Obama geht mit Infomercial auf Nummer sicher

Seit zwei Jahren verfolge (und dokumentiere) ich, wie Barack Obama das Internet und seine viralen Strukturen für sein politisches Ziel, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden, einsetzt. Eines der Ergebnisse aus der äußerst erfolgreich umgesetzten und über das Netz organisierten Unterstützungskampagne sind die großen Summen an Spendengeldern, die das Obama-Wahlkampfteam dadurch generiert hat. Einen gewissen Teil dieses Geldes, umgerechnet fast 4 Mio. €, wurde nun zum Abschluss des Wahlkampfes in einen 30-minütigen Fernsehspot investiert. Der wiederum wurde zwar nicht im Netz, sondern ganz herkömmlich im TV ausgestrahlt, aber natürlich ist er auch dank YouTube im Internet zu sehen, so dass auch wir ihn uns anschauen können. Ich habe sein sogenanntes Infomercial, also seinen Mix aus Werbung und Information, aus Zeitgründen noch nicht komplett gesehen, verlinke es mir hier aber schon einmal, um’s mir später nochmal komplett anzuschauen:


Direktlink YouTube

Weitere Informationen zum Informercial von Obama:

Natürlich steht längst fest, dass Obama die Wahlen am Dienstag mit großem Vorsprung gewinnen wird. Doch das Wahlkampfteam von Obama geht mit dem Infomercial auf Nummer sicher, und spricht die letzten Unentschlossenen auf einer sehr emotionalen Ebene an. Wie erbärmlich wirkt dagegen der hilflose Versuch der McCain-Truppe mit einem unmittelbar auf das Infomercial ausgestrahlten Spot den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten als noch nicht bereit für das Amt zu diskreditieren.

4 Gedanken zu “Obama geht mit Infomercial auf Nummer sicher

  1. Wieder einmal sehr beeindruckend! Dagegen wirken unsere sog. “Nachwuchs-Politiker” bzw. “Politiker der nächsten Generation” wie blasse Kasperle.

    Sicher besteht die Gefahr, dass Obama von manchen zu einer Art “Messias” gemacht wird (auch er ist ja nur ein Mensch!) und sicher wird die Umsetzung seiner Pläne und Vorhaben nicht 1:1 erfolgen können. Ich schätze, es wird auch enttäuschte Amerikaner geben aber selbst wenn Obama nur die Hälfte von dem wahrmacht, was er versprochen hat, wäre schon sehr viel erreicht und gewonnen. Es wird sehr spannend sein zu beobachten, wie er sich als Präsident schlagen wird – vorausgesetzt natürlich er gewinnt die Wahlen wirklich.

    Ungelogen, ich fürchte mich jeden Morgen ein bißchen vor den ersten Nachrichten (im Radio), weil ich fürchte, es kommt die Meldung, dass jemand ein erfolgreiches Attentat auf Obama verübt hat.

  2. Beide Gefahren, die Du ansprichst, Liisa, liegen auf der Hand: sowohl die Gefahr, dass in Obama viel zu viel hinein projiziert wird (für mich gleichzeitig der Schlüssel zu seinem Erfolg) als auch die Gefahr, dass er einem Attentat zum Opfer fallen könnte.

    Aber vor allem Ersteres ist das, was – wie Du auch schon schreibst – mit Spannung erwartet werden darf: Wie wird sich Obama in der Realität schlagen, wenn es gilt, die in ihn gesetzten Hoffnungen zu realisieren? Ab Januar 2009 werden wir es erfahren.

  3. Nachdem was ich gehört habe, fanden nicht mal so wenige Zuschauer in den USA diese 30-Minuten-Sendung ziemlich “smug” – selbstgefällig: in Zeiten, in denen viele Menschen ihre Häuser und Jobs verlieren, 4 Millionen für eine Sondersendung rauszuhauen, für die dann auch noch ein Spiel der World Series verschoben wurde – darüber ist wohl nicht jeder so begeistert gewesen. Selbstgefällige, allzu siegessichere Kandidaten mag keiner.

    Dazu stellt sich die Frage, inweiweit die Umfragen bisher vom Bradley-Effekt beeinflusst und verfälscht wurden. Ich fürchte, die Wahl könnte doch enger ausgehen als, vor allem in Europa, manche meinen.

  4. Frau Lorelei: Da haben Sie vollkommen recht, mensch darf sich hier nicht absolut sicher fühlen. Aber alles andere als ein hoher Sieg Obamas würde mich trotzdem überraschen. Dazu ist der Rückhalt den Obama in der us-amerikansichen Bevölkerung hat – vor allem unter der Jugend und den mitteleren Jahrgängen – zu groß. Aber schon klar: wissen werden wir es erst Dienstag- auf Mittwoch-Nacht.

    Da nicht alle wissen, was unter dem Bradley-Effekt zu verstehen ist, geb ich hier noch einen Artikel der FTD zur Aufklärung an:
    Bradley-Effekt – Experten bezweifeln Obamas Vorsprung.

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