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Der italienische “Neorealismus” war ja noch nie so meins, aber das hier, diese unglaublichen Hansestadt-Impressionen von 1961 sind ganz großes Kino. Gualtiero Jacopetti und Franco Prosperi liefern in ihrem Dokumentarfilm Mondo Cane (dt. etwa Hundswelt) hart am Rande des alkoholischen Deliriums gefilmte Kiezmomente.
Näheres zu dem seltsamen Phänomen der Mondo-Filme in dieser Rezension von Carsten Henkelmann:
Mit Mondo Cane wurde ein ganz neues Genre geboren: das der “Shockumentary” oder auch “Mondo”-Filme. Mondo Cane zeigt nur sehr lose zusammenhängende Aufnahmen aus aller Herren Länder, die für den durchschnittlichen westlichen Zuschauer entweder faszinierend, abstoßend, ekelerregend oder auch amüsant wirken – zumindest zur damaligen Zeit.
[via @gerdbrunzema]




10 Antworten bis jetzt ↓
Gabi sagt am 22.03.2010 um 22:10 Uhr:
faszinierend……
Markus sagt am 22.03.2010 um 22:13 Uhr:
@Gabi: Nicht wahr?
Da kann man nur sagen, wie @gerdbrunzema in seinem Tweet:
;-)
Piet sagt am 22.03.2010 um 23:13 Uhr:
Großartig. :o)
Man möchte sagen, nach 50 Jahren: St. Pauli, du junge, schöne, dreckige, du Hure, du hast dich gar nicht verändert.
Markus sagt am 22.03.2010 um 23:14 Uhr:
@Piet: Yep. Ich hab sogar als Zugezogener Einiges wiedererkannt. ;)
thomas sagt am 22.03.2010 um 23:14 Uhr:
ich will jetzt nicht als klugscheißer gelten, aber es tut einfach ein bisschen weh: mit dem italienischen neorealismus (der frühe visconti, vittorio de sica, um ein paar namen zu nennen) haben die bahnhofskino-radaubrüder jacopetti & co mit ihren (ohnehin sehr oft gestellten und exploitativ in szene gesetzten) mondo-filmen wirklich nix zu tun. der ital. neorealismus thematisiert um 1949 herum das leben einfacher leute in meist sehr humanistischen alltagsbeobachtungen, die im hier und jetzt der filmproduktion angesiedelt waren, meistens mit sacht politischem einschlag und ästhetisch einer gewissen, aber nicht künstlerisch übertrieben eingesetzten lyrischen kante.
Markus sagt am 22.03.2010 um 23:25 Uhr:
@thomas: Das weiß ich doch. Genau das ist der Grund, warum ich “Neorealismus” hier in Anführungsstriche gesetzt habe. Du wirst mir aber doch sicher zustimmen können, dass man bei den Mondo-Dokumentarfilmen an den Neorealismus ironisch denken kann (ohne, dass diese ästhetisch oder konzeptionell irgend etwas damit zu tun hätten). Erst wollte ich Neo-Neorealismus schreiben, das schien mir dann aber zu verquast.
thomas sagt am 22.03.2010 um 23:30 Uhr:
ach so – gut, die anführungsstriche hatte ich jetzt in der tat nicht als ironische distanznahme interpretiert. (eher als quasi-problematisierung, weil “realismus”, noch dazu “neo”, natürlich immer erstmal heikel ist). dann will ich nix gesagt haben! :-)
Markus sagt am 22.03.2010 um 23:42 Uhr:
@thomas: Prima. Und sollte noch jemand beim Lesen obigen Artikels ähnlich denken wie Du, ist es immerhin hier in den Kommentaren präzisiert.
Frank sagt am 22.03.2010 um 23:53 Uhr:
Das ist wirklich toll!
Reeperbahn, 1961 | Orden des Leibowitz sagt am 28.03.2010 um 23:48 Uhr:
[...] Zum Ausklang des Wochenendes noch ein ganz besonderes Stück Zeitgeschichte in Bild und Ton: Szenen eines Abends auf der Reeperbahn, aufgenommen um 1961. Spektakuläre Bilder gibt es nicht zu sehen, dafür Karl Arsch und seine Freunde, die betrunken durch die Nacht stolpern. Das Video ist ein Ausschnitt aus dem italienischen Dokumentarfilm Mondo Cane aus dem Jahr 1962, der damit ein ganzes Genre begründete. [via] [...]
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