Blogs sind gut, wenn sie ehrlich sind


Gute Blogs leben von der Authentizität ihrer Autoren und ihren Inhalten. Daran kann man sie erkennen.

…schreibt Cem in einer der besten Definitionen, die ich bisher über Blogs gelesen habe: «Gute Blogs sind authentisch». Er sieht in dem Spannungsfeld von Authentizität (ich liebe es, dieses Wort schreiben zu können, denn beim Sprechen bleib‘ ich meist irgendwo zwischen den Silben hängen), also in dem Spannungsfeld von Authentizität und Firmen- oder Institutionen sieht Cem den Grund, warum Corporate Blogs, also etwa Unternehmensblogs, oft nicht funktionieren.

Wie kann man das ändern? Die betroffenen Institutionen oder Firmen müssen eben lernen, dass man nur von einem Blog profitieren kann, wenn man ehrlich ist. Man muss – so weit es geht – offen kommunizieren, man muss Kritik vertragen können, und wenn man sie annimmt und aus ihr was macht, dann ist so ein Blog nicht nur ein Glaubwürdigkeitsgewinn für die Veranstalter, sondern bringt die Idee des Unternehmens oder der Institution voran. Ein Lernprozess, den viele noch machen müssen und – ich bin mir sicher – noch machen werden.

11 Gedanken zu “Blogs sind gut, wenn sie ehrlich sind

  1. Guter Punkt, das ist es wohl. Es interessiert sich eben keiner für Eigenwerbung am Fließband, sondern es geht um einen ehrlichen Einblick in neue Welten, mit all seinen Sorgen. Im Endeffekt kann so ein Corporateblog fast vom Telenovela-Effekt profitieren: Man erlebt, was man in der Firma erleben würde. Und dafür ist man ihr dann treu. Andererseits habe ich neulich von „Internetfreunden“ eines Bekannten gehört, dass sie das Wort Blog noch nie gehört hätten. Ich habe dem Bekannten umgehend verboten, sich von diesen Internetfreunden weiter beraten zu lassen…

  2. Na, auf solche „Freunde“ können deine Bekannten dann wohl tatsächlich verzichten. Wer heute im Netz unterwegs ist, und noch nichts von Blogs gehört hat, ist sicherlich für eine Firmenpräsenz kein guter Ratgeber. Ich meine, es muss ja jetzt nicht jeder ein Blog haben, aber ihre Existenz zur Kenntnis nehmen (und dann eben abwägen, ob das was für einen ist oder eben nicht) sollte man schon.

  3. Corporate Blogs kranken schon ein wenig daran, dass sie keine „Blogs um ihrer selbst Willen“ sind. Natürlich verfolgt man mit jedem Blog eine gewisse Intension, aber grade die authentischsten Blogs leben doch einfach davon, dass sie einfach zur Selbstverwirklichung des Autors dienen. Bei Corporate Blogs steht einfach nur der Trendzug im Hintergrund, auf den man von Zeit zu Zeit wieder neu aufspringen muss, seien es nun Videocasts, Twitter oder sonstige „Begriffe“, die gerade in Mode kommen.

  4. Selbstverwirklichung betrachte ich nicht zwangsläufig als Kriterium, irgendwann hat man die Selbstdarsteller ja auch mal satt. Ich denke, diese Mischung aus Telenovela, Information, Unterhaltung und Special Interest macht den Reiz aus, und ein C.-Blog kann eigentlich alle diese Punkte befriedigen. Aber kenne ich eins? Nein. Kennt Ihr welche?

  5. Stimmt, von beiden habe ich zwar des öfteren erzählt, aber daheim am Feedreader hab ich sie immer vergessen. Danke!

  6. @markus:
    nee, der Bestatter-Weblog ist kein „Gutes Beispiel“, da „Tom“ ja bewusst die Anonymität wart, und das eben nicht ein Werbeplakat für sein Unternehmen ist.

  7. @Christoph: Du hast vollkommen recht. Ich wollte erst noch was dazu schreiben, dass es sich hier um ein Corporate Blog handelt, das nicht bloggt, um Aufträge zu generieren. Danke, dass du das richtig gestellt hast.

  8. @Faustus
    Selbstdarstellung passiert dann, wenn ein Blogger sich für zu wichtig nimmt, als er in Wirklichkeit ist. Authentizität zeichnet sich, wie ich finde, durch ein aufrichtiges Interesse am Bloggen/den eigenen Themen aus. Und da steckt auch die Selbstverwirklichung mit drin.

    Die Frage nach der Ehrlichkeit von Corporate Blogs ist immer verzwickt, da sie ja meist nur Online-Werbeplakate sind, auch wenn ich schon einige Vertreter erlebt habe, bei denen mehr als kontrovers diskutiert wurde. Fast wie in einem „richtigen“ Blog 😉

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