Tweet der Woche: schon wieder ein Pointentweet

In dieser schnelllebigen Zeit kann man ja nicht davon ausgehen, dass ihr euch noch an meine Definition von Pointentweet von vor zwei Monaten erinnert. Deshalb zitiere ich mich hier selbst:

Eine Pointe in einem Tweet geschickt zu setzen, ist gar nicht so einfach. Klar, sie gehört an den Schluss. Der beste aller denkbaren Pointentweets ist folglich jener, der mit der Pointe als Schlusswort endet. Die Schwierigkeit, den rhetorischen Ablauf der Pointe voran zu stellen, liegt im begrenzten Raum. Doch die Kürze gehört eben mit zur Pointe. Der Leser möchte pointiert zum Ziel geführt werden.

So einen Pointentweet hat dieser Tage @Regendelfin publiziert. Ob des fein tarierten Aufbaus und unter allen Regeln der Kunst verfasst (dazu später mehr), ein würdiger Tweet der Woche:

Tweet der Woche von @Regendelfin

Eine Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) so geschickt zu simulieren, dass man bei der wohl gesetzten Pointe am Schluss herzhaft lachen muss, das ist schon mal ein großes Plus. Zählt man die Zeichen dieses Tweets, verstärkt sich der Eindruck, wie wohlgeformt er ist: Der Regendelfin hat diesen Tweet bei korrekter Zeichensetzung exakt in 140 Zeichen formuliert. Respäkt.

Die vergangenen Tweets der Woche findet ihr hier.

Tweet der Woche: Philosophische Statistik

Auf Twitter werden viele Statistiken verbreitet. Sind sie kurz, so werden sie komplett im Tweet publiziert, längere Statistiken – womöglich mit dazu gereichter Analyse – werden gern verlinkt. Der gestern von @function veröffentlichte Tweet gehört ob seiner Kürze zur ersten Kategorie der kurzen Statistik und ist für mich der Tweet der Woche:

Tweet der Woche von @function

Ein Tweet der zeigt, dass Zahlen immer auch philosophische Fragen aufwerfen. Der Rezipient dieser Kurzbotschaft sieht sich automatisch der Frage ausgesetzt, zu welchem Teil der Twitterschaft er sich zählt. Zur breiten Masse der 74 Prozent oder eher zu den elitären 26 Prozent? Möchte man Teil des großen Ganzen oder auserwählte Minorität sein? Wer zieht die Grenzen und teilt die Twitterer – so sie nicht selbst dazu in der Lage sind – ein? Wir wissen es nicht.

Was ich aber weiß und im Nachklapp für jene, denen das entgangen ist, zum Besten geben möchte: obiger Tweet der Woche hatte ein Vorspiel. Genau zehn Minuten zuvor (gestern, am 1. März, um 16:18 Uhr) twitterte @der_handwerk:

Dem Tweet der Woche ging dieser Tweet von der_handwerk voraus

Der angesprochene @Agent_Dexter reagierte auf die Fotostatistik übrigens gewohnt schlagfertig um 16:28 Uhr zeitgleich mit dem zuoberst vorgestellten Tweet der Woche. Genug der Zahlen. Schönes Wochenende für 100 Prozent meiner Leser.

Die vergangenen Tweets der Woche findet ihr hier.

Tweet der Woche: Die Internationale in der Elbchaussee

Die Elbchaussee (Bilder) ist eine der nobelsten Straßen Hamburgs. Da stehen keine Häuser, das sind Villen, teilweise kleine Schlösser sind das. So viel muss man wissen, um den Tweet der Woche zu verstehen, der in dieser Woche von @peterbreuer kommt:

Tweet der Woche von @peterbreuer

Ich hab ja sehr gute Erinnerungen an die Elbchaussee, die sich von Ottensen bis Blankenese auf einer Länge von fast 9 km erstreckt. Als ich vor beinahe sieben Jahren von Saarbrücken nach Hamburg zog, wohnte ich im ersten Monat, bis mein wunderschönes Häuschen in Wandsbek frei wurde, in der Parallelstraße der Ebchausse, in der Bernadottestraße (Google Maps). Aus Parkplatznot musste ich ab und an meinen alten schwarzen Golf dort parken, und der passte irgendwie nicht so recht in die noble automobile Nachbarschaft. Zu den Bildern dieser Straße, die ich immer überquerte, um runter an die Elbe zu gehen, hat sich nun das Bild des faustrausstreckenden, die Internationale singenden Peter Breuers hinzugefügt.

