{"id":7764,"date":"2017-02-26T19:21:12","date_gmt":"2017-02-26T18:21:12","guid":{"rendered":"http:\/\/textundblog.de\/?p=7764"},"modified":"2018-01-18T11:33:20","modified_gmt":"2018-01-18T10:33:20","slug":"festivalbericht-berlinale-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/textundblog.de\/?p=7764","title":{"rendered":"Festivalbericht Berlinale 2017"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/IMG_0439.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"7758\" data-permalink=\"https:\/\/textundblog.de\/?attachment_id=7758\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/IMG_0439.jpg?fit=4032%2C3024&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"4032,3024\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.2&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;iPhone SE&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1487234235&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.15&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;100&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.03030303030303&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;6&quot;}\" data-image-title=\"IMG_0439\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/IMG_0439.jpg?fit=1024%2C768&amp;ssl=1\" title=\"Tickets Berlinale 2017\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/IMG_0439.jpg?resize=830%2C623&#038;ssl=1\" alt=\"Tickets Berlinale 2017\" width=\"830\" height=\"623\" class=\"alignnone size-large wp-image-7758\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/IMG_0439.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/IMG_0439.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/IMG_0439.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/IMG_0439.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/IMG_0439.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nun hatte ich (mir) eine Woche Zeit (gelassen), um mir die 48 Filme durch den Kopf gehen zu lassen, die ich auf der Berlinale in neun Tagen gesehen habe. So ein Festivalmarathon mit 5 bis 6 Filmen pro Tag ist eine enorme Belastung f\u00fcr das Auffassungsverm\u00f6gen, zumal die Filme meist sehr fordernd sind. Sowohl was ihre Machart, als auch was ihre Thematik angeht. Ich stimme dem Tenor der Filmkritik, es sei ein durchwachsener Jahrgang gewesen nicht zu. Viele Journalisten, die \u00fcber die Berlinale berichten, schauen sich gr\u00f6\u00dftenteils nur den Wettbewerb an. Da entgeht ihnen nat\u00fcrlich Einiges aus dem insgesamt ca. 400 Filme (!) fassenden Programm. Es gibt eben noch viele weitere Reihen auf der Berlinale, in denen es sehenswerte Filme zu entdecken gibt: Forum, Panorama und Retro, um nur drei zu nennen. Die guten Filmjournalisten wissen und w\u00fcrdigen das selbstverst\u00e4ndlich. <\/p>\n<p>Wie dem auch sei, Film ist immer auch ein subjektives Thema. Somit komme ich zu meiner pers\u00f6nlichen TOP 10. Dies sind die zehn Filme, die ich uneingeschr\u00e4nkt empfehlen kann (die Reihenfolge enth\u00e4lt keine Wertung, es ist die Abfolge, in der ich sie vom 10.-18.2.2017 gesehen habe):<\/p>\n<h3>1. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201712288#tab=filmStills\">Testr&#337;l \u00e9s l\u00e9lekr&#337;l<\/a> (On Body and Soul) <\/h3>\n<p>von Ildik\u00f3 Enyedi (Ungarn 2017)<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/pbWhnar7OVc?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Dieser sehr au\u00dfer- und ungew\u00f6hnliche Film der Ungarin Ildik\u00f3 Enyedi hat vollkommen zurecht, und wie von mir vorausgesagt, die Berlinale gewonnen. In \u00abA Testr\u00f6l \u00e9s L\u00e9lekr\u00f6l\u00bb (so der Titel im Original) geht es um Einsamkeit und um die eigentlich unm\u00f6glich erscheinende Liebe zweier Menschen, die nicht nur den nahezu gleichen Traum tr\u00e4umen, sondern ganz zaghaft den Versuch wagen, ob es f\u00fcr sie so etwas wie ein gemeinsames Leben geben kann. In einf\u00fchlsamen, jedoch fern jedes Kitsches, inszenierten Bildern zieht einen die nur in Nuancen artikulierte Sehnsucht der Protagonisten in ihren Bann.<\/p>\n<h3>2. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201712954#tab=filmStills\">Una mujer fant\u00e1stica<\/a> <\/h3>\n<p>von Sebasti\u00e1n Lelio (Chile 2017)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/LJcwcsRpPBE?