{"id":8564,"date":"2018-03-04T00:44:17","date_gmt":"2018-03-03T23:44:17","guid":{"rendered":"http:\/\/textundblog.de\/?p=8564"},"modified":"2022-07-10T11:54:37","modified_gmt":"2022-07-10T09:54:37","slug":"festivalbericht-berlinale-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/textundblog.de\/?p=8564","title":{"rendered":"Festivalbericht Berlinale 2018"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sonycenter2018-gr.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"8568\" data-permalink=\"https:\/\/textundblog.de\/?attachment_id=8568\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sonycenter2018.jpg?fit=350%2C479&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"350,479\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"sonycenter2018\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sonycenter2018.jpg?fit=350%2C479&amp;ssl=1\" title=\"Sony-Center 2018\"  src=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sonycenter2018.jpg?resize=350%2C479&#038;ssl=1\" alt=\"Sony-Center 2018\" width=\"350\" height=\"479\" class=\"alignright size-full wp-image-8568\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sonycenter2018.jpg?w=350&amp;ssl=1 350w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sonycenter2018.jpg?resize=219%2C300&amp;ssl=1 219w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a> Das war meine 23. Berlinale. Neun Tage voller Filme. Eine Woche hab ich danach wieder gebraucht, um alles zu verarbeiten. Schwere Kost in starken Bildern. Ihr k\u00f6nnt euch vorstellen, wie es in meinem Sch\u00e4del brummte. Dass keiner der vier deutschen Wettbewerbsfilme \u2013 die allesamt gut waren \u2013 auch nur irgendeinen Preis bekommen hat, ist sehr bedauerlich. Den Gewinnerfilm habe ich nicht gesehen, doch die Vergabe des Golden B\u00e4ren an \u00abTouch me not\u00bb ist zumindest <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/berlinale-preisverleihung-goldener-baer-fuer-touch-me-not-von-adina-pintilie\/21001256.html\">umstritten<\/a>.<\/p>\n<p>Dies sind f\u00fcr mich pers\u00f6nlich die zehn besten Filme aus den 51 Werken, die ich an den eiskalten Tagen in der Bundeshauptstadt gesehen habe:<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h3>1. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201812455#tab=filmStills\">Das schweigende Klassenzimmer<\/a><\/h3>\n<p>von Lars Kraume (D 2017)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/RVs_LXtBvgQ?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Lars Kraume f\u00fchrt uns mit seiner Verfilmung des gleichnamigen Sachbuchs von Dietrich Garstka in die Zeit der deutschen Teilung vor dem Bau der Mauer. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Einer DDR-Klasse droht wegen politischer Aktivit\u00e4t der Rausschmiss aus der Schule, wenn sie nicht ihren Anf\u00fchrer verr\u00e4t. Die Klasse hatte zun\u00e4chst den Mut, eine Schweigeminute in Solidarit\u00e4t mit dem Ungarischen Volksaufstand 1956 abzuhalten und schweigt dann nochmal, um den Anf\u00fchrer nicht preiszugeben. Was mir gut gef\u00e4llt, ist die Kombination aus der Besetzung der Hauptrollen, der Sch\u00fcler, mit Laiendarstellern und der Nebenrollen mit gestandenen Profis (sehr gut: Burghart Klau\u00dfner als Volksbildungsminister Lange). Der Film befindet sich in der Vorauswahl der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2018. K\u00f6nnte mir gut vorstellen, dass er ihn kriegt.<\/p>\n<h3>2. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201814439#tab=video25\">Styx<\/a><\/h3>\n<p>von Wolfgang Fischer (D\/A 2017)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/9yohR4dlm2c?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Was tun, wenn man auf dem Mittelmeer mit einem kleinen Segelboot unterwegs ist und auf einen havarierten Fischkutter mit \u00fcber 100 Fl\u00fcchtenden an Bord trifft, die zu ertrinken drohen, die sie aber auf ihr kleines Boot nicht aufnehmen kann. Sie ruft Hilfe, doch die kommt nicht. Ein kammerspielartig umgesetzter Albtraum, den der Zuschauer mit der \u00c4rztin durchmacht. So dicht umgesetzt, dass man die Bedr\u00fcckung, die hilflose Wut und den Zorn \u00fcber das menschenverachtende Verhalten Europas gegen\u00fcber den Fliehenden aus Afrika mit jeder Minute des Filmes st\u00e4rker sp\u00fcrt.