{"id":7335,"date":"2016-10-03T16:30:15","date_gmt":"2016-10-03T14:30:15","guid":{"rendered":"http:\/\/textundblog.de\/?p=7335"},"modified":"2016-10-04T00:51:48","modified_gmt":"2016-10-03T22:51:48","slug":"festivalbericht-san-sebastian-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/textundblog.de\/?p=7335","title":{"rendered":"Festivalbericht San Sebasti\u00e1n 2016"},"content":{"rendered":"<p>Ehe ich \u00fcber die dieses Jahr gesehenen Filme berichte, vorneweg mein <a href=\"https:\/\/plus.google.com\/photos\/106765553443429973017\/album\/6337194027613219201?authkey=CILfwNrg2OLBXg\">Fotoalbum San Sebasti\u00e1n 2016<\/a>. Die Bilder gibt&#8217;s dort auch zum Betrachten in gro\u00df:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/plus.google.com\/photos\/106765553443429973017\/album\/6337194027613219201?authkey=CILfwNrg2OLBXg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"7336\" data-permalink=\"https:\/\/textundblog.de\/?attachment_id=7336\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sanseb2016-blog.jpg?fit=800%2C423&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"800,423\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Fotoalbum San Sebasti\u00e1n 2016\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sanseb2016-blog.jpg?fit=800%2C423&amp;ssl=1\" title=\"Fotoalbum San Sebasti\u00e1n 2016\"  src=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sanseb2016-blog.jpg?resize=800%2C423&#038;ssl=1\" alt=\"Fotoalbum San Sebasti\u00e1n 2016\" width=\"800\" height=\"423\" class=\"alignnone size-full wp-image-7336\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sanseb2016-blog.jpg?w=800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sanseb2016-blog.jpg?resize=300%2C159&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sanseb2016-blog.jpg?resize=768%2C406&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Und nun zum gesehen Kino: Im Fokus vieler Filme beim internationalen Filmfestival San Sebasti\u00e1n 2016 stand das Thema Gewalt unter bzw. von Jugendlichen oder jungen Menschen. Am h\u00e4rtesten zu erfahren in dem polnischen Wettbewerbsbeitrag \u00ab<a href=\"http:\/\/www.filmcomment.com\/blog\/film-week-playground\/\">Playground<\/a>\u00bb (das auf der Leinwand Gezeigte &#8211; zwei Zw\u00f6lfj\u00e4hrige t\u00f6ten einen zweij\u00e4hrigen Jungen \u2013 war f\u00fcr manche so unertr\u00e4glich, dass sie das Kino verlie\u00dfen; treffende Rezension von Jonathan Romney) und dem chilenischen Wettbewerbsfilm \u00abJes\u00fas\u00bb (Rezension <a href=\"http:\/\/variety.com\/2016\/film\/reviews\/jesus-review-1201861140\/\">Variety<\/a>, <a href=\"https:\/\/youtu.be\/REK5TI9djzY\">Trailer<\/a>). Auch zwei der zehn Filme, die ich am besten fand, bearbeiten das Thema. Doch das Spektrum ist nat\u00fcrlich viel gr\u00f6\u00dfer. Wie immer habe ich auch dieses Jahr etwas darunter gelitten, mit 5 bis 6 Filmen pro Tag sehr dicht getaktet mit Themen konfrontiert zu werden, die einem nahe gehen und f\u00fcr die nat\u00fcrlich in den knappen Pausen zwischen den Filmen keine Zeit bleibt, sie zu verarbeiten. Das hab ich aber alles in den vergangenen 7 Tagen nachgeholt und kann nun meine traditionelle TOP 10 pr\u00e4sentieren. Wie immer mit nur wenigen Worten, einem Trailer und im Titel per Link auf die englischsprachige Filmbeschreibung auf der Festivalwebsite:<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h3>1. <a href=\"http:\/\/www.sansebastianfestival.com\/2016\/sections_and_films\/official_selection\/7\/640520\/in\">As you are<\/a> von Miles Joris-Peyrafitte (USA 2016)<\/h3>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/fkVe4fEn7W0?