Magischer Auftakt beim Auswärtssieg des FC St. Pauli in Freiburg

Die Mannschaft nach dem Spiel in den neuen kupferfarbenen Trikots Zwischen Samstag-Früh 5:57 Uhr und Sonntag-Abend 18:00 Uhr liegen 1.300 km Bahnfahrt, die Erfahrung den magischen FC St. Pauli zum ersten Mal auf ein Auswärtsspiel begleitet, ein großartiges Spiel zum Bundesligaauftakt gesehen und interessante Menschen kennengelernt zu haben. Doch der Reihe nach…

Kennt Ihr Günter Netzer? Nein nicht den Matten-Günter, sondern den @GNetzer auf Twitter. Der in Freiburg lebende Spox-Community-Redakteur hat in der letzten Saison Jeky und Co mit den Worten: «Wenn der FC St. Pauli in Freiburg spielt, dann kommt Ihr nach dem Spiel zum Grillen zu mir» in den Breisgau eingeladen. Und so trafen sich @Jeky, @sparschaeler, @foxxibaer, @bucanero1910 und ich – angereist aus allen Ecken der Republik – im schönen Freiburg, um dem Bundesligastart des FC St. Pauli und dem anschließenden Grillvergnügen im Hause GNetzer beizuwohnen.

Fahnen von bucanero1910 vor dem Spiel am Ufer der Dreisam Vor dem Spiel wurde erst mal ein Besinnungspäuschen am Rande der Dreisam eingelegt. Wir ließen uns das ein oder andere Tannenzäpfle schmecken, breiteten auf dem Uferrasen schon mal die von bucanero1910 mitgebrachte Fahne und das in fünfstündiger (!) Handarbeit gefertigte Banner aus. Und dann ging es auch schon in das schöne, natürlich komplett ausverkaufte Stadion. Wir haben einen sehr guten Platz in der proppevollen Gästekurve gefunden, auf einer Art Podest mit prima Blick auf das Grün, auf dem die Boys in Braun ihr erstes Bundesligaspiel seit 8 Jahren spielen – und wie wir nun wissen – gewinnen werden.

BlickHier standen wir…

Von den ersten Reihen der Sitzplätze im Gasteblock aus hätte ich ja das Spiel nicht verfolgen wollen, dort sieht man das Geschehen nur durch Plexiglasscheiben (siehe auf dem folgenden Foto in der Ecke oben links):

Eng gefüllt, beste Stimmung im Gästeblock

Wir sahen das Spiel zwar auch nur durch ein Netz, doch das störte weniger als zunächst befürchtet. Und als das Spiel um 15:30 angepfiffen wurde, wussten wir: nun ist der magische FC endgültig in der ersten Bundesliga angekommen. Und wir sind dabei. Ein gutes Gefühl. Das gute Gefühl wich aber mit zunehmendem Spielverlauf, in dem der FCSP zwar gut aufgestellt und auch die ein oder andere gute Chance hatte, der Erkenntnis: oh je, das könnte auch so ein Spiel werden, in dem die eine Mannschaft (also wir) viele Chancen haben, aber in dem die andere Mannschaft (also Freiburg) ein Tor schießt. Und so kam es dann ja auch: in der 78. Minute schießt Cissé das 1:0 für Freiburg. Die Enttäuschung über die nicht genutzten Chancen stand uns alle in die Gesichter geschrieben. Aber wir feuerten die Mannschaft nun um so lauter an. Ich sag’s schon mal vorneweg: als das Spiel vorbei war, hatte ich keine Stimme mehr. Ihr könnt Euch vorstellen, wie wunderbar die folgenden Minuten mit dem Ausgleich durch Fabian Boll und den grandiosen Toren von Richard Sukuta-Pasu und Fin Bartels für uns waren. Magische 7 Minuten haben dem FC St. Paul den verdienten 3:1-Sieg gebracht. Ich habe in einer Art unbeschreiblichem Jubel bei jedem Tor erst die Bezugsgruppe und dann wildfremde Menschen in unserem Block angesprungen, umarmt und abgeklascht. Ich kann mich an den genauen Spielverlauf am Ende der Partie schon gar nicht mehr erinnern und muss das Spiel am Fernsehen noch mal nachschauen.