<\/p>\n<h3>3. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201815206#tab=video25\">The Silence of Others<\/a><\/h3>\n<p>von Almudena Carracedo und Robert Bahar (USA\/E 2018)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/UHNEtSJIep0?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Was die Berlinale ausmacht, ist der hohe Anteil an Dokumentarfilmen im Festival. Wer diesen gesehen hat, vergisst ihn nicht so schnell. Es geht um die Angeh\u00f6rigen von Opfern der republikanischen Seite aus der Franco-Diktatur in Spanien. Sie k\u00e4mpfen daf\u00fcr, dass die Massengr\u00e4ber, in denen ihre Familienangeh\u00f6rigen verscharrt wurden, ausgehoben werden, um sie nach all der Zeit zu identifizieren und w\u00fcrdig zu bestatten. Wie der in sieben Jahren produzierte Film zeigt, ein Kampf gegen die Zeit, dessen Ende manche der betagten Angeh\u00f6rigen nicht mehr erleben.<\/p>\n<h3>4. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201815866#tab=filmStills\">Transit<\/a><\/h3>\n<p>von Christian Petzold (D\/F 2018)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/G7ni5_s62OE?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><br \/>\n\u00abTransit\u00bb ist f\u00fcr mich der beste Film des Festivals. Wie Christian Petzold die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transit_(Anna_Seghers)\">autobiographische<\/a> literarische Vorlage von Anna Seghers umgesetzt hat, ist grandios. Er h\u00e4lt an der in den vierziger Jahren spielenden Fluchtgeschichte fest, versetzt sie aber in die Gegenwart. Wir sehen Menschen auf der Flucht vor den Nazis, die auf ihre Papiere zur Auswanderung nach Mexiko warten, aber in einem modernen Marseille mit aktuellen Bildern. H\u00e4tte nicht gedacht, dass dieser Kunstgriff funktionieren kann. Doch er tut es. <\/p>\n<h3>5. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201814371#tab=filmStills\">La Pri\u00e8re<\/a><\/h3>\n<p>von C\u00e9dric Kahn (F 2018)<br \/>\n<span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Y9BjEDjYjag?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Auf jedem Festival gibt es f\u00fcr mich Filme, in die ich reingehe ohne viel zu erwarten. \u00abLa Pri\u00e8re\u00bb war so einer. Passte irgendwie in den Zeitplan und ich dachte, mal sehen. Was ich dann sah, hat mich sehr angetan. Thomas ist 22 Jahre alt, kommt nicht von dn Drogen los und zieht als letzte Rettung in eine katholische Anstalt. Einen Bezug zur Religion hat er zun\u00e4chst nicht, er will nur von den Drogen los. Ein Weg, der eigentlich zum Scheitern verurteilt ist, nimmt eine ungewohnte Wendung. Brilliant gespielt von Anthony Bajon. In einer Nebenrolle, die wunderbare Hanna Schygulla als Nonne (Schwester Myriam).<\/p>\n<h3>6. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201814411#tab=filmStills\">Ut\u00f8ya 22. juli<\/a><\/h3>\n<p>von Erik Poppe (Nor 2018)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/WSYfaAL7Ws8?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>(Ich habe keinen Trailer gefunden, dies ist ein AFP-Bericht \u00fcber den Film.)<\/p>\n<p>Erik Poppe mutet dem Zuschauer viel zu, aber sein Film ist sehr gut. Die 78 Minuten, die es vom ersten bis zum letzten Schuss auf der Insel Ut\u00f8ya am 22. Juli 2011 dauerte, bis 69 Menschen durch einen irren Attent\u00e4ter ihr Leben verloren, erlebt man in diesem Film in Echtzeit mit. Wie ein zun\u00e4chst friedliches Zeltlager durch die Sch\u00fcsse in Angst und Schrecken versetzt wird. Wie sie wegrennen, sich verstecken und doch gefunden und get\u00f6tet werden. Schwer zu ertragen, auch wenn man genau wei\u00df, dass es ja nur ein Film ist. Ein Film, der ganz bewusst aus der Opferperspektive realisiert wurde.