Festivalbericht San Sebastián 2016

Ehe ich über die dieses Jahr gesehenen Filme berichte, vorneweg mein Fotoalbum San Sebastián 2016. Die Bilder gibt’s dort auch zum Betrachten in groß:

Fotoalbum San Sebastián 2016

Und nun zum gesehen Kino: Im Fokus vieler Filme beim internationalen Filmfestival San Sebastián 2016 stand das Thema Gewalt unter bzw. von Jugendlichen oder jungen Menschen. Am härtesten zu erfahren in dem polnischen Wettbewerbsbeitrag «Playground» (das auf der Leinwand Gezeigte – zwei Zwölfjährige töten einen zweijährigen Jungen – war für manche so unerträglich, dass sie das Kino verließen; treffende Rezension von Jonathan Romney) und dem chilenischen Wettbewerbsfilm «Jesús» (Rezension Variety, Trailer). Auch zwei der zehn Filme, die ich am besten fand, bearbeiten das Thema. Doch das Spektrum ist natürlich viel größer. Wie immer habe ich auch dieses Jahr etwas darunter gelitten, mit 5 bis 6 Filmen pro Tag sehr dicht getaktet mit Themen konfrontiert zu werden, die einem nahe gehen und für die natürlich in den knappen Pausen zwischen den Filmen keine Zeit bleibt, sie zu verarbeiten. Das hab ich aber alles in den vergangenen 7 Tagen nachgeholt und kann nun meine traditionelle TOP 10 präsentieren. Wie immer mit nur wenigen Worten, einem Trailer und im Titel per Link auf die englischsprachige Filmbeschreibung auf der Festivalwebsite:
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San Sebastián dieses Mal sehr entspannt

Während ich im Juli noch schrieb: «So langsam steigt die Vorfreude auf San Sebastián», kann ich nun sagen: Morgen geht’s los. Und dieses Jahr reise ich wesentlich entspannter zu meinem Lieblingsfilmfestival als in den beiden Vorjahren. Vor zwei Jahren schloss ich einen Tag vor Abreise mein Masterstudium mit der mündlichen Prüfung ab und musste direkt im Anschluß an San Sebastián auf zwei Dienstreisen (Europeana-Workshop an der British Library in London und Vorstellung der Weltbrand-App der Stabi auf der Jahrestagung der Bundeswehr-Bibliotheken in Köln). Tja, und letztes Jahr bin ich vor dem Filmfestival nach Wien geflogen und habe auf dem Österreichischen Bibliothekartag einen Vortrag über Social Media in Bibliotheken gehalten, um von dort nach San Sebastián weiter zu fliegen.

sansebposter2016 Und dieses Jahr? Alles herrlich entspannt, seit heute Urlaub (gestern die Arbeit in der Bibliothek zurückgelassen), kein Vortrag, keine Prüfung, keine Dienstreise, weder unmittelbar vor noch nach San Sebastián.

Auf das Festival bin ich schon sehr gespannt. Meine 22. Teilnahme in Folge, doch das ist alles andere als langweilig. Jedes Jahr ist einzigartig und wartet nicht nur durch die neuen Filme mit Überraschungen auf. Die wirklich gut vorbereiteten und kuratierten Retrospektiven lassen das Cineasten-Herz höher schlagen. Dieses Jahr freue ich mich besonders auf die Retro, sie ist dem französischen Regisseur Jacques Becker gewidmet:
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San Sebastián, ich freu mich auf Dich

San Sebastián - Kochen für den Widerstand

So langsam steigt die Vorfreude auf San Sebastián. Im September werde ich, wie jedes Jahr seit 1995, auf dem dortigen Filmfestival sein. Am Sonntag lief auf 3sat eine gute Doku über die Stadt, in der auch die cofradías (siehe 2. Bild unten) vorgestellt werden: Kochgemeinschaften, die in der Zeit von Francos Unterdrückung des Baskischen als geheime politische Zusammenkünfte eine Form der „Opposition am Herd“ darstellten. Das die Küche von Donostia (so heißt San Sebastián auf baskisch) eine besondere ist, weiß jeder, der mal dort war. Die Doku steht nur noch zwei Tage in der Mediathek zur Verfügung, also unbedingt bald anschauen:
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Lateinamerika Filmtage im 3001 Kino – Empfehlung: Pelo Malo

Pelo Malo

Am kommenden Donnerstag starten die Lateinamerika-Filmtage in Hamburg. Das Programm des Festivals, das vom 10. – 20. Dezember 2015 im 3001 Kino auf der Schanze stattfindet, habe ich im ciberaBlog bereits ausführlich vorgestellt. Hier möchte ich mit «Pelo Malo» (Fr. 18.12. um 19.00 Uhr) einen Film aus dem Programm nochmal besonders hervorheben, der 2013 in San Sebastián die Concha de Oro (die Goldene Muschel, Hauptpreis des Festivals) gewonnen hat und den ich für besonders gelungen halte. Ich zitiere der Einfachheit halber hier nochmal das, was ich gleich im Anschluss an San Sebastián in meinem Festivalbericht zu dem kleinen Filmjuwel aus Venezuela geschrieben hatte:


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«Las Meninas» von Diego Velázquez in seine Einzelteile zerlegt

Diego Velázquez: Las Meninas

Die Reihe «Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse» ist ja eh schon großartig. Aber mit der heute ausgestrahlten Ausgabe zu dem Gemälde «Las Meninas» (dt.: «Die Hoffräulein») von Diego Velázquez aus dem Jahr 1656 hat die Dokureihe sich selbst übertroffen. Absolut großartig, wie die zum Glück gut dokumentierte Geschichte hinter dem Bild erzählt wird und wie graphisch aufwändig das Gemälde in seine Einzelteile zerlegt wird und so brilliant analysiert wird. Kunstbetrachtung at its best, danke dafür.

Wer’s nicht im Netz oder in der Arte-Mediathek nachschauen mag, kann sich die kommende Ausstrahlung im Kalender notieren (muss dann aber lange aufbleiben oder sehr früh aufstehen: Samstag, 28. November um 5:00 Uhr). So oder so, eine unmögliche Zeit, daher einfach hier schauen:
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