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Noch so eine unm\u00f6gliche Liebe: ein verheirateter Mann verl\u00e4sst seine Familie und hat eine Beziehung mit Marina, einer Transgender-Frau. Als er stirbt, versucht die Familie Marina von der Beerdigung fern zu halten. Doch die &#8222;fantastische Frau&#8220; l\u00e4sst sich die Trauer um den Menschen, den sie geliebt hat, nicht nehmen. Wider alle Verd\u00e4chtigungen und wider alle Ressentiments. Der Chilene Sebasti\u00e1n Lelio, der 2013 mit \u00ab<a href=\"https:\/\/textundblog.de\/?p=5271\">Gloria<\/a>\u00bb beeindruckt hat \u2013 f\u00fcr mich damals der beste Film im Wettbewerb \u2013, hat mit \u00abUna mujer fant\u00e1stica\u00bb wieder einen ganz starken Film abgeliefert.<\/p>\n<h3>3. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201715035#tab=video25\">La libertad del diablo<\/a> (Devil&#8217;s Freedom) <\/h3>\n<p>von Everardo Gonz\u00e1lez (Mexiko 2017)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/-Qr4CmC1wjA?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Manchmal sieht man Filme auf einem Festival, die so hart sind, dass man kaum die Kraft hat danach in den n\u00e4chsten Film zu gehen. Diese Doku ist so einer. Maskiert kommen Opfer und T\u00e4ter des Drogenkrieges in Mexiko zu Wort. Man wird mit der jeweiligen Perspektive auf die Grausamkeit des aktuellen Geschehens in Mexiko konfrontiert, dass es schwer auszuhalten ist. Gut gemacht keine Frage. Aber wie gesagt: sehr hart. Es geht dem Regisseur um die psychologische Betrachtung der unvorstellbaren Greueltaten, mit denen das land seit nunmahe \u00fcber zehn Jahren leben muss. Siehe dazu auch ein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=b5D3Mi-IPy0\">Interview<\/a> mit ihm.<\/p>\n<h3>4. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201715091#tab=video25\">The Party<\/a> <\/h3>\n<p>von Sally Potter (Gro\u00dfbritannien 2017)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/W_3BCLgdHhQ?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>In diesen Film muss man alleine schon wegen Bruno Ganz gehen, der einen esoterisch angehauchten Deutschen mit dem wunderbaren Namen Gottfried spielt. Jeder Satz von ihm sitzt und ist eine Freude. Die Britin Sally Potter hat hier einen extrem dialog-lastigen Film gemacht, der seine Charaktere regelrecht vorf\u00fchrt. Die gezeigte Party verl\u00e4uft anders als geplant. Der Film wird getragen von den weiteren hervorragenden Darstellern wie Kristin Scott Thomas, Cherry Jones und Cillian Murphy. Und einer Pointe, die es in sich hat.<\/p>\n<h3>5. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201713905#tab=video25\">Mr. Long<\/a> <\/h3>\n<p>von Sabu (Japan, Hongkong, Taiwan 2017)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/z48c-5VS4JU?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Sehr brutal \u2013 ok, nichts Ungew\u00f6hnliches f\u00fcr einen Film aus Fernost \u2013, aber auch sehr ber\u00fchrend. Der Profikiller Long aus Taiwan, stark gespielt von Chen Chang, \u00fcbernimmt einen Auftrag in Japan. Doch er sucht nach einem Weg aus der Spirale der Gewalt. Ob ihm das gelingt, soll nicht verraten werden. Dass der Film aber trotz seiner Brutalit\u00e4t sehr sehenswert ist, schon.<\/p>\n<h3>6. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201719257#tab=filmStills\">Toivon tuolla puolen<\/a> (Die andere Seite der Hoffnung)<\/h3>\n<p>von Aki Kaurism\u00e4ki (Finnland 2017)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/5vLZ-UXeXTM?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Manche hatten ja gedacht, dass Kaurism\u00e4ki f\u00fcr seinen Film \u00fcber die Fl\u00fcchtlingsproblematik den Golden B\u00e4ren bekommt, doch am Ende wurde es &#8222;nur&#8220; der Silberne (f\u00fcr die Beste Regie). Kaurism\u00e4ki sagt, es solle sein letzter sein. Wenn dem so ist, kann man sagen, es ist nicht sein schlechtester. Was mir gut gef\u00e4llt, ist, wie die beiden zun\u00e4chst getrennt gezeigten Geschichten miteinander verbunden werden: Auf der einen Seite erleben wir einen in die Jahre gekommenen Handelsvertreter f\u00fcr Krawatten und M\u00e4nnerhemden, der seinem bisherigen Berufsleben den R\u00fccken kehrt, und auf der anderen Seite einen Fl\u00fcchtling aus Syrien, der nach seiner Flucht als blinder Passagier versucht, in Finnland ein neues Leben anzufangen.