{"id":7020,"date":"2016-02-28T16:34:08","date_gmt":"2016-02-28T15:34:08","guid":{"rendered":"http:\/\/textundblog.de\/?p=7020"},"modified":"2016-03-11T14:47:46","modified_gmt":"2016-03-11T13:47:46","slug":"berlinale-festivalbericht-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/textundblog.de\/?p=7020","title":{"rendered":"Berlinale-Festivalbericht 2016"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sonycenter2016-gr.jpg?ssl=1\" rel=\"attachment wp-att-7023\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"7023\" data-permalink=\"https:\/\/textundblog.de\/?attachment_id=7023\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sonycenter2016.jpg?fit=400%2C533&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"400,533\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"sonycenter2016\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sonycenter2016.jpg?fit=400%2C533&amp;ssl=1\" title=\"Dach des Sony Center am Potsdamer Platz\"  src=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sonycenter2016.jpg?resize=400%2C533&#038;ssl=1\" alt=\"Dach des Sony Center am Potsdamer Platz\" width=\"400\" height=\"533\" class=\"alignright size-full wp-image-7023\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sonycenter2016.jpg?w=400&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/sonycenter2016.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a> Wieder habe ich seit meiner <a href=\"https:\/\/textundblog.de\/?p=7009\">R\u00fcckkehr aus Berlin<\/a> eine Woche gebraucht, um aus 56 auf der Berlinale gesehenen Filmen die 10 auszuw\u00e4hlen, die ich am interessantesten fand. 56 ist, glaube ich, mein pers\u00f6nlicher Rekord in 21 Berlinalen. Doch es geht mir ja nicht darum, einen Rekord aufzustellen, sondern m\u00f6glichst viele gute Filme zu sehen. Oftmals Filme, die man sonst gar nicht zu sehen bekommt, weil sie es sp\u00e4ter nicht ins Kino schaffen. Diesen w\u00fcnsche ich das, und euch w\u00fcnsche ich, dass ihr m\u00f6glichst viele davon zu sehen bekommt.<\/p>\n<p>Die Filmtitel verlinken immer in den Berlinale-Katalog, wo ihr alle Infos und weitere Fotos zum jeweiligen Film findet. Die Reihenfolge der Filme stellt keine Wertung dar, sondern entspricht der chronologischen Abfolge, in der ich sie in Berlin gesehen habe. Here we go: 10 aus 56:<\/p>\n<h3>1. <a href=\"http:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201613734#tab=video25\">Goat<\/a><\/h3>\n<p>von Andrew Neel, USA 2016<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/156979077\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vimeo.com\/156979077\">Goat &#8211; Excerpt<\/a> on <a href=\"https:\/\/vimeo.com\">Vimeo<\/a>.<\/p>\n<p>In \u00abGoat\u00bb wird die Geschichte des 19-j\u00e4hrigen Brad erz\u00e4hlt, der nach einer Party brutal \u00fcberfallen und ausgeraubt wird und dann an der Uni in eine h\u00f6chst merkw\u00fcrdige Studentenverbindung ger\u00e4t. Ein Jugenddrama um Gruppenzwang und vermeintliche M\u00e4nnlichkeit, widerliche Aufnahmerituale und die vom Protagonisten gesp\u00fcrte und erlittene Feigheit sich diesem Wahnsinn zu entziehen. Von den jungen (meist Laien-)Darstellern beeindruckend gespielt, produziert von James Franco. Hart anzuschauen, aber sehr gut. Gleich nach dem Film hab ich getwittert:<\/p>\n<p>https:\/\/twitter.com\/textundblog\/status\/698122555635408897<\/p>\n<h3>2. <a href=\"http:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201613716#tab=filmStills\">Uncle Howard<\/a><\/h3>\n<p>von Aaron Brookner, Gro\u00dfbritannien \/ USA 2016<\/p>\n<p>F\u00fcr mich einer der sch\u00f6nsten Filme der Berlinale, eine kleine, pers\u00f6nliche Filmperle, die es in der Sektion Panorama Dokumente zu entdecken gab. Aaron Brookner hat einen Film \u00fcber seinen Onkel <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Howard_Brookner\">Howard Brookner<\/a> gemacht, den er als Kind geliebt und bewundert hat und der 1989 im Alter von 34 Jahren an Aids gestorben war. Howard Brookner, der