Die Freiburger Fans haben sich uns gegenüber als sehr fair erwiesen. Nach dem Spiel haben uns viele angesprochen und zum Sieg gratuliert. Ganz anders aber auch Freiburger Fans im Stadion, die – wie uns berichtet wurde – ihre eigene Mannschaft ganz wüst beschimpften. Schlechter Stil, schade. Freiburg war schwach, das haben wir auch gesehen. Mich hat überrascht, wie schwach sie waren. Aber die werden auch wieder bessere Spiele hinlegen. Und von den eigenen Fans beschimpft zu werden, das hat die Mannschaft keinesfalls verdient.

Das anschließende Grillen war ein wunderbares Zusammenkommen mit interessanten Menschen, gemischtes Freiburg-/FC St. Pauli-Publikum, bestens versorgt von GNetzer und seiner lieben Freundin. Den perfekten Gastgebern an dieser Stelle nochmals meinen verbindlichsten Dank (Ihr habt was gut bei uns, so etwas vergessen wir nicht!!) und den netten Gästen besten Dank für die spannenden Gespräche bis tief in die Nacht.

Lustiger Eierwärmer beim Frühstück in Freiburg Heute Morgen bei strahlendem Sonnenschein haben Frau Jeky, Herr Sparschaeler und ich noch ein Frühstück im sehr zu empfehlenden Café Les Gareçons zu uns genommen und haben dann die Heimreise angetreten. Mit drei Punkten im Gepäck, mit der Erfahrung, ein äußerst beeindruckendes Spiel gesehen zu haben und uns mit netten Menschen über das Spiel und viele weitere Themen ausgetauscht zu haben. Ich kann nur sagen, meine erste Auswärtsfahrt mit dem FC St. Pauli nach Freiburg war ein voller Erfolg. Auf ganzer Linie.

Alle Daten zum Spiel bei Spox.

22 Gedanken zu “Magischer Auftakt beim Auswärtssieg des FC St. Pauli in Freiburg

  1. Alles unterschreibe ich auf der gepunkteten Linie!

    Eins haben Sie allerdings vergessen: außer der Einnetzung und Plexiverglasung gibt es für Freiburger Gäste auch bei Nicht-Sicherheitsspielen offenbar kein alkoholhaltiges Bier, das verstärkt den Eindruck der “Inhaftierung”. Sie hatten offenbar zu allem Überfluss dann auch noch ein sehr schlecht schmeckendes Alkoholfreies.

    Ich werd morgen auch mal meine two cents dazu ablegen, ich bin auch noch ganz euhorisiert 😉

  2. @Jeky: Das alkoholfreie Bier habe ich nicht nur vergessen, ich hatte es wohl verdrängt. Es hat in der Tat ganz furchtbar geschmeckt. Und dass nur das Publikum im Gästeblock diesem Bier ausgesetzt wird, während im Rest des Stadions anständiges Bier genossen werden darf, ist wirklich einer Erwähnung wert. Gut, dass Sie dran gedacht haben, das zu erwähnen. Auf Ihren Bericht freue ich mich auch schon.

  3. Sehr schön, das klingt nach einem klasse Ausflug! Ich konnte das Spiel nur in der Glotze verfolgen, aber immerhin bei meinem be-Sky-ten Schwager. Grandioses Spiel, ich beneide alle, die da waren! Und mit der Bezugsgruppe kann man glaube ich auch nix falsch machen 🙂

  4. @Toby: Ich seh die Auswärtsspiele ja sonst auch immer nur am TV (Liga total), aber – das wusste ich auch schon aus meiner Zeit, als ich noch aktiver Fan des 1. FCS war – es geht natürlich nichts über das Live-Erlebnis vor Ort. Das Ganze dazu noch mit so wunderbaren Menschen zu erleben, was will man mehr?

  5. Für diesen Einblick in das Auswärtsspiel bedanke ich mich als notorisch Daheimgebliebener. Wenn auch die Entfernung alles andere als gering war, so ist der Abstand wohl zu keiner anderen Fangruppe so gering wie zu den Breisgauern. Jedenfalls handelt es sich um liebenswerte Menschen, die sehr fair mit anderen Fans umgehen und auch bei Niederlagen noch freundlich kommunizieren können.

    Ich befürchte auch, daß der SC sich noch enorm wird steigern müssen, um den von mir erwünschten Klassenerhalt zu schaffen – mit uns zusammen, bitteschön.