<\/p>\n<h3>7. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201712831#tab=video25\">Call me by your name<\/a> <\/h3>\n<p>von Luca Guadagnino (Italien 2017)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/QkJ5H_LnRTY?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Der 17-J\u00e4hrige Elio ist verwirrt. Was er f\u00fcr den Assistenten seiner Vaters, der f\u00fcr einen Sommer zu ihnen st\u00f6\u00dft, empfindet, verwirrt und begeistert ihn zugleich. Der &#8222;Monolog&#8220; des Vaters am Ende des Films geh\u00f6rte f\u00fcr mich zu den eindr\u00fccklichsten Szenen der Berlinale. Ein Film \u00fcber die Liebe. Oder wie Michael Meyns es in der taz nennt: \u00ab<em>Ob homo oder hetero ist egal, Hauptsache Liebe<\/em>\u00bb. Sein Artikel liefert eine lesenswerte Zusammenfassung des Filmes: \u00ab<a href=\"https:\/\/www.taz.de\/Film-ueber-schwule-Zuneigung\/!5382085\/\">Bilder, aus denen Begehren spricht<\/a>\u00bb. Der Panorama-Beitrag ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Andr\u00e9 Aciman.<\/p>\n<h3>8. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201715522#tab=video25\">El Bar<\/a> <\/h3>\n<p>von \u00c1lex de la Iglesia (Spanien 2017)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/nAYtHqEhMqI?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Ein Mann wird eines Morgens vor einer Bar erschossen. F\u00fcr die Insassen der Bar beginnt ein einzigartiger Albtraum. Drau\u00dfen sind pl\u00f6tzlich keine Menschen mehr zu sehen und die Bar inmitten von Madrids Zentrum entwickelt sich f\u00fcr die &#8222;Insassen&#8220; zum Gef\u00e4ngnis. Wir r\u00e4tseln und zittern mit ihnen. Wie der Film sich dann entwickelt, ist atemberaubend. Trash as trash can. Aber gut gemacht. Und unterhaltsam. Tut gut, auch mal was Unterhaltendes zwischen all dem meist sehr anspruchsvollen Kino zu sehen. \u00abEl Bar\u00bb von \u00c1lex de la Iglesia ist so ein erholsamer Film. Obwohl er auch viel Nervenkitzel bietet. Mit einer meiner spanischen Lieblingsschauspielerinnen, Carmen Machi. Wenn sie als Trini versucht, durch ein Abwasserloch in die Kanal-Unterwelt Madrids abzutauchen, bleibt kein Auge trocken. Gleichzeitig liefert der Film auch eine Gesellschaftskritik, und zeigt, was soziales Zusammenleben, fehlende Solidarit\u00e4t und Raffgier aus den Menschen unserer modernen Gesellschaft gemacht haben.<\/p>\n<h3>9. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201710594#tab=filmStills\">I am not your negro<\/a> <\/h3>\n<p>von Raoul Peck (Frankreich \/ USA 2016)<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/rNUYdgIyaPM?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Plus der Berlinale ist die Vielzahl der internationalen Dokumentationen, die hier zu sehen sind. Mit Abstand die beste ist diese Dokumentation \u00fcber die Texte des US-Autoren <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/James_Baldwin\">James Baldwin<\/a>. Obwohl eine historische R\u00fcckschau ist diese Doku brennend aktuell. <a href=\"http:\/\/time.com\/4680673\/james-baldwin-documentary-history\/\">Time <\/a> schreibt zurecht, der Film sei ein \u00abProduct of a Specific Moment in History\u00bb. Worum geht es? Ich zitiere dazu die Filmbeschreibung aus dem Berlinale-Katalog, weil man es besser nicht sagen kann:<\/p>\n<blockquote><p>\nEin pr\u00e4gnanter und verst\u00f6render Essay \u00fcber die bis heute vom Mainstream weitgehend ausgeblendete Wirklichkeit schwarzer Amerikaner. Samuel L. Jacksons Stimme verleiht der poetisch-meditativen Sprache Baldwins einen angemessenen Ausdruck.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Film ist auch f\u00fcr den Oscar nominiert. W\u00fcrde mich nicht wundern, wenn er heute Nacht einen bekommen wird.<\/p>\n<h3>10. