Den bis dato besten Kommentar zur Entscheidung der deutschen Bundesregierung gegen Daesh
Die Skepsis gegenüber dem Einsatz in Syrien speist sich keineswegs aus einer verharmlosenden Sicht auf den Terror, sondern im Gegenteil aus der Furcht, dass die Gewalt sich (wieder einmal) schlicht vervielfacht, wenn der IS nicht als das bekämpft wird, was er (auch) ist: ein finanzkräftiges Verbrechersyndikat mit regionaler Vernetzung und eine ideologisch-religiös höchst ausdifferenzierte Gegenkultur mit globaler Anziehungskraft.
Weiter bei Süddeutsche Zeitung: Wiederholung.
Neben diesem klugen, differenzierten Text von Carolin Emcke lohnt es sich auch den kurzen Redebeitrag von Britta Haßelmann (Die Grünen) anzusehen. Es wird deutlich, dass das Vorgehen der Bundesregierung, die Zustimmung des Bundestages nur innerhalb einer Woche durchs Parlament zu peitschen, der Tragweite der Entscheidung nicht angemessen ist. Sie fragt zu Recht:
Wo bleibt das Standing der Abgeordneten der Koalition, wenn es ums Selbstverständnis des Parlamentes geht?
Ich bin in großer Sorge, dass Deutschland diesen verheerenden Entschluss gefasst hat. Verheerend, wie strategielos dieser vom Völkerrecht nicht gedeckte Weg nun beschritten wird, und bedenklich, wie die Entscheidung dazu zustande gekommen ist. Was ich vom Krieg als mögliche Lösung von Konflikten generell halte, hab ich gestern schon auf Twitter geschrieben:
Krieg ist immer ein Fehler. Immer.
— Markus Trapp (@textundblog) December 4, 2015
@vera: „Parlamentarischer Offenbarungseid“ passt. Danke.