Mexikanische Doku im Zeise: Niñxs – Das Leben glitzert

Am Freitag war ich in Hamburg im Kino zu einer ganz besonderen Filmvorführung. Im Zeise Kino in Altona, wunderschön gelegen in den Zeisehallen (siehe Foto rechts). Es wurde der Film Niñxs gezeigt, in Anwesenheit des mexikanischen Regisseurs Kani Lapuerta und des deutschen Koproduzenten Dirk Manthey. Selten hat man ja außerhalb von Filmfestivals die Gelegenheit, Filme zu sehen, bei denen auch Team-Mitglieder da sind und bei denen es im Anschluß an die Vorführung die Möglichkeit gibt, Fragen zum Film zu stellen. Auch deshalb war das eine ganz besondere Veranstaltung am Freitag.

Warum geht es in NIÑXS? Das ist schnell erzählt (Quelle Missing Films):

Filmplakat Niñxs - Das Leben glitzert

Der Film begleitet über einen Zeitraum von acht Jahren die trans Jugendliche Karla in der kleinen Stadt Tepoztlán in Mexiko. Während Karla den Übergang ins Erwachsenenalter meistert, entsteht ein berührendes Porträt, das die Herausforderungen und Freuden einer trans Identität im ländlichen Raum zeigt. Durch intime und offene Gespräche mit dem Filmemacher Kani Lapuerta entsteht eine erzählerische Welt, in der Freundschaft, Selbstbestimmung und Hoffnung im Mittelpunkt stehen und Realität mit Fantasie verschmilzt.

Der Trailer:

Acht (!) Jahre lang hat Kani Lapuerta die transsexuelle Karla Bañuelos – im Alter von 7 bis 15 Jahren -begleitet. Ein ungewöhnliches Langzeitprojekt, mit dem der Regisseur ein großes Risiko eingegangen ist, das sich aber im Nachhinein nicht nur gelohnt hat, sondern geradezu ein Glücksfall war. Auch, weil er seiner Protagonistin viel Freiheit gelassen hat, was Dialoge (die nicht gescriptet waren!) und die gezeigten Bilder und Settings anbelangte. Die Eltern von Karla, allen voran die wunderbare Mutter Chio, tragen auch zu einem großen Teil zum Gelingen des Dokumentarfilmes bei.

Dirk Manthey, Kani Lapuerta und Moderatorin Karla Oswald Ich habe Kani Laperta im anschließenden Q & A gefragt, wie er denn auf Karla getroffen sei. Er erzählte uns daraufhin, dass er Karlas Eltern bei einer Filmvorführung in einem kleinen Kino in Mexiko kennengelernt hatte, dem dem sie kochten (und kochen können sie, das sieht man auch im Film). Bei der Gelegenheit lernte er auch Karla kennen. Und die Idee zum Film wurde geboren: Kani schlug vor, die Entwicklung von Karla in den kommenden Jahren mit der kamera zu begleiten. Karla und ihre Eltern stimmten zu.

Tipp für alle Hamburger:innen: Wer den Film am Freitag im Zeise verpasst hat, bekommt am Samstag, den 16. Mai nochmal eine Gelegenheit, ihn zu sehen: um 19:30 Uhr im Studio Kino. Weitere bundesweite Vorführungstermine: https://www.ninxsdocumental.com/de. Schaut euch den Film an, wenn ihr die Möglichkeit habt. Es lohnt sich.

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