Ein Anagramm zur Ursachenforschung

Tweet der Woche Zu Fernsehsendungen mit Heidi Klum kann ich inhaltlich nichts sagen, weil ich die nie schaue. Und trotzdem habe ich sehr gelacht über diesen Tweet.

Herr @Stoewer nutzt ein Anagramm1 zur Ursachenforschung einer besonders negativen Eigenschaft von Frau Klum. Mein persönlicher Tweet der Woche:

Hier geht’s zu den vergangenen Tweets der Woche.

  1. Wortherkunft von Anagramm: griechisch anagraphein «umschreiben». []

Die Anstalt zur neoliberalen Politik unter Selbstaufgabe der Sozialdemokratie

Wir schreiben das Jahr 11 nach Merkel. Die Reichen wurden immer reicher und die Armen immer mehr.

Die gestern ausgestrahlte Anstalt ist unbedingt sehenswert. Was als lustiger Robin-Hood-Klamauk daherkommt, ist in Wahrheit eine tiefgründige und bitter wahre Analyse der Politik der vergangen beiden Jahrzehnte. Oder wie ich auf Twitter schrieb:
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Neugierde auf höchstem Niveau

Tweet der Woche Der Tweet der Woche ist in dieser Woche ein Bild. Das von @augusrodri geteilte Foto ist nicht nur ein Schnappschuss eines goldigen Babys und eines kleinen Jungen, sondern zeigt so wunderbar die natürliche Affinität der nun heranwachsenden Generation zu digitaler Kultur und mobilen Endgeräten. Das spanische Wort curiosidad heißt Neugierde. Hier sehen wir Neugierde auf höchstem Niveau mit maximalem Cuteness-Faktor:

Passend zum Thema digitale Bildkultur und Speicherung unserer privaten Daten, hat sich heute morgen Xenius auf Arte mit dem Thema beschäftigt. Sehenswert:
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Mein Kampf: Von der Aktualität des Rassismus

'Mein Kampf'. Das gefährliche Buch

Diese gut gemachte Doku schildert nicht nur den Fall eines Buches, dessen Urheberrecht am 1. Januar 2016 abläuft, sondern ist gleichzeitig eine Untersuchung, wie viel „Aktualität“ in der Hetzschrift Hitlers liegt. Denn – genau so wie die Volksverhetzer von Pegida – hat auch der Nationalsozialismus einfache „Wahrheiten“ und Gemeinschaft stiftende Feindbilder geboten. Die Veröffentlichung der wissenschaftlich kommentierten Ausgabe, «Hitler, Mein Kampf – eine kritische Edition», an der das Institut für Zeitgeschichte München – Berlin drei Jahre lang (!) gearbeitet hat, darf auf keinen Fall verboten werden. Das Buch muss als das publik gemacht und von der Öffentlichkeit untersucht werden, was es war: ein dummdreister Aufruf zum Mord an einer ganzen Bevölkerungsgruppe.

Die Dokumentation von Manfred Oldenburg kann in der Mediathek von Arte nachgeschaut werden: «„Mein Kampf“. Das gefährliche Buch».

Adolf Hitlers Propagandaschrift „Mein Kampf“ – ein Buch, das Abscheu und Ängste weckt. 70 Jahre nach Hitlers Suizid laufen die Urheberrechte ab, das Buch könnte ab dem 1. Januar 2016 wieder erscheinen. Die Dokumentation erzählt die Geschichte von „Mein Kampf“ und zeigt, welche Auswirkungen sein rassistischer und ultranationalistischer Inhalt für uns heute hat.

Geschichten der Flucht – Naji aus Holms in Syrien

Wenn ihr mal ’ne halbe Stunde Zeit habt, schaut euch das an. Und zwar bis zum Ende. Naji aus Holms in Syrien erzählt die Geschichte seiner Flucht nach Deutschland. Wenn er am Ende (sinngemäß) sagt: «Ich mag Hamburg, es ist eine schöne Stadt, hier gibt es Frieden», musste ich schlucken.

Naji Hizwani Zarour erzählt seine Flucht aus Syrien nach Deutschland

Naji aus Homs in Syrien: „Wir Araber lächeln alles weg“. Naji sieht man auf den ersten Blick nicht an, dass er eine der schwersten Reisen hinter sich hat, die ein Mensch auf sich nehmen kann. Mit 21 Jahren musste er Familie und Heimat verlassen, um vor dem Krieg zu fliehen. Zu Fuß, über das Wasser, zurückgewiesen und sogar gefoltert, nimmt er die Autoren mit seinen Erzählungen mit auf die Flucht und schafft es trotzdem, mit einem warmen Lächeln zu sagen: „Wir müssen lernen zu verzeihen. Wir müssen uns lieb haben.“

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Eine kleine Fernsehgeschichte der Serien in Deutschland und USA

Wordle, basierend auf dem hier vorgestellten Text von Dietrich Leder

Der Germanist und Medienwissenschaftler Dietrich Leder hat einen langen und höchst lesenswerten Text zur Bedeutung von Serien im deutschen und us-amerikanischen Fernsehen geschrieben, den ich zur Lektüre empfehlen möchte. Selten wurde deutsche Fernsehgeschichte mit all ihren Einflüssen, Kopier- und gleichzeitig auch Abgrenzungsversuchen gegenüber den us-amerikanischen Vorbildern so kundig und versiert zusammengetragen:

In den letzten zwei Jahren ist in Deutschland eine heftige Diskussion um die Fernsehserie entbrannt. Die Diskussion kreist um drei Themenfelder. Es geht zum ersten um die spezifische Qualität von US-Serien, die von deutschen Sendern ausgestrahlt werden (sei es im Free-TV oder Pay-TV), die in DVD- und Blu-ray-Editionen zu erwerben sind oder die gerade erst in den USA gestartet wurden. Es geht zum zweiten um die noch relativ neue Möglichkeit, solche US-Serien über Online-Portale wie Netflix, Amazon oder iTunes kostenpflichtig anzuschauen – entweder im Monatsabonnement oder per Einzelabruf. Diese Möglichkeit wird als non-lineares Fernsehen bezeichnet und erhält große Attraktivität durch die Chance, Serien-Folgen nicht nur zu jeder beliebigen Zeit, sondern in jedem frei wählbaren Rhythmus und also auch komplett in einem Stück zu konsumieren. Für Letzteres hat sich in den USA und dann auch in Deutschland der Begriff des Binge-Watching oder auch Binge-Viewing ausgebildet. Und es geht zum dritten um ein behauptetes Defizit deutscher Sender, die sich bislang in der seriellen Produktion zurückgehalten und somit darin nie die Qualität erreicht haben sollen, wie sie den US-Serien eigen sei.

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