Kupferstich-“Besprechung”: Kind mit Totenschädel

Wie Salt Ontgaen

Zu meinem Lieblingsbild aus der hier schon einmal ausführlich vorgestellten Ausstellung «Manier, Mythos und Moral – Kupferstich-Entdeckungen in der Stabi» hab ich mal den Text von Sonja Baer aus dem Ausstellungskatalog vorgelesen. Die Stabi hat ihre Kupferstich- und Kartensammlung zum freien Hacken bei Coding Da Vinci eingebracht. Es sind noch neun Wochen Zeit aus den Daten was zu machen. Hoffentlich finden sich noch Entwickler, die aus den 161 faszinierenden Kupferstichen um 1600 etwas bauen wollen. Doch nun zum Bild:

Wie Salt Ontgaen (Knabe mit Totenschädel – Memento Mori – Stabi-Digitalisat: resolver.sub.uni-hamburg.de/goobi/PPN783844042). Es stammt von dem Kupferstecher und Silberschmied Gillis van Couwenbergh, der den Stich nach einer Zeichnung von Abraham Bloemaert (Inventor) angefertigt hat. Das Thema Vergänglichkeit wird kontrastiert durch den Knaben mit dem Engelsgesicht, der den Totenschädel zärtlich umarmt. Im Hintergrund zerrinnt unerbittlich die Lebenszeit in der Sanduhr, vorne die verwelkte Rose. Volle Kanne Vanitas.

Tipp: Den wunderbaren Kupferstich in groß zur genauen Betrachtung in neuem Tab öffnen und das Audiofile mit der Beschreibung im Hintergrund laufen lassen.

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