Fremdwörter als Bedrohung für die deutsche Sprache?

Füllfederhalter, Foto: Tomsen Pomsen
Foto: photocase.com

Die Radio-Sendung SWR2 Essay hat sich am Dienstagabend mit dem Thema deutsche Sprache und Fremdwörter beschäftigt:

Ich loade down, du hast upgedated, wir sind outgesourct worden: Anglizismen, auch wenn sie nach Regeln der deutschen Grammatik und Syntax benutzt werden, sind oft unschön und für viele Zeitgenossen ein Ärgernis, schon weil sie Probleme bei der Verwendung und beim Verständnis schaffen.

Wohl wahr. Die klasse Sendung «Gastarbeiter der Sprache» ist zwar leider nicht mehr nachzuhören, aber nachzulesen: Ein 13-seitiges Sendemanuskript wird auf den Seiten des SWR (oben rechts, unter Sendung zum Lesen) zum Herunterladen (deutsches Wort 😉 !) angeboten.
Ein sehr interessanter Text, mit einem beruhigenden Fazit am Ende, den sich alle zu Gemüte führen sollten, die Angst haben, eine Sprache könnte durch den überbordenden Einsatz von Fremdwörtern ihr Gesicht verlieren.
[via Literatur-Café]

3 Gedanken zu “Fremdwörter als Bedrohung für die deutsche Sprache?

  1. Ein sehr interessanter Beitrag! Eines muss ich aber unbedingt noch loswerden. Ich persönlich habe nichts gegen der Integration von Fremdwörtern in der Sprache, z.B. dann, wenn es kein eigenständiges Wort für etwas gibt (oft im naturwissenschaftlichen Bereich oder so). Aber mir scheint es manchmal wirklich, dass manche Autoren (vor allem bemerkbar in der Boulevardpresse) absichtlich mehr Fremdwörter benutzen, und zwar für Begriffe für die es ganz normale Wörter in der gegebenen Sprache gibt, um eine “coolere”, “dem modernen Menschen nah stehende Sprache” vorzutäuschen. Hier in Deutschland ist dieses Problem glaube ich noch nicht so explizit spürbar, aber dieser “Trend” ist in den bulgarischen Medien beispielsweise immer häufiger zu bemerken. Sowas finde ich dann richtig schade.

  2. Wer hat behauptet, dass Medienleute sattelfest in ihrer Sprache sein müssen? Ich gehöre selbst zu dem Verein, deshalb darf ich solch lästerliche Aussprüche tun. Halte persönlich gar nichts davon, Fremdworte zu benutzen, wo sie nicht erforderlich sind. Zum Thema Trend und sprachliche Entwicklung gibts auch hier einen Artikel:
    http://nordnews.wordpress.com/2007/02/21/auf-gut-deutsch/#more-42

    Gemerkt? Ich weigere mich, Apostroph zu setzen, wo keins hingehört 😉

  3. Fremdwörter können in der deutschen Sprache gar nicht so viel Schaden anrichten wie der fahrlässige Gebrauch der deutschen Sprache selbst. Zum Beispiel in Zeitungen. Habe eine erkleckliche Sammlung zusammengetragen, siehe URL.

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