Finanztransaktionssteuer? Find ich gut.


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Wieso entdecke ich dieses tolle Video erst jetzt? Ich entdecke es noch nicht mal, nein, man hat es mir per Mail geschickt. Man ist Christine, doch das tut nichts zur Sache. Außer, dass ich ihr sehr dankbar dafür bin.

Die Petition Make finance work for people and the planet kann hier unterzeichnet werden: makefinancework.org.

19 Gedanken zu “Finanztransaktionssteuer? Find ich gut.

  1. Klingt das nicht wieder nach einer einfachen Lösung, die nicht einfach ist? Ich habe ja auch schon “Gegen den Krieg” unterzeichnet…

    Schade, dass man immer das Gefühl hat, es steckt etwas anderes dahinter (Ich werd mich da aber mal informieren!!)

    Danke für deinen sehr guten Blog!

  2. @Smetty: Informieren sollte man sich immer, von daher: gute Einstellung! Genau dieses Problem wird ja im Video durch die verteilten Rollen auch angesprochen. Andererseits habe ich mich beim Betrachten auch gefragt, ob nicht doch etwas dran ist, dass man die Forderung nach einer Transaktionssteuer aufrecht erhalten soll, und ob der Einwand, dass dies zu einfach gedacht wäre, nicht doch ein vorgeschobenes Argument derjenigen ist, die sie verhindern wollen?

    Danke für das nette Lob für mein Blog. Ich sage ja immer noch das Blog (und nicht der), habe mich aber trotzdem gefreut. 😉

  3. Der Film und die Petition sind aus meiner Sicht zwei Paar Schuhe. Zwar drehen sich beide um die Transaktionssteuer, während aber der Film den Eindruck erweckt, die Einnahmen nur gegen Armut in der Welt einzusetzen (man könnte meinen, dass das Geld einfach nur umgeteilt werden soll, was dann eher der klassischen Entwicklungshilfe als der modernen Hilfe zur Selbsthilfe entspricht), fordert die Petition eine primäre Verwendung der Gelder für die Finanzkrisenfolgenbekämpfung. Auch wenn die deutsche Überschrift der Petition unglücklicherweise wieder »Steuer gegen Armut« enthält.

    Ich persönlich befürwortete es, wenn die Gelder der Finanztransaktionssteuer nicht als Einnahmen im öffentlichen Haushalt erschienen, sondern direkt für den Abbau der Staatsverschuldung eingesetzt würden. An der Konsolidierung der Staatsfinanzen sowie einer Reform von Verwaltung/Gesundheitssystem/Rentensystem/… führt aber auch dann kein Weg vorbei. Denn sonst werden wir uns mit dem Ergebnis konfrontiert sehen, dass wir ein einige Milliarden Euro großes Plus an Steuereinnahmen haben, das Geld aber genauso verprasst wird wie vorher.

    Überhaupt sehe ich die Gefahr, dass das Geld für lauter Gefälligkeiten ausgegeben wird. Damit meine ich etwa Subventionen in aussterbende Wirtschaftszweige. Anstatt zu überlegen, wie man sich als Region weiterentwickeln könnte, lässt man sich lieber noch eine Weile subventionieren, auch wenn damit nur Geld aus dem Fenster geworfen wird.

    Wenn eine Finanztransaktionssteuer, dann nur bei gleichzeitiger Konsolidierung und Reform.

    Aber ich weiß, dass diese Forderung deutlich weniger sexy als »Steuer gegen Armut« ist.

    (Da dieser Kommentar sooo lang ist, habe ich daraus gleich einen Blogeintrag gemacht)

  4. @Julius: Danke für den ausführlichen Kommentar zum Thema. Gut, dass Du auch einen eigenen Blogartikel daraus gemacht hast. Das ist dann auch der Ort, wo man über Deine – wie ich finde – fundierte Position diskutieren kann.

  5. Die Finanztransaktionssteuer hat leider ein paar Probleme …

    Am Ende ist sie wie die Ökosteuer. Die soll auch zwei Zielen dienen: a) die Umwelt schützen und b) die Steuereinnahmen erhöhen. Dabei wird schon nach kurzer Überlegung klar, dass man eigentlich nur ein Ziel aus zwei erreichen kann. Entweder die Leute fahren wirklich kein Auto mehr, dann ist das zwar gut für die Umwelt, bringt aber auch keine Steuern. Oder die Leute fahren weiter, dann bringt es zwar Steuern, aber kein Geld.