Die vergangenen Tweets der Woche findet ihr hier. Die durch die Berlinale entstandene kurze Pause bitte ich mir nachzusehen. Apropos Berlinale: ich weiß, mein heiß ersehnter Bericht (Kinners, ich komme doch zu nix) steht noch aus. Der kommt am WE – versprochen.

Tweet der Woche bringt es auf den Punkt: Wir treten vom Bundespräsidenten zurück

Wir haben mit Guido Westerwelle einen Außenminister, der wie kaum ein anderer deutscher Politiker für Unfähigkeit und Überforderung im Amt steht. Was die Bevölkerung von Westerwelle hält, zeigt sich auch an dessen kontinuierlichem Umfragetief. Im Ranking der Politiker im ARD Deutschlandtrend hält Guido stets die Rote Laterne fest im Griff. Nun hat sie ihm einer abgenommen, der nicht nur im Amt überfordert ist, sondern der es auch nachweislich mit der Wahrheit nicht so genau nimmt: «Wulff unbeliebter als Westerwelle». Jenem schonungslosen Aufklärer im Amt, den niemand mehr so recht ernst nehmen – geschweige denn als seinen Präsidenten akzeptieren – kann, hat @PBBMarx einen Tweet gewidmet, der für mich der Tweet der Woche ist:

Tweet der Woche von @pbbmarx

Zur leidigen Causa Wulff, der wir gleichsam überdrüssig sind, die wir aber nicht zu den Akten legen können, weil es genau das ist, worauf Merkel und Wulff spekulieren, – also zu eben dieser Causa Wulff hat Nils Minkmar heute in der FAZ die richtigen Fragen formuliert:

Weil die Aufklärung stagniert, verlagert sich die Causa Wulff auf Detailfragen. Doch es geht nicht um Schnullis und Schmatzis auf irgendwelchen Partys, es geht um den Scheck.

Weiter im FAZ-Artikel von Nils Minkmar: «Die Partys sind nicht das Problem».

Die vergangenen Tweets der Woche findet ihr hier.

Tweet der Woche: herrlich absurd

Ich mag ja besonders die absurden Tweets. Dieser hier beschreibt eine so herrlich absurde Szene, dass er für mich der «Tweet der Woche» ist:

Doch nicht nur mir scheint dieser Tweet besonders zu gefallen, bis dato (Freitag, 17:30 Uhr) wurde er 455 mal gefavt und 294 mal geretweetet (siehe Favstar). Der Erfolg seines Tweets bleibt auch @rohkotzt nicht verborgen. Bezeichnend, dass der Autor einen Mad Men Twitter-Avatar hat. Die im Tweet beschriebene Szene hätte auch gut in der Serie aus der Werbewelt der Sixties statt finden können.

Die vergangenen Tweets der Woche findet ihr hier.

Tweet der Woche: Wer will noch mal, wer hat noch nicht?

