Niemand siegt am Millerntor! – Meine Serie hält

'Niemand siegt am Millerntor!' - sangen wir zur Verabschiedung der Mannschaft

Was war das denn heute für ein Spiel? Da kommt mit Koblenz nicht gerade eine Supermannschaft aus der 2. Liga und ausgerechnet die sollen es sein, die mich meinen FC St. Pauli zum ersten Mal verlieren sehen lassen? Bis zur 80. Spielminute sah es auch so aus, Koblenz führte zu dem Zeitpunkt 2:1. Frau Jeky und Herr Sparschäler, mit denen ich das Spiel in der Süd gesehen habe, meinten da: «Jetzt wird Deine Serie wohl reißen!» – Ich hielt dagegen: «Wir schaffen das noch!», obwohl sich auch bei mir ernsthafte Zweifel breit machten.

Ein Pauli-Mönch: Geistlicher Beistand in der Süd Und siehe da: Die Boys in brown machen noch in der regulären Spielzeit den Ausgleich und sogar in der Nachspielzeit den 3:2-Siegtreffer. Unbeschreibliche Szenen des Jubels spielen sich ab, in der Süd und natürlich im ganzen Stadion – bis auf den kleinen Haufen angereister Koblenzer im Gästeblock. Was haben wir uns gefreut. Wild kreischend lagen sich die Fans in den Armen. Das sind diese Jubelmomente, die nur Fußballfans verstehen können. Rational erklären kann man das nicht. Muss man auch nicht. Erleben sollte man es mal, das kann ich nur jedem Nicht-Fußballfan empfehlen. Fußball kann auch etwas Spirituelles haben. Insofern hat es mich auch nicht verwundert, nach Spielende einen Pauli-Mönch in der Süd (siehe Foto oben) zu entdecken. Geistlicher Beistand, der gerade auch heute gebraucht wurde. 😉

Viva-con-Agua-Figur durch die Südkurve gereicht Sehr schöne Choreo-Aktion in der Süd: Überlebensgroße Pappfiguren wurden als Zeichen der Unterstützung der Sankt Pauli-Trinkwasserinitiative Viva con agua durch den Block gereicht und hochgehalten (siehe Foto rechts).

Auch ganz nett: Ein Pauli-Sponsor verteilte vor dem Spiel unter den ins Stadion strömenden Fans ein St. Pauli-Liederbüchlein, mit den Texten der Songs, die von den Fans gerne angestimmt werden. Ein Lied fehlte darin, das wir gerade heute besonders gerne sangen, und das ich auch trotz schon nicht mehr vorhandener Stimme inbrünstig mitzischte: ♫ «Niemand siegt am Millerntor!…» ♫. So war es auch wieder heute : Niemand – auch nicht Koblenz – siegt am Millerntor und meine Serie hält.

21 Gedanken zu “Niemand siegt am Millerntor! – Meine Serie hält

  1. Herr Exit, ein Spiel kommt noch, am Freitag gegen Frankfurt in Frankfurt – “Heimspiel” für mich.
    Dann ist Pause bis 30.1.2009.

    Und ich bin sicher, es lag am Gedicht! 🙂

  2. ach, wir haben gewonnen???

    ich hab die letzten minuten immer nur che guevara gesehen und der soll angeblich in der nachspielzeit vom acker geflogen sein???

  3. Sollten Sie nicht allmählich darüber nachdenken zu den Auswärtsspielen zu fahren? Es wäre doch interessant zu sehen, ob Sie dort eine ähnliche Serie haben. Falls ja, stünde Ihrer Karriere als Vereinsmaskottchen nichts mehr im Wege 😉

  4. @Herr Sparschäler: Ja, der Sieg, die Rote Karte und einiges anderes ging im Fahnenmeer (speziell dieser einen besonders großen Fahne vor unseren Augen in der Süd) etwas unter.

    @Frau Bhuti: Ein kluger Gedanke, aber praktisch schwer umzusetzen. Außerdem soll man das Glück auch nicht herausfordern. Die Glücksbotschafterin in Sachen Pauli-Auswärsterfolg wird am kommenden Freitag Frau Jekylla sein, die mit Ihrer Anwesenheit in Frankfurt für die notwendige braun-weiße Fortune vor Ort sorgen wird.

  5. Ich kann die arroganten Bayern sowieso schon nicht leiden, Elke. Und am Freitag haben sie mir noch meinen Tipp kaputt gemacht. Unabhängig davon, dass eine Punketeilung eh viel gerechter wesen wäre und dem Spielverlauf entsprochen hätte – 1. Hälfte Hoffenheim klar besser, zugegeben: 2. Hälfte Bayern besser – hatten vier Leute vor mir auf Bayern getippt, drei davon sogar genau 2:1 und die volle Punktzahl dafür bekommen. Ja, Elke, die Bayern sind in der Tat ein wunder Punkt bei mir und waren es am Freitag ganz besonders.

  6. Da haben sie dir ja echt eingeschenkt. Tut mir leid für dich! Bestimmt reisst du es bei der nächsten Tipprunde wieder raus.

    Mir ist das legendäre Spiel am Freitag durch die Lappen gegangen. War mit einem Kumpel ein Bierchen trinken. Gutes Kontrastprogramm!

    Mein Liebster saß als Bayern-Fan natürlich vor der Glotze. Freunde aus Franken (und gleichzeitig Fans des einschlägigen Nürnberger Clubs) rieten mir deshalb schon besorgt zur Trennung :-)))

  7. Sehr weise, Elke. Ich hatte Besuch aus dem Saarland und wir haben das Spiel bei mir geschaut: Wir waren uns einig: Ergebnis unverdient. Die Laune haben wir uns an diesem Abend davon aber auch nicht zerstören lassen. 😉

  8. Was ich auch wieder sehr schön fand, dass es einer kleinen Gruppe auf der Süd gelungen ist, das “We love St. Pauli – Fabulous St. Pauli” mit der Gegengeraden zum Wechselgesang zu schaffen. Schon das zweite Mal 🙂

  9. Oh ja, das war toll. Gesangliche Gruppendynamik lässt sich bei einem gut organisierten udn hoch motivierten Fanpublikum wie es am Millerntor auf einzigartige Weise zanzutreffen ist, bestens feststellen.
    Hatte ich eigentlich schon erzählt, dass ich am Sonntagabend so gut wie keine Stimme mehr hatte, vor lauter Schreien und Singen? 😉

  10. Fragen Sie mal Herrn sparschäler, wie sich meine Stimme im weiteren Verlauf des Tages nach unten entwickelt hat 🙂

    Ich habe Sie übrigens erstmals so wirklich entfesselt und angespannt gesehen, dieses Spiel hatte es wirklich in sich.
    So sehr, dass ich sogar meine Blogpause heute mal unterbrochen habe.

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