Nutzerpartizipation und anderes Interessantes vom Bibliothekartag in Frankfurt

Panel Nutzerpartizipation, Bibliothekartag Frankfurt 2017. Foto: Rudolf Mumenthaler
Panel Nutzerpartizipation, Bibliothekartag Frankfurt 2017. Foto: Rudolf Mumenthaler

Gestern habe ich ein sehr gutes Interview gehört mit Paul Spies, dem Direktor des Stadtmuseums Berlin, in dem er einen wichtigen Satz gesagt hat:

Beteiligung, das ist eigentlich die Zukunft.

Dies gilt nicht nur für Museen, sondern auch für andere Kulturinstitutionen wie zum Beispiel Bibliotheken. Genau zu diesem Thema, genauer gesagt zur Frage „Wie beteiligt man NutzerInnen an der Arbeit der Bibliothek?“, gab es auch auf dem Bibliothekartag in Frankfurt ein Panel, das ich die Ehre hatte zu moderieren. Ich habe neulich dieses Panel – und weitere Vorträge, die ich interessant fand – im internen Blog der Stabi für meine KollegInnen zusammengefasst. Weil das so gut zu obigem Interview und der dort propagierten Beteiligung passt, die eigentlich die Zukunft ist, hier meine bereits stabi-intern geteilten Eindrücke von der Nutzerpartizipation und anderem Interessanten aus Frankfurt:

Auch wenn ich vom Bibliothekartag aus wie immer live getwittert habe, um interessante Aussagen, Vorträge und Links direkt von Frankfurt aus zu teilen, möchte ich hier nochmal zusammenfassen, welche Vorträge ich besonders gut und nachlesenswert finde. Der Einfachheit halber mache ich das anhand ausgewählter Tweets, weil sie die notwendigen Infos enthalten. Meine Empfehlungen gliedern sich in drei Kapitel:

1. Forschungsdatenmanagement
2. Nutzerpartizipation
3. Bibliothekartag-Tweets von und zur Stabi

1. Forschungsdatenmanagement:

Der gute Vortrag von Pascale Solon ist auch in einen Blogartikel gemündet, den ich für den FID Romanistik im ciberaBlog veröffentlicht habe: «Recherche nach Forschungsdaten in Plattform Isidore».

2. Nutzerpartizipation:

Ich hatte die Ehre, das Panel zur Nutzermoderation in dem riesigen Saal Panorama 1 zu moderieren:


Die Vorträge, die dort gehalten wurden, waren auf einem sehr guten Niveau und haben – angereichert durch die Beantwortung der spannenden Fragen aus dem Publikum – verschiedene Aspekte der Beteiligung von NutzerInnen an Entscheidungen und Erschließungsarbeiten in Bibliotheken dargelegt.

Dabei war der Vortrag von Nicole Graf, der Leiterin des Bildarchivs der Bibliothek der ETH Zürich, mein persönliches Highlight: Die Crowd des Bildarchivs der Eidgenössischen Technischen Hochschul – Bibliothek – das unbekannte Wesen?

Nach dem erfolgreichen Crowdsourcing-Projekt mit Swissair-Pensionären (2009-2013) richtete das Bildarchiv der ETH-Bibliothek Ende 2015 auf seiner Bilddatenbank eine allgemein zugängliche Kommentarfunktion ein. Diese einfache Kommentarfunktion allein sorgte noch nicht für viele Rückmeldungen. Hingegen löste ein Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vom 18. Januar 2016 ein grosses Medienecho aus und rief viele Freiwillige auf den Plan, die mithelfen, Bilder zu identifizieren. Bis November 2016 beteiligten sich rund 661 unterschiedliche Freiwillige (90 % Männer) am Crowdsourcing. Mittels rund 8.000 eingegangener Hinweise konnten fast 6.000 Bilder verbessert bzw. erst gar identifiziert werden. Die Top Ten unter den Freiwilligen lieferte zusammen 56 % aller Hinweise. Die Pflege der Community ist ein zentraler Punkt für den Erfolg von Crowdsourcing-Initiativen. Die wichtigsten Instrumente, die im Bildarchiv erprobt werden, werden vorgestellt und diskutiert. Um die unbekannte Crowd besser kennenzulernen, wird zudem im Winter 2016 eine Online-Umfrage zu Motivation, Arbeitstechniken und soziodemografischem Hintergrund bei der Crowd durchgeführt werden. Die Resultate dieser Umfrage werden präsentiert.

Sehenswert auch das Video zum Projekt:



Die weiteren Vorträge des Panels zur Nutzerpartizipation:

Herbert Staub: «BiblioFreak – Rückblick auf die Kampagne in der Schweiz»

Katrin Schuster: «Das ist kein Spaß – Über Rolle und Funktion von Bibliotheken im Social Web»

Rudolf Mumenthaler & Karsten Schuldt: «Nutzerpartizipation in Bibliotheken»

Gregor Neuböck: «Crowdsourcing als Mittel der Datenanreicherung»

Willi Scholz: «Citizen Science in Schulen | YES! – Young Economic Summit»

3. Bibliothekartag-Tweets von und zur Stabi:

Das war nur ein kleiner Einblick in die größtenteils interessanten Vorträge, die ich mir in vier Tagen in Frankfurt angehört bzw. an denen ich teilgenommen habe. Zum Abschluss noch ein ganz persönliches Fazit:

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