Wer viel im Netz unterwegs ist, kennt das Problem: Man stößt auf eine interessante Information, auf eine lustige Geschichte oder auf einen sonstwie wertvollen Link und teilt das Ganze mit seinem eigenen Netzwerk. Dann sieht man, dass auch andere diesen Link teilen und man sagt sich: sieh an, dem oder der gefällt das auch. Dann gibt es die Nachzügler, die posten etwas als Neuigkeit, was schon ‘zig mal die Runde machte. Aber auch die haben ihre Berechtigung, denn sicher gibt es unter deren Folgevolk noch Menschen, die das nicht kannten. Zu genau diesem Thema hat @DerPopppe einen wunderbaren Tweet abgesetzt, für mich eindeutig der Tweet der Woche:

Der Mann in Ghana kennt das Video jetzt sicher auch schon. Sollte hier noch jemand mitlesen, der es tatsächlich noch nicht kennt – auf YouTube wurde es jedenfalls schon über 30 Millionen mal angeschaut – bitte schön:

Hier findet ihr die bisherigen Tweets der Woche.

Tweet der Woche – ein Pointentweet

Was eine Pointe ist, können wir in der Wikipedia nachlesen. Zur Wortbedeutung lernen wir: v. französ.: pointe Spitze, aus spätlat.: puncta Stich. Inhaltlich klärt uns die gemeinschaftlich erstellte Enzyklopädie auf, eine Pointe ist…

…die Bezeichnung für einen überraschenden Schlusseffekt als Stilfigur in einem rhetorischen Ablauf, z. B. eines Witzes.

Ja, so kann man sie beschreiben. Eine Pointe in einem Tweet geschickt zu setzen, ist gar nicht so einfach. Klar, sie gehört an den Schluss. Der beste aller denkbaren Pointentweets ist folglich jener, der mit der Pointe als Schlusswort endet. Die Schwierigkeit, den rhetorischen Ablauf der Pointe voran zu stellen, liegt im begrenzten Raum. Doch die Kürze gehört eben mit zur Pointe. Der Leser möchte pointiert zum Ziel geführt werden. Deshalb wird diese verschwurbelte Rezension auch eher nicht als pointiert empfunden (hehe). Ich fasse daher zusammen: kurz muss er sein, der Pointentweet und – hinten sticht die Biene – die Pointe kommt ganz am Schluss. Mit so einem wohl formulierten Tweet haben wir es beim Tweet der Woche zu tun. Verfasst hat ihn – aufbauend auf einem alten Witz, einem Scherz aus dem Deutschen Ärzteblatt (!) – Tanja aka @ohkleinerdrei:


Solange sich meine Twitkrit-Kollegen im kollektiven Winterschlaf befinden, der sogar schon im vergangenen Frühjahr einsetzte, erscheint statt meiner freitäglichen Twitkrit hier die Reihe «Tweet der Woche».

Tweet der Woche von @schlenzalot

Ganz klar: der Tweet der Woche kommt dieses Mal vom Twitterprofi @schlenzalot. Selten hat eine microgebloggte Nachricht den Konflikt zwischen stationärem und Online-Buchhandel mit all seinen Vor- und Nachteilen besser auf den Punkt gebracht:

Tweet der Woche von @schlenzalot

Der Trend im Buchhandel geht ja dahin, das Beste aus beiden Welten zu verbinden. Vorbildlich umgesetzt ist das zum Beispiel in Hamburg bei stories! Die Buchhandlung. Kennt ihr auch gute Buchläden, die On- und Offlinewelt optimal verbinden? Nennung gerne in den Kommentaren.

Anmerkung in eigener Sache:

Da sich meine Kollegen von Twitkrit offenbar in einer Schreibkrise befinden und seit Monaten (teilweise schon seit über einem Jahr) keine Twitkrit mehr veröffentlichen, macht es zur Zeit auch wenig Sinn, dass ich das 2008 ins Leben gerufene Gemeinschaftsprojekt der Twitteraturkritik als einziger Autor an meinem angestammten Freitag fortführe. Wir haben die einzelnen Wochentage unter den Twitkritautoren aufgeteilt. Bis sich die geschätzten Kollegen von ihrer Schreibblockade (Unlust, Zeit- oder Inspirationsmangel, was immer ihre sicher berechtigten Gründe sein mögen) erholen, erscheint meine freitägliche Twitkrit eben hier als «Tweet der Woche». Der heutige ist der vierte, allesamt sind sie hier zu finden.

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