<\/p>\n<h3>7. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201818984#tab=filmStills\">3 Tage in Quiberon<\/a><\/h3>\n<p>von Emily Atef (D\/A\/F 2018)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/JL7KXgshJlg?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Marie B\u00e4umler spielt Romy Schneider. Nein, Marie B\u00e4umler <em>ist<\/em> Romy Schneider. Unfassbar, wie nah sie der Figur kommt. Auch die Interviewer sind sehr nah ran gekommen an Romy Schneider, bzw. sie hat es zugelassen oder sogar so gewollt. Wenn sie am Anfang des Interviews schon sagt \u201cIch bin eine 42-j\u00e4hrige ungl\u00fcckliche Frau\u00bb ist der Rahmen gesetzt f\u00fcr das, was kommt. ganz stark:auch Birgit Minichmayer in der Rolle von Romys Freundin Hilde, die ihre Freundin immer wieder warnt: \u00abPass auf, was Du denen sagst, die schreiben das doch alles.\u00bb Das <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/kultur\/film\/romy-schneiders-letztes-interview-zeigt-der-film--3-tage-in-quiberon---7872314.html\">Stern-Interview<\/a> fand 1981 statt, ein Jahr vor dem Tod von Romy Schneider. <\/p>\n<h3>8. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201813990#tab=filmStills\">Profile<\/a><\/h3>\n<p>von Timur Bekmambetov (USA\/UK\/Zypern\/Rus 2018)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/182pyCffVLk?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>H\u00e4tte nicht gedacht, dass ein film so gut funktionieren und so spannend sein kann, der komplett aus abgefilmten Bildschirmaufnahmen besteht. In \u00abProfile\u00bb ist das gelungen. Eine junge Reporterin versucht sich mit gefaktem Profil vom IS als K\u00e4mpferin rekrutieren zu lassen und zeichnet alles auf, um dar\u00fcber zu berichten. irre, wie sie parallel mit der Redaktion in Kontakt steht udn gleichzeitig mit syrien skyped und die naive Waffenbegeisterte mimt. Eine waghalsige Aktion und der Zuschauer des Filmes sieht bei all dem gespannt auf den Bildschirm.<\/p>\n<h3>9. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201812831#tab=filmStills\">\u00c1ga<\/a><\/h3>\n<p>von Milko Lazarov (Bul\/D\/F 2018)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/OsBHi1oWyho?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Ein richtige kleine Festivalperle ist dieser Film. Ein altes Paar lebt in der unwirtlichen Eislandschaft im Norden Jakutiens. Es ist ber\u00fchrend zu sehen, wie der Rentierj\u00e4ger Nanook und seine Frau Sedna in der Einsamkeit leben ohne alleine zu sein. Der Alltag ist hart, alles will gut vorbereitet und ausgenutzt sein. Wenn die beiden mit ihren gegerbten Gesichtern in die Sonne blinzeln und sich ihr Tr\u00e4ume erz\u00e4hlen, entsteht eine erz\u00e4hlerische Spannung in der Ein\u00f6de, die wie gesagt ber\u00fchrt. Die schwer kranke Sedna vermisst ihre Tochter \u00c1ga, die lange schon weggegangen ist, um weit weg in einer Diamantenmine zu arbeiten. Als Sedna stirbt, macht Nanook sich auf den Weg zu \u00c1ga. Auf den Weg in eine Welt weit weg von seiner eigenen und n\u00e4her an unserer. Der Zuschauer geht den Weg mit und reflektiert, wer es wohl besser habe.<\/p>\n<p>10. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201810231#tab=filmStills\">Mein Bruder hei\u00dft Robert und ist ein Idiot<\/a><br \/>\nvon Philip Gr\u00f6ning (D\/F\/Ch 2018)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/mediathek.rbb-online.de\/tv\/Berlinale-Studio\/Mein-Bruder-hei%C3%9Ft-Robert-und-ist-ein-Idi\/rbb-Fernsehen\/Video?bcastId=6392536&#038;documentId=50272488\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"8565\" data-permalink=\"https:\/\/textundblog.de\/?attachment_id=8565\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/robert-idiot.jpg?fit=700%2C467&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"700,467\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"&amp;#8222;Mein Bruder hei\u00dft Robert und ist ein Idiot&amp;#8220;\" data-image-description=\"&lt;p&gt;&amp;#8222;Mein Bruder