Felix Petersen, Verortungsspezialist

Felix Petersen Über die Bezeichnung Verortungsspezialist musste ich ja schon schmunzeln. Aber was Felix Petersen, Mitbegründer von Plazes (siehe auch Kurzporträt re:publica), sagt, ist kein dummes Zeug. Im Gegenteil. Er erklärt, warum sich Menschen im Internet (manchmal) näher sind, als in der realen Welt. Seht und hört selbst im Videointerview auf ZEIT online.

12 Gedanken zu “Felix Petersen, Verortungsspezialist

  1. Verortungsspezialist!!!??? Meiner Meinung nach gehört schon viel Mut dazu, eine reale Welt zu beurteilen. Für einen normalen Bürger ist das schon dummes Zeug. Es gibt immer noch, Gott sei Dank, einen Großteil unserer Bevölkerung, der sich um REALEN Umgang mit seinen Mitmenschen beschäftigt. Hoffentlich findet man in Zukunft noch Menschen auf der Straße, die nicht jeden Tag einen PC-Schirm vor den Augen haben. Sonst werden diese vielleicht alle noch Verortungsspezialisten. Schöner Beitrag, wie die Welt nicht ist. Ich frage mich, ob der Mann noch real denken kann.

  2. Thomas: Wie gesagt, über den Begriff “Verortungsspezialist” hab ich ja auch geschmunzelt. Aber ich finde, das ist schon richtig, was Felix Petersen da beschreibt, nur eben für viele, die so etwas nicht kennen, schwer nachvollziehbar. Kann ich auch gut verstehen.

    Bei diesem Phänomen, das er richtig beschreibt, also die Nähe im Netz, obwohl die Menschen dabei rein physisch ganz weit voneinander entfernt sind, geht es ja nicht darum, die Nähe und den Kontakt zu den Menschen in seinem persönlichen Umfeld zu ersetzen. Das wäre ja furchtbar und absoluter Blödsinn. Ich habe außerdem die Erfahrung gemacht, dass gerade die Menschen, die im Netz sehr aktiv sind auch in ihren sozialen Kontakten sehr aktiv sind. Sie treffen sich sehr gerne mit Gleichgesinnten, wo und wann immer das möglich ist. Und es wird – wie Petersen andeutet – gerade durch Dienste im Netz wie Twitter noch einfacher, sich auch einmal spontan zu sehen.

    Also nix leere Straßen. 😉

  3. Wobei man natürlich anmerken muss, dass Du Dich in ja in der “Web-Oberschicht” bewegst und diese Menschen Internet eher zu nutzen wissen, als die zahlenmäßig weit überlegenen “weniger gebildeten” (oder wie immer man das nennen mag). Und da kommt es in der Tat oft zu Abschottung von realen Kontakten, denke ich.

  4. @Faustus: Um den Personenkreis, den du hier ansprichst (etwa Leute, die sich in Foren und Gamecommunities “verlieren” und sich dadurch immer mehr von der realen Außenwelt abschotten), geht es Petersen aber nicht, sondern er redet über Phänomene wie Twitter und Plazes und dass das Netz die Möglichkeit bietet, fragmentierte Interessen zusammen zu bringen (die man in seinem “analogen” Freundeskreis vielleicht nicht findet).

  5. Okay, so weit bin ich in der Tat nicht eingestiegen. Und es ist richtig: Geblogge und Getwitter scheinen eher positive Nebenwirkungen zu haben. 🙂

  6. danke für den tipp!
    das netz (für mich: das bloggen) als tool, fragmentierte interessen (bzw die menschen dahinter) zusammen zu bringen, ja diese beobachtung kenne und schätze ich.
    auch weil ich dadurch menschen begegnet bin, denen ich ohne wohl real nicht begegnet wäre.

    nähe im netz entwickeln und zu realer nähe transformieren …

    aber ob ich das wirklich mit “presence broadcasting” brauche?

  7. @Ondamaris: Ja, das mit den fragmentierten Interessen, die gerade in Blogs gerne geteilt werden, hat mich auch sehr überzeugt.

    Und zum “Presence Broadcasting”: ist sicher nicht jedermanns Sache. Ich finde aber auch das manchmal ganz praktisch, betreibe es – im Sinne von Mitteilen, wo man sich gerade befindet – aber nur ab und zu (via twitter).

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