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201718907#tab=filmStills\">El mar la mar<\/a> <\/h3>\n<p>von Joshua Bonnetta, J.P. Sniadecki (USA 2017)<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/193791369\" width=\"640\" height=\"360\" frameborder=\"0\" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vimeo.com\/193791369\">El Mar | 16mm to 5K | 101 minutes | 2017| Joshua Bonnetta &amp; J.P. Sniadecki<\/a> from <a href=\"https:\/\/vimeo.com\/user4334971\">joshua bonnetta<\/a> <\/p>\n<p>Last but not least eine weitere Doku. Und was f\u00fcr eine. Vollkommen zurecht ausgezeichnet mit dem Caligari-Filmpreis, der im Rahmen der Berlinale vom Bundesverband kommunale Filmarbeit und der Kinozeitschrift \u00abFilmdienst\u00ab verliehen wird. In dieser experimentellen Doku geht es um Migration, Flucht und Politik. Gezeigt werden Bilder aus der Sonora-W\u00fcste zwischen Mexiko und den USA. Auch ein sehr aktueller Film, aus traurigem Anlass. Ein gefilmtes politisches Gedicht, dessen eindr\u00fcckliche Bilder aus der Natur im Grenzbereich zweier L\u00e4nder, die unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Bilder, die haften bleiben.<\/p>\n<p>Und zum Abschluss noch eine\u2026 <\/p>\n<h3>Lobende Erw\u00e4hnung: &#8222;<a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201712594#tab=video25\">R\u00edo Verde. El tiempo de los Yakurumas<\/a>\u201d<\/h3>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/5WdscLSNqpc?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>\u2026f\u00fcr die Br\u00fcder Diego y \u00c1lvaro Sarmiento f\u00fcr ihre wunderbar stille und doch so vielsagende Doku \u00fcber die indigene Bev\u00f6lkerung im peruanischen Andengebiet. Ein Film fast ganz ohne Text, ohne Off-Kommentar. Eine geradezu meditative Ann\u00e4herung an ein Leben ganz nah bzw. inmitten der unber\u00fchrten Natur. Hier samt Ausschnitten aus dem Film zu sehen im Interview mit der Deutschen Welle: \u00ab<a href=\"http:\/\/www.dw.com\/es\/aqu%C3%AD-estoy-%C3%A1lvaro-y-diego-sarmiento-cineastas-de-per%C3%BA\/av-37663429\">\u00c1lvaro y Diego Sarmiento, cineastas de Per\u00fa<\/a>\u00bb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun hatte ich (mir) eine Woche Zeit (gelassen), um mir die 48 Filme durch den Kopf gehen zu lassen, die ich auf der Berlinale in neun Tagen gesehen habe. So ein Festivalmarathon mit 5 bis 6 Filmen pro Tag ist eine enorme Belastung f\u00fcr das Auffassungsverm\u00f6gen, zumal die Filme meist sehr fordernd sind. Sowohl was [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":true,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-7764","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kino"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4uzZ-21e","jetpack-related-posts":[{"id":1439,"url":"https:\/\/textundblog.de\/?p=1439","url_meta":{"origin":7764,"position":0},"title":"An der Berlinale-Stimmung teilhaben","author":"Markus","date":"11\/2\/2007","format":false,"excerpt":"Ein bisschen am Berlinale-Fieber partizipieren, ohne auf dem Festival zu sein? Geht das \u00fcberhaupt? Ja, das geht. Nat\u00fcrlich durch die Lekt\u00fcre guter Filmblogs (Filmtagebuch, RBB-Berlinale-Blog, Festivalblog [Update 14.2.02: Solange es Menschen gibt, ] und alle anderen) sowie durch die aktuelle TV-Berichterstattung zur Berlinale. Es geht aber auch anders, richtig mit\u2026","rel":"","context":"In &quot;Internet&quot;","block_context":{"text":"Internet","link":"https:\/\/textundblog.de\/?cat=4"},"img":{"alt_text":"Samaria","src":"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/samaria.jpg?resize=350%2C200&ssl=1","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":2035,"url":"https:\/\/textundblog.de\/?p=2035","url_meta":{"origin":7764,"position":1},"title":"Schlaflose Blog- und Filmzeiten: Berlinale 2008","author":"Markus","date":"7\/2\/2008","format":false,"excerpt":"\u00abWie soll man da ruhig schlafen?