Bedenkliches Gesetz zum Ausspähen von Schulrechnern

Foto: Inferis auf Flickr (Ausschnitt)
Foto (Auschnitt): Inferis auf Flickr, (CC BY-SA 2.0).

Die Schulbuchverlage haben einen teuflichen Plan ausgeheckt: Schulrechner sollen nach Plagiaten durchsucht werden. Die 16 deutschen Kultusministerien spielen mit. Datenschutz wird zurückgestellt und auf Druck der Verlagslobby wird ein obskures Gesetz (“Gesamtvertrag zur Einräumung und Vergütung von Ansprüchen nach § 53 UrhG”) beschlossen. Es kommt einem alles vor wie ein schlechter Witz. Statt Schüler über die Bedeutung von Wissen im freien Zugang (Open Access) zu informieren, wird Misstrauen gesät, womöglich Lehrer und Schüler kriminalisiert. Dies alles hat kein Journalist aufgedeckt, sondern netzpolitik.org.

Alle unglaublichen, aber leider zutreffenden Fakten bei netzpolitik (samt Update). ZEIT Online nimmt das Thema auf: Software soll Computer an Schulen durchsuchen. Die Piraten reagieren mit einer Pressemitteilung: Schulbuchverlage machen Schulleiter zu Hilfspolizisten gegen eigenes Kollegium.

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9 Kommentare auf "Bedenkliches Gesetz zum Ausspähen von Schulrechnern"

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CH
Gast

Mich würde mal interessieren, ob dieses Gesetz inzwischen auch in schulbibliothekarischen Kreisen diskutiert wird. Auch dort sind Schulrechner zu finden. Und was die bibliothekarischen Fachverbände in diesem Fall dazu sagen. Stichwort: Code of Ethics.

PS: “Dies alles hat kein Journalist aufgedeckt, sondern netzpolitik.org.”

Ich würde bei Netzpolitik.org schon von einem journalistischen Angebot sprechen.

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[…] hat verschiedene Pressestimmen gesammelt. Auch Biblioblogs haben das Thema aufgegriffen, z.B. Markus Trapp oder Klaus […]

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[…] der Schweiz 01. November 2011Schultrojaner [ Internet ] Von Christoph um 20:33 Unter dem Titel "Bedenkliches Gesetz zum Ausspähen von Schulrechnern" greift textundblog.de das Thema "Schultrojaner" auf. Mehr zum Thema auf Netzpolitik.org mit Update […]

Tobias
Gast
Wir erleben offenbar, dass die alten Asprianten der Wissensdistribution einen verzweifelten Kampf gegen eine Phase der medialen Transformation verfechten; – und damit mit unlauteren Mitteln kämpfen, anstelle – weitsichtig und langfristig gedacht –bei der Gestaltung zu partizipieren. Dieser Generalverdacht, der durch eine derartige Drohkulisse konstitutiert wird, ist vor allem aus einer geschichtlichen Perspektive extrem suspekt. Oder sind die Erfahrungen zweier Systeme, die mit Misstrauen gegenüber die eigenen Bürger agierten, nicht genug? Plagiatimus wäre mit anderen Methoden beizukommen, z. B. wenn Schülern und Studenten der Wert von eigens erstellten Arbeiten immer wieder vor Augen geführt wird. Zugegeben: Das ist im Bildungsbetrieb,… Read more »
CH
Gast
@Markus: Dass Du Netzpolitik.org ähnlich einschätzt, dachte ich mir. Ich wollte es nur mal kurz erwähnen. In Infobib hat Susanne Drauz übrigens kommentiert, es sei offizielle Position der Bibliotheksverbände, dass “Schulbibliotheken unliebsame Konkurrenz für ÖBs” seien. Ich bin weder in den Verbänden, noch in ÖBs oder Schulbibliotheken zuhause. Aber das wäre wirklich starker Tobak. Unabhängig davon, ob sich BID & Co nun um Schulbibliotheken sorgen oder nicht: Ich erwarte erst einmal nichts. Zu vielen anderen Vorgängen wurde auch keine Stellung bezogen seitens der Verbände. Warum sollte es hier anders sein? Vielleicht haben wir hier ein Henne-Ei-Problem. Solange die Verbände sich… Read more »
Andrea
Gast

Immerhin hat die Bildungsgewerkschaft GEW zeitnah reagiert. Mittlerweile gibt es auch konkrete Hilfestellungen für die Personalvertretungen, gegen den Einsatz von Schultrojanern mobil zu machen.