Worst case scenario – Auswandern bei McCain-Sieg?

Jonathan Safran Foer Die einzige Zeitung, die ich noch auf totem Papier lese, ist die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Ich freue mich jeden Sonntag darauf. Heute beim Frühstück habe ich zum Beispiel im Feuilleton den Artikel «worst case scenario» mit Interesse gelesen, den ich Euch nun, da er auch online frei zugänglich ist, zur Lektüre empfehlen möchte. Die FASZ hat US-Künstler und Intellektuelle gefragt, was sie täten, wenn McCain die Wahlen am Dienstag gewinnen würde. Besonders gut gefallen hat mir unter Nr. 9 die Antwort von Jonathan Safran Foer (u.a. «Alles ist erleuchtet»), der darauf hinwies, dass mensch ja auch zweimal George W. Bush ohne Auswanderung überstanden habe und der fortführt:

Der Einsatz war nie so hoch, und wir hatten nie einen besseren Kandidaten mit der realistischen Chance, Präsident zu werden. In meiner Lebenszeit hat sich Amerika nie stärker den Idealen verbunden gefühlt, von denen wir als Schulkinder gelesen haben – noch haben wir derart nah am Abgrund gestanden. Was ich tun werde, wenn McCain gewinnt? Er wird nicht gewinnen. Und wenn doch? Er wird es nicht. Aber…Nein.

Alle Statements zum Durchklicken in der FASZ: «worst case scenario».

9 Gedanken zu “Worst case scenario – Auswandern bei McCain-Sieg?

  1. Fragt sich nur, wohin der Rest der Welt auswandern soll. Da bleiben ja nicht allzu viele Möglichkeiten …

    Ich kann mich gerade nicht zwischen 😉 und ;-( entscheiden.

  2. Ich hatte 2002 immer gesagt, wenn Stoiber die Wahl in Deutschland gewinnt, werde ich auswandern. Sie können sich sicher mein Gesicht vorstellen, Herr Quintus, als ich – damals auf dem Filmfestival in San Sebastián – am Wahlabend die Stimme des Bayern im Radio hörte “Wir haben die Wahl gewonnen!” – Ich ging entsetzt und enttäuscht sofort in den nächsten und letzten Film des Tages. Als ich zurückkam, war der Albtraum mit der Vorstellung des Stottermonsters als Bundeskanzler zum Glück vorbei.

    Tja, und wohin der Rest der Welt im Falle des unwahrscheinlichen Wahlsieges von McCain auswandern kann, weiß ich auch nicht. Viele Amis nennen ja Kanada. Ich habe Freunde in Winnipeg, aber leben möchte ich dort auch nicht. 😉

  3. Ja, wie schnell die das Wohnhaus schon besetzt hatte. Und natürlich braucht sie noch eine Finanzfachfrau, sie hat ja nur – ich zitiere: “zwei Ärzte, einen Zahnarzt, einen Anwalt, einen Frisör, einen Karikaturisten, eine Käsefachfrau und einen Spitzenkoch” dabei. 😉

  4. Sehr witzig auch Rufus Wainwrights Antwort: “Wenn McCain gewinnt, ziehe ich in eine Höhle in Pakistan, wo er mit Sicherheit nicht nach mir suchen wird.” ;o) .. und Lily Brets Antwort fand ich auch klasse.

  5. @Ja, Liisa, Wainwrights Auswanderungs-Antwort ist auch gut.

    Beeindruckend ist ja auch, dass fast alle in ihren Statements erstmal betonen, dass McCain nicht gewinnen wird. Hoffentlich haben sie recht.

  6. Der derzeitige Hype, der im Vorfeld der amerikanischen Wahl veranstaltet wird ist ein weltweites Ärgernis, wie ich finde.
    Die Entscheidung ist schon seit langem gefallen und alles was jetzt noch passiert, dient der Spannungshaltung.
    Und selbst wenn McCain gewinnen würde – könnte es schlimmer als mit Bush werden?

  7. Ich sehe das eigentlich genauso wie Jonathan Safran Foer (übrigens ein wirklich toller Autor): McCain WIRD nicht gewinnen. Das kann gar nicht passieren. Hatte den Wahlkampf über das US-Wahlkampfblog blog.prodialog.org eigentlich seit langer Zeit verfolgt und kann mir nicht vorstellen, dass Obamas Kampagne NICHT funktionieren könnte. Und wenn…? Nein, wird nicht passieren ;)!

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