Genuss entlang des Jakobsweges – Vorzüge aus Spaniens Norden

Olivenöl Hacienda Queiles in Navarra

Ich liebe ja den Norden Spaniens mehr als den Süden. Nicht nur, wegen meiner alljährlichen Aufenthalte auf dem Filmfestival in San Sebastián. Nein, auch weil ich den landschaftlichen Reiz von Galizien und der Kantabrischen Küste sehr schätze. Und deren Vorzüge fürs leibliche Wohl. Sowohl deren Küche als auch die meist immer noch in Familienbetrieben hergestellten Lebensmittel wie Olivenöl, Wein und Käse aus dem Norden Spaniens haben es in sich. Sehr schön zu sehen in der Dokumentation «Genuss auf Pilgerpfaden – Einkehr am Rande des Jakobsweges», die gerade auf Phoenix läuft, und die man zum Glück auch auf YouTube nachschauen kann:
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Journalismus von morgen – Die virtuelle Feder

Amerikanische Tageszeitungen setzen auf Programme wie 'Chartbeat'

Sehenswerte Doku von Pierre-Olivier François über die Zukunft des Journalismus.

Update 8.9.2014: Da der Film in der ARTE-Mediathek leider nicht mehr zur Verfügung steht, hier eine auf YouTube befreite Version der Doku:

Stirbt die Tageszeitung bald aus? Seit etwa 20 Jahren bedroht die digitale Revolution die Papierwelt. Das Business-Modell der Printpresse hat den Boden unter den Füßen verloren. In der Dokumentation erleben die zwei Medienexperten Philippe Kieffer und Marie-Eve Chamard vor Ort, wie führende Verlage, Chefredakteure, Journalisten und Leser darauf reagieren.

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Breaking Bad & Co: TV-Serien philosophisch betrachtet

breakingbad-illustrated

Gut gemachte, qualitätsvolle TV-Serien erreichen mittlerweile eine beeindruckende mediale und wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Mit großem Interesse habe ich in den vergangenen Wochen die Beiträge auf Deutschlandradio Kultur zum Thema TV-Serien verfolgt, die sonntags von 13:05 – 14:00 Uhr im Philosophiemagazin «Sein und Streit» gesendet wurden. Die heutige Folge möchte ich euch zum nachhören empfehlen, weil quasi Bilanz gezogen wird. In einem 30-minutigen Interview mit der Medienphilosophin Prof. Dr. Christiane Voss (Bauhaus-Universität Weimar) werden drei Serien nochmals kurz vorgestellt und es wird versucht, den Erfolg der Serien philosophisch einzuordnen:

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Serien-Empfehlung «The Honourable Woman»

Maggie Gyllenhaal

Dass ich vor ein paar Jahren meine Einstellung zu Fernsehserien geändert habe, hatte ich ja schon mal ausführlich im Artikel «Dexter – Tiefgang und Spannung auf hohem Niveau» beschrieben1. Heute möchte ich mit «The Honourable Woman» eine ganz aktuelle Serie empfehlen, die seit dem 3. Juli 2014 auf BBC2 ausgestrahlt wird und deren erste von acht Folgen ich gestern Abend gesehen habe. Wie es technisch geht, BBC live oder Inhalte aus der Mediathek von BBC auch bei uns sehen zu können, dazu später mehr. Vorweg erst mal der kurze Trailer:
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  1. Leider hatte ich die letzten beiden Jahre masterstudienbedingt kaum Zeit, viele Serien zu schauen (und erst recht schaffe ich es nicht, so viel gepriesene TV-Serien wie «The Wire» oder «West Wing» nachzuschauen (siehe «US-Serien als TV-Revolution»), aber auch das werde ich irgendwie noch hinbekommen. []

Elektroschrott in Wort & Bild

Wo landen unsere Schrottfernseher?

In dieser Woche habe ich auf Panorama einen Beitrag gesehen, der mich erschüttert hat. Man hört zwar immer wieder, dass Elektroschrott aus Europa statt recycelt zu werden nach Afrika verkauft wird, aber das Ausmaß dieses kriminellen Handel(n)s war mir nicht bewusst.

Jedes Jahr fallen in Deutschland Millionen Tonnen Elektroschrott an. Ein Großteil landet nicht im Recyclingmüll, sondern verschwindet einfach. “Panorama – die Reporter” und das Rechercheteam von “Follow the Money” wollten wissen wohin. Also wurden kaputte Fernseher mit Peilsendern ausgestattet – die Spur führt nach Afrika.

Der 30-minütige Beitrag kann auf der Website von Panorama (leider nur) für kurze Zeit nachgeschaut werden.
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Mord in der Militärdiktatur & NSA-Abhörskandal – fortgesetzte Tatenlosigkeit deutscher Politik

dasmaedchen
Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.? | Video verfügbar bis 12.06.2014

Update 2.9.2014: Durch die gestrige Wiederholung auf NDR ist der Film nun wieder eine Woche lang – bis zum 8.9.2014 – in der Mediathek des NDR zu sehen.

