Neuzugang im Maschinenpark meiner Küche: die Eismaschine

Eine Kugel Bananen-Kokos-Rum-Eis

Von der Entdeckung einer neuen Welt bis hin zu ertränktem Espresso.

Wie neulich berichtet, gab es wieder einmal Zuwachs im „Maschinenpark“ meiner kleinen Küche. Zu Teigmaschine, Pastamaker, Reiskocher, Küchenmaschine, Airfryer und Kaffeevollautomat ist jetzt auch eine Eismaschine gekommen, die ich hier mal etwas näher vorstellen möchte:

Ein neues Gerät hat heute Einzug gehalten in meine kleine Küche. Weiß noch gar nicht, wie ich es unterbringen kann. Aber hitzebedingt musste dringend eine Eismaschine her. ????

Markus Trapp (@textundblog.bsky.social) 2026-06-26T16:39:20.353Z

Vorbemerkung: wie immer, wenn ich hier etwas vorstelle, handelt es sich nicht um bezahlte Werbung. Ich kaufe meine Produkte selbst, es gibt keinerlei Unterstützung durch die Hersteller. Trotzdem diese Info zur gewählten Eismaschine: Die genaue Bezeichnung ist Severin Kompakt EZ 7407, platzsparende Eismaschine & Joghurtbereiter, mit Kompressor im Slim-Design. Füllmenge: 750 ml. Wie gesagt, keine Werbung, nur Info.

Die Maschine ist angenehm leise, auch wenn sie in meinem Video lauter rüberkommt:

Und die Produktion beginnt: Erdbeer-Vanille-Eis. #eismaschine

Markus Trapp (@textundblog.bsky.social) 2026-06-27T10:41:16.410Z

Die zuvor erstellte Eismasse wird darin 1 Stunde gerührt und gekühlt. Anschließend kommt das Eis für 12 Stunden in die Gefriertruhe. Dazu einfach die Eismasse aus dem herausnehmbaren Eisbehälter in Form eines Töpfchens in eine Gefrierform umfüllen (bei mir waren das aufbewahrte Langnese Eisverpackungen).

Mein erstes Eis war ein Erdbeereis, das ich nach diesem einfachen Rezept (unter Abwandlung der Menge, damit es auch in meine Maschine passt) gemacht habe:

200 g Erdbeeren -> purieren
1 EL Zitrone
20 g Zucker -> zur Seite stellen

Eismasse:
1 Ei
60 g Zucker
200 ml Sahne
100 ml Milch
1/2 Vanilleschote -> alles gut verrühren
Am Schluß die Erdbeermasse unterrühren. Das genaue Vorgehen ist im oben verlinken Rezept beschrieben.

Heraus kam dieses wunderbare Erdbeereis, das fantastisch schmeckt:

Genau wegen solcher Reaktionen liebe ich Social Media: Dem Bluesky-Reply von Diego León-Villagrá verdanke ich den Hinweis auf das Kochbuch von David Lebovitz „The perfect scoop„, das ich mir gleich als E-Book (9,44 €) geholt habe.

Mir gefällt die Art, wie David Lebovitz von seiner Begeisterung für das Eismachen berichtet, und wie er die ganz leicht nachzubauenden Eissorten in den einzelnen Rezepten beschreibt. Es gibt auch viele Rezepte von ihm frei im Netz, wie zum Beispiel die Anleitung für die sehr vielversprechend klingende „Salted butter caramel ice cream“, die ich demnächst mal ausprobieren werde. Hier schon mal die übersetzte und auf 3/5 reduzierte Zutatenliste (Eigelb auf 3 statt 5 angepasst, alle anderen Mengen auf 3/5 skaliert und sinnvoll gerundet):

Für das Karamell-Praliné (Einmischung)

• 60 g Zucker
• ½ TL Meersalz, z. B. Fleur de Sel

Für die Eiscreme-Masse

• 300 ml Vollmilch
• 150 ml Sahne, erwärmt
• 150 g Zucker
• 35 g gesalzene Butter, gewürfelt
• ¼ TL Meersalz/Fleur de sel
• 3 Eigelb
• ½ TL Vanilleextrakt

Angefangen, den Inspirationen von Lebovitz zu folgen, hab ich mit meinem zweiten Eis: Banana-brown sugar ice cream. Dieses auf Basis von Kokosmilch erstellte Bananeneis mit braunem Zucker, Fleur de sel und Rum ist wirklich sehr köstlich. Auch hier hab ich die Zutaten reduziert, statt 3 auf 2 Bananen heruntergerechnet:

• 400 g reife Bananen
• 90 g brauner Zucker
• 330 ml Kokosmilch
• Gute Prise Fleur de sel
• 1 TL dunkler Rum
• 1/2 TL Vanilleextrakt

Malaga Dieses Bananen-Kokos-Eis hat mich dann auch zu zwei weiteren Varianten inspiriert. Zum einen kann man sehr gut in Rum eingelegte Rosinen dazugeben, schmeckt dann fast wie ein Malaga-Eis, das man natürlich auch direkt in der Eismaschine erzeugen kann.

Afogatto Zweitens kam mir die Idee, dass dieses Eis sich sehr gut für einen Afogatto eignen könnte. Afogatto ist ein Espresso mit Eis. Der wunderschöne Name „Affogato al caffè“ leitet sich ab vom italienischen Verb für ertrinken (affogare): das Eis ertrinkt im Espresso. Neben dem standardmäßig dafür eingesetzten Vanilleeis, eignet sich zum Beispiel auch Haselnuss-Eis sehr gut dazu. Und was soll ich sagen? Das Bananen-Rum-Kokos-Eis passt auch perfekt, um es in einem Espresso zu ertränken.

Was mir in Leibovitz‘ Buch gefällt, ist seine Aussage zum Thema Alkohol bei Nachspeisen (hier in der mit Google Translate erzeugten Übersetzung zitiert):

Wenn Alkohol zu Eiscreme und Sorbets hinzugefügt wird, hat dies zwei Auswirkungen: Er verhindert, dass diese zu hart gefrieren (Alkohol gefriert nicht), und er verleiht ihnen Geschmack. In manchen Rezepten kann man ihn weglassen, wenn man Kinder oder Personen bedient, die auf Alkohol verzichten. In anderen Fällen ist er eine wesentliche Geschmackskomponente, wie beispielsweise bei der Pflaumen-Armagnac-Eiscreme.

Ich verwende häufig Kirsch, einen Kirschbrand, um den Geschmack vieler Desserts auf Obst- oder Beerenbasis zu unterstreichen, da er den Geschmack der frischen Früchte nicht überdeckt. Schon ein paar Tropfen können ein langweiliges Fruchtpüree in etwas Lebendiges verwandeln. Ähnliche Alternativen sind Poire Williams oder ein anderer Obstbrand.

Abschließend kann ich sagen, dass ich das Gefühl habe, mit der Eismaschine hat sich mir eine neue Welt erschlossen, die ich gerade erst zu entdecken beginne. Zig Eis- und Jogurt-Rezepte warten noch auf die Umsetzung, wie etwa „Milk Chocolate Chip-Amaro ice cream“ oder das sommerliche Grapefruit campari sorbet. Und vielleicht konnte ich mit dieser Vorstellung die eine oder den anderen von euch etwas neugierig machen, das auch mal zu probieren. 😉

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