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Formal beeindruckend erz\u00e4hlte Geschichte eine Freundschaft zweier Jungen. Regisseur Miles Joris-Peyrafitte ist selbst erst 23, sieht auch ein bisschen so aus wie die beiden Jungs und zeigt bereits in seinem Erstlingsfilm, dass man noch viel von ihm erwarten kann. Bei einem der beiden Jungs im Film hab ich die ganze Zeit gedacht, irgendwoher kenne ich den Schauspieler. Tagsdrauf kam die Erleuchtung, als ich einen Artikel \u00fcber den Erfolg von Serien auf Netflix las. Dort wurde n\u00e4mlich <em>Stranger Things<\/em> erw\u00e4hnt, wo er auch mitgespielt hat. Es ist <a href=\"http:\/\/strangerthings.wikia.com\/wiki\/Charlie_Heaton\">Charlie Heaton<\/a>.<\/p>\n<p>Interessantes Interview zum Film mit dem Regisseur &#8211; wo man \u00fcbrigens auch sehen kann, dass er in seinem eigenen Film durchaus h\u00e4tte mitspielen k\u00f6nnen &#8211; und den beiden jugendlichen Hauptdarstellern Owen Campbell und Amandla Stenberg: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/KlmnZe1h90o\">\u2018As You Are\u2019 Director Discovered the \u2018Voice of the Film\u2019 Through the Cast<\/a>.<\/p>\n<h3>2. <a href=\"http:\/\/www.sansebastianfestival.com\/sections_and_films\/7\/640545\/in\">Todo sobre el asado<\/a> von Mariano Cohen und Gast\u00f3n Duprat (Argentinien 2016)<\/h3>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/uQiQ37ktRKs?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Da es noch keinen Trailer zu diesem wunderbaren Film \u00fcber das argentinische &#8222;Nationalgericht&#8220; <em>Asado<\/em> (Braten, hier eher: Grillfleisch) aus der Reihe <em>Cine Culinaria<\/em> (Kulinarisches Kino) gibt, habe ich hier einen Beitrag verlinkt, in dem die beiden argentinischen Regisseure Mariano Cohen und Gast\u00f3n Duprat \u00fcber die Entstehung ihres Filmes reden. Es sind dabei zahlreiche Fotos aus dem Film zu sehen, so dass man sich einen guten Eindruck davon machen kann. Artikel in <em>El Pa\u00eds<\/em> zum Film: \u00ab<a href=\"http:\/\/cultura.elpais.com\/cultura\/2016\/09\/22\/actualidad\/1474574814_512087.html\">El asado argentino ya tiene pel\u00edcula<\/a>\u00bb. Es ist eine wahre Freude sich diesen Film mit all den Geschichten und den Experten (meistens M\u00e4nner, es greift die &#8222;traditionelle Rollenaufteilung: der Mann steht am Grill, die Frau macht derweil den Salat) um den <em>Asado<\/em> anzuschauen.<\/p>\n<h3>3. <a href=\"http:\/\/www.sansebastianfestival.com\/sections_and_films\/7\/641586\/in\">Frantz<\/a>, von Fran\u00e7ois Ozon (Frankreich 2016)<\/h3>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/FJn_Cr_-CN4?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p><em>Frantz<\/em> ist f\u00fcr mich einer der sch\u00f6nsten Filme des Festivals. Ozon hat ihn basierend auf einem Theaterst\u00fcck von Maurice Rostand geschrieben und gedreht. Als er w\u00e4hrend der Vorbereitung erfuhr, dass Lubitsch das St\u00fcck bereits 1931 unter dem Titel BROKEN LULLABY verfilmt hatte, wollte er die Idee zun\u00e4chst verwerfen. Zum Gl\u00fcck hat er weitergemacht. Herausgekommen ist ein sehenswerter Film, der sowohl in Deutschland als auch in Frankreich und sowohl auf deutsch als auch auf franz\u00f6sisch gedreht wurde. Dass die erst 21 Jahre alte deutsche Hauptdarstellerin Paula Beer mit Romy Schneider verglichen wird, ist sicherlich eine hohe Last. F\u00fcr mich ist sie jedenfalls DIE Entdeckung des Festivals.<\/p>\n<p>Es gibt ein gutes <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/film-der-woche\/frantz\">Dossier \u00fcber den Film<\/a> bei \u00abDer Freitag\u00bb, dort auch ein Interview mit Fran\u00e7ois Ozon und mit Paula Beer.<\/p>\n<h3>4. <a href=\"http:\/\/www.sansebastianfestival.com\/sections_and_films\/7\/641455\/in\">Rara<\/a> von Pepa San Mart\u00edn (Chile 2016)<\/h3>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/GLNFJs9jPP4?