    Die Finanztransaktionssteuer soll jetzt direkt mehrere Ziele bringen: a) Hohe Einnahmen b) sinnlose Spekulation verhindern c) Die Finanzbranche besteuern und niemanden sonst was kosten.

    zu c) Das ist aber eine glatte Lüge. Selbst bei einem Steuersatz von 0,5% kostet dich jedes Produkt aus dem EU-Ausland 0,5% mehr (weil dahinter ja ein Einkauf im Ausland und damit eine Währungstransaktion steckt). Also kannste c) schonmal vergessen. Und man muss schon ganz schön viel Gutmensch sein (oder einfach keine Ahnung von Wirtschaft haben), wenn man glaubt, dass die Finanzbranche die zusätzlichen Kosten nicht einfach auf die Preise umlegt, was in diesem Fall nur heisst, dass die Zinsen auf dein Sparbuch/Fonds/Lebensversicherung sinken.

    Und zwischen a) und b) hast du den klassischen Konflikt wie bei der Ökosteuer. Entweder die Teilnehmer spekulieren wie wild weiter, dann sprudelt die neue Steuer oder der Handel bricht ein, dann gibt es aber auch keine nennenswerten Steuereinnahmen.

    (Ich könnte jetzt noch was von schlechteren Märkten schreiben, wenn die Umsätze sinken oder darauf hinweisen, dass mMn die langfristigen Devisengeschäfte (Hypothek in Yen oder Schweizer Franken) viel schlimmer sind als die kurzfristige Spekulation und diese von eine niedrigen Finanztransaktionssteuer nicht behindert werden …)

    Es gibt in dieser Finanzkrise keine Patentrezepte. Die Finanztransaktionssteuer ist auch keines. Sie wird uns alle Geld kosten und im schlimmsten Fall den eigentlich Schuldigen nichts.

  6. @egghat: Ich sehe schon, wir haben es hier mit einem kontrovers diskutierten Thema zu tun. Und sicherlich einem sehr komplexen, insofern stimme ich Dir zu, es kann hier keine einfachen Lösungen geben.

    Danke für Deine gut begründete Gegenposition, die ich zwar nicht unbedingt teile, aber durchaus akzeptieren kann. Deine Argumente sind einerseits einleuchtend, der Gegenbeweis, dass eine Finanztransaktionssteuer unsinnige Spekulation eindämmen könnte (wie es viele eben doch vermuten), ist dadurch anderseits aber auch nicht erbracht.

  7. Ich will auch nicht sagen, dass die Finanztransaktionssteuer die Spekulation nicht eindämmen wird, weil das durchaus passieren kann (und wahrscheinlich sogar passieren wird). Nur werden die Prognosen bzgl. der Einnahmen dann nicht aufgehen.

    Es wird nur *eine* Fliege erschlagen werden. Entweder gibt es höhere Einnahmen *oder* weniger Spekulation.

    Es war bei der Ökosteuer, die auch beide Ziele erreichen sollte (also weniger Spritverbrauch UND mehr Steuereinnahmen) genau so:

    http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2009/07/PD09__244__85,templateId=renderPrint.psml

  8. @Andrea: Also das englische Video ist auch gut, aber ich finde es für die Effektivität der Kampagne sehr sinnvoll, das Video hier in Dtld. auf deutsch zu verbreiten. Hab den Artikel im Februar bei Dir gar nicht gesehen (da war ich auf der Berlinale.)

  9. Da hast du natürlich absolut Recht. Wichtig ist vor allem die Botschaft. Aber die schauspielerische Leistung finde ich hier einfach klassse. Das deutsche ist gut gespielt, aber eben gespielt. In der englischen Version könnte man meinen es sei ein reales Video.

  10. @Andrea: Das stimmt: es ist realistischer (vielleicht auch, weil wir in der deutschen Version die beiden sehr bekannten Schauspieler sofort erkennen). Aber es ist in der englischen Fassung wirklich sehr gut gespielt, da geb’ ich Dir Recht.

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