben leider so, dass viele Minister von Bereichen, mit denen sie aufgrund ihrer Tätigkeit in “Berührung” kommen kaum oder schlicht gar keine Ahnung haben. Deshalb gibt es dann eben die Mitarbeiterstäbe und Fachleute und Spezialisten in den Ministerien. Wenn man bedenkt, dass z.B. der/die Justizminister/in zu allen nur denkbar möglichen Bereichen Gesetzesvorhaben etc. zu schaffen hat, ist klar, dass sie unmöglich über alles auch selber Bescheid wissen können und natürlich werden diejenigen, die sich… Read more »
Liisa
Gast

Auch wieder wahr! smile … und gern geschehen!

MM
Gast
Ich verstehe, was Liisa sagt, Frau Zypries ist sicher eine vielbeschäftigte Frau mit vielen wichtigen Aufgaben, die sie tatkräftig durchsetzt. Aber das Internet gehört zu ihren großen Interessen. Die neue Website des Ministeriums ist ein Beispiel. Sie hatte auch mal ein Weblog, vielleicht nur für die Wahlzeit (man könnte sich aber ein Weblog gut vorstellen, wo z.B. Änderung des Internetauftritts des Ministeriums und andere Links angegeben würden). Sie nennt das Internet als wichtiges Forum öfter als jeder andere Minister, oder? Dann müssten zumindest ihre Mitarbeiter schauen, dass sie sich nicht so blamiert. Was für einen Eindruck macht es, wenn sie… Read more »
Thomas
Gast
Eigentlich ist das ganze Dilemma noch viel schlimmer. Da ich mich in den letzten Jahren sehr mit Politik und ihren Personen beschäftigt habe ist mir aufgefallen, dass diese Menschen mehr mit Programmen und Terminen Ihrer Partei beschäftigt sind, anstatt sich einmal auf den Weg zu machen um mit den Menschen vor Ort zu kommunizieren. Das Internet ist natürlich auch ein gutes Medium um sich über die Menschen zu informieren, aber auch sehr zeitintensiv. Bei Recherchen über politische Parteiarbeit in verschiedenen Ortsverbänden (egal welcher Farbe, außer braun) sind mir aber auch einige schöne Internetauftritte aufgefallen. Hoffen wir auf Besserung. Wahrscheinlich erst… Read more »
Kai
Gast

Hallo Markus, ich habe soeben dieses Video gesehen und bin Fassungslos. Das hätte ich echt nicht gedacht, und dass unsere Bundesjustizministerin das nicht weiß, ist schon fast ein Skandal und zeigt eindeutig, dass die alle eins beherrschen: Sicheres Auftreten bei absoluter Ahnungslosigkeit.

Viele Grüße

Kai

Marco
Gast

ich muss es krasser formulieren: wenn man keine ahnung hat, sollte man sich einfach mal raushalten oder informieren.

wie kann es sein, daß man offenbar kein verständnis hat, aber bei themen wie softwarepatente, security/hackertools, onlinedatenspeicherung, “bundestrojaner” sogar so weit geht, das grundgesetz den eigenen vorstellungen anpassen zu wollen?

hier erwarte ich einfach von den menschen, die die entscheidungen treffen, daß sie sich über die tragweite ihrer entscheidungen bewusst sind und sich informieren.

Aengelchen
Gast

Ich finde es erschreckend, dass die Politiker nicht nur keine Ahnung haben, sondern fast schon damit kokettieren, dass sie sich gar nicht auskennen. Dass sie viel zu tun haben ist in meinen Augen kein Argument, alle anderen Menschen arbeiten auch viel und auch mit Verantwortung. Wenn sie dem Job nicht gewachsen sind, sollten sie zurück zu ihren alten Berfen und das Feld für die räumen, die es vielleicht hinkriegen.

trackback
[…] Normalerweise halte ich nicht viel von solchen Mailings, aber in Anbetracht der Tatsache, dass unsere Volksvertreter dabei sind am Donnerstag einen großen Fehler zu begehen, habe ich sofort eine solche Mail geschickt und möchte diejenigen unter euch, die an einem freien Zugang zu Wissen in Schulen, Hochschulen oder in den Bibliotheken interessiert sind, bitten, sich diesen Text einmal anzusehen und per Mail an die Mitglieder des Bundestages zu schicken. Dass einige der Politikerinnen und Politiker, die nach eigener Aussage nur 1-2mal in ihrem Leben ins Internet gegangen sind, oder nicht wissen was ein Browser ist, hier noch Informationsbedarf haben,… Read more »
Rainer Kuhlen
Gast
Rainer Kuhlen
Auch morgen kann natürlich auch noch der Musterbrief an die Abgeordneten geschickt werden. Zum dem Video noch eine kleine Ergänzung aus dem, wie sagte man früher, “Nähkästchen”: Vor einiger Zeit Frau Zypries darauf angesprochen, dass es angesichts der Medienbrüche nicht nachvollziehbar sei, dass in Bildung und Wissenschaft nicht mit elektronischen Files über die Bibliotheken gearbeitet werden dürfe (52b, aber vor allem 53a), antwortete sie lakonisch: Was wollen Sie, ich habe mein ganzes Studium damit verbracht, in der Bibliothek Texte zu exzerpieren und auf dieser Grundlage mich vorzubereiten und meine Texte zu schreiben, und Sie sehen ja, was aus mir geworden… Read more »
Quintus
Gast

Tolle Meinung aus dem Nähkästchen: Jaja, früher ging das auch. Ganz ganz früher haben unsere Vorfahren im Geäst gehockt und sich die Läuse aus dem Pelz gepickt. Die hatten aber wohl die clevere Idee, dass man auch Dinge verbessern kann wink

Frank
Gast

Das Argument “Dafür hat man seine Leute” kann man so nicht stehen lassen. Information ist die Grundlage für jede politische Entscheidung. Wer sich mit einem der wichtigsten Informationsmedien überhaupt nicht beschäftigt, handelt fahrlässig.
Da könnte ja auch ein Analphabet Minister werden – die Papiere werden vom Mitarbeiterstab geschrieben, Briefe diktiert, Reden auswendig gelernt. Es gibt Minimalstandards, auch im Informationsbereich.

trackback

[…] so frage ich mich, wie ernst kann die Bundesjustizministerin Zypries (die ja auch gerne in der Bibliothek geforscht hat) ihre am 28. Juli 2007 in der Frankfurter Rundschau veröffentlichten Aussagen meinen, wenn […]

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