Informieren subjektive Blogs besser als objektive Zeitungen?
Man kann über die umstrittene Strafe für den Fußballspieler Deniz Naki von St. Pauli so berichten (Hamburger Abendblatt) oder so (im Blog Fabulous Sankt Pauli).
Man kann über die neue Kommunikationsform Twitter so berichten (Saarbrücker Zeitung [PDF]) oder so (im Blog Bachmichels Haus).
Die Zeitungen brauchen sich nicht zu wundern, wenn sie Objektivität suggerieren, jedoch Fakten (bewusst?) nicht erwähnen, und wenn immer mehr Menschen lieber Blogs lesen, weil sie durch subjektive Sichtweisen irgendwie dann doch mehr erfahren von dem was gerade so passiert, als durch die “professionelle” Presse. Heute haben wir in Kleinbloggerdorf jedenfalls wieder zwei Beispiele dafür gesehen, wie gut es ist, dass man sich zur zweifelsohne wichtigen allgemeinen Berichterstattung durch die “objektive” Presse sein “subjektives” Gegenbild bei Bloggern, im konkreten Fall bei zwei Bloggerinnen, holen kann.
Ja, subjektive Blogs informieren manchmal besser als objektive Zeitungen.




7 Antworten bis jetzt ↓
Jekylla sagt am 04.11.2009 um 22:49 Uhr:
Sehr subjektiv und hochemotional, ich geb es zu ;-)
Markus sagt am 04.11.2009 um 22:55 Uhr:
@Jeky: Ja, das ist ja gerade das Gute daran, weil Sie trotz aller Subjektivität und Emotionalität auch Fakten erwähnen, auf die der Abendblatt-Artikel nicht eingeht (unterschiedl. Reaktionen des DFB auf Verfehlungen Rostocks aus dem Vorjahr UND im aktuellen Spiel und auf den aktuellen Fehltritt – bzw. auf die deplatzierte Geste – Nakis).
Andrea sagt am 04.11.2009 um 22:57 Uhr:
Danke Markus für das Erwähnen in einem eigenen Post, jetzt fühle ich mich fast im Bloggerinnenhimmel.
Den Artikel von Jekylla fand ich auch total klasse, als ausgesprochener Nichtfussballfan hätte ich mich von dem Zeitungsartikel auch manipulieren lassen. Man darf einfach immer weniger sein Hirn ausschalten.
Markus sagt am 04.11.2009 um 23:00 Uhr:
@Andrea: Hinter diesen Blogs, wie hinter immer noch guten Zeitungen (die es ja nach wie vor gibt), stecken kluge, eigene, emotionale, subjektive Köpfe. ;)
Tweets die Subjektive vs. objektive Information » Text & Blog – Das Weblog von Markus Trapp erwähnt -- Topsy.com sagt am 05.11.2009 um 00:43 Uhr:
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Thomas Stadler und Markus Trapp, Thomas Reiter erwähnt. Thomas Reiter sagte: RT @textundblog: Blogs vs. Zeitungen.[...] Subjektive vs. objektive Information: http://is.gd/4Nizb [...]
Lars Fischer sagt am 06.11.2009 um 20:17 Uhr:
Ich glaube, es geht gar nicht um Objektivität vs Subjektivität. Offensichtlich vergessen einige Journalisten, dass die klassischen Stilmittel des professionellen Journalismus zwar Werte wie Neutralität, Sorgfalt und Distanz symbolisieren, sie aber nicht herstellen können.
Und deswegen hat der Journalismus hier ein gewisses Glaubwürdigkeitsproblem. Ich denke schon, dass Leser gerne neutral informiert werden möchten. Sie wollen aber auch wissen, woran man bei jemandem ist. Und das weiß man beim Journalismus oft nicht mehr so genau.
Markus sagt am 07.11.2009 um 14:09 Uhr:
@Lars Fischer: Wohl wahr.
Diesen Beitrag kommentieren