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Festivalbericht Berlinale 2026

Ein paar Zahlen vorneweg: das war meine 30. Berlinale. Ich habe 42 Filme in neun Tagen gesehen. Dies sind die nach meinem Empfinden zehn besten. Die Reihenfolge stellt keine Wertung da, es ist die chronologische Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe. Der Titel verlinkt immer zur Filmbeschreibung auf der Berlinale-Seite. Es gibt noch nicht von allen Filmen Trailer. Wenn die rauskommen, baue ich die noch ein.

Kino

Control: sehenswerter Film über Ian Curtis von Joy Division

Sam Riley als Ian Curtis im Film Control

Ich habe ja versprochen ein paar Filmtipps aus San Sebastián vorzustellen und so fange ich heute mal mit dem Film an, der mich am meisten beeindruckt hat: Control von Anton Corbijn über das kurze Leben von Joy Division-Sänger Ian Curtis, der sich am 18. Mai 1980, kurz vor der damals geplanten US-Tour von Joy Division, mit erst 23 Jahren umgebracht hat.


Direktlink Dailymotion

Wie ich in den Kommentaren bei popkulturjunkie schon geschrieben habe, sind die schauspielerischen Leistungen von Sam Riley (als Ian Curtis) und Samantha Morton (in der Rolle seiner Frau Debbie) absolut herausragend. Selbst Zuschauern des Films, die keine Fans von Joy Division sind, wird dieser Film beeindrucken. Etwa, wenn das Auseinanderleben des Paares mit der Musik und dem Text von «Love will tear us apart» begleitet wird. Hier nochmal zum Reinhören ein paar Musiktitel von Joy Division:

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Der Film basiert auf der Biographie «Touching from a Distance» (dt: «Aus der Ferne») von Ians Frau Debbie Curtis, die das Projekt auch co-produziert hat. Auch Regisseur Corbjin hat Curtis noch persönlich gekannt. Der Film ist also sehr nah am viel zu kurzen Leben des Sängers, der gleichzeitig ein Kapitel Musikgeschichte mit geschrieben hat und an einem intensiven Leben zwischen Alkohol, Drogen, der Epilepsie und dem sich Nicht-Entscheiden-Können zwischen zwei Frauen zugrunde gegangen ist.

Ein paar Links zum Film:

Filmstart in Deutschland ist, wie ich eben bei popkulturjunkie gelesen habe, leider erst im Januar. In vielen Ländern läuft der Film bereits (in Frankreich schon seit letzter Woche). Aber die Kinogänger in Hamburg haben Glück: sie können ihn morgen oder übermorgen im Original auf dem Filmfest Hamburg sehen:
Mittwoch, 3.10., um 21:30 Uhr im Grindel 1, und Donnerstag, 4.10. um 19 Uhr im Metropolis (Links führen zur Online-Reservierung). Laut Abendblatt wird nicht nur Regisseur und Star-Fotograf Anton Corbijn anwesend sein, sondern auch Sam Riley und die deutsche Schauspielerin Alexandra_Maria_Lara, die im Film seine Geliebte Annik Honoré spielt, und die beide seit den Dreharbeiten zum Film auch im Reallife ein Paar sind.
[Update 7.10.07: Control wurde inzwischen als Gewinnerfilm das Hamburger Filmfestes gekürt.]

Und alle anderen sehen Control eben ab Januar 2008. Das Warten lohnt sich. Ein außergewöhnlich guter Film.

Update 20.01.08: Mittlerweile ist Sam Riley nach Berlin (zu seiner Freundin Alexandra Maria Lara) gezogen und schreibt für den Guardian einen «Insider’s guide to Berlin» in dem er Grönemeyer («who played my doctor in Control») als «Germany’s Bono» bezeichnet und seine Liebe zu Schnitzels gesteht.

Hamburg, Kino, Musik

Gute Entscheidungen beim Ophüls-Festival

Katze im Sack (Christoph Bach in „Katze im Sack“)
Am Tag als Bobby Ewing starb“ ist ein sehr origineller Filmtitel und auch ein guter Film. Daß er den Hauptpreis gewonnen hat, überrascht mich zwar, aber insgesamt bin ich nach Sichtung von 20 Filmen in fünf Tagen mit den Preisträgern beim wichtigsten deutschen Filmnachwuchsfestival zufrieden.
Meine Favoriten waren „Katze im Sack“ (fantastisches Drehbuch von Michael Proehl) und „Netto“ (gut gespielt, sehr guter Ton im Film), die ja auch mit Preisen bedacht wurden: bestes Drehbuch, beste Musik für „Katze im Sack“ und Förderpreis Langfilm (aus der Hand von Volker Schlöndorff) für „Netto“ von Robert Thalheim.
Zuschauerrekord mit über 27.000 Zuschauern, zwei sehr schöne LOve&MOtion-Vorstellungen mit entsprechenden Lomo-Events und Fotoprojektionen, gute Nightsessions in Lolas Bistro, zigtausende Filmbilder, hunderte Gespräche und und und … lassen einen erschöpften Filmfan zurück, der während des Festivals einmal im Ophüls-Tagebuch von SR-Mitarbeiter Sven Rech mit aufgeschreckten Augen aufgetaucht ist.

Kino, Ophüls, Saarland
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