\u00bb sagt Berlinale-Chef Dieter Kosslick im Tagesspiegel-Interview zu seinem Festival. Schlaf ist das, was ich am wenigsten bekomme auf der Berlinale. Ab morgen werde ich wieder dort sein. Filme im Wettbewerb, im Panaroma und im Forum schauen, so viel wie m\u00f6glich spanischsprachiges Kino und nat\u00fcrlich\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kino&quot;","block_context":{"text":"Kino","link":"https:\/\/textundblog.de\/?cat=2"},"img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":230,"url":"https:\/\/textundblog.de\/?p=230","url_meta":{"origin":7764,"position":2},"title":"Text &#038; Blog verschwindet im Berlinale-Planetensystem","author":"Markus","date":"9\/2\/2005","format":false,"excerpt":"Auf ein spannendes, inspirierendes, entdeckungsreiches Festival am Potsdamer Platz und seinen Trabanten im Berlinale-Planetensystem! \u2026 schreibt Thomas Groh in sein filmtagebuch. Dort bietet er auch eine Berlinale-Presseschau an. Sehr fein!","rel":"","context":"In &quot;Kino&quot;","block_context":{"text":"Kino","link":"https:\/\/textundblog.de\/?cat=2"},"img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":4536,"url":"https:\/\/textundblog.de\/?p=4536","url_meta":{"origin":7764,"position":3},"title":"Kurze Meldung von der Berlinale 2012","author":"Markus","date":"16\/2\/2012","format":false,"excerpt":"Nur damit sich ob der Funkstille hier im Blog niemand Sorgen macht: es geht mir gut. Bin seit letzten Donnerstag auf der Berlinale (meiner 17.). Habe 28 Filme gesehen. Obiges Foto hab ich vor ein paar Tagen in der morgendliche Kartenschlange aufgenommen. Zu den besonderen Strapazen des Festivals geh\u00f6rt es,\u2026","rel":"","context":"In &quot;Foto&quot;","block_context":{"text":"Foto","link":"https:\/\/textundblog.de\/?cat=10"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale-schlange2012.jpg?resize=350%2C200&ssl=1","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":5816,"url":"https:\/\/textundblog.de\/?p=5816","url_meta":{"origin":7764,"position":4},"title":"Berlinale-Entdeckung: Alonso Ruizpalacios \u2013 G\u00fceros","author":"Markus","date":"11\/2\/2014","format":false,"excerpt":"Nach 20 gesehen Filmen hat mich bislang G\u00fceros (Inhalt & Fotos) des mexikanischen Regisseurs Alonso Ruizpalacios am meisten beeindruckt. Eine Mischung aus Nouvelle Vague und Down by Law in schwarz-wei\u00df gedreht. Hier ein Bericht \u00fcber die Dreharbeiten. http:\/\/youtu.be\/B8a4Sahw1H4 Das sind die Art Filme, f\u00fcr die es sich lohnt, all die\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kino&quot;","block_context":{"text":"Kino","link":"https:\/\/textundblog.de\/?cat=2"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/img.youtube.com\/vi\/B8a4Sahw1H4\/0.jpg?resize=350%2C200","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":9003,"url":"https:\/\/textundblog.de\/?p=9003","url_meta":{"origin":7764,"position":5},"title":"Berlinale-Trailer in schwarz-wei\u00df","author":"Markus","date":"16\/2\/2019","format":false,"excerpt":"Heute Abend hab ich auf der Berlinale den neuen Film von Uli M Schueppel gesehen: Der Atem. Da Schueppel auch den Trailer der Berlinale gemacht hat, der seit 2002 vor jedem Film gezeigt wird, hatte er der Berlinale vorgeschlagen, vor Schwarz-Wei\u00df-Filmen den Trailer in schwarz-wei\u00df abzuspielen. Darauf ging das Festival\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kino&quot;","block_context":{"text":"Kino","link":"https:\/\/textundblog.de\/?cat=2"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/D6C01E6B-3C05-4ED5-8761-EDFA5DC6AA64-300x184.jpeg?resize=350%2C200&ssl=1","width":350,"height":200},"classes":[]}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/textundblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7764","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/textundblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/textundblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/textundblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/textundblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7764"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/textundblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7764\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/textundblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7764"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/textundblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7764"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/textundblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7764"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}