hei\u00dft Robert und ist ein Idiot&amp;#8220; &lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/robert-idiot.jpg?fit=700%2C467&amp;ssl=1\" title=\"&quot;Mein Bruder hei\u00dft Robert und ist ein Idiot&quot;\"  src=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/robert-idiot.jpg?resize=700%2C467&#038;ssl=1\" alt=\"&quot;Mein Bruder hei\u00dft Robert und ist ein Idiot&quot; \" width=\"700\" height=\"467\" class=\"alignnone size-full wp-image-8565\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/robert-idiot.jpg?w=700&amp;ssl=1 700w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/robert-idiot.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>(Auch hier gibt es noch keinen Trailer, deshalb hab ich eine rrb-Kritik zum Film verlinkt.)<\/p>\n<p>Philip Gr\u00f6ning provoziert gerne, seine Filme sind h\u00e4ufig umstritten. \u00abMein Bruder hei\u00dft Robert und ist ein Idiot\u00bb bleibt dieser Tradion treu. Ich fand ihn sehr gut. In beinahe qu\u00e4lend langen drei Stunden verfolgen wir die Geschichte des Zwillingspaares Robert und Elena. Robert hilft Elena bei der Vorbereitung auf die Abiturpr\u00fcfung in Philosophie. Die wundersch\u00f6nen Sommerbilder in der s\u00fcddeutschen Idylle am Rande einer Tankstelle laufen parallel zu philosophischen Fragen nach der Zeit, nach Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Parallel entwickelt ich eine Spirale der Gewalt, mit der wir beim Zusehen geschockt werden. Ganz bewusst verzichtet Gr\u00f6ning darauf eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese Gewalt zu geben (gut zu sehen in <a href=\"http:\/\/mediathek.rbb-online.de\/tv\/Berlinale-Studio\/Mein-Bruder-hei%C3%9Ft-Robert-und-ist-ein-Idi\/rbb-Fernsehen\/Video?bcastId=6392536&#038;documentId=50272488\">diesem Interview<\/a>). Wer sich die drei Stunden antut, wird diesen Film so schnell nicht vergessen. Das meine ich positiv.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich noch ein gro\u00dfes Lob f\u00fcr die Retro \u00ab<a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/das_festival\/sektionen_sonderveranstaltungen\/retrospektive\/index.html\">Weimarer Kino \u2013 neu gesehen<\/a>\u00bb aussprechen. Obwohl ich es immerhin geschafft habe, f\u00fcnf davon zu sehen, h\u00e4tte ich gerne noch mehr Filme der 20-er und 30-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gesehen. Zum Abschluss eine Aufnahme aus der mit Live-Orchestermusik begleiteten Auff\u00fchrung von \u00abDas alte Gesetz\u00bb von Ewald Andr\u00e9 Dupontaus dem Jahr 1923. Der Film gilt als H\u00f6hepunkt j\u00fcdischen Filmschaffens in Deutschlands und ich war froh ihn in Berlin gesehen zu haben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale-retro-2018gr.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"8570\" data-permalink=\"https:\/\/textundblog.de\/?attachment_id=8570\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale-retro-2018.jpg?fit=800%2C600&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"800,600\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"berlinale-retro-2018\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale-retro-2018.jpg?fit=800%2C600&amp;ssl=1\" title=\"'Das alte Gesetz' - Friedrichstadtpalast\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale-retro-2018.jpg?resize=800%2C600&#038;ssl=1\" alt=\"'Das alte Gesetz' - Friedrichstadtpalast\" width=\"800\" height=\"600\" class=\"alignnone size-full wp-image-8570\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale-retro-2018.jpg?w=800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale-retro-2018.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale-retro-2018.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das war meine 23. Berlinale. Neun Tage voller Filme. Eine Woche hab ich danach wieder gebraucht, um alles zu verarbeiten. Schwere Kost in starken Bildern. Ihr k\u00f6nnt euch vorstellen, wie es in meinem Sch\u00e4del brummte. 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