Bedeutung von Bibliotheken in Zeiten des digitalen Wandels

Leonard Novy: Wozu braucht es noch Bibliotheken?

Seit nunmehr 9 Jahren arbeite ich im Bereich Bibliothek. Die Stabi Hamburg hatte mich damals als Hispanisten eingestellt, um die Virtuelle Fachbibliothek cibera an der Schnittstelle zwischen analogen und digitalen Quellen mit aufzubauen. Mittlerweile bin ich in der Stabi, wie hinlänglich bekannt ist, und neulich ausführlich auf «Was machen die da?» gezeigt wurde, auch für Social Media zuständig. Ich werde im Spätsommer mein zweijähriges Masterstudium der Bibliotheks- und Informationswissenschaft abschließen und werde dann, auch was die fachliche Ausbildung anbelangt, in der Welt der Bibliotheken angekommen sein. Bibliotheken kommt in diesen Zeiten des digitalen Wandels eine enorme Bedeutung zu, und ich bin froh, an diesem Prozess aktiv mitwirken zu können.

Wer glaubt, Bibliotheken werden über kurz oder lang nicht mehr gebraucht werden, weil wir ja schließlich das Internet haben, ist herzlich eingeladen, die folgenden beiden Texte zu lesen (der 2. wird auch im 1. behandelt):

1. Leonard Novy: Wozu braucht es noch Bibliotheken?

… weder Bibliotheken als Institution, noch die Digitalisierung können isoliert betrachtet werden. Vielmehr gilt es, Digitalisierung im Kontext anderer, teils langfristig wirkender Prozesse wie Individualisierung und Globalisierung zu verstehen, also im Kontext der Wechselwirkungen zwischen medialem Wandel, sich verändernden ökonomischen Strukturen und gesellschaftlichen Verhältnissen. Sie ist Spiegel und Treiber gesellschaftlicher Veränderungen und sich verändernder Selbstverständnisse und Erwartungen – auch von Bibliotheksnutzern.

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2. Christiane Bender: Gleichschaltung oder Befreiung?

Der enge Zusammenhang zwischen der wachsenden Marktmacht der Internetgroßhändler und dem kontrollierten Bestell- und Leseverhalten der Kunden wird sich künftig mit Sicherheit auf das Angebot der global verfügbaren standardisierten Massenliteratur auswirken. Die Existenz von Autoren, Verlagen, Buchhandlungen und schließlich auch von Printmedien könnte massiv gefährdet werden. Die digitale Revolution lässt vermutlich die arbeitsteilige Grundstruktur einer ganzen Branche, die die Kultur und Bildung der Bürger fördert, erodieren. Berufe, vor allem personenbezogene Dienstleistungen, deren Ausübung gerade in diesem Bereich an eine Kombination von Ausbildung, Erfahrungen und persönlichem Engagement gebunden ist, verschwinden vom Markt.

Diese Entwicklung berührt die Interessen der Bürger an einer nicht durch Marktmacht beherrschten demokratischen Öffentlichkeit, die für eine konsensbasierte Gesellschaft wie Deutschland so unverzichtbar ist. Die Politik der amerikanischen Internetkonzerne mit ihrer Begeisterung dafür, der Bevölkerung auf kommerzieller Basis, Zugänge zum Wissensuniversum zu verschaffen, stößt hierzulande auf eine differenzierte kulturelle Infrastruktur, die nicht zum Einsturz gebracht werden sollte. Daher benötigen wir dringend ein gesellschaftliches Bündnis und eine politische Strategie zur Sicherung und Förderung der Qualität aller Medien, die an dem „alteuropäischen“ Projekt einer aufgeklärten Öffentlichkeit mitwirken.

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Christiane Bender: Gleichschaltung oder Befreiung?


Beide Wortwolken wurden mit dem Tool Wordle.net aus dem jeweiligen Text erstellt.

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