Argentinien, 1977. Das Land wird von einer Militärdiktatur unterdrückt. Regimekritiker werden zu Tausenden verschleppt, gefoltert, getötet. Auch die in der Hauptstadt Buenos Aires lebende deutsche Studentin Elisabeth Käsemann verschwindet im März unter mysteriösen Umständen.

«Dies ist die Geschichte einer verpassten Chance, ein Menschenleben zu retten.» Das ist der erste Satz der Dokumentation «Das Mädchen» von Eric Friedler. Und der sitzt. Ab diesem Moment kommt man 75 Minuten lang aus dem Staunen nicht mehr heraus. Man denkt ständig, wie war es möglich, dass nichts, aber auch absolut gar nichts unternommen wurde, das Leben dieser engagierten jungen Frau zu retten, die in der Militärdiktatur Menschen zur Flucht geholfen und die dann selbst von den Verbrechern der argentinischen Militätdiktatur umgebracht wurde? Eine Besprechung der Doku gibt es bei der SZ.

Auch wenn der Vergleich hinkt, da alle Vergleiche hinken, ich musste beim Betrachten der Doku immer daran denken, dass ich genau so fassungslos der aktuellen Haltung der Bundesregierung in Sachen NSA-Abhörskandal gegenüberstehe. Wie ist es möglich, dass die Bundesregierung sich erdreistet, nicht, aber auch gar nichts zur Wahrung der in der Verfassung garantierten Privatspähre zu unternehmen, und einen Generalstaatsanswalt Range vorschickt, der allen Ernstes behauptet, es läge kein Anlass zu Ermittlungen in der Angelegenheit der illegalen Ausspähung aller Bundesbürger durch die NSA und andere Geheimdienste vor (siehe dazu den SZ-Artikel «An der Aufklärung vorbeigemogelt»). Vielleicht wird es in 37 Jahren auch eine Doku dazu geben. Da Merkel die Hauptschuldige dieser unsäglichen Ignoranz der Bundesregierung ist, kann es beim Titel «Das Mädchen» bleiben.

Jan Böhmermanns kleiner Medien-Coup

Jan Böhmermann und seinem jungen Team ist in dieser Woche nicht nur wieder mal eine originelle Ausgabe seiner Sendung Neo Magazin gelungen, sondern er hat einen erfolgsverwöhnten Menschen aus deutschen TV-Landen sowas von vorgeführt.

Überhaupt ist Böhmermann einer, den man sich im Fernsehen wirklich noch ansehen kann, ohne gelangweilten Stillstand im Unterhaltungs-TV ertragen zu müssen. Viel besser als ich, hat das in dieser Woche Stefan Niggemeier beschrieben, daher bitte dort lesen, warum Böhmermann ein Guter ist:

Er nutzt die Möglichkeiten, auf ZDFneo Fernsehen zu machen, das nicht auf Bedenken, Konventionen und die Erwartungen eines Massenpublikums Rücksicht nehmen muss. Gleichzeitig plagt ihn die Sorge, dass die Leute denken, dass er nur sowas könnte. Dass er nicht wüsste, dass die Sendung anders sein müsste, wenn sie in einem größeren Rahmen stattfände, und dass er das nicht auch könnte. Er sagt: „Wir machen nur Independent-Fernsehen, weil wir es müssen.“

Weiter bei @niggi:
«Jan Böhmermanns Traum und Mühe: Ein Besuch beim „Neo Magazin“»

Ansonsten bleibt mir nur noch das SZ-Magazin zu zitieren:

Der Moderator Jan Böhmermann macht großartiges Fernsehen – für ein verschwindend kleines Publikum.

Auf dass es größer werde. Und Böhmermann so gut bleibe, wie er ist.

Die Saatgut-Retter

Es gleicht einem Kampf von David gegen Goliath, wenn man in dieser klug recherchierten Doku sieht, wie kleine Biosaat-Kooperativen im Interesse von uns Verbrauchern versuchen, gegen die Übermacht der Ernährungs-Giganten aus der Chemiebranche vorzugehen. Alles, was es bräuchte, diesen Davids — und damit uns allen — zu helfen, wäre eine Änderung der EU-Gesetze. Wer da wohl die bessere Lobby hat? Kann die Öffentlichkeit noch den Druck erzeugen, den es offenbar ganz dringend braucht, damit die Politik hier aktiv wird?

Aus der ARTE-Info zur Doku, dort auch mit gutem Dossier:

In nur 100 Jahren gingen aufgrund von Monokulturen über 75 Prozent der biologischen Vielfalt verloren. So liegen in allen Supermärkten dieselben Obst- und Gemüsesorten in den Regalen. Die Saatgut-Konzerne züchten Sorten, die die Landwirte nach jeder Ernte neu hinzukaufen müssen. Doch Landwirte und Wissenschaftler kämpfen europaweit um den Erhalt von biologischer Vielfalt.

Wiederholungen auf Arte:
So, 16.03. um 10:20 Uhr
Fr, 28.03. um 10:15 Uhr

In der Arte-Mediathek steht der Film noch 6 Tage bereit. Oder einfach während dieser Zeit zum selbstbestimmten späteren Anschauen über dieses hilfreiche Tool den Film auf den eigenen Rechner laden:
Arte+7 video downloader.