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Bester spanischsprachiger Film des Festivals war f\u00fcr mich \u00abRara\u00bb. Einer von \u00fcberraschend vielen chilenischen Filmen in San Seabsti\u00e1n, er wurde auch mit dem <em>Premio Horizontes Latino<\/em> als bester lateinamerikanischer Film ausgezeichnet. Die Anw\u00e4ltin Paula lebt nach der Trennung von ihrem Mann mit einer anderen Frau zusammen, beide erziehen die beiden T\u00f6chter von Paula gemeinsam. F\u00fcr die beiden M\u00e4dchen ist das kein Problem. F\u00fcr Teile ihrer Umgebung schon. Die beiden T\u00f6chter werden hervorragend gespielt von Julia Lubbert (in der Rolle der 12-j\u00e4hrigen Sara, die irgendwie schon sehr erwachsen wirkt) und Emilia Ossandon (in der Rolle Saras j\u00fcngerer Schwester Cata). Letztere hat mich sehr an die Kleine aus \u00abLittle Miss Sunshine\u00bb erinnert. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit.<\/p>\n<h3>5. <a href=\"http:\/\/www.sansebastianfestival.com\/2016\/sections_and_films\/official_selection\/7\/640216\/in\">L&#8217;Odyss\u00e9e<\/a> von J\u00e9r\u00f4me Salle (Frankreich 2016) <\/h3>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/zvGWws1bnHY?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Ein sehr konventionell gemachter, aber daf\u00fcr auch gut erz\u00e4hlter Film \u00fcber die Geschichte von Jacques Cousteau und die gemeinsame Arbeit mit sowie das schwierige Verh\u00e4ltnis zu seinem Sohn Philippe. Der Sohn wird von Pierre Niney gespielt, der auch in \u00abFrantz\u00bb von Ozon die m\u00e4nnliche Hauptrolle spielt. Cousteaus Frau wird interpretiert von Audrey Tautou, Respekt an die Maske, weil sie gegen Ende des Films als \u00e4ltere Frau, zur\u00fcckgezogen auf dem Schiff lebend, noch sehr authentisch r\u00fcber kommt. <\/p>\n<h3>6. <a href=\"http:\/\/www.sansebastianfestival.com\/sections_and_films\/7\/640219\/in\">Snowden<\/a> von Oliver Stone (USA 2016)<\/h3>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/5ZcGdlBWMH4?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>In den Snowden-Film von Oliver Stone wollte ich erst gar nicht reingehen, weil mich Stone mit seinen letzten Filmen nur noch entt\u00e4uscht hat. Zum Gl\u00fcck hab ich es doch getan, denn mit <em>Snowden<\/em> ist ihm ein wirklich guter Film gelungen (mit einer \u00dcberraschung am Schluss, die hier aber nicht verraten wird). Gezeigt wird die Zeit Snowdens von 2004 bis 2013, also die Jahre <em>bevor<\/em> er der Welt die Augen in Sachen Geheimdienst\u00fcberwachung ge\u00f6ffnet hat. Was er dabei riskiert und aufgegeben hat, macht dieser Film mehr als deutlich. Und was die anlasslose \u00dcberwachung aller f\u00fcr jeden von uns bedeutet, zeigt er auch. Daher sehr lohnenswert.<\/p>\n<p>Zwei Lekt\u00fcre-Empfehlungen zum Film: \u00ab<a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2016\/09\/04\/magazine\/edward-snowdens-long-strange-journey-to-hollywood.html\">Edward Snowden\u2019s Long, Strange Journey to Hollywood<\/a>\u00bb (von Irina Aleksander, NY Times 30.8.2016) und \u00ab<a href=\"https:\/\/blog.campact.de\/2016\/09\/kino-thriller-die-packende-geschichte-des-edward-snowden\/\">Die packende Geschichte des Edward Snowden<\/a>\u00bb (von Katharina Nocun, Campact 28.9.2016).<\/p>\n<h3>7. <a href=\"http:\/\/www.sansebastianfestival.com\/sections_and_films\/7\/641146\/in\">El invierno<\/a> von Emiliano Torres (Argentinien 2016)<\/h3>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ryZylEd5ubo?