Festivalbericht Berlinale 2017

Tickets Berlinale 2017

Nun hatte ich (mir) eine Woche Zeit (gelassen), um mir die 48 Filme durch den Kopf gehen zu lassen, die ich auf der Berlinale in neun Tagen gesehen habe. So ein Festivalmarathon mit 5 bis 6 Filmen pro Tag ist eine enorme Belastung für das Auffassungsvermögen, zumal die Filme meist sehr fordernd sind. Sowohl was ihre Machart, als auch was ihre Thematik angeht. Ich stimme dem Tenor der Filmkritik, es sei ein durchwachsener Jahrgang gewesen nicht zu. Viele Journalisten, die über die Berlinale berichten, schauen sich größtenteils nur den Wettbewerb an. Da entgeht ihnen natürlich Einiges aus dem insgesamt ca. 400 Filme (!) fassenden Programm. Es gibt eben noch viele weitere Reihen auf der Berlinale, in denen es sehenswerte Filme zu entdecken gibt: Forum, Panorama und Retro, um nur drei zu nennen. Die guten Filmjournalisten wissen und würdigen das selbstverständlich.

Wie dem auch sei, Film ist immer auch ein subjektives Thema. Somit komme ich zu meiner persönlichen TOP 10. Dies sind die zehn Filme, die ich uneingeschränkt empfehlen kann (die Reihenfolge enthält keine Wertung, es ist die Abfolge, in der ich sie vom 10.-18.2.2017 gesehen habe):

1. Testről és lélekről (On Body and Soul)

von Ildikó Enyedi (Ungarn 2017)
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Fotografische Grüße aus Berlin

Die Berlinale ist vorbei, ich habe in 9 Tagen 48 Filme gesehen und wieder einmal den Sieger richtig vorausgesagt:

Ein ausführlicher Festival-Bericht wird folgen, das braucht wie immer seine Zeit. Ich muss das alles erst noch verarbeiten. Vorneweg aber schon mal ein paar fotografische Impressionen von der Berlinale:
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Ein atemberaubender Ritt durch 121 Jahre Kinogeschichte

121 Jahre Kinogeschichte

Das Kino wurde im Laufe seiner Geschichte schon des öfteren tot gesagt. Doch es ist lebendiger denn je. Und faszinierend, wie viele Filmklassiker man in diesem 15-minütigen Ritt durch die 121-jährige Kinogeschichte (er-)kennt. Am 28. Dezember 2016 ist das Kino 121 Jahre alt geworden1. In diesem Zusammenschnitt gibt es wirklich großartige Szenen mit sehr genialen SchauspielerInnen zu sehen. Und teilweise fantastisch, wie die Überblendungen von Film zu Film gemacht wurden. Manche Schnitte sind etwas holprig, aber insgeamt ist das schon sehr raffiniert gemacht. Eine Viertelstunde Geschichtsunterricht im internationalen Kino, unterhaltsam und lohnenswert:
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  1. Quelle: Wikipedia – «Am 28. Dezember 1895 fand im Grand Café am Boulevard des Capucines in Paris die erste öffentliche Filmvorführung Frankreichs vor zahlendem Publikum statt, in der Angestellte der Brüder Lumière mit dem Cinématographe zehn selbstgedrehte Kurzfilme zeigten.» []

Festivalbericht Havanna 2016

Das Internationale Filmfestival des Lateinamerikanischen Kinos ist ein richtig großes Festival. Vom 8.-18. Dezember 2016 sind in mehreren über Havanna verteilten Kinos 400 Filme und Dokumentationen gezeigt worden. In 10 Tagen habe ich 45 davon gesehen, also viereinhalb pro Tag. Der übliche Filmmarathon, wie ich ihn schon von der Berlinale und von San Sebastián gewohnt bin. Dieses Mal unter etwas erschwerten Bedingungen, da alles im Wechselspiel zwischen großer karibischer Hitze und auf Kühlschranktemperaturen herunter gekühlten Kinos statt gefunden hat. Ein Wunder, dass ich nicht krank geworden bin.

Die erste Filmschiene begann morgens um 10 Uhr, die letzten Streifen wurden abends ab 22:30 Uhr gezeigt. Bis auf einige wenige Pannen war das Festival wirklich sehr gut organisiert. Die Atmosphäre in den kubanischen Kinos ist immer eine ganz besondere. Wenn das Handy klingelt, wird das Gespräch auch schon mal angenommen und dem Anrufenden wird für eine gut hörbar erläutert, dass man gerade im Kino sei. Und wenn einem etwas auf der Leinwand nicht passt, wird es auch schon mal einfach so vom Publikum entsprechend laut kommentiert. Das kann schon nerven, es war auf jeden Fall eine ganz neue Kinoerfahrung.

Vor jedem Film wurde der Festivaltrailer gezeigt, die Melodie des Filmchens begleitete uns als Ohrwurm durch die Festivaltage in Havanna:

Hier nun die TOP 10 der sehenswerten Filme aus meiner persönlichen Sicht, in chronologischer Reihenfolge, wie ich sie sah; die Reihenfolge stellt also keine Wertung dar:
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Festivalbericht San Sebastián 2016

Ehe ich über die dieses Jahr gesehenen Filme berichte, vorneweg mein Fotoalbum San Sebastián 2016. Die Bilder gibt’s dort auch zum Betrachten in groß:

Fotoalbum San Sebastián 2016

Und nun zum gesehen Kino: Im Fokus vieler Filme beim internationalen Filmfestival San Sebastián 2016 stand das Thema Gewalt unter bzw. von Jugendlichen oder jungen Menschen. Am härtesten zu erfahren in dem polnischen Wettbewerbsbeitrag «Playground» (das auf der Leinwand Gezeigte – zwei Zwölfjährige töten einen zweijährigen Jungen – war für manche so unerträglich, dass sie das Kino verließen; treffende Rezension von Jonathan Romney) und dem chilenischen Wettbewerbsfilm «Jesús» (Rezension Variety, Trailer). Auch zwei der zehn Filme, die ich am besten fand, bearbeiten das Thema. Doch das Spektrum ist natürlich viel größer. Wie immer habe ich auch dieses Jahr etwas darunter gelitten, mit 5 bis 6 Filmen pro Tag sehr dicht getaktet mit Themen konfrontiert zu werden, die einem nahe gehen und für die natürlich in den knappen Pausen zwischen den Filmen keine Zeit bleibt, sie zu verarbeiten. Das hab ich aber alles in den vergangenen 7 Tagen nachgeholt und kann nun meine traditionelle TOP 10 präsentieren. Wie immer mit nur wenigen Worten, einem Trailer und im Titel per Link auf die englischsprachige Filmbeschreibung auf der Festivalwebsite:
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