Nein zur Seilbahn

Nein zur Seilbahn

Update 27.8.2014: Erleichterung über die kluge Entscheidung in HH-Mitte: Keine Seilbahn für Hamburg.

Sollte jemand in Hamburg-Mitte noch gar nicht mitbekommen haben, dass er dem Musicalbetreiber, der Hamburg eine Seilbahn spendieren will, auf den Leim geht, wenn er morgen mit Ja stimmt, empfehle ich die Lektüre dieses Stern-Artikels:

Das ist kein Geschenk an die Stadt, sondern eiskaltes Business. Ein Lehrstück darüber, wie Investoren sich Stadtentwicklung kaufen.

[…]

Schlimm, wenn die Seilbahn kommt. Fatal, wenn sich das Modell des eingekauften Bürgerentscheids durchsetzt. Firmen mit unsinnigen Veränderungswünschen oder Geschäftsideen könnten sich künftig mit ihrem großen Werbebudget schlichtweg den Stimmenrückhalt aus der Bevölkerung kaufen. Nicht die Meinung des Volkes oder betroffener Bürger wäre entscheidend, sondern die größtmögliche Mobilisierung der Schwarmintelligenz. Dann wäre ein Mechanismus wie der Bürgerentscheid, der Menschen eine Mitbestimmung einräumt, zu einem Profit-Vehikel verkommen, um wirtschaftliche Interessen durchzudrücken.

In Hamburg scheint das System erfolgreich zu sein: Gut informierte Kreise gehen inzwischen stark von einem Sieg der Seilbahnbauer aus. Der Bürgerentscheid endet am 24. August.

Weiter im Stern: «Seilbahn in Hamburg Geschenkt ist noch zu teuer».

Als liebe Hamburgerinnen und Hamburger in Mitte, die ihr noch nicht abgestimmt habt: morgen bitte nein sagen. Danke.

Foto: “Port hamburg panorama” von Alexander Blum (CC BY 3.0)

Die Hashtagtaste

Tweet der Woche Das Zeichen # hat ganz unterschiedliche Namen. Die einen nennen es Doppelkreuz, andere sagen Nummernzeichen dazu, von manchen wird es wiederum Raute genannt – obwohl ich bei letzterer Bezeichnung eher den Hamburger Vorortverein an der Müllverbrennungsanlage assoziiere. Wie wir es auch nennen, wir alle benutzen es beim Twittern, um einen Hashtag einzuleiten. Das kleine, mächtige Zeichen mit den vielen Namen hat aber auch eine Vorgeschichte. Was der zwölfjährigen Cousine von @verbuchstabiert wohl noch erläutert werden muss. Klarer Tweet der Woche:

Hier geht’s zu den vergangenen Tweets der Woche.

Ferdinand von Schirach: Der Anwalt und die Sprache

Ferdinand von Schirach

Am Sonntag-Morgen hab ich wieder mal meine Lieblingssendung im Radio gehört: Spreeblick auf Flux.fm (die kommt immer sonntags von 10 bis 12 Uhr). Dieses Mal hatte Johnny Haeusler, der morgen übrigens 50 wird, in seiner Interview-Sendung den Anwalt und Schriftsteller Ferdinand von Schirach zu Gast:

Mit seinen Erzählbänden – neben “Verbrechen” auch “Schuld” – hat Ferdinand von Schirach es geschafft, zu einem der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller zu werden. Auch international werden seine Bücher zu Bestsellern. Von der britische Tageszeitung Independent bis zur New York Times gibt es positive Kritiken und Preise. Die ersten Geschichten werden verfilmt. Von Schirach schreibt weiter sowohl Bücher, als auch Essays für den Spiegel. Ferdinand von Schirach lebt und arbeitet als Strafverteidiger und Schriftsteller in Berlin.

Ich hatte zwar zuvor schon viel von ihm gehört («Verbrechen und andere Kleinigkeiten»), hatte von Schirach aber noch nie sprechen gehört. Und von Anfang an zog mich diese Stimme und das, was sie sagte, in ihren Bann. Und ich dachte mir, wenn der Mensch so schreibt wie er spricht, muss es in der Tat eine wahre Freude sein, ihn zu lesen. Gleich am Montag Morgen hab ich mir in der Stabi «Verbrechen» ausgeliehen, und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Sendung von Sonntag kann, wie immer ohne Musik, nachgehört werden:
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Breaking Bad & Co: TV-Serien philosophisch betrachtet

breakingbad-illustrated

Gut gemachte, qualitätsvolle TV-Serien erreichen mittlerweile eine beeindruckende mediale und wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Mit großem Interesse habe ich in den vergangenen Wochen die Beiträge auf Deutschlandradio Kultur zum Thema TV-Serien verfolgt, die sonntags von 13:05 – 14:00 Uhr im Philosophiemagazin «Sein und Streit» gesendet wurden. Die heutige Folge möchte ich euch zum nachhören empfehlen, weil quasi Bilanz gezogen wird. In einem 30-minutigen Interview mit der Medienphilosophin Prof. Dr. Christiane Voss (Bauhaus-Universität Weimar) werden drei Serien nochmals kurz vorgestellt und es wird versucht, den Erfolg der Serien philosophisch einzuordnen:

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Pareidolia – eine eigene Welt auf Twitter

Tweet der Woche Wisst ihr, was Pareidolie ist? Nein? Ich wusste es bis gestern auch nicht. Darauf gestoßen bin ich bei der Recherche nach dem Hashtag #pareidoliaproject. In der Wikipedia lernen wir:

Pareidolie … bezeichnet das Phänomen, in Dingen und Mustern vermeintliche Gesichter und vertraute Wesen oder Gegenstände zu erkennen.

Statt Tweet der Woche müsste es in dieser Woche eigentlich heißen Hashtag der Woche, denn durch den Tweet von @HerrGruenkocht, den ich hier vorstelle, hat sich mir ein Hashtag – und damit wieder mal eine ganz eigene Welt auf Twitter – erschlossen, aus deren Betrachtung ich mich kaum noch lösen kann, so tolle Entdeckungen sind da zu machen:

Da Herr Grün nicht nur twittert sondern kocht, wie der Name schon sagt, hat er mit seinem pfiffigen Gericht «Kleine Semmelknödel mit Orangen-Pfeffersauce» gleich mal eine 1A-Vorlage für die Twittergattung #pareidoliaproject geliefert:

Hier geht’s zu den vergangenen Tweets der Woche.

Wochenmagazin Forum: Trapp bloggt

forum-trappbloggt

Wenn ich schon mit Brad Pitt in einem Heft auftauche, sollte wenigstens deutlich gemacht werden, wer wer ist. Ansonsten viel Spaß bei der Lektüre meines Porträts im saarländischen Wochenmagazin «Forum». Und danke für das zahlreiche Feedback, das mich gestern schon erreicht hat.

Es ist nicht alle ganz korrekt im Artikel (die Stabi hat organisatorisch zum Beispiel gar nichts mit der Uni Hamburg zu tun; ich habe außerdem im Interview immer “DAS Blog” gesagt, trotzdem wird im Text, wie so oft, der falsche männliche Artikel für das Weblog benutzt). Ich finde den Text aber im Großen und Ganzen recht gelungen. Der schönste Satz charakterisiert eine der vielen Rollen dieses Blogs ganz gut:

Und ab 2005 ein Band in die 700 Kilometer entfernte Heimat.

Ich danke Frank Behrens für das angenehme Interview, das er mit mir geführt hat und für den gut geschriebenen Artikel. Doch lest und seht selbst: Wie gesagt, der auf dem linken Foto bin ich, rechts das ist Brad: «Trapp bloggt».

Manier, Mythos und Moral – Kupferstich-Entdeckungen in der Stabi

Manier, Mythos und Moral – Kupferstich-Ausstellung in der Stabi

Liest man den Untertitel unserer aktuellen Kupferstichausstellung: “Niederländische Druckgraphik um 1600 aus der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg”, haut einen das vielleicht nicht unbedingt vom Hocker. Was sich aber im Detail hinter den zusammengetragenen Schätzen in der Ausstellung «Manier, Mythos und Moral» verbirgt, sind großartige Entdeckungen, von denen ich hier einige kurz vorstellen möchte. Bis zum 24. August besteht noch Gelegenheit, diese Originale in der Stabi zu sehen (Eintritt frei, Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-24h, Sa-So 10-24h). Wer sich etwas ganz Besonderes gönnen mag, kommt am Freitag, den 22. August um 16 Uhr, und erhält eine Führung von zwei Studentinnen, die an dem jahrelang geplanten Ausstellungsprojekt beteiligt waren. Genau auf so einer Führung war ich gestern und ich habe mit Begeisterung erst jetzt so richtig verstanden, welchen Schatz wir da eigentlich haben.

Alle hier gezeigten Abbildungen sind Digitalisate der Originale aus der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, die diese unter Creative Commons Lizenz BY-NC-ND 3.0 lizenziert. Bilder auf Klick in groß.

Los geht’s mit einer Serie von Maarten de Vos: Die vier Erdteile (1595)
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