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Kameramann Ramiro Civita hat in San Sebasti\u00e1n zurecht den Preis f\u00fcr die beste Kameraarbeit bekommen. Die Landschaftsaufnahmen von Patagonien im dem Film den Titel gebenden Winter, sind wirklich gro\u00dfartig. Ein sehr langsamer Film, wie viele Filme aus Lateinamerika. Doch wenn man sich auf das Tempo einl\u00e4sst und die kraft der ruhigen Bilder auf sich wirken l\u00e4sst, wird man mit einem beeindruckenden Filmerlebnis belohnt. Es geht um die Arbeit auf einer Ranch in Patagonien. Um die Aufgabe des Vorarbeiters gegen\u00fcber seinen Arbeitern und das einsame Durchhalten in den Wintermonaten. Das vielleicht zu erwartende kontemplative Versinken in kalten Landschaftsimpressionen der argentinische Steppe wird von dem Kampf der Protagonisten ums \u00dcberleben \u00fcberlagert. <em>El invierno<\/em> ist somit ein durch und durch existenzialistischer Film. Wie gesagt, gut gefilmt dazu.<\/p>\n<h3>8. <a href=\"http:\/\/www.sansebastianfestival.com\/sections_and_films\/7\/640327\/in\">La regi\u00f3n salvaje<\/a> von Amat Escalante (Mexiko 2016)<\/h3>\n<p>https:\/\/vimeo.com\/180690883<\/p>\n<p>In einem ganz anderen Tempo kommt \u00ab<em>La regi\u00f3n salvaje<\/em>\u00bb von Amat Escalante daher. Die auch eher getragenen Bilder des kurzen Filmausschnitts sollten nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass es sich hier um einen sehr rasanten und dramatischen Film handelt. Vordergr\u00fcndig wird die Geschichte einer Frau erz\u00e4hlt, die erfahren muss, dass ihr Mann es auch mit ihrem schwulen Bruder treibt. Hintergr\u00fcndig ist es ein Film mit einem omin\u00f6sen, alienartigen Wesen, dass sowohl Frauen als auch M\u00e4nnern h\u00f6chste sexuelle Lustbefriedigung verspricht, aber auch h\u00f6chst gef\u00e4hrlich ist. Die allegorische Fantastik dieser Geschichte mag nicht jedermanns Sache sein, doch der Film zeigt sehr gut die Risiken, die Menschen bereit sind einzugehen, um eine h\u00f6here Befriedigung zu erreichen und er zeigt gleichzeitig die bigotte Homophobie in Mexiko anhand der Figur des Ehemanns, der st\u00e4ndig schwulenfeindliche Witze reisst und im geheimen seinen Schwager fickt, wann immer jener auf seine WhatsApp-Nachrichten hin zu einem Treffen bereit ist. Die <em>region salvaje<\/em> &#8211; die wilde Gegend \u2013 ist sowohl ein mit L\u00fcgen und Geheimnissen durchsetztes Terrain des t\u00e4glichen Lebens, als auch eine Projektion der Sehnsucht der nach mehr Erf\u00fcllung strebenden Protagonisten. Das ganze Thema hat der mexikanische Regisseur Amat \u00c9scalante ebenso fantastisch wie menschlich umgesetzt.<\/p>\n<h3>9. <a href=\"http:\/\/www.sansebastianfestival.com\/sections_and_films\/7\/643175\/in\">Berserker<\/a> von Pablo Hernando (Spanien 2016)<\/h3>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/jJGWb_z3lyc?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Berserker ist ein sch\u00f6ner kleiner spanischer Film. Ein angehender Schriftsteller erf\u00e4hrt von einem dramatischen Mordfall in seiner Bekanntschaft und macht sich daran, das geschehen zu recherchieren, mit der Absicht ein Buch dar\u00fcber zu schreiben. Er st\u00f6\u00dft auf weitere seltsame Todesf\u00e4lle. In Interviews mit Menschen, die die Toten kannten, versucht er Licht in die r\u00e4tselhaften Todesf\u00e4lle zu bringen. Der baskische Regisseur Pablo Hernando hat mit sehr geringem Budget einen k\u00fcnstlerisch beachtlichen Film geschaffen. Im in San Sebasti\u00e1n gef\u00fchrten <a href=\"https:\/\/bloguionistas.wordpress.com\/2016\/09\/20\/20660\/\">Interview bei Bloguionistas<\/a> \u00e4u\u00dfert er sich zur u.a. zur Entstehung des Films. Der Hauptdarsteller Juli\u00e1n G\u00e9nisson hat \u00fcbrigens einen lesenswerten Twitteraccount: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/canodrama\">@canodrama<\/a>.<\/p>\n<h3>10. <a href=\"http:\/\/www.sansebastianfestival.com\/sections_and_films\/7\/644970\/in\">Pol\u00edtica, manual de instrucciones<\/a> von Fernando Le\u00f3n de Aranoa (Spanien 2016)<\/h3>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/_xYwhcsd8jg?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Last but not least ein Film eines meiner spanischen Lieblingsregisseure: Fernando Le\u00f3n de Aranoa hat zweit Jahre lang Pablo Iglesias und weitere f\u00fcr die linke Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung Podemos wichtige Personen auf dem Weg zu einer &#8222;ordentlichen&#8220; Partei und durch zwei Jahre spanischen Wahlkampf filmisch begleitet. Aus 400 Stunden Filmmaterial sind zwei Stunden sehenswerter Dokumentation geworden, deren Vorf\u00fchrung in San Sebast\u00ed\u00e1n noch durch die Pr\u00e4senz von <a href=\"https:\/\/twitter.com\/pablo_iglesias_\">Pablo Iglesias<\/a> aufgewertet wurde. Der Mann kann ja wirklich reden wie gedruckt. Es war schon interessant, wie schlagfertig und rhetorisch geschickt er die Fragen w\u00e4hrend der Podiumsdiskussion beantwortet hat.<\/p>\n<h3>Epilog: Die Retro zu Jacques Becker<\/h3>\n<p>Als Erg\u00e4nzung zu den vorgestellten aktuellen Filmen m\u00f6chte ich unbedingt noch darauf hinweisen, dass einer der besten Filme, den ich auf dem diesj\u00e4hrigen Festival gesehen habe, einer aus der <a href=\"http:\/\/www.sansebastianfestival.com\/2016\/sections_and_films\/classic_retrospective\/8\/in\">Retroperspektive zu Jacques Becker<\/a> war. Der 1960 einen Monat nach seinem Tod erschienene letzte Film des franz\u00f6sischen Regisseurs: Le trou (f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse mit 2h 15 min sehr lang). Aber keinesfalls langweilig, im Gegenteil:<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/P-b6DFx2vjw?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Ich kann nur hoffen, dass Arte (oder Netflix ?!?) bald mal eine Retro-Reihe zu Jacques Becker bringt, denn auch die Filme <a href=\"http:\/\/www.sansebastianfestival.com\/2016\/sections_and_films\/classic_retrospective\/7\/642068\/in\">Casque d&#8217;or<\/a> (1952, mit Simone Signoret) und <a href=\"http:\/\/www.sansebastianfestival.com\/2016\/sections_and_films\/classic_retrospective\/7\/642069\/in\">Rue de l&#8217;Estrapade<\/a> (1953) waren sehr gut gemachtes Kino. Manchmal ist es ganz angenehm, unter so vielen Filmen mit extrem hohen Tempo und rasanten Schnitten gut gemachtes &#8222;altes&#8220; Kino zu schauen. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>San Sebasti\u00e1n hat sich jedenfalls auch bei meinem 22. Besuch sehr gelohnt. Einige der hier vorgestellten Filme laufen ja sogar jetzt schon im Kino (\u00abFrantz\u00bb und \u00abSnowden\u00bb). \u00abAs you are\u00bb kann man gerade jetzt und nochmal am <a href=\"http:\/\/www.filmfesthamburg.de\/de\/programm\/Film\/27340\/As_You_Are\">Donnerstag<\/a> auf dem Filmfest Hamburg sehen. Von den anderen w\u00fcnsche ich euch, dass ihr sie mal zu sehen bekommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ehe ich \u00fcber die dieses Jahr gesehenen Filme berichte, vorneweg mein Fotoalbum San Sebasti\u00e1n 2016. Die Bilder gibt&#8217;s dort auch zum Betrachten in gro\u00df: Und nun zum gesehen Kino: Im Fokus vieler Filme beim internationalen Filmfestival San Sebasti\u00e1n 2016 stand das Thema Gewalt unter bzw. von Jugendlichen oder jungen Menschen. Am h\u00e4rtesten zu erfahren in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":true,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[10,2,8],"tags":[],"class_list":["post-7335","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-foto","category-kino","category-spanisch"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4uzZ-1Uj","jetpack-related-posts":[{"id":4197,"url":"https:\/\/textundblog.de\/?p=4197","url_meta":{"origin":7335,"position":0},"title":"San Sebasti\u00e1n: Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt 2016","author":"Markus","date":"28\/6\/2011","format":false,"excerpt":"\u00dcber keine andere spanische Stadt ist in diesem Blog so viel geschrieben worden wie \u00fcber San Sebasti\u00e1n. 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