    Auf das Alkoholfreie kann ich ja schon daheim immer gern verzichten. Sollte es noch schrecklicher schmecken können als hierzulande das Holsten ohne? Und dann auch nur den Gästen derartiges zuzumuten, ohne daß ein Sicherheitsspiel vorliegt, also nein… Ich glaube aber, daß sie alle gleichwohl auf Ihre Kosten gekommen – und hoffentlich auch alle wohlbehalten daheim angekommen sind.

  6. @kleinertod: Zum wohlbehaltenen Ankommen: Das ist auch so ein Vorteil von Twitter: die Bezugsgruppe hat sich untereinander über Twitter genau das kommuniziert. Traurig, dass ein paar unserer Fans sowie Bene Sa.- auf So.-Nacht in Altona von einer Gruppe hirnloser HSV-Hooligans mit Flaschen beworfen wurden (Du hast ja darüber berichtet). Solche Menschen dürften überhaupt nicht mehr in ein Stadion gelassen werden, geschweige denn eine Dauerkarte (Hallo Stellingen: react!) besitzen.

  7. der auswärstsblock hat auch mir überhaupt nicht gefallen. der paßte so gar nicht zum friedlichen umgang vor + nach dem spiel.
    dafür muß man diesmal die leistung von schiedsrichter drees würdigen. so stelle ich mit eine spielleitung vor, nur das nötigste unterbinden und wenn es das spiel hergibt die karten stecken lassen.
    die leistung bekommt von mir eine klare 1

  8. @sparschaeler: Stimmt, der Schiri war klasse. Wo andere ein Spiel kleinlich zerpfeifen, ließ er den Dingen ihren Lauf. Und das, ohne den Respekt bei den Spielern zu verlieren. War überhaupt ein sehr faires Spiel, muss man ja auch mal sagen: es gab keine Karten!

  9. Ein sehr schöner Bericht. War wirklich ein klasse Tag mit perfektem Wetter, perfektem Abendprogramm und einem … naja… halb perfekten Spiel, hüstel.

    Hat mich auf jeden Fall gefreut, euch alle begrüßen zu dürfen. So ein Fave verteilt man doch am liebsten per Handschlag 😉

  10. @Max: Hehe “Fave per Handschlag”, das hatte ich jetzt auch noch nicht gehört. Es ist immer wieder großartig, Twitterer im Real Life zu treffen. Und zum Sportlichen: Freiburg wird wieder bessere Spiele machen, da bin ich mir sicher.

  11. Freue mich für beide Hamburger Siege. Die Stadt ist groß genug für zwei 😉

    Zu den Gewalttätern: Ich dachte wir wären diese Hirn- und eierlosen Menschenverachter los. Eine elende Seuche. Die Raute hat von denen keiner im Herzen! Die Presse soll aufhören von “Fussballfans” zu schreiben. Es sind scheiss Gewalttäter, die die Bühne suchen. Nur traurig, dass der HSV immer dieses Milieu anzieht.

    Liebe FCSP-Fans: Ich freue mich auf ein geiles, friedliches Derby!

  12. @sabbeljan: Danke für Deinen Kommentar. Fußballerisch war das für die Hansestadt ein voller Erfolg am Wochenende. Und zu den Hools, die in der Tat alles andere als Fans sind, hast Du das Notwendige gesagt. Wenn die Presse in der Berichterstattung hier nicht zwischen Gewalttätern und Fans unterscheidet, entsteht wirklich eine schlimme Verallgemeinerung in den Köpfen der Außenstehenden. Dem gilt es genau so entgegen zu wirken, wie dem verbrecherischen Tun dieser verrückten Einzeltäter.

    Auf ein schönes Derby am Millerntor am 18.9. (an dem ich leider nicht da bin, weil ich dann in San Sebastián sein werde.)

  13. @Markus: Auf deine schon traditionelle Berichterstattung aus San Sebastián möchte ich aber auch ungern verzichten. Schließlich bist Du so was wie ein filmischer Perlentaucher für deine Leserschaft.

  14. Klasse! Freue mich ueber euren ersten Saisonsieg und auch darueber, dass ihr so ein schoenes Wochenende in Freiburg hattet. Vom alkfreien Bier (ein Verbrechen!) mal abgesehen …
    Elke, diesmal via Stefans iPad aus Warnemuende

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