Citizenfour – Die Doku über Snowden, der alles veränderte

Citizenfour

Wer die großartige und wichtige Doku Citizenfour noch nicht gesehen hat, kann dies ab heute nachholen. Und wer nicht bis zur viel zu späten Ausstrahlung um 23 Uhr (!) in der ARD warten will, kann den mit dem Oscar als besten Dokumentarfilm ausgezeichneten Film von Laura Poitras heute schon ab 18 Uhr online sehen (bis zum 30. November 2015).

Faszinierend mit Edward Snowden den Mann in der Doku wieder zu sehen, der im Juni 2013 die Wahrnehmung und Beurteilung der internationalen Geheimdiensttätigkeiten vollkommen verändert hat, und der uns allen mit seinen Enthüllungen klar gemacht hat, dass es zur Zeit ein freies Internet nicht mehr gibt.
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«Las Meninas» von Diego Velázquez in seine Einzelteile zerlegt

Diego Velázquez: Las Meninas

Die Reihe «Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse» ist ja eh schon großartig. Aber mit der heute ausgestrahlten Ausgabe zu dem Gemälde «Las Meninas» (dt.: «Die Hoffräulein») von Diego Velázquez aus dem Jahr 1656 hat die Dokureihe sich selbst übertroffen. Absolut großartig, wie die zum Glück gut dokumentierte Geschichte hinter dem Bild erzählt wird und wie graphisch aufwändig das Gemälde in seine Einzelteile zerlegt wird und so brilliant analysiert wird. Kunstbetrachtung at its best, danke dafür.

Wer’s nicht im Netz oder in der Arte-Mediathek nachschauen mag, kann sich die kommende Ausstrahlung im Kalender notieren (muss dann aber lange aufbleiben oder sehr früh aufstehen: Samstag, 28. November um 5:00 Uhr). So oder so, eine unmögliche Zeit, daher einfach hier schauen:
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Künstlerbücher der Alpha Presse in der Stabi

Künstlerbücher der Alpha Presse

Über das hier zu sehende erste Buch von Alpha Presse: «Und küsse den Tau des Granatapfelbaums» (1986) schrieb ich auf Instagram: «Ein Buch, weich wie ein Frottee-Handtuch. Künstlerbücher aus handgeschöpftem Papier».

Wir hatten am Donnerstag-Abend unter dem Titel Künstlerbücher: Bücher die keine sind in der Stabi eine tolle Veranstaltung, von der ich hier gerne berichten möchte. Zum 30-jährigen Bestehen des Verlages Alpha Presse waren Wol Müller und Kasia Lewandowska in unserer Bibliothek und haben Künstlerbücher aus den zurückliegenden drei Jahrzehnten gezeigt. Die Führung von Wol Müller durch die im Vortragsraum der Stabi ausgelegte Werkschau war sehr interessant. Nachlesen kann man die Verlagsgeschichte sehr gut und ausführlich auf der Website des außergewöhnlichen Künstlerbuch-Verlages: Die Alpha Presse: Ein Gesamtkunstwerk:

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Befolge keine Regeln auf Twitter

Tweet der Woche Wer glaubt, auf Twitter Regeln aufstellen zu können, hat Twitter nicht verstanden. Die Kombination dieser beiden „Regeln“ kommt dem, was das wahre, „regellose“ Twitter ausmacht, wiederum sehr nah. Deshalb danke an @1895_Fortuna für den klugen «Tweet der Woche»:

Hier geht’s zu den vergangenen Tweets der Woche.

Xavier Naidoo als Sänger zum ESC? Es hackt!

Update 21.11.2015, 14:15 Uhr: Wie der NDR soeben meldet, scheint es, als habe der massive öffentliche Druck Erfolg gehabt und der Sender hat seine verheerende Entscheidung zurückgenommen:

Xavier Naidoo fährt nicht zum ESC nach Stockholm

[Ende Update]

Als Stefan Niggemeier vergangene Nacht auf eine Meldung hingewiesen hat, die ARD wolle nächstes Jahr Xavier Naidoo zum Eurovision Song Contest schicken, dachte ich, es handele sich um eine Meldung des Postillion. Aber nein, die Meldung war echt. Die Tatsache als solche für mich unfassbar. Deshalb hab ich heute Morgen getwittert:

Heute Abend hab ich dann auch eine Petition gegen diese Nominierung unterzeichnet (momentan haben das auch schon Zehntausend andere Menschen getan).
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Gute Gründe für die Anstalt

Esther Bejarano

Wenn die saarländische Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano am Ende der ZDF-Sendung Die Anstalt sagt: „Ich werde solange singen bis es keine Nazis mehr gibt“, hören wir Zuschauer einen Satz, der sitzt.

Wenn Alfons zu Beginn der Satire-Sendung sagt: „Wenn wir jetzt aufhören zu lachen, haben die gewonnen“, versteht jeder, wie wichtig es ist, gerade auch nach den furchtbaren Terror-Anschlägen von Paris unser Leben wie gewohnt weiter zu leben.
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Drei Lektüreempfehlungen nach #ParisAttacks

Peace for Paris
Noch am Abend der Anschläge von Paris hat Jean Jullien die Grafik «Peace for Paris» entworfen und veröffentlicht. Heute gab’s bei Wired einen kurzen Bericht dazu.

Martin Chulov ist Nahost-Korrespondent des Guardian. Der Freitag hat einen Text von ihm von Holger Hutt ins Deutsche übertragen lassen, den ich als ersten von drei guten Artikeln nach den Anschlägen von Paris zur Lektüre empfehlen möchte. Weil er sehr gut den Wahnsinn hinter den Terroristen erklärt, die man übrigens besser Daesh statt IS nennen sollte (zu Letzterem gibt’s eine gute Erläuterung im Boston Globe):
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Paris trauert und die Welt trauert mit

Paris in Trauer

Zu den furchtbaren Terroranschlägen in Paris am gestrigen 13. November 2015 fehlen mir die Worte. Der Eiffelturm bleibt heute Abend unbeleuchtet als Zeichen der Trauer der Stadt, wie Bürgermeisterin Anne Hidalgo gerade eben getwittert hat.

Leider nicht sprachlos bleiben die Hetzer am politischen rechten Rand. Brandstifter wie Markus Söder erdreisten sich, eine Verbindung von Flüchtlingen und dem gestrigen Terrorakt herzustellen. Wenn es eine Verbindung gibt, dann ist es der Terror als Fluchtursache (denn genau vor diesem Terror fliehen die Menschen ja, z.B. aus Syrien). Aber das ließe sich nun mal nicht für die eigenen, niederen politischen Interessen ausschlachten. Wie getwittert: Markus Söder hat meine tiefste Verachtung für seine schäbige Äußerung am Tag danach: Weiter lesen