uns im Film als lebenslustiger Mensch gezeigt wird, hat damals unter anderem einen Film \u00fcber William S. Burroughs gemacht: \u00abBurroughs the Movie\u00bb (1983). Aaron macht sich auf die Suche nach dem Film von damals. Es werde viele &#8211; auch private Foto- und Filmmaterialien gezeigt und diese Dokumentation ber\u00fchrt einen immer wieder, weil da ein Mensch viel zu fr\u00fch aus dem Leben geschieden ist und weil sich der Neffe &#8211; zur Drehzeit der Doku so alt wie Howard damals &#8211; auf dem schmalen Grat zwischen Denkmalsetzen und pers\u00f6nlicher Verarbeitung der Erinnerung an einen interessanten Menschen bewegt. Sehr sehenswert:<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/s9Z_gIbIP2I?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<h3>3. <a href=\"http:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201614479#tab=filmStills\">Fuocoammare<\/a><\/h3>\n<p>von Gianfranco Rosi, Italien \/ Frankreich 2015<\/p>\n<p>Mit \u00abFuacoammare\u00bb (dt: Feuer auf dem Meer) hab ich am 3. Festivaltag den Gewinner schon vorausgesagt. War nicht schwer, das zu tun, denn die Berlinale ist ein politisches Festival. Thema Nummer eins ist momentan die Situation der Fl\u00fcchtlinge in der Welt. Lampedusa steht dabei besonders im Fokus und der Film zeigt nicht nur das Elend der Menschen auf der Flucht sondern auch die Situation der Bewohner auf der Insel Lampedusa, die mit Tod und leiden auf der Flucht Tag f\u00fcr Tag konfrontiert werden. Durch die \u2013 was f\u00fcr ein Kontrast! &#8211; manchmal wirklich lustigen Szenen mit einem kleinen Jungen von der Insel (Samuele, 12) h\u00e4lt man das gezeigte Leid als Zuschauer irgendwie besser aus. Sehr nahe gegangen war mir die Szene, in der ein Arzt auf Lampedusa sichtlich entkr\u00e4ftet und gepr\u00e4gt von den gemachten Erfahrungen schildert, was es bedeutet, den fast t\u00e4glich auf der Insel ankommenden schwer Verletzen zu versuchen helfen und doch auch immer wieder die Todesf\u00e4lle nicht verhindern zu k\u00f6nnen und verkraften zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/0IUZl53fse0?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<h3>4. <a href=\"http:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201607590#tab=video25\">24 Wochen<\/a><\/h3>\n<p>von Anne Zohra Berrached, Deutschland 2016<\/p>\n<p>Mit der ergreifendste Film war f\u00fcr mich der deutsche Wettbewerbsbeitrag \u00ab24 Wochen\u00bb. Im \u00fcbervollen (eh viel zu engen und stets zu hei\u00dfen) Friedrichstadtpalast ist w\u00e4hrend der Vorstellung eine Frau mit Atembeschwerden zusammengebrochen. Es gab auch mehre Stellen im Film, bei denen man eine Vielzahl von Menschen im Saal schluchzen h\u00f6rte, das Wegwischen der Tr\u00e4nen war sp\u00fcrbar im Raum. Gezeigt wird ein Ehepaar, das im 6. Monat der Schwangerschaft die Nachricht erh\u00e4lt, dass es ein Kind mit Downsyndrom erwartet. Und dann wird auch noch ein schwerer Herzfehler diagnostiziert. Das Ringen um die Entscheidung, ob sie abtreiben oder das Kind zur Welt bringen, wird \u00fcberaus realistisch dargestellt: Bjarne M\u00e4del (hier im <a href=\"https:\/\/youtu.be\/YEreFYgpAks\">Interview<\/a> zu seiner Rolle), den man ja bis dato fast nur aus lustigen Rollen kennt (Tatortreiniger, Bernie bei Stromberg) als Vater und in der Rolle der Mutter die gro\u00dfartige Julia Jentsch, die f\u00fcr ihr Schauspiel sogar den Preis als beste Darstellerin der diesj\u00e4hrigen Berlinale verdient h\u00e4tte.<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/w8T6E8sQ5Tc?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<h3>5. <a href=\"http:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201609165#tab=filmStills\">National Bird<\/a><\/h3>\n<p>von Sonia Kennebeck, USA 2016<\/p>\n<p>Diese beeindruckende Doku gibt \u2013 wie es in der Filmbeschreibung hei\u00dft \u2013 \u00abEinblicke in das US-Drohnenprogramm, gesehen mit den Augen von Veteranen und \u00dcberlebenden\u00bb. Im Film kommen drei Whistleblower zu Wort, die einst f\u00fcr die US Air Force im Bereich der Kriegsf\u00fchrung mit Drohnen, gearbeitet haben. Drei Jahre lang haben die Recherchen und Produktionsarbeiten von Sonia Kennebeck f\u00fcr &#8222;National Bird&#8220; gedauert &#8211; alles unter strenger Geheimhaltung und immer begleitet mit juristischer Beratung, damit der Film nicht schon in der Produktion gestoppt wird. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat. Der Film geht einem aus mehreren Gr\u00fcnden sehr nah. Einerseits konfrontiert er einen mit den Opfern des Drohnenkrieges in Afghanistan. Und dann wird die Frage analysiert &#8211; Zitat aus dem <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/zapp\/Der-Tod-kommt-von-oben-National-Bird,nationalbird104.html\">ZAPP-Bericht<\/a> zur Doku \u00abDer Tod kommt von oben: &#8222;National Bird&#8220;\u00bb \u2013: \u00abWas macht es mit einem, in sicherer Entfernung in den USA vor einem Computer zu sitzen und Drohnenbilder aus Afghanistan zu analysieren, die daf\u00fcr bestimmt sind, menschliche Ziele f\u00fcr Attacken ins Visier zu nehmen?\u00bb.<\/p>\n<p>Hier auch das <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MkheUav0dq0\">Panel<\/a> zum Film (38 Minuten) mit Regisseurin Sonia Kennebeck, der Produzentin Ines Hofman Kann und der Anw\u00e4ltin und Protagonistin Jesselyn Radack. Apropos Anw\u00e4ltin, Regisseurin Kennebeck: \u00abVom ersten Geld habe ich meinen Anwalt bezahlt\u00bb:<\/p>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/EEeofgNnqh0?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<h3>6. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201609937#tab=video25\">The Bacchus Lady<\/a><\/h3>\n<p>von E J-yong, Republik Korea 2016 <\/p>\n<p>\u00abThe Bacchus Lady\u00bb \u2013 oder, wie der Film aus S\u00fcd-Korea im Original hei\u00dft \u00abJug-yeo-ju-neun Yeo-ja\u00bb \u2013 geh\u00f6rt auch zu den Perlen der diesj\u00e4hrigen Berlinale. Es sind diese Zufallsfunde, von denen man es im Vorfeld nicht unbedingt erwarten kann. Es geht um \u00e4ltere Frauen in S\u00fcd-Korea, die das Erfrischungsgetr\u00e4nk \u00abBacchus\u00bb verkaufen und im Nebenangebot auch Sexdienste anbieten, weshalb sie eigentlich von der zunehmend \u00e4lter werdenden Kundschaft aufgesucht werden. Anhand des Schicksales so eine Bacchus-Lady entf\u00fchrt uns der Film in eine fremde Welt, die wir als Zuschauer besser verstehen lernen, je mehr wir uns darauf einlassen. Hervorragend gespielt, einf\u00fchlsam erz\u00e4hlt, ohne jemals voyeuristisch oder peinlich zu werden:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/157018915\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vimeo.com\/157018915\">The Bacchus Lady \u2013 Excerpt<\/a> on <a href=\"https:\/\/vimeo.com\">Vimeo<\/a>.<\/p>\n<h3>7. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201609488#tab=video25\">Strike a Pose<\/a><\/h3>\n<p>von Reijer Zwaan, Ester Gould, Niederlande \/ Belgien 2016<\/p>\n<p>Wenn ich gerade von Perlen und Zufallsfunden schreibe, kann ich das f\u00fcr \u00abStrike a Pose\u00bb fortf\u00fchren. Mich begeistern Filme immer dann, wenn ich mir im Vorfeld gar nicht so viel darunter vorgestellt habe. Was aus den 7 T\u00e4nzern der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blond_Ambition_Tour\">Blond Ambition Tour<\/a> von Madonna (13. April &#8211; 5. August 1990) wurde, ist eigentlich kein Thema, das mich besonders interessiert. Aber die im Film portr\u00e4tierten Personen, und das, was aus ihnen geworden ist, wie sie die Erfahrung des zeitweisen Ruhms an der Seite von Madonna verarbeitet haben, ist ein starkes St\u00fcck dokumentarischen Kinos. Ganz nah an den Menschen, ganz fern von einer spekulativen Promi-Berichterstattung. Madonna wurde von den klugen Regisseuren von Anfang an gar nicht erst ins Konzept einbezogen, obwohl sie diesen Film sicher selbst mit gro\u00dfem interesse anschauen wird:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/157019731\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vimeo.com\/157019731\">Strike a Pose  &ndash; Excerpt<\/a> from <a href=\"https:\/\/vimeo.com\/user1582484\">Markus Trapp<\/a> on <a href=\"https:\/\/vimeo.com\">Vimeo<\/a>.<\/p>\n<h3 id=\"temp\">8. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201605479#tab=video25\">Tempestad<\/a><\/h3>\n<p>von Tatiana Huezo, Mexiko 2016<\/p>\n<p>Einen Film gab es bei der diesj\u00e4hrigen Berlinale, der mich so sehr mitgenommen hatte, dass ich es beinahe nicht geschafft habe, von dort in den n\u00e4chsten Film zu gehen. Bei sechs Filmen am Tag sind die Pausen naturgem\u00e4\u00df knapp zwischen den Filmen, aber hier hat es mich sehr viel \u00dcberwindung gekostet, weil das Thema ein so hartes ist. Entf\u00fchrung und Zwangsprostitution in Mexiko. Tatiana Huezo, die zuvor die Doku \u00ab<a href=\"https:\/\/youtu.be\/kPr2C9quEfI\">Ausencias<\/a>\u00bb gemacht hat, hat f\u00fcr ihren zweiten Film eine ungew\u00f6hnlichen Genre-Mix vorgenommen, denn der Film dokumentiert einerseits das Schicksal von zwei Personen und liefert gleichzeitig eine Art Roadmovie (mit dem Zur\u00fccklegen von einer Strecke von 2.000 km im Bus von Matamoros im Nordosten bis Canc\u00fan im S\u00fcdosten des riesigen Landes. Die Regisseurin sagt selbstbewusst im <a href=\"https:\/\/youtu.be\/Bq4vXEtTVc0\">Berlinale-Night-Talk<\/a>: \u00ab&#8217;Tempestad&#8216; ist mehr ein Film als eine Dokumentation\u00bb. Wie gesagt sehr hart, aber h\u00f6chst sehenswert:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/157021845\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vimeo.com\/157021845\">Tempestad &ndash; Excerpt<\/a> on <a href=\"https:\/\/vimeo.com\">Vimeo<\/a>.<\/p>\n<h3>9. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201611552#tab=video25\">Auf einmal<\/a><\/h3>\n<p>von Asl&#305;  \u00d6zge, Deutschland \/ Niederlande \/ Frankreich 2016<\/p>\n<p>Der zweite deutsche Film, der mich auf der Berlinale beeindruckt hat war der im Panorama gezeigte \u00abAuf einmal\u00bb von Asl? \u00d6zge. Nach einer Party kommt es zu einem Todesfall einer Frau, die niemand kannte. Der Gastgeber ger\u00e4t in Verdacht. Wie das sein Leben ver\u00e4ndert ist zentraler Inhalt des Films. Weniger das <em>Whodunit<\/em> eines Krimis. Obwohl der Film auch spannend inszeniert wurde. Und was \u00abAuf einmal\u00bb so au\u00dfergew\u00f6hnlich macht, ist seine psychologische Tiefe und die Wendung, die er nimmt. Kann man das nicht konkret erkl\u00e4ren ohne zu spoilern. Deshalb halt ich die Klappe und sage nur: anschauen, wenn er ins Kino kommt: <\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/153435338\" width=\"600\" height=\"335\" frameborder=\"0\" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vimeo.com\/153435338\">AUF EINMAL (All of a Sudden) Trailer<\/a> from <a href=\"https:\/\/vimeo.com\/epberlin\">Fabian Massah<\/a> on <a href=\"https:\/\/vimeo.com\">Vimeo<\/a>.<\/p>\n<h3>10. <a href=\"https:\/\/www.berlinale.de\/de\/programm\/berlinale_programm\/datenblatt.php?film_id=201606950#tab=filmStills\">Las Plantas<\/a> <\/h3>\n<p>von Roberto Doveris, Chile 2015<\/p>\n<p>Zum Abschluss noch ein Latino-Porno. Ja, ihr habt richtig gelesen, ein Porno aus Lateinamerika. <em>Variety<\/em> nennt \u00abLas Plantas\u00bb (dt.: Die Pflanzen) einen sexuellen Psychothriller. Man wundert sich, dass dieser Film frei ab 16 ist, bei der Eindeutigkeit der gezeigten Sexszenen. Andererseits ist der n\u00e4chste Porno f\u00fcr alle Jugendlichen im Internet auch nur einen Klick entfernt, von daher\u2026 \ud83d\ude09<br \/>\nIm Mittelpunkt steht die 17-j\u00e4hrige Florencia (sehr stark gespielt von Violeta Castillo), die sich allein um ihren Bruder k\u00fcmmert, der im Wachkoma liegt. Sie badet ihn, sie liest ihm vor. Wir sehen r\u00fchrende und teilweise verst\u00f6rende Szenen der menschlichen N\u00e4he einer Schwester mit Sehns\u00fcchten und der Hilflosigkeit eines Bruders im Wachkoma. Ihre Sexualit\u00e4t versucht Florencia auszuleben durch Kontakte, die sie \u00fcber Sex-Chats im Internet anbahnt. Jungs, die ihr gefallen, l\u00e4dt sie in die Wohnung ein, doch diese Besucher d\u00fcrfen nur in den Zwischenraum der beiden Wohnungst\u00fcren eindringen, wo sie ihr &#8211; gesch\u00fctzt hinter einer verschlossenen Glast\u00fcr &#8211; zeigen sollen, was sie k\u00f6rperlich zu bieten haben. Ein Reigen erigierter Schw\u00e4nze wird Florencia \u2013 und dem Zuschauer in Nahaufnahmen \u2013 vor Augen gef\u00fchrt. <\/p>\n<p>\u00abLas Plantas\u00bb hat den gro\u00dfen Preis der Internationalen Jury von Generation 14plus gewonnen. In der <a href=\"http:\/\/www.filmbiznews.de\/news.php?extend.491\">Begr\u00fcndung der Jury<\/a> hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote><p>\nWaches Wahrnehmen und Innehalten. Sehr direkt und gleichzeitig zart portraitiert der Film eine junge Frau in ihrer Verletzlichkeit, ihrem Herantasten an den eigenen sexuellen Ausdruck und ihre Einsamkeit. Die vielschichtige Inszenierung, in der surreale und authentische Alltagsmomente eine faszinierende Verbindung eingehen, hat uns nicht nur k\u00fcnstlerisch beeindruckt, sondern vor allem auf einer pers\u00f6nlichen Ebene getroffen und nachdenklich gestimmt.<\/p><\/blockquote>\n<p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/uNYwOZqkwZs?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Das war meine 21. Berlinale. Zusammenfassend kann ich sagen, 2016 war ein guter Jahrgang. Freue mich schon auf n\u00e4chstes Jahr und dr\u00fccke euch bis dahin die Daumen, dass ihr m\u00f6glichst viele von den hier vorgestellten Filmen, so sie euch denn interessieren, zu sehen bekommt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale2016-international-gr.jpg?ssl=1\" rel=\"attachment wp-att-7021\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"7021\" data-permalink=\"https:\/\/textundblog.de\/?attachment_id=7021\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale2016-international.jpg?fit=600%2C600&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"600,600\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"berlinale2016-international\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale2016-international.jpg?fit=600%2C600&amp;ssl=1\" title=\"Berlinale 2016 \u2013 Kino International\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale2016-international.jpg?resize=600%2C600&#038;ssl=1\" alt=\"Berlinale 2016 \u2013 Kino International\" width=\"600\" height=\"600\" class=\"alignnone size-full wp-image-7021\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale2016-international.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale2016-international.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale2016-international.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale2016-international.jpg?resize=144%2C144&amp;ssl=1 144w, https:\/\/i0.wp.com\/textundblog.de\/wp-content\/berlinale2016-international.jpg?resize=40%2C40&amp;ssl=1 40w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder habe ich seit meiner R\u00fcckkehr aus Berlin eine Woche gebraucht, um aus 56 auf der Berlinale gesehenen Filmen die 10 auszuw\u00e4hlen, die ich am interessantesten fand. 56 ist, glaube ich, mein pers\u00f6nlicher Rekord in 21 Berlinalen. Doch es geht mir ja nicht darum, einen Rekord aufzustellen, sondern m\u00f6glichst viele gute Filme zu sehen. Oftmals [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[2,11],"tags":[],"class_list":["post-7020","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kino","category-literatur"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4uzZ-1Pe","jetpack-related-posts":[{"id":1439,"url":"https:\/\/textundblog.de\/?p=1439","url_meta":{"origin":7020,"position":0},"title":"An der Berlinale-Stimmung teilhaben","author":"Markus","date":"11\/2\/2007","format":false,"excerpt":"Ein bisschen am Berlinale-Fieber partizipieren, ohne